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Fortsetzung der Versteigerung

des Nachlasses von Herrn Buchdruckereibesitzer Pietsch, Nahrrmgsberg 8 Mittwoch den S. November, Nachmittags von 2 Uhr an:

1 Nähtischchen, 1 vollständiges Bett, 1 Console, 1 Stellleiter, Petroleumherd, großer Tabakskasten, 1 runder Tisch, 1 Tivoli, Bücherreale, Bücher (dabei Shakespeare), Weißzeug, Haushaltungssachen, 2 Bütten, 1 Grasmaschine u. s. w.

Voraussichtlich Schluß der Versteigerung.

Im vormundschaftl. Auftrag:

LouiS Rothenberger, Gerichtstaxator.

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Bekanntmachung.

SamStag den 8. November 1890, Nachmittags 2 Uhr, sollen vier Bauplätze der Stadt zwei an der Licher- und zwei an der Wolf­straße gelegen unter den im Ter­mine bekannt gegeben werdenden Be­dingungen an Ort und Stelle ver« steigert werden.

Gießen, 29. October 1890.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth. 91911

Mittwoch, 5. Novbr. I. I ,

Nachmittags 2 Uhr,

werden imAdler" dahier gegen Baar-' Zahlung versteigert:

Sophas, Kommoden, Kleiderschränke, Tische, Bilder, 1 vollst. Bett. 1 Näh­maschine, 1 Verticow, 1 Secretär, 1 nußb. Kleiderschrank, 1 Eisschrank, 1 Wiege mit Klotz 1 Ladentheke, 2 Hobelbänke mit Werkzeug, 2 Pferde, | 1 Kuh u. a m. |

Geißler, 9219 Gerichtsvollzieher.

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Gebrüder Mayer in Güßen.

Mittwoch den 5. November.

(Siebener Anzeiger.

Beilage zu Nr. 258. - isvo.

Feuilleton.

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Die Kunstfertigkeiten des Dilettanten.

Von Josef Bergmeister.

Schon die Ueberschrist verräth, daß es sich hier nicht so sehr um wirkliche Kunsterzeugnisse, sondern vielmehr nm solche Arbeiten handelt, die Jedermann, nm seine Freistunden an­genehm auszusütlen, je nach Veranlagung mit mehr oder weniger Geschick auszüführen vermag.

Kunstdilettanten hat es immer gegeben, doch cs gab auch eine Zeit und sie gehört noch nicht zur längst entschwundenen zu welcher außer der Berussbeschäftigung jede andere als nutzloser Tand verpönt war, und der sich mit solchem Be- sassendc mit einem nichts weniger als schmeichelhaften Namen belegt wurde. Dank des in den letzten Jahrzehnten in er­freulicher Zunahme begriffenen Interesses für häusliche Kunst­beschäftigungen haben sich diese Anschauungen geändert.

Es würde -zu weit führen, diesen sich allmählich ent­wickelnden Fortschritt vom Beginn bis heute zu besprechen und zu erörtern, in welcher Weise sich die Dilettantenarbeiten in Deutschland gegen Ende der sechziger Jahre einbürgerten und von da aus besonders nach Italien, Frankreich, England und Amerika rasch verbreiteten und dort noch eifriger als im Mutterlande betrieben werden.

Jnsgesammt gibt es zweierlei Dilettanten, nämlich solche, die es mit ihren Arbeiten sehr ernst nehmen und sie bis aus eine gewisse Kunststufe zu bringen trachten, und wieder andere, welche sich unbekümmert um die Kunst nur angenehm zu be­schäftigen suchen und jedenfalls die Mehrheit bilden.

Bei allen aber wird der, vielleicht von Vielen nicht ein­mal beabsichtigte Zweck erreicht, den Sinn für das Schöne zu veredeln, in weiten Kreisen zu verbreiten und das Familien­leben recht angenehm zu gestalten.

Da diese Arbeiten ein weites Gebiet umfassen und jeder Stellung und Neigung entsprechend gewählt werden können,

Landwirthschaftliche Umschau, Winke und Rathschläge.

A AuS Oberhessen, Anfang November.

Immer tiefer sinkt die Sonne; die Tage sind^bereits so kurz, daß es bet nebeligem Wetter erst um 7 Uhr früh Tag und um 5 Ubr Nachmittntzs dunkel wird. Von den 24 Tagesstunden fallen also bereits 14 der Dunkelheit anheim und nur noch 10 Stunden können ohne künstliches Licht der Arbeit gewidmet werden. Dies ist der Grund, weshalb manche Bauern jetzt nur noch eine Tagesschicht, statt deren zwei an längeren Tagen, zu machen pflegen. Es lohnt sich nicht mehr, von 7 vitz 12 und von 1 bis 5 auf den Acker zu fahren, weil bet dem zweimaligen Aus-und HUmf^hren zu viel ZUt verloren geht. Man bleibt daher besser über Mittag und richtet mit der einen langen Schicht mehr aus, als mit zwei kurzen.

Die F lder sind nun nahezu geräumt. Außer Zuckerrüben und weißen Rüben sind vielleicht nur noch die Korbweiden draußen. Die Bauernregel lagt für das gegenwärtige Stadium:

Es bringt der Bauer um Simon Jüd'

Das L'tzte in Keller, Hof und Hütt'."

(29. October: Simon Juda.)

Aber die Herbstsaatbeftellung erfordert immer noch alle Hand- und Spannkläste, besonders da, wo Zuckerrüben gebaut, diese aber noch nicht ausgemacht und gelitfrrt sind. Es macht sich gegenwärtig wieder sehr deutlich kenntlich, daß der nasse August das Stürzen der Stoppeln verhinderte. Wo keine Zuckerrüben gebaut weiden, sind die Winter- getreidearten fast alle unter. Beim Korn war das Keimen und Auf­gehen etwas unregelmäßig, wegen der großen Trockenheit. Inzwischen hat sich diese Halmfrucht sehr schön bestockt und die Saatkörner, welche noch nicht gekeimt hatten, sind alle aufgegangen. Von einer Unreaelmäßigk.it wird deshalb nicht mehr geredet werden können, well sich der Unterschied in den Pflänzchen schnell ausgleicht. Der Weizen stellt sich meistens gut. Fatal wäre es für diejenigen, die noch Rüben stecken baden, wenn es frühzeitig einwintern würde, wie es im November 1888, geschah, wo plötzlich 5 bis 6 Grad Kälte aus­traten und die Rüben mit Spitzhaue, Axt und Karst aus dem Boden gebrochen werden mußten.

Arbeitsvergcbung.

9180] Samstag den 8. November, Vormittags um 1" Uhr, sollen imGast­haus zum Berliner Hof" zu Wohnbach die bei dem Neubau eimes SchulhauseS

49

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90

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Lieferung

850

I. A.:

1477 3560

1165 210 656

763 2718

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50

1360 -

4320

980 -

40

222 und Be-

Maurerarbeit Steinhauerarbeit Zimmerarbeit Bachdeckerarbeit Schreiuerarbelt Schlosserarbett Schmiedearbeit Eisenlieferung Glaserarbeit Weißbinderarbeit Spevglerarbeit

Mk. Pf.

640 70

3778 40

2602 40

5475 30

vorkommenden Arbeiten und Lieferungen öffentlich durch mündliches Gebot in Accord

gegeben werden:

Erdarbeit laut Kostenüberschlag

., Mainsteinplatten

Zeichnungen, Voranschlag dingungen liegen auf den Büreaus der Großh. Bürgermeisterei Wobnbach und des Unterzeichneten von Montag den 3. k. M- zur Einsicht offen-

Butzbach, den 31. October 1895.

von Mauersteinen Russensteinen Schwarz- und Weißkalk

Schlacken und Grubensand

u Cement

Metzger, Bezirksbauaufseher.

9145] Circa 350 leere Cigarre«- Kistchen billigst abzugeben bei

Jean Häuser, Mäusburg 1.

so kann die Wahl um so weniger schwierig sein, weil oft nur solche Vorkenntnisse erfordert werden, welche Jeder ohne­hin schon hat oder doch bei einigem guten Willen in kurzer Zeit zu erwerben sind.

Besserer Uebersichtlichkeit wegen können diese Beschäftig­ungen in drei Gruppen eingereicht werden. Zur ersten ge­hören jene Arbeiten, bei welchen die Malerei und mit dieser verwandte Fächer vorherrschen, und zwar die Holzmalerei, das Malen auf Pergament, Leder, Geweben, Glas und Stein, die Mojolika- und Porzellanmalerei, die Photo- und Lithochromie, Radir- und Aetzarbeiten auf Glas, Metall re.

Zur zweiten Gruppe zählen jene Arbeiten, bei welchen das Material als solches vorherrscht, nämlich die Laubsägerei in Holz, Bein, Metall u. s. w., die Einlegearbeit, die Holz­schnitzerei, Metall-Filigranarbeiten, die Lederplastik, die Drechslerei, die Papparbeit, das Modelliren in Wachs, Thon, Gyps u. s. w.

Die dritte Gruppe endlich umfaßt alle anderen und kleineren Arbeiten, zu welchen verschiedenes Material ver­wendet wird und die von untergeordneter Art sind: Pressen und Trocknen von Pflanzen, Kunstblumen aus Papier, Leder und Federn, Phantasiearbeiten aus Naturproducten, Haar­arbeiten, die Korkplastik, Nagelarbeiten u. s. w.

Und nun einige Andeutungen über die zur Ausführung dankbarsten Arbeiten, bei welchen auf den Kostenpunkt ein besonderes Augenmerk gerichtet wird, damit derselbe nicht den Werth der Leistungen übersteigt.

Die Malerei, welche von jeher eine Lieblingsbeschäftigung aller Stände und Altersklassen ist und sich besonders bei der Frauenwelt der eifrigsten Pflege erfreut, begreift so viele Techniken in sich, daß aus diesem Gebiete säst Jedermann bei richtiger Wahl Befriedigendes zu leisten vermag.

Bezüglich der leichteren Ausführung ist besonders die Holzmalerei zur Nachahmung von Einlegearbeiten (Intarsia) zu empfehlen, bei welcher nur Aquarellfarben zur Verwendung kommen. Die gewöhnlich aus geometrischen Figuren oder

Man kann dem Bauer um diese Zeit nur ratben. die Gesparne stets fleißig zu gebrauchen; er darf dem Ackerboden niemals Ruhe lassen. Ganz gewiß hat Jeder noch da oder dort einen sMir, der noch einmal gezackert-werden sollte, a'-so herum mit ihm. So lange der Boden nicht fest gefroren und mir fußhoher Schnee­decke etngehüllt ist, gibt es Arbeit: Mist- und Pfuhffahren, Obst- bäume reinigen und eindinden, nach den Wiesen und deren Ad- und Zuleitung^gräben sehen usw. An denjenigen Orten, wo man noch Gespinstpflanzen, insbesondere Hanf, zieht, kommt jetzt das Brechen und Hecheln des Hanfes.

Auf einen anderen Punkt von besonderer Wichtigkeit möchte ich aber jetzt schon die Aufmerksamkeit des Bauers lenken und zwar deshalb, weck zwar Viele daran denken, die S-che aber aus Bequem­lichkeit verzögern und verplempern, nämlich: auf Bereitstellung und den Wechsel des Saatgutes. Man hör: eft sagen: Ich weiß nicht, der Acker will die Kartoffel oder die Kartoffel will den Acker nicht mehr. Bei den Halmfrüchten geht es gerade so. Was ist daran schuld? Es wird doch richtig gedüngt, geackert und gepflügt l In fast allen Fällen liegt es am Saa.'gute. Tie großen Oeconom n wissen das schon lange, sie lassen es sich ein schönes Stuck Geld kosten, um gute Sorten Setzkartoffeln und Saatgetreideartcn von weit herbei zu billigen. Hier gilt es aber um den lleinen Bauer, dem solche bideutende Betriebscapitalien nicht zur Verfügung stehen, der langsamer d.nkt und schwerer für das neue Gute heranzukriegen ist. Er kann sich aber die Vortheile des Großöconomen verschaffen und darüber sollen demnächst auch Winke und Rathschläge erfolgen; beute gilt es, darauf hinzuweisen, daß es ost schon genügt, wenn sich der Kleinbauer Saatkartoffeln und Sägetreide in der nächsten oder übernächsten Gemarkung ümtauscht.

Jeder Bamr hat einen Vetter, Bruder, Gcvattermar.n oder Schwager in seiner Umgegend. Wenn er also mit diesem Gleich gegen Gleich tauscht, so hat er nur die Mühe des Hin- und Her­fahrens und diese Mühe lohnt sich zehn- und mehrfach und der Voithetl ist auf beiden Seiten, denn Jeder gewinnt. Es ist ganz frappant, wie der Wechsel des Saatgutes günstig wirkt. Man denke daher bei Zeiten daran, nicht wenn es auf dem Nagel brennt, denn

einfachen Ornamenten bestehenden Flachmuster werden aus die präparirte Helle Holzfläche übertragen und mit den nach­zuahmenden Holzarten entsprechenden Farben lasirend an­gelegt, so daß noch die Textur des Holzes zur Geltung kommt. Die echte Einlegearbeiten characterisirenden Säge­fugen sind mit einer Ausziehfeder als scharf abgrcnzende Linien in Schwarz oder Braun einzuzeichncn. Die fertige Malerei erhält schließlich einen Lacküberzug oder Glanzpolitur. Durch theilweise Verwendung von Bronce und Deckfarbe .können auch eingelegte Metall- und Elfenbeintheile dargestellt werden.

Bekannterweise eignen sich Holzflächen auch für andere Matweisen als Untergrund, von welchen nur noch zwei der leichten Ausführung wegen erwähnt werden sollen- es sind dies die Spritzmalerei und Holzbrandtechnik.

Bei ersterer, welche, nebenbei bemerkt, auch aus Gewebe, Glas, Stein und Metall Anwendung findet, wird die zu ver­zierende lichte Fläche in hübscher Gruppirung mit verschiedenen kleinen und zartgefiederten Pflanzentheilen, oft auch mit aus Papier geschnittenen Ornamenten belegt und danir mit einer dunklen Farbe übersprüht, wobei man sich eines Bürstchens und engmaschigen Gitters bedient- nach dem Entfernen der Auflage werden sich die von ihr bedeckt gewesenen Stellen vom dunklen Grunde scharf und hell abheben- Schattirungen und Blattrippen sind nachträglich aus freier Hand einzu­zeichnen. Schließlich wird auch diese Malerei lackirt oder polirt.

Zur Holzbrandtechnik wird, da das Arbeiten mit ge­wöhnlichen Metallstiftcn, welche im Feuer glühend gemacht werden müssen, zu unsicher ist, ein Apparat erfordert, dessen Anschaffungskosten sich ziemlich hoch belaufen. Der Preis eines einfachen, kleinen Apparates ist 20 Mk. Zur Aus­führung eignen sich ornamentale, landschaftliche und figürliche Darstellungen in Feder- und Kreidemanicr.

(Schluß folgt.)

bann wird die Sache meistens überhastet ober ganz unterlassen und um dieses zu verhüten, wird in dieser Zeitung schon jetzt darauf aufmerksam gemacht.

statt Oel oder Pomade Retters unübertroffenes Haarwasser (staatlich geprüft und begutachtet), um 40 JL 1.10 bet I. H. Fuhr, Sonnenstr. 25, Gießen. [703 d

Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Mittwoch den 5. November: Vorstellung bet eru äßigten Preisen. Der arme Jonathan. Puppenfee. Außer Abonnement.

Donnerstag den 6. November: Walküre. Gewöhnliche Preise.

Freitag den 7. November geschlossen.

Samstag den 8. November: Die Fürstin von Athen. Hierauf: Loreley. Große Preise.

Sonntag den 9. November: Rteuzi. Große Preise.

Montag den 10. November: Zum ersten Male: Page Fritz Operette in 3 Acten von A. Straß und M. Weinzierl. Kleine Preise.

Schauspielhaus.

Mittwoch den 5. November: Der seelige Touptuel. Ge­wöhnliche Preise.

Donnerstag den 6. November: Ehre. Gewöhnliche Preise. Außer Abonnement.

Freitag den 6. November: Der seelige Toupinel. Gewöhn­liche Preise.

Samstag den 8.November: Unsere Freunde. Gewöhnliche Preise.

Sonntag den 9. November, Nachmittags 3Va Uhr: Jilc Corpora!. Kleine Preise. Abends 7 Uhr: Die Haubenlerche. Gewöhnliche Preise.

Montag den 10. November: Zu Schillers Geburtstag. Kabale und Liebe. Gewöhnliche Preise.