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* Wetzlar, 4. Februar. Ein bedauerlicher Unglücksfall hat sich gestern Abend auf der Grube „Juno" bei Nauborn zugetragen. Der Fuhrmann David Spring von hier war daselbst mit dem Ausladen von Eisenstein beschäftigt, als sich eine beträchtliche Masse des Gesteins loslöste und auf den Arbeitenden nieder stürzte. Spring erlitt hierbei so starke Bruchverletzungen am rechten Bein, daß er in die Gießener Klinik verbracht werden mußte.
* Kassel, 1. Februar. Das häßliche Wort „Deficit" macht den Garantiezeichnern der vorjährigen Ausstellung, dieses vielbewunderten Schmuckkästchens, viel zu schassen. Die Garantiezeichner müssen 60 Procent ihrer Zeichnungen zahlen. Ein unangenehmes Nachspiel der schönen Ausstellung, welche seinerzeit auch der Schah bewundert hat.
* Berlin. Mehr denn 70 Selbstmörder beiderlei Geschlechts, darunter sogar inehrere Knaben im schulpflichtigen Alter, sind im Monat Januar in das königliche Leichenschau- Haus eingeliefert worden. Diese Ziffer soll in dem gleichen Zeiträume bisher noch nie erreicht worden sein. Die weitaus größere Zahl der Selbstmörder ist durch Erwerbslosigkeit in den Tod getrieben worden.
* lieber eine unerhörte Futternoth in Galizien berichtet die „Hippologische Revue" nach polnischen Blättern, daß bis jetzt schon etwa 100 000 Pferde verhungert seien. Die zahlreich an den Landtag und an die Behörden eingegangenen Petitionen entrollen ein erschreckendes Bild. Von 89 Kreisen haben 48 eine sehr schlechte, 18 gar keine Ernte in Futterstoffen gemacht. Nicht viel besser ist in vielen Kreisen die Getreide-Ernte ausgefallen, sodaß die Behörden einen Credit von 6 Millionen Gulden verlangen, um Brotkorn und Saatfrucht zu beschaffen. In den Bauernhütten ist das Schwarz-
brod eine schwer zu erschwingende Dclicateffc geworden, mau hat nur Kartoffeln; selbst das elende Haserbrod, das man in der Tatra zu essen bekommt, gilt als ein Leckerbissen, den man sich nur Sonntags gönnen darf. Für die Menschen wurde bisher so gut wie möglich durch Zufuhr von Brodkorn gesorgt, für das Vieh Futter herbeizuschaffen, reichen die Mittel nicht aus- es ist auch nicht zu haben. Die Bauern schlagen nun ihre Pferde entweder todt oder jagen sie in den Wald, wo sie dem Hunger bald erliegen. Ein Bauernpferd ist für 2 Gulden zu haben, eine Ausfuhr dieser verkümmerten Thiere lohnt sich bei den hohen Bahntarifen nicht. In einzelnen Kreisen liegen die Pferdeleichen haufenweise auf den Straßen - im Kreise Kolbuszow wurden bis jetzt 1500, im Kreise Nisko 2500 Pserde theils erschlagen, theils sind sie von selbst verendet. In der Gegend von Wadowice kaufte ein Fischzüchter 1500 Pserde, um sie zur Fütterung der Fische zu verwenden. Im Kreise Dambrowa liegen aus einer Wiese 400 theils erschlagene, theils verhungerte Pferde. Im Kreise Biala, dicht an der schlesischen Grenze, soll es nicht viel besser sein. Im Kreise Lemberg verwendet ein Gutsbesitzer, zugleich Neichstagsabgeordneter, alljährlich die Ueberrefte von 120 Pterden, um Compost daraus zu machen - derselbe kaufte im vorigen Jahre aus den ihm nächstgelegenen Ortschaften 525 ausgehungerte Pferde zum Preise von 30 Kreuzern das Stück; angeboten wurden ihm zu diesem Preise nicht weniger als 1500 Stück. Nachdem in dieser Weise unter den Pferden aufgeräumt worden, geht man jetzt dazu über, auch die'Kühe zu tobten; Milch und Butter kosten in Lemberg jetzt schon 50pCt. mehr als in Wien, und wenn nicht bald Hülse kommt, ist zum Frühjahr vom ganzen Melkvieh wenig mehr übrig.
llittoerfitäts • Nachrichten.
- Nach der neuesten Übersicht über die Lehrer und Beamten der dem Kultusministerium unterstellten Anstalten sind am Berliner Seminar für orientalische Sprachen thätig: Als commiffar- ischer Director: Prof. Dr. Ed. Sachau, als commiffarischer Bibliothekar und Secretär: Dr. Moritz, als Lehrer des Chinesischen: Pros. C. Arendt, Kult Lin und Pan Fei Shing, als Lehrer des Japanischen: Pros. Dr. Rudolf Lange, als Leclor des Japanischen: Dr. Tetzujtro Jnouyö, als Lehrer des Arabischen: Prof. Dr. M. Hartmann, als Lectoren des Arabischen: Scheikh Hasan Taufik und Amin Myarbes, als Lector des Türkischen: I. I. Mauissadjian, als Lehrer des Suaheli: Mtssionsinspector Dr. E. G. Büttner, als Lector des Suaheli: Sleman Bin Said und als Lector des Persischen und Hindustani: Djami Chan Ghori.
Lingesan-t.
Gießen, 4. Februar 1890.
Einsender dieses war heute Nachmittag Zeuge, wie ein Fuhrmann in der Frankfurterstratze vor dem „Russischen Hofe" seine beiden vor einen mit Steinen schwer beladenen Wagen gespannten Pferde auf das Grausamste mißhandelte.
Es wäre im Interesse des Thierschutzes dringend wünschenswert, wenn die Polizei-Verwaltung die untere Frankfurterstraße durch Schutzmänner möglichst oft begehen lassen wollte, damit den sich dort fast täglich abspielenden ©einen der Thierquälereien mit Wirksamkeit entgeaenaetreten werden könnte.________________K.
Schiffrinachrichten.
Der Postdampfer „Waesland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 2. Februar wohlbehalten in Newyork anaekommen.
Kirchliche Antigen der evangelischen Gemeinde.
Bibelstunde heute Mittwochden 5.Februar, Abends 8Uhr, in der Kleinkinderschule, Offenbarung Joh. Cap- 2, von Vers 1 an, Sendschreiben des Herrn für die Gemeinde zu Ephesus. Pfarrer Dr. Naumann.
IatzSverpachtlmg.
Mittwoch den 12. Februar
L I, Nachmittags 1 Uhr, soll die hiesige Gemeinde-Wald- und Feldjagd aus hiesigem Rathhause aus weitere sechs Jahre verpachtet werden.
Bemerkt wird, daß die Wald- und Feldjagd in 25 Minuten vom Bahn- Hos Hungen (Oberheff. Eisenbahn) zu erreichen ist.
Langd, den 1. Februar 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Langd. ________Ronthaler._____989 Iagdverpachtung
Montag den 17. Februar l. I, Nachmittags 2 Uhr, soll aus dem Bureau des Unterzeichneten die hiesige Gemeinde-Jagd auf weitere sechs Jahre verpachtet werden.
Lindenstruth, 2. Februar 1890. Großh. Bürgermeisterei Lindenstruth. __________Krug.________994 Jagd-Verpachtung.
Mittwoch den 12. Februar
L I., Nachmittags 1 Uhr, soll die hiesige Gemeinde-Jagd aus weitere sechs Jahre aus dem Rathhause öffentlich verpachtet werden.
Climbach, am 31. Januar 1890.
Großh. Bürgermeisterei Climbach.
Stein. 953
IllgiwerpachluW
der Stadt Mendorf a.d. Lumda.
Mittwoch den 12. Februar l. I., Vormittags um 11 Uhr, soll die hiesige Gemeindejagd in zwei Ab- theilungen aus weitere sechs Jahre aus hiesigem Rathhaus öffentlich verpachtet werden.
Die Bedingungen werden in dem Versteigerungstermine bekannt gemacht.
Allendors a. d. Lumda, am 30. Januar 1890. [952
__Rein, Beigeordneter.
Zagdvcrpachtung.'
Montag den 10. Februar d. I., Nachmittags 1 Uhr, soll die hiesige Gemeindejagd auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier auf weitere 6 Jahre verpachtet werden-
Allendors a/Lahn, 28. Jan. 1890. Gr. Bürgermeisterei Allendors a/Lahn.
___Volk._________871
Montag den 10. Februar,
Nachmittags 2 Uhr, sollen im Hanse des Herrn Metzger Hehler, Marktplatz 19, die zum Nachlaß der Frau Hebamme Charl. Loos gehörigen Gegenstände: Kleiderschrank. Commode, Tische. Stühle, Sopha, Spiegel, Küchenschrank mit GlaS- arrssatz, Bettstellen mit und ohne Sprnngsedereinlagen, sehr gute Federbetten und Weißzeug, sehr schöne, meist sehr gut erhaltene Krauenkleider und yrauenwüsche, KüchengerLth, ein schöner Schreib- secretür und andere Gegenstände versteigert werden-
Gießen, 4. Februar 1890. [1016
In Auftrag:
13» Rothenberger, Gerichts Taxator.
Holzversteigerung.
Freitag den 7.Februar d. I., wird in hiesigem Gemeindewald folgendes Nadelholz versteigert:
15 Stämme von 15 bis 35 Ctm. Durchmesser und 7 bis 11 Mtr. Länge,
431 Rm. Knüppel (hierunter 78 Rm. von 3 Mtr. Länge),
48 Rm. Stöcke, 4360 Wellen.
Die Zusammenkunft ist Vormittags 9 Uhr am Pflanzgarten.
Großen-Linden, 27. Januar 1890 Gr. Bürgermeisterei Großen-Linden. ___________Leun._________872 Holz-Versteigerung in der Königlichen Ober
försterei Krofdorf.
Donnerstag den 13. Februar er., Vormittags 10 Uhr, bei Wirtb Roth zur „Schönen Aussicht" bei Wetzlar. Schutzbezirk Stoppelberg, Distrikt 90, Schlag VIII. Eichenr v8 Stämme (darunter starke Schneidstämme) II-, III. und IV. Kl. mit 69,21 fm c. I., 21 rm Scheit, 6 rm Knüppel, 182 rm Reiser, sichten r 137 Stämme III. und IV. Kl. mit 44,56 fm c- I-, 55 Stück Stangen L, 81 II., 16 III. und 20 Reiserholzslangen IV. Kl-, 2 rm Knüppel.
Distrikt 99 Schlag XIII Weichholz r 316 rm Reiser II. Kl Nadelholz: 53 Stämme III und IV. Kl. mit 10,85 fm c. 1, 48 Stück Stangen 1-, 24 II und 8 Siück HI. Kl, 1 rm Knüppel
District Totalität 88 Schlag IV., 90 Schlag VIII. 91 SMlag XIII. u. XV., 93 Schlag XIX. rr. 94 Schlag XVIII. Eichen: 39 Stämme (darunter starke Schnetdstämme) H., HI. und IV. Kl. mit 17,20 fm c. 1,7 rrn Scheit, 6 rm Knüppel, 48 rm Reiser. Nadelholz r 33 Stämme ; V. Kl. mit 7,96 fm c 1, 14 Stangen I und 18 III- Kl, 0,10 Hundert Stangen V. Kl
Krofdorf, den 4. Februar 1890.
Der Königliche Oberförster: 1050 Müller.
Nutzholz Versteigerung.
Dien-tag den 11. Februar er., Vormittags 10 Uhr anfangend, soll im hiesigen Gemeindewald in den Districten Klöppelstrauch, Bannhardt und Giffelschlag folgendes Holz öffentlich meistbietend versteigert werden: 1) 70 Eichen - Stämme, zusammen 80,23 Festm. haltend, darrunter Stämme bis 12 Mtr. Länge und 85 Cmtr Durch- meffer,
2) 6 Rmtr. Eichen-Nutzholz-Scheit
(Küserholz) und
3) 262 Nadel - Stämme, zusammen 51,87 Festm. haltend, von 7 bis 12 Mtr. Länge und 23 Cmtr. Durchmeffer.
Die Zusammenkunft ist um die genannte Stunde bei der Dickeiche in der Wellerstraße.
Waldgirmes, den 3. Febr. 1890.
Der Bürgermeister: 1047 Bernhardt.
Trockenes Brennholz
bei [817] Zimmermeister Pttz.
Versteigerung.
Donnerstag den 6 Februar, von 9 Uhr Morgens ab, [1011 wird Ecke der Löwengaffe und Bahnhofstraße eine große Parthie alte- Bauholz (für Schreiner), Brennholz und Treppen, tenster und Thüren, alter ehm (zu Dünger geeignet, kann zu jeder Tageszeit geladen werden), meistbietend versteigert.________________
Freilag den 7. Februar,
Morgens 9 Uhr, werden Bahnhofstraße Nr. 1 am ehemals Möhl 'schen Hause Treppen. Fenster, Thüren und Brennholz meistbietend versteigert. (1066
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SamStag „ 8. ,, „
jedesmal Vormittags von 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 6 Uhr.
Die Einleger zur Sparkaffe und Pfennig-Sparkaffe werden ersucht, an diesen Tagen den Umtausch vorzunehmen.
Gießen am 4. Februar 1890.
Der Rechner der Spar- und Leihkaffe Gießen.
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