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Donnerstag den 6. März.
(ßte^ner 2lnzergsv.
Beilage zu Nr. 55. - 1890.
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vemnischtes.
* Krankfurt a. M., 4. März. Als gestern Nachmittag Im in der St. Georgenstraße in Bornheim wohnende Frau nach kurzer Beschäftigung im Keller in ihre Wohnung zurück- k ijrte, fand sie ihren 11 Jahre alten Sohn an dem Drücker bin Zimmerthür erhängt vor. Trotz angestellter Wiederbelebungsversuche konnte der hinzugerufene Arzt nur den Tod c onstatiren. Der Knabe litt schon längere Jahre an Scropheln. P ist zweifelhaft, ob ein Selbstmord vorliegt oder ob Iw Knabe durch Unvorsichtigkeit (Spielerei) ums Leben gekommen ist.
* Frankfurt a. M., 2. März. Der Magistrat Hal schlossen, dem Verein für Feuerbestattung einen Platz von 600 Quadratmeter zur Errichtung einer Urnenhalle aus dem Mischen Friedhose zum Preise von 10,000 Mk. unter der Veüiirgung zu überlassen, daß für jede Aufstellung eines Leicht nbrandbehältnifies in dem Columbarium eine Gebühr von 20 Mk. zu erlegen sei. Die Friedhofs-Commission hatte (jih den Platz 21,600 Mk. verlangt.
* tzeddersheim, 1. März. Ein heiteres Geschichtchen ereig- metc sich vor einigen Tagen bei einem hiesigen Bäckermeister. Ilm n ämlich den angemachten Brodteig vor der Kälte zu ßchützrn, legte er über denselben eine Decke. Der Sohn des ^usls, der nach einiger Zeit in etwas heiterer Stimmung tnid) Hause kam, glaubte sein Bett vor sich zu haben, schlug die Decke zurück und legte sich in das vermeintliche Bett. M »lach einigen Stunden der Vater ans Backen gehen wollte, fand er dann zu seinem größten Erstaunen und Strecken seinen Sohn süß schlummernd im Teige liegend und gmr bis an den Kops „zugedeckt^. (?)!
* Durch eine Kröte gelobtet wurde die 18jährige Tochter einer achtbaren Familie in Montabaur. Dieselbe, Leonie Rem et, befand sich in Begleitung einer Freundin aus einem Spezi ergänze, als ihnen zwei bekannte junge Leute begeg- Htieit deren einer eine große Kröte soeben eingefangen hatte, die er neckend dem Mädchen entgegenhiclt. Plötzlich ent- Wpffte das Thier seiner Hand jedoch und sprang der oben ermähnten Leonie an den Mund, sich an der Lippe fest- Ilammernd. Das bedaueruswerthe Mädchen fiel sofort belvußtlos zu Boden und obgleich man dasselbe sofort zu » Men Eltern, die am Orte eine ausgedehnte Gärtnerei be- ' sitzen, brachte, erwachte die Aermste nicht wieder zur Be- i pnnnmg und gab zwei Stunden später ihren Geist auf. — Sie rnan vermuthet, hat das Thier sein Gift dem offenen QSunb-e mitgetheilt, doch ist es bis jetzt noch nicht festgestellt, ob drns Opfer nicht einem durch den Schreck verursachten lIrhirmschlag erlegen ist.
I Die Schrisstellerin Nataly v. Eschstruth, den deutschen graue n durch ihre zahlreichen Romane und Novellen, ins- '»cjonb-ere durch „Gänseliesel" und „Hofluft" bekannt, hat sich । em 23. Februar mit dem Premierlieutenant v. Knobelsdorfs- !
Brenkenhoff vom Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2 vermählt. Die jetzige Frau v. Knobelsdorff ist am 17. Mai 1860 in Hofgeismar als die Tochter eines kurhessischen Offiziers geboren.
* Eine klassische Wahlrede soll, wie eine Localcorrespon- denz nachträglich berichtet, ein zum Wort verstatteter Arbeiter in einer socialdemokratischen Versammlung in Berlin gehalten haben, die am vorigen Dienstag in der Belsorterstraße veranstaltet wurde. Der gute Mann äußerte sich folgendermaßen : „Meine Herren, ick bin Arbeiter in einer Fabrik und verdiene die Woche 12 Mark, un davon soll ick eine Familie ernähren. Nun war ick neulich krank und habe jarnischt verdient un mußte mein Sofia verkoofen, uff den ick sor jewöhnlich schlafe. Un jetzt lieje ick uff de Diele un decke mir mit der Stubendiere zu! Meine Herren, wenn Se also nich ooch uff de Diele liefen un sich mit de Stubendiere zudecken wollen — dann wählen Se Auerbach!" (Schallende Heiterkeit.)
* Aus dem Odenwalde, 26. Februar. Zwei benachbarte Gutsbesitzer der Gemeinde N. bei O. leben seit einiger Zeit nicht im besten Einvernehmen. Das Vieh des Einen wurde kürzlich von der Maul- und Klauenseuche befallen, während das Vieh des Anderen von dieser Seuche verschont blieb. Aus Neid hierüber beauftragte jener seine Dienstboten, den Brunnentrog, woraus des Nachbars gesunde Kühe trinken, mit dem Speichel seines seuchebehasteten Rindviehes zu beschmieren und Petroleum in den Trog zu gießen. Der teuflische Plan gelang vollständig und jetzt noch ist des an- geseindeten Nachbars Vieh an der Seuche erkrankt. Die Dienstboten, welche später entlassen wurden, erzählten aber den Schurkenstreich, den nunmehr der Urheber bitter zu bereuen haben dürfte.
* In einem Orte des Kreises Lauban sand der Wahlvorsteher in der Urne eine Rechnung über eine von ihm entnommene, aber noch nicht bezahlte Fuhre Kohlen.
* Ewige Jugend, nicht mehr und nicht weniger, verspricht nach der „Allg. med. Ztg." Dr. Malinconico in Neapel der ganzen Menschheit. Genanntem Arzt ist es nämlich, nach seiner Angabe, gelungen, den Mikroben zu entdecken, der mit der Zeit den menschlichen Organismus verwüstet, der das Altern desselben und schließlich die Vernichtung herbeiführt! 1 Der Mikro-Organismus wird natürlich durch Heredität übertragen. Der italienische Forscher hofft auch Mittel und Wege zu finden, diesen Mikroben unschädlich zu machen, so daß die Menschen nicht mehr altern. Diese großartige Entdeckung ist gerade noch zur rechten Zeit, vor Thorschluß des Fasching, gemacht worden.
Verkehr, £mt&» ttnö Volkrroirthschaft.
— -lachtheile des zu kurzen Häcksels für Pferde. (Nachdruck verboten.) Im Anschluß an unsere Mittheilung über „Bedeutung des Häcksels u. s. w." bringen wir die Nachlheile des zu kurzen Häcksels, welche Brümmer anführt:
1. Das Futter wird nicht genügend mit Speichel, welcher bei der Verdauung der stärkemehlhaltigen Stoffe sehr wichtig ist, vermengt. Auch ist es erwünscht, daß der Speichel recht lange mit dem Futterstoff in der Mundhöhle in Berührung bleibt, wenngleich nach neueren Untersuchungen der Speichel die spaltende Wirkung auf Stärkemehl, die Umwandlung desselben in Zucker auch im Pscrde- magen noch eine Zeitlang behält, was man stüher bezweifelte, indem man annahm, daß die sauren Magensäfte den Speichel sofort neutraltsiren. Je mehr Speichel beigemischt und verschluckt wird, desto länger hält die Wirkung desselben im Magen an, well zur Neutraltstrung dann bedeutend größere Mengen von sauren Magensäften erforderlich sind.
2. Gut gekautes Futter gibt den Verdauungssäften weit mehr Angriffspunkte als Futter, das ungekaut verschluckt wird. Kurz geschnittenes Stroh verfehlt gänzlich seinen Zweck, insofern es nicht, wie lang geschnittenes, die Pferde zwingt, das untergemischte Kraftfutter (Hafer u. s. w.) vor dem Verschlucken gehörig zerkleinern zu müssen. Bei Verwendung von 5—7 Millimeter langem Haferstrohhäcksel findet man sogar die einzelnen Haferftückchen ganz unverändert und ungebrochen im Kothe wieder.
3. Der verhältnißmätzig kleine Magen des Pferdes wird bei rascher Futteraufnahme, wie es bei feingeschnittenem Häcksel der Fall ist, zu schnell angefüllt, so daß Nahrung, welche nur kurze Zeit mit den Magensäften in Berührung gewesen, in den Dünndarm Übertritt, oder es entsteht dadurch Magenübersüllung.
4. Kurzer Häcksel übt zu wenig Reiz ans die VerdauungSorgane aus, schichtet sich im Blind- und Dünndarm fest und gibt dadurch Veranlassung zu der gefährlichen Kolik, der sogen. Strohkolik, welche nicht selten allen Heilmitteln Trotz bietet.
5. Die Herstellungskosten sind bei kurzem Häcksel nicht nur doppelt so hoch, sondern es treten dabei auch leicht Unregelmäßigkeiten ein, zumal wenn die Schneidemaschine etwas abgenutzt ist.
Die Frage, ob man an Pferde, besonders an Rindvieh überhaupt Häcksel oder Langfutter reichen, ob man trocken oder naß füttern soll, haben schon oft lebhafte Debatten in landwirthschaftlichen Vereinen heroorgerufen, aber sind bisher noch nicht endgültig entschieden worden.
Für den Erfolg der Fütterung ist es aber nicht einerlei, ob das Futter in dieser oder jener Form gereicht wird. Wir empfehlen über die „Häckselfrage" in dem Buche über „Zubereitung der Futtermittel" von Dr. Brümmer nachzulesen.
- Garterrwirthschaftliche MittheUnngerr. (Nachdruck verboten.) Erfahrungssache ist es, daß ein zu tief gepflanzter Baum niemals gedeiht und im Falle er nicht in ganz kurzer Zeit zu Grunde geht, was das Wahrscheinlichste ist, doch niemals Früchte trägt. Um die Nachtbeile des zu tiefen Pflanzens recht deutlich zu beweisen, hat ein französischer Pomolog folgende Versuche angestellt: Im Monat November hob er aus seiner Baumschule 6 Birnbäume von gleicher Stärke aus, von denen er zwei gleich tief, wie sie in der Schule gestanden hatten, zwei 16 Etm. tiefer und zwei 32 Etm. tiefer ein- pflanzte. Währmd der zwei folgenden Jahre trieben die zwei erstm Birnbäumchen lange und kräftige Schöffen, während die anderen nur schwache und kurze Triebe heroorbrachten. Darauf entblößte man die zu tief eingesetzten Bäumchen bis an den Wurzelhals von Erde und bedeckte die Wurzeln der beiden kräftig gediehenen mit 32 Etm. Erde. Im folgenden Jahre zeigten die Bäumchen, von deren Wurzeln die Erde theilweise entfernt worden war, einen ganz kräftigen Wuchs, während diejenigen, deren Wurzeln stärker bedeckt worden waren, zu wachsen aufhörten. In den darauf folgenden Jahren fuhr man fort, die Wurzeln der Bäumchen abwechselnd seichter zu legen und stärker zu bedecken und es zeigte sich stets ganz derselbe Erfolg. Diese Versuche beweisen überzeugend genug, daß eine der Hauptursachen des häufigen Mißlingens junger Pflanzungen in dem zu tiefen Einsetzen der Bäume wohl zu suchen ist.
Holzversteigerung
im Mfllichen Herrngarten bei Mingrn.
Donnerstag den 6. dS. Mts., Morgens 10 Uhr, sollen im Srrri garten und Dietrichsberg 270 Fichten-Stangen, 30 Buchen-Lang- »leberi, 20 Eichen-Stangen (Wagnerholz), nebst 20 Rmtr. Buchen-Scheit- 45 Rmtr. Buchen-Stamm-Prügel, 630 Rmtr. Stamm-Reiser öffentlich iH^auft werden. Zusammenkunft am Langder Weg am Dietrichsberg.
Hungen, den 3. März 1890.
v 0 Fürstliches Rentamt .
1 372 Demme.
Corsels,
Emil Beck.
1890.
Langen zu können.
Die geehrten Damen finden
Dem geehrten Publikum Gießens, sowie Umgegend erlaube ich mrr mrtzu- • Alm, daß mein Fräulein von heute ab im Hotel Einhorn wohnt. .Daffelbe ntrv Vormittags die werthen Kunden besuchen, um Nachmittags solche tm Hotel
Frankfurt a. M, 3. März
Das Neueste m
Spazierstöcken
von dkl billigsten bis ?u den stinflen
msehlen in reicher Auswahl 1672
Moritz Gregori K Sohn.
daselbst eine sehr große Auswahl aus meiner
1844
zu können.
meine Kinder • Gonfection Zu recht zahlreichem Besuche zeichne indessen
mit aller Hochachtung
WkllN
um allen Ansprüchen genügen Gütige Auftrage für 5 iiÄimi das Fräulein entgegen, i Irrst ich Sie höflichst ein und
Kainil
(Wiesendünger) M
Kifft dieser Tage eine größere Paitbie bei mir ein, und empfehle ich den- jelbem, sowie alle übrigen künstlichen Düngemittel zu bMgsten Tagespreisen.
W Katz, Gießen.
Donnerstag den 3 April l. I,
Nachmittags 2V- Uhr,
soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Heinrich Lind in Gießen gehörige Hofraithe:
Flur I Nr. 773,6 — 113 Meter auf dem Marktplatz
öffentlich meistbietend versteigert werden Gießen, 19. Februar 1890.
Großherzogliches Ortsgericht Gießen
Bogt. 1465
Donnerstag den 6. Mär?,
Nachmittags von 2 Uhr an, [1760 werden im Auftrag des Herrn Auguft Schmidt, Maiktstraße Nr- 26, nachbenannte Möbel meistbietend versteigert: 1 Sopha, Commode, Kleider- und Weißzeug - Schrank , 2 Bettladen, Bettwerk, 2 Tische, Gla-ffchrank, Stühle, Zuber, mehrere Fässer, große Waschbütte, Ackergeräthe u. s. w.
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Verlag von Becker Laris, Gießen und Berlin.
Der kleine Holzberechner für den Holz-Handel und -Verkehr.
Von Gugen LariS, Redacteur des „Handelsblatt für Walderzeugniffe/
Dieses Büchlein, welches in den interessirten Kreisen sich schnell Eingang verschaffte, hat folgenden Inhalt:
Cubiktabelle zur Bestimmung des Cubik-Jnhaltes runder Hölzer. — Tafel zur Verwandlung rheinischer Cubikfuß in Cubikmeter. — Erläuterung der metrischen Maß- und Gewichtseintheilang. — Tafel zur Verwandlung von Cubikmetern tu rheinische Cubikfuß. — Kreisflächentafel. — Verhältnißzahlen — Tafeln zur Bestimmung des Cubikinhaltes der gangbarsten Brettersorten, Balken und Kanthölzer. — Wichtige Zahlen und Formeln zur Körper- und Flächen-Berechnung. — Tafeln zur Verwandlung von Metern in rheinische Fuß. — Tafel zur Verwandlung rheinischer Fuß in Meter und Zoll in Centtmeter. — Tafel zur Bestimmung der Dimensionsoerhältniffe beim Rundholz-Beschlag. — Tabelle zur Maß- und GewtchtS- vergletchung in den deutschen und außerdeutschen Staaten. — Verhältnißzahlen. — Kurze Notizen über die Einheitsmaße im Holzhandels-Verkehr zur See. — Preis- oergleichungs-Tabelle zwischen dem rheinischen Cubikfuß und Cubikmeter. — Preis- vergleichungs-Tabelle zwischen dem Cubikmeter und dem Quadratmeter (Bretter). — Pretsoergleichungs-Tabelle zwischen Fuß (rhein ) und lauf. Meter; Ruthen und lauf Meter und HiRuthen und lauf. Meter. — Preisvergleichungs-Tabelle zwischen dem Quadratfuß und Quadratmeter. — Preisoergleichungs-Tabelle zwischen dem Schock und dem lauf. Mtter; Bretter, Latten rc. — Tabelle zur Ablesung des Cubik-Jnhaltes eines Schock rc
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Rahmer, Physiologie, broschiert M.5.— gebunden M. 6.—
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Roßmühler-Engel, Die Geschichte de;
Erde, 4. Aufl., br. M. 6, gcb.M.7.
Rotzmäßler, Die vier Jahrrszeile»
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Claras Sterne, Die allgem. Weltanschauung, br. M. 6., geb. M. 7.50.
Klein, Allgem. Himmelökunde, 2. Aufl.
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Hetz, Prof. Dr. W., Spezielle Zoologie, Bd. I., br. M. 4., geb. M. 5.
Ledebur, Die Metalle, br. M. 3.50, geb. M. 4.50.
Clarus, Die ratirnelle tzrnährung, d. SO Pf. 122
Hübner, A. G., PflanzenatlaS, 6. Ausi., neue Auso, karr. M. 4.50.
von Mertens u. Äcmmler, Flora von Württemberg und Hohenzollern, Band I u. II., drosch. M. 10.50.


