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bestattungskaffe und ein Bericht über die erfreulichen Fort­schritte auf dem Gebiete der Bestattungsreform in anderen Ländern, die Neugründung entsprechender Vereine u. A. m.

Griesheim bei Höchst a. M., 31. Mai. Im hiesigen Bahnhose ereignete sich gestern Abend ein schrecklicher Un­glücks fall. Der Weichensteller Fuß aus Höchst, welcher einen dienstfreien Tag hatte, wollte einen Güterzug zur Fahrt nach Frankfurt benutzen. Als der Zug schon in Bewegung sich befand, versuchte er aufzuspringen, sprang indefi fehl und gerieth unter die Räder, die ihn buchstäblich in Stücke rissen. Der Tod trat sosort ein. Die Körpertheile wurden zusammen­gelesen und mit einem Tuch überdeckt, damit das Grauenhafte des Anblicks den wartenden Passagieren entrückt war. Der Unglückliche hinterläßt Frau und Kind.

* Mainz, 1. Juni. Der als Alterthumssorscher in weiteren Kreisen bekannte Dompräbendat Dr. Friedrich Schneider von hier wurde von dem Bischof Haffner zum Ehren-Canonicus ernannt.

Kommenden Mittwoch findet hier eine Versammlung der Gastwirthe aus ganz Hessen statt, die von dem Gastwirthverbaud zu dem Zwecke zusammenberufen ist, um Schritte zur Beseitigung der 'bestehenden Weinsteuer zu berathen. In der Einladung zu der Versammlung wird darauf hingewiesen, daß die bevorstehenden Neuwahlen zur Kammer es angezeigt erscheinen lassen, die früher bereits viel erörterte Frage wieder zur Discussion zu bringen.

Zu der in den Tagen vom 28. aus 29. Juni hier stattfindenden internationalen Ruder-Regatta sind bis zu dem in gestriger Nacht erfolgten Meldeschluß von 15 Vereinen 19 Meldungen eingelaufen. Hiernach werden sich an der Regatta Rudervereine und Gesellschaften von Frankfurt, Mannheim, Köln, Düsseldorf, Gießen, Wetzlar, Stuttgart, Kastel, Mainz, Sachsenhausen, Kreuznach und Neuwied be­theiligen.

*+ Kassel, 1. Juni. Kassel, die Stadt der Künste und Congresse ohne Droschke! Das ist das Neueste und Ueberraschendste, was der Anfang des Rosenmonats den erstaunten Bewohnern unserer schönen Residenzstadt gebracht hat. Und so ganz Plötzlich über Nacht ist dieser eigenthümliche Strike gekommen während noch gestern bis spät in den Abend hinein Roß und Rosinante vor jeden Droschkenwagen munter ihre Beine schwangen, brachten die Sonntagsnummern der Tagesblätter (für 1. Juni), welche spät Abends ausgegeben werden, die öffentliche Erklärung der sämmtlichen Droschkenbesitzer Kassels, daß sie mit dem heutigen Tage, 1. Juni, den öffentlichen Droschkenbetrieb einstellen. In dieser °an die Bewohner Kassels" gerichteten und von sämmtlichen Besitzern öffentlicher Fuhrwerke und Equipagen namentlich unterzeichneten Erklärung heißt es, daß sie zu ihrem Bedauern den Betrieb einstellen müssen. U. A. wird dann ferner wörtlich folgende Motivirung angeführt:Wir sind zum Aufgeben dieses Theiles unseres Gewerbes dadurch gezwungen worden, daß alle unsere Bitten und Gesuche zur Beseitigung der Härten der jetzigen Polizeivorschriften, welche zur Zeit strengstens gehandhabt werden, fruchtlos gewesen sind." Weiter heißt es:Insbesondere sind es die dem

Publikum wenig bekannten Polizeivorschriften, daß die Droschke bei Meldung von 3 Mk. Strafe auf keinem andern Droschken­halteplatz halten darf, als dem für den Tag bestimmten, selbst wenn dieselbe an anderen Droschkenständen vorbeikommt, aus denen sich keine Droschke befindet, sowie daß die Droschken- pserde bei Meidung einer Strafe von 9 Mk. nicht einmal aus die Dauer von 2 Stunden zur Bespannung anderer Wagen (Hochzeiten, Beerdigungen re.) benutzt werden dürfen." Hieraus mag sich nun jeder Leser ein Urtheil über diese Härten" bilden. Jedenfalls ist der heutige Tag sehr gut gewählt, um den Mangel eines Droschkengaules fühlbar zu machen, denn am heutigen Sonntag sind die Rennen draußen aus dem großen Forst bei Bettenhausen und von Einheimischen wie Fremden werden heute, wie wohl nie während des ganzen Jahres, Droschken sonder Zahl verlangt. Wenn man auch einen Wagen in der Wohnung bekommen kann, wie die Droschkenbesitzer erklären, so ist doch wohl nur Wenigen damit gedient und der empfindliche Uebelstand, Mangel jedes öffent­lichen Fuhrwerks, bleibt bestehen. Am Meisten wird es von den Fremden empfunden werden, denn die Kasfelaner benutzen die Droschken nur wenig. Hoffentlich wird der Strike aus die eine oder andere Weise bald beigelegt werden.

* Riga, 25. Mai. An die mit deutschem Muster er­richtete freiwillige Feuerwehr, die im Laufe ihres 25 jährigen Bestehens, im Gegensatz zu der unter Leitung des russischen Polizeimeisters stehenden Brandwache, sich nicht geringe Verdienste um unser Gemeinwesen erworben hat, ist der Befehl ergangen, die Uniform ihrer Mitglieder abzuändern und sie mit dem Schnitt der russischen Montur in größere Uebereinstimmung zu bringen,weil ihre jetzige Uniform an die preußische erinnere." Zugleich ist die Feuerwehr davon in Kenntniß gesetzt worden, daß die Polizei auf ihre regelmäßigen Dienste verzichte und nur in außerordentlichen Fällen aus sie Anspruch mache.

Schweinefütterungsversuche.

(Aus der Deutschen Allg. Zeitung für Landwirthschaft.)

Bei der Fütterung kommen bekanntlich außer dem Nähr­stoffgehalt des Futters auch noch allerlei andere, sagen wir kurz, diätetische Momente in Betracht, deren Bedeutung für den practischen Erfolg z. B. nachstehender Fütterungsversuch beleuchten wird.'

Ich suchte mir vier nach Abstammung, Alter und Gewicht sich nahestehende junge Schweinchen aus, welche als Futter Kartoffeln, Kohlrüben, Molkerei-Rückstände und Küchenabfälle erhielten und außerdem als Kraftfutter ein Gemenge von Roggensuttermehl und Gerstefuttermehl.

Zweien davon gab ich das Futtermehl trocken in den Trog zum Beginn der Fütterung und erst wenn der Trog rein ausgefressen war, wurde das übrige ^Futter gereicht. Nennen wir diese Thiere trocken gefüttert. Zwei andere erhielten genau dasselbe Quantum desselben Futtermehls mit dem übrigen Futter vermischt und wollen wir diese letzteren Thiere als naß gefüttert bezeichnen.

Aus nachstehender Tabelle sind die betreffenden Gewichts- I zunahmen ersichtlich:

Wägungs-

Tage

Trocken gefütterte Schweine

Naß gefütterte Schweine

Gewicht in Pfunden

Zunahme in Pfunden

Gewicht in Pfunden

Zunahme in Pfunden

Schwein

Schwein

Schwein

Schwein

a

b

a 1

b

c

d

o

d

28. Novbr. 1889

92

86

_

100

90

11. Decbr. 1889

110

101

18

15

111

100

11

10

24. Decbr. 1889

126

123

16

22

123

111

12

11

4. Januar 1890

139

138

13

15

136

115

13

4

18. Januar 1890

159

160

20

22

149

129

13

14

15. Februar 1890

198

190

39

30

172

138

23

9

Gewichtszunahme im Ganzen pro Tag durchschntttl.

106

1,34

100

1,31

72 0,91

48 0,60

Diese Zahlen sprechen deutlich und zeigen, daß im vor­liegenden Fall unter sonst gleichen Verhältnissen diejenigen Schweine stets wesentlich besser zugenommen haben, welche ihr Futtermehl zum Beginn der Fütterung trocken erhalten haben.

Ackerbauschule Füchten bei Neheim (Westfalen).

Dr. Krauß.

verkehr, Lanö. uttö volk,wirthschaft

Grünverg, 31. Mai. (Fruchtpreise). Wetzen 21., Korn vM 19., Gerste «X 18., Hafer JL 18., Erbsen 18., Linsen, Lein., Wicken, Samen., Kartoffeln 3.. <<uiumi- Paris.

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Spielplan öer vereinigten Frankfurter Staöttljeater.

Opernhauö.

Dienstag den 3. Juni: Robert der Teufel. Gewöhnliche Preise.

Mlltwoch den 4. Juni geschloffen.

Donnerstag den 5. Juni: Carmen. Gewöhnliche Preise.

Freitag den 6. Juni: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Der arme Jonatban. Außer Abonnement.

Samstag den 7. Juni: Die weiße Dame. (Georg Brown: Herr Pichler als Antrittspartte.) Gewöhnliche Preise.

Sonntag den 8. Juni: Vorstellung zu Ehren der Versammlung deutscher Kaufmännischer Vereine. Fra Diavolo. Hierauf: Die Puppenßee. Gewöhnliche Preise.

Tcha«spielha«S.

Dienstag dm 3.Juni: Cyprtenne. Hierauf: Der gerade Weg der beste. Gewöhnliche Preise.

Mittwoch den 4.Juni: Zigeunerbaron. Gewöhnliche Preise.

Donnerstag den 5. Juni: Zum 25. Male: Ehre. Außer Abonnement. Gewöhnliche Preise.

Freitag dm 6. Juni: Feenhände. Gewöhnliche Preise.

Samstag den 7. Juni: Neu elnftudirt: Die Neu­vermählten von jBjörnson. Hierauf: Neu etnstudtrt: Die Verlobung bei der Laterne. Gewöhnliche Preise.

Sonntag dm 8. Juni: Die Stützen der Gesellschaft.

Temperatur der Lahn und der Lust

am 2. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr:

Wasser 12*/2, Luft 12 Gr.

Rübs amen.

Heugras Versteigerung.

Douuer-tag den 3. Juni, Vormittags 9 Uhr, soll aus dem Rathhaus zu Watzenborn das Heugras von den cameralfiscalischen Wiesen der Gemarkungen Schiffenberg, Watzenborn und Leihgestern öffentlich versteigert werden.

Nähere Auskunft ertheilt der Gr. Wiesenwärter Dern zu Hausen.

Gießen, den 28. Mai 1890.

Großh. Oberförsterei Schiffenberg.

I. V.:

Heß, Forstaffeffor. 4681

Weiu - Versteigerung.

Mittwoch bett 4. -S. MtS., Bor. Mittags 10 Uhr, zu «Stehen im Hofe des Herrn Spediteurs 8 y n k e r <Erletrgaffe Nr. 7) sollen durch den Unterzeichneten gemäß Art. 343 und 354 des H.-Ges.-B.r

2 Viertelstück (318 und 314 Liter) 188üer Niersteiner (Weitz-)Wei« gegen gleich baare Zahlung öffent­lich versteigert werde«.

Versteigerung bestimmt.

Gießen, dm 1. Juni 1890.

Engel, 4780 Gr- Gerichtsvollzieher.

Dienstag -en 3. Juni, Nachmittags 2 Uhr, in der früher Bramm'schen Hosraithe dahier sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden:

2 Schweine, 1 Wägelchen, 1 Hand­wagen, 1 Nähmaschine, 5 Betten, diverses Weißzeug, 1 Ladenein­richtung. 1 Verticow, 2 Secretäre, 2 Plüschsefsel, 1 Ptanino, 2 Sophas, 2 Commoden, 1 Spiegelschrank, 2 Kleiderschränke, diverser Gold- und Silberschmuck rc.

Versteigerung voraussichtlich theilweise bestimmt; betr. der Betten, des Weißzeugs wie diverser Möbel jedenfalls.

Gießen, den 31. Mai 189".

Engel,

4763 Gr- Gerichtsvollzieher.

Donnerstag den 18. Junil. I., Nachmittags 2V, Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der Firma Koch & Patz in Liquidation in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 33 Nr. 34/io 242 Meter Grab­garten am Altenschlag und am Altenfeld links des Wegs,

Flur 33 Nr. 37/io 258 Meter Grab­garten daselbst

Flur 33 Nr. 6«/1Oo - 530 Meter Hof- raitbe daselbst, öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, 2. Juni 189"

Großh- Ortsgericht Gießen- I- A-:

_________Vogt._______4783

Montag den 30. Inni l. I.,

Nachmittags 3 Uhr,

soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Heinrich Lind in Gießen gehörige Hof- raithe:

Flur I Nr 773,6 - 113 Meter auf dem Marktplatz

öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 19. Mai 1890.

Großherzogltches Ortsgericht.

I. A.:

____Vogt._______4451

Montag den 30 Inni l I.,

Nachmittags 3*/4 Uhr,

sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Aranz Eerbode Eheleute« in Gießen gehörigen Immobilien:

Flur I Nr- 228 94 Meter Hofraithe in der Kaplansgaffe,

Flur I Nr. 229 19 Meter Grabgarten daselbst

öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen. 19. Mai 1890

Großh. Ortsgericht Gießen. I- A-:

________Vogt._______4453

Mittwoch den 4. Juni L I, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich imAdler" dahier gegen Baarzahlung:

Sophas, Commoden, Kleiderschränke, Console, vollst. Betten, Tische, Stühle, Spiegel, Bilder, Ubren, 1 Kleider­ständer, 1 gr. Parthie Hutfedern und Blumen. 2 Buffets, 1 Fleischwiege mit Klotz, 1 Theke mit Waage, meh­rere Wirthstische, 1 Pferd, 2 Kühe, ; 2 Hobelbänke, 1 Stoßkarren, eine

Trompete u. a. m.

Die Versteigerung findet theilweise bestimmt statt.

Geißler,

4781 Gerichtsvollzieher in Gießen-

Wir übertrugen mit dem heutigen Tage den Alleinverkauf unserer garantirt reinen

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