unb Leickttakeit iu ertragen. Können das die Kinder eines durch Branntwein verdorbenen Bauernstandes? Nie und nimmer.
"Thatsache ist, daß im Durchschnitt der mittlere, nicht der kleine Bauer, sich während der Erntezeit ein Fäßchen Branntwein aufleflt.
dies ihm jedoch zu verdenken, wenn man berücksichtigt, daß er immerwährend jeden Trunk im Wirthshause holen mutzte wenn er nicht auf diese einfachere Weise den bei schwerer Arbeit nothtgen Trank sich schon des Kostenpunktes halber in seinem eigenen
alfo auch hierin kein Lasier und ist dieses V-rsahren durchaus nicht aus Neigung zur Trunksucht entsprungen.
Würde in jenen Gegenden die Weintraube gedeihen, dann würde ganz gewih der Verbrauch des Branntweins geringer sein und würde sich der Bauer, ähnlich wie der in den Rheinlanden, ein Faß Wein in den Keller legen. Wie man mir nun bestimmt versichert, soll es bisweilen auch dort sich ereignen, daß sich Einer oder der Andere übernimmt an dem letztgenannten Getränke. Sogar dem Biere macht man den berechtigten Vorwurf, daß es von vielen Menschen zu sehr geliebt wird und nun soll es allein der Branns wein und wiederum des Vogelsberges Bewohner "ur sein, der s ch vor allen andern deutschen Völkerstämmen, nach Ansicht des Herrn Pfarrers, durch Neigung zur Trunksucht hervorragend auszeichnet
Die reine Unwahrheit ist es, wenn der Verfasser des Brannt- weinarttkels in den „Grenzboten"chehauptet, datzes etwaSAlltagliches sei, daß sich dem Äuge des Beobachters vom Branntwein trunkene Weiber darböten. Wenn dies an einzelnen Plätzen ^"sesunden hat so ist das noch lange nicht typisch für den Voge sberg und der Herr Pfarrer hat kein Recht dazu, dec gesammten weiblichen Bevölkerung einen solch schweren Vorwurf zu machen und es ist im höchsten Grade empörend, daß er der ganzen Bevölkerung» des DogelSbergeS den Stempel der Trunksucht aufdruckt, wenn es bei einer: Metzelsuppe passirt ist, daß Mann, Frau und Bruder den schnaps in ungeheurer Menge aus einer Gießkanne zu sich nahmen.
Ferner weise ich darauf hrn mit grotztem Rechte, daß der religiöse Sinn und die Achtung vor dem Marrherrn noch nicht allgemein so erstorben ist, daß die Seelsorger in Aengsten leben mußten, todtgeschlagen zu werden, wenn es nöthtg ist, die rhnen anvertraute Gemens hUer Hur Pfarrer in den „Grenzboten" über des Vogelsberges Bewohner gebracht hat, ist vollständig unzutreffend. Mit vereinzelten Fällen will er Beweise liefern, die für die Gesammtbevolkerung gültig sein sollen. Man sägt doch einen Baum nicht an der Warze ab, wenn ein paar dürre Aeste ihn verunzieren, Indern man scheidet die unbrauchbaren Aeste aus und sieht, was dann noch übrig bleibt Ich rathe dem Herrn Pfarrer, sich den übrigen Vogelsberg, außer seiner Pfarrei, anzusehen, dann wieder ein Cutturbild zu entwerfen. Die Liebe zur Wahrheit, die wir bei einem Geistlichen voraussetzen dürfen, wird ihm ein günstigeres Urtheil abnothigen. w*
verkehr, Land- and olk-wirthscha-L
©leftetu 3. Juni. (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butterpr. Pfd. X
1 St. ,2 St. 9—11 Enteneier 1 St. 5—6 2 GL
Gänseeier 10— Käse pr- St. 5—6L, Käsematte pr. St. 3 SrMtit M ßiter 18 4, Linsen vr. Liter 30 i, Tauben pr- Paar u n go 0 90 Hühner pr. Stück X 1,30—IchO, Hahnen St-
1 150-1 80 Enten pr. Stück X 2,00-2,30, Gänse pr. Pfd 50—60 tii, 'Ochsenfleisch pr. Pfd 68—72 ^h'^^?iindfleisch 65»—62 A Schweinefleisch 60—70 Hammelfleisch b6—68^, Kalb- fldfth 52-^-60 «A Kartoffeln pr. 100 Kilo X 3,30—3,80, vr St. 6-8 X SeSVer Centner X 17,50-00,00, Milch per ßiter 12—18 ^ Kirschen per Pfd- 40-50
AM-botn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 2. Juni. Aui den heutigen^ hiesigen Markt wurden gebracht: 291 Ochsen, Sü e unb Är unb 832 ®er nächste Markt ist am
Montag den 30. Juni l. I., zugleich Wollmarkt.
- In das Musterschutzregister wurde einge'ragen: Nr. 110.
©amaft in Gießen, em verschlossenes Packet, enthaltend Moarrenktstchen-Ausstattungen mit Geschäftsnummern 8571 bis 8574, SffiWw 8820 bis 8831, 8949 bis 8956 §l8d>enetjeußniffe, Schutzsrist brei Jahr-, angemelbet am 9. Mai 1890, Vormittags 93/4 Uhr.
o Aus der Wetterau, 1. Juni. Mit dankenswerthem Eifer wird von Seiten unserer Verwattungsbehorde das Uebec- Handnehmen der Herbstzeitlose bekämpft. Elsass«- wegen Bekämpfung und schriftliche Belehrungen durch die Blatter sind sich gefolgt. ^Es ist auch gut, daß dieser schädlichen Pflanze energisch entgegen getreten wird, denn die Wiesen sahen zu Anfang vorigen Monats, als die übrigen Gräser noch klein waren, mitunter wie ^wiebeläcker aus. Es soll aber hier noch auf etwas aufmerksam gemacht werden, was vielsach unbeachtet bleibt, aber dem WeUer- verbreiten Vorschub leistet. Viele Landwirthe bringen die s. g. Heublumen und den Heustaub als Dung auf die Wiesen und sie chun recht daran. In diesen Heuabfällen befinden sich ab^ Tausende von Herbstzeitlose-Samenkörner, welche unverzüglich aufgehen. Was hilft darum alles Ausrupfen im Frühjahr und alles Abeggnr im Herbste, wenn der Samen immer wieder auf die Wiesen gebracht wird! Nichts. Solange die Ursache nicht beseitigt wird, kann von keiner Wirkung gesprochen werden. Aus dem oben angedeuteten Munde «kN-s M Eten,h-'ls, bah bas Rupfen be* Schäb- lings eigentlich noch gar keine Abnahme zeigt Dies wird auch so Äer gchen, bis die Ausbringung des Zeitlose-Samens verhindert wird. Man sei also vorsichtig mit den Heublumen, sonst wird ihr Nutzen durch ihren Schaden aufgehoben.
- Venl-pre-Su^t. Eine ebenso delicate wie einfach zu- zubereiiende Suppe ist die folgende: Junge Erbsen nebst in Stucke geschnittene Spargeln und grüne Bohnen werben in kochendem Wasser abgebrüht (blanchrrt), abtrocknen gelassen und in kräftiger Bouillon oder in einer Auflösung von Liebigs Flttschextractin Wasser vollends gar gekocht. Fünf Minrüen vor dem Anrichten gibt man Tapioca — einen Eßlöffel auf die Person daran.
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WöchenUiche Ueberficht der Todesfälle in Gießen.
22. Woche. Vom 25. Mai bis 31. Mai 1890.
' Einwohnerzahl: 20 500 (incl. 1600 Mann Militär).
Sterblichkeitsziffer: 12,7 a/oo.
Kinder
Es ftarben an: Stammen: Erwachsene: km 2.-1«:
Diphtherie 1 (!) ~ “ 1 2?
Lungenschwindsucht 1 1
Luftröhrenentzündung 1 — 1 J;
Gehirnerweichung 1 1
Kinderabzehrung________1________ZL.--------------
Summa: 5 (1) 2 2 1 (1)
Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betteffenden Krankheit auf von Auswärts nack Gießen gebrachte Kranke kommen _
Temperatur der Lahn und der Luft
am 3. Juni, Vormittags Mschen 11 und 12 Uhr: Wasser 12i/3, Luft 14 Gr.
Rübsamen.
Briefkasten.
O. in B. Wir wiederholen, daß wir die in Aussicht gestellte
Schilderung nicht verwenden können.
Holzgelderhebung.
Künftigen Douneritaa bett
8. ejutri b. 3.. von Vormittag» 9 bis Nachmittags 2 Uhr, soll die letzte diesjährige auswärtige Erhebung von Freiherrlich von Rabenau'schen Holzgeldern in der W-rthschaft des Herrn Ranft in Beuern statt- finden.
Londorf, 30. Mai 1890.
Der Rentmeister:
4726 ' Schmidt.
Bekanntmachung
wdcausstellung werden aus den » ' öffentlichen Submission vergeben werden:
ai?bura unbt ") Erdarbetteu .......oeransck
»nV- irtfirhirtnmftfliaßn ?.üaen b) Abfahren des Grundes ....
521,60 JL
veranschlagt zu
H
c) Maurerarbeiten . •
4807
Ocffcntliche Impfung
Lieferung
von
ii
320
100,00
land« Cement
1. Juli
ii
Eröffnungstermine:
Versteigerung.
4800
Bekanntmachung
4725)
4796
Ehr. Ernst Fay.
4821
4719
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158 cbm Sand
10 Tonnen Porb
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Mittwoch den 4. dS. MtS», Vormittags 10 Uhr, zu Gietzen i« Hofe des Herrn Spediteurs L y n k e r (Erlengaste Rr. 7) sollen durch de« Unterzeichneten gemlltz Art. 343 irnd 354 des H.-Ges.-B. r
2 Diertelftück (313 und 314 Liter) 1886er Niersteiner (Weitz-)Wein
4774] Ein Acker Klee bei der Drahtseilbahn zu verkaufen.
Kennel, Rregelpfad.
Stationen zu erfahren.
Hannover, den 29. Mai 1890.
Königliche Eisenbahn-Direction.
Versteigerung bestimmt.
Gießen, den 1. Juni 1890.
Engel, 4780 Gr. Gerichtsvollzieher.
420,00 ( 3815,60 ) 562,00
1172,88
2656,52
1641,09
1306,38
435,35
629,70
1412,79
160,00
200,00
1805,54
188,10
320,00
474,00
eisernen Balken .
171 Ctr. Schwarzkalk
Gießen, 31. Mai 1890.
Großh. Amtsgericht.
I. V.: - Landmann.
besteht:
1) Heinrich Rau III. von Wiesest, Director, /
2) Heinrich Lang von da, Rendant,
3) Johannes Deibel VI. von da, Stellvertreter des Directors,
4) Karl Kümmel von da,
5) Heinrich Römer II. von da.
Große Auswahl * ,
achter Schweizer Stickereien ohne Appret in Stücken von 4,20 Meter ju Fabrikpreisen btt 2?27 j. Haan |an.. Kreuzplah 10.
A. Oriinebaum,
Lind, enplatz 1.
d) Steinhauerarbeit e) Zimmerarbeit • f) Dachdeckerarbeit g) Schreinerarbeit .
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m) Chaussirarbeit n) °) P) q) r)
Schuhwaaren-Ausverkauf.
Wegen Wegzugs von hier verkaufe von heute ab meinen sämmtlichen Vorrath in
Zerren-, Damen-, Mädchen- und Kinder-Schuhen und Stiefeln u. dergk.
zum Kostenpreis. — Beste Gelegenheit geboten für Wiederverkäufer.
HergöüuW oon Muarbeitm.
Die nachstehenden, beim Neubau eiueS MolkereigebäudeS ru AlSfeld vorkommenden Arbeiten und Lieferungen sollen auf dem
*?__ , ■■er !<• y ... rnorhoTt •
Die Angebote sind schriftlich bis zum
Samstag den *7. Juni l. I., Nachmittag- 6 Uhr,
an den Unterzeichneten einzureichen und die Bedingungen auf dessen Bureau
„ Weibkalk.
Mittwoch den 4. Iwli L I.,
Nachmittags 2 Uhr,
versteigere ich im „Adler" dahier gegen Baarzahlung:
Sophas, Commoden, Kleiderschrame, Console, vollst. Beiten, Tische, Stühle, Spiegel, Bilder, Uhren, 1 Kleiderständer, 1 gr. Parthie Hutfedern und Blumen. 2 Buffets, 1 Fleischwiege mit Klotz, 1 Theke mit Waage, mehrere Wirthstische, 1 Pferd, 2 Kühe, 2 Hobelbänke, 1 Stoßkarren, eine Trompete u. a. m.
Die Versteigerung findet theilweise bestimmt statt.
Geißler,
4781 Gerichtsvollzieher in Gießen-
Möbel-Versteigerung.
Donnerstag, 6. 2««i, MchmAag- 2 Uhr, v-ch-ig-re ich w°g- zugshalber im Auftrag de» Herrn Ernst Doring. Liebigftrape SI. Möbel und andere Gegensiände, namentlich fehr schönen Glasschrank, fair äiite Sovbas, einen schöne» »«oben Tisch, Tisch« unb
Spiegel unb »ilber, »aschschränke, Nachttl^, »ett a«ll«n mit unb ohne Sprungfeder.E-nlag«n.»Wanbubr, Kückenaerätb, Frauen k leider, namentlich schone Regen- mänte” k* sodann «ine fast neu. Jauchepump«, eine gute Hobelbank u. a. Werkzeug, «inen ^^u Oleander
in «übel, Waschbütten, sowie 1 «tamm (9 Stuck) junge «g?"* "■* •-to “A.W.PbCTI.r, teW.
bk hksigen Einwohner zur Benutzung dieser Termine ein mit dem Bemerken, datz alle in demselben vorgenommenen Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will mutz auf eigene Kosten die Impfung vornehmen lasien. Kinder, deren ^urüststellung wegen Kränklichkeit beanlprucht wird, können m den Terminen gleichfalls dem Jmpfarzt vorgestellt werden.
Gießen, 30. Mai 1890. . .
Großherzogliche Bürgermeisterei Gietzen.
G n a u t h.
Zur Erleichterung des Besuchs der im Juni d. I. m Berlin statt- findenden ersten allgemeinen deutschen Pferdeaussiellung werden auf den dieffeitigen Stationen Cassel, Gießen, felb Bremen, Geestemünde, Verden, ------ .. >
am 11., 14. und 17. Juni d. I. zu allen fah^lanm^hlgen Zügen besondere Rückfahrkarten II. und III. Classe nach Berlin zu ermäßigten Preisen und mit einer um 4 Tage verlängerten Gültigkeitsdauer, sowi unter Gewährung von 25 kg. Freigepäck zur Verausgabung gelangen.
Alles Nähere ist bei den Fahrkarten-Ausgabestellen der obengenannten
1 Ederstrasse 4. Dienstag den 10. Juni, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Auftrag wegen Aufgabe des Haushalts: Möbel, Betten, Weißzeug, Küchevgeschirr rc-, namemlich sehr schönes Derticow, ovolen Tisch, Spiegel, Küchenschrank mit Glasaufsatz, Sopha, Bettstellen. Federbetten, Roßhaarmatratzen, Porzellan und Glassachen, schönes Mchmgeschirr rc- rc
In Auftrag: [4793
I. Rothenve ger, Ger -Taxator.
einzuschen.
Alsfeld, 29. Mai 1890.
I. A. der Molkereigenoffenschast:
Braun, Kreistechniker.
“»SJÄ z.m .. 3 „io. .
Ausbau des Weges von hier nach Münchholzhausen innerhalb der Gemarkung Hörnsheim und Lützellinden, veranschlagt zu 1800 resp. 5300 J1*, ist zu vergeben.
Forderungen sind sür jede Strecke gesondert, schriftlich, gehörig verschlossen und mit bezl. Aufschrift versehen, bis zum 14. d. MS-, Bonn. 10 Uhr — zu welcher Zeit die Eröffnung ersolgt — hierhin einzureichen.
Kosten-Anschlag und Bedingungen hier einzusehen.
Gr.-Rechtenbach, 2. Juni 1890. 4799 Das Bürgermeister-Amt.
MobTfiär^llerstBigerunQ.-
Freitag den 6. Juni, Vormittags 10 Uhr, sollen die zum Nachlaß der verstorbenen Wilh- Weiden- Haus III. Eheleute von Grüningen gehörigen Mobilien, 1 Wagen mit Zubehör, Pflug, Egge, 2 frischmelkende Fahrkühe, 1 Häckselmaschine 1 Dick- wurzmühle, 1 Quantität Korn- und Haserstroh, Mist, Kartoffeln, Dickwurz \ u. s. w. versteigert werden.
Grüningen, den 2. Juni 1890.
D-r Vormund:
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iebesmal Nachmittags 3 Uhr im alten Rathhause abgehalten werden, und die Nachschau zu welcher di- geimpften Kinder nochmals Schemen muffen, eine im laufenden Jahre sind die im Jahre 1889 ge
borenen Kinder, sowie die rückständigen aus früheren Zähren. Es dürfen jedoch auch Kinder, welche erst in 1890 geboren find, zur Impfung ge- siracbt werden und auch Erwachsene werden auf ihren Wunsch geimpft, bracht werd-n^uno Kälberlymphe auS dem Lattdes-Jmpf-
In unserem GenoffenschastSregister ist eingetragen, daß der nach dem geänderten Statut der Spar- und ---------- . , -
Darlehenskasse Wieseck eingetragene g-S-n «a-ich' baare ö^enh
Genossenschaft mit unbeschränkter Hast- Versteigerung bestimmt, pflicht neugewählte Vorstand dieser - - 1 ' ',onA
Genossenschaft aus folgenden Personen


