Ausgabe 
3.5.1890
 
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und 1889 verwendet, resp. bei der Bank für Handel und

blatt (Beilage Nr. 9) enthält:

Bekanntmachung Großherzogl. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Bestätigung von Stiftungen und Ver­mächtnissen hetreffend.

Bekanntmachung Großh. Brandversicherungs-Commission, die Ergebnisse der Verwaltung der Großh. Brandversicherungs­kasse vom Jahre 1887 betreffend.

Die Hauptsnmme der Einnahme beträgt 3,209,451 Mk.

oerkehr, Land, und votk»w»rthschaft.

Diejenigen Lampen, welche im Frühjahr und Sommer nicht gebraucht werden, stellt man mit leerer, gut gereinigter Vase fort, nachdem man den Docht herausgenommen hat. Den Cylinder bedecke man mit einem Hütchen, ein papiernes genügt, damit kein Staub eindringen kann. Eine so ausbewahrte Lampe wird im Herbste,.wenn sie wieder in Gebrauch genommen und mit Docht und Oel versehen wird, wie eine neue Lampe hell und geruchlos brennen.

Industrie dahier deponirt.

Bekanntmachung Großh. Kreisamts Gießen, die Er­hebung von Umlagen der Stadt Gießen betreffend.

Namensveränderungen.

Concurrenzeröffnung.

Erledigt sind: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lindheim mit einem Gehalte von 900 Mk. Dem Herrn Grafen zu Stolberg-Wernigerode-Gedern steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindcschule zu Reichlos mit einem Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Kirchcndienst verbunden.

vermischter.

* Offenbach, 26. April. Am 23. November v. I. ließ der Metzger Leopold Samuel, damals in Offenbach, jetzt in Linz a. Rh., durch eine dritte Person in Bürgel eine Kuh um den Preis von 7 Mk. 20 Psg. (!) kaufen und, da ihr Zustand einen Transport nicht zuließ, alsbald abschlachten. Nach eingetretener Dunkelheit wurde das Fleisch, ohne daß eine Besichtigung durch den Fleischbeschauer stattgefnnden hatte und ohne das der Stadt Offenbach gebührende Octroi zu entrichten, in den Geschäftsladen des Samuel gebracht. Würde die Polizei nicht alsbald Wind bekommen haben, so würde Samuel von diesem Fleisch, das nach einem Gutachten des hiesigen Kreisveterinäramtes als verdorben, zum Theil sogar als ekelerregend zu bezeichnen war, auch verkauft haben. Das Schöffengericht, von dem Samuel gestern abgeurtheilt wurde, erkennt auf eine Haftstrafe von vier Wochen und eine

Geldstrafe von 145 Mk.

..... * Ein gewichtiges Berliner Kind. Seit Ostern befindet Kreis Gießen I sich bei dem Obermeister der Fleischer-Innung in Aschers­leben, Herrn Krüge, ein junger Berliner in der Lehre, der, wie der Meister derAllg. Fleischer-Ztg." mittheilt, mit dem Wiegemesser bereits wie ein Geselle hantiren kann und auch von den Kunden als Geselle angesehen wird. Der erst vier­zehn Jahre und einen Monat alte Lehrling Hermann Schönig aus der Göbenstraße 10a in Berlin ist nämlich 1.76 Mtr. groß und wiegt bereits 152 Psd.- sein Brustumfang mißt 88 Cmtr. Im Berliner Adreßbuch ist der Vater des viel­versprechenden Berliner Kindes als Schaffner vermerkt.

545 Mk. 70 Pf., l). in baarem Vorrath 967,148 Mk.

60 Pf. Dieser Kassevorrath ist jedoch nicht baar vorhanden.

Das Bielefelder Arbeiterheim.

Das von der bewährten Hand des Pastors v. Bodei- schwinah zu Bethel bei Bielefeld gegründeteArbeiterheim hat seinen Bericht über das Jahr 1888 ausgegeben. Mochten doch diese gar nicht umfänglichen Veröffentlichungen zunächst zahlreiche aufmerksame Leser unter Arbeitgebern und Kapi­talisten finden! Dann stände zu hoffen, daß manche von ihnen, die, so lange sie das dort ins Leben Gerufene nur vom Hörensagen kannten und deßhalb die Bodelschwing ichen Anschauungen und Rathschläge für fromme Wünsche und utopistische Phantasmen hielten, nun practische, ihren ört­lichen Verhältnissen angepaßte Versuche anstellen. Denn daß bei der heutigen Lage der Arbeiteraugelegenhetten positives Thun nicht von vorgefaßten Meinungen über möglich und unmöglich beherrscht und gelähmt werden, auch verschiedene Fehlschläge nicht entmuthigen dürfen, wird wohl fern Dielen Dingen Näherstehender bestreiten.

' Der Buchwerth der 39 von 410 Personen bewohnten Bielefelder Doppelhäuser einschließlich Grund und Gatten beträgt 264,000 Mk., von Einzelnen dargeliehen sind 65,000 zu 3 und 3i/2 pCt. Das billigste Doppelhaus kostet 5500 Mk., Jahresmiethe ohne Amortisation betragt 9b JJit. für die Familie. Das thcuerste Doppelhaus mit Werkstatt stellt sich auf 11,215 Mk.

Die Bielefelder Erfahrungen seien hier ui Kurze zu- fammengesaßt: 1. Gesunde Arbeitereinzelhäuser mit Garten sind mit sicherer Kapitalanlage zu einem Preste herzustellen, bei dem der Arbeiter für Miethe und Eigenthumserwerb (Amortisation) nicht mehr ausgibt, als sonst für viel schlechtere Miethswohnnng ohne letzteren. 2. Zur Sicherstellung ist nöthig, daß man nicht auf Speculation Grund kauft und Häuser baut, sondern erst nach Feststellung der Zahl und des Bedürfnisses der refleetirenden Familien und nut Rück­sicht auf die Besonderheiten des Ortes und der Leute. Auch auf die Sittlichkeit der Miether und Erwerber ist zu achten. 3 erleichtert den Anfang, wenn der erste Vertrag nur auf Miethe lautet und das Verkaufsversprechen erst gegeben wird, wenn der Hauspreis seststeht. 4. Auch Großstädten nahe sind V2 Morgen große Grundstücke für ein Doppelhaus zu beschaffen - man darf bis 3000 Mk. pro Morgen gehen. 5 Kostbare Straßenbauten und Canalisation sind zu ver­meiden und mit Rücksicht auf Eisenbahnen angemessene Ent­fernungen zu wählen. Für bestimmte Zonen erleichternde Baustatuten. 6. Bildung von Genossenschaften ist zu em­pfehlen, diesen ist jedoch nicht von vornherein selbstständiges Bestimmungsrecht und damit zu große Verantwortung em- zuräumen, nur gemeinsame Hafpflicht für Verzinsung, Aussicht durch einen Ausschuß. Dieser darf die Kasseiiführung des Vorstandes einsehen. Die Kasse nimmt Spareinlagen der Genossen auf, unterstützt auch wohl Consumvereine. 7. Von Wichtigkeit ist, daß lebhafte persönliche Fühlung zwischen Patronat, Miethern und Erwerbern besteht- sehr sorderlich sind Besuche, Rathschläge, Friedensvermittelungeu, Theilnahme an Nöthen von Seiten derselben und persönliche Abholung der Mouatsmiethe durch den Rendanten.

Der Hauptverein stellt sich u. A. zur Aufgabe, durch seine Mitglieder und Freunde für Förderung der Wohnungs- . ...... ' s ' iqqö

jache zu «erben und zu Vereinsgründung anzuregen, wo für I andern wurde zu den Ausgaben der Rechnungsiahre 1888

er seine Erfahrungen zur Verfügung stellt. Er wendet sich an Vorstände größerer industrieller Unternehmungen, auch an Kohlenzechen, und sucht sie unter Darlegung einzelner trefflicher Vorbilder, z. B. Peters-Neviges, Bergwerksdirectwn- Saarbrücken, dafür zu gewinnen, daß sie ihren Arbeitern zu einem freundlichen Daheim und Familienleben verhelfen. Er ersucht die Magistrate großer Städte, entweder nach dem Vorbild Bremens genieiunützige Bauvereine zu unterstützen oder, wie Halle und Elberfeld, die Sache selbst in die Hand

Samstag den 3. Mai. (Siebener Anzeiger. Beilage zu Nr. 102. - 1890

68 Psg.

Unter Ausgaben erscheinen an Brandschäden, Abschatz- | unaskosten re.: a. Provinz Oberhessen: f ,

20,323 Mk. 31 Pf., Kreis Alsfeld 26,867 Mk. 43 Pf., Kreis Büdingen 27,028 Mk. 21 Pf., Kreis Friedberg 85,300 Mk. 51 Pf., Kreis Lauterbach 40,462 Mk. 85 Pf., Kreis Schotten 6849 Mk. 64 Pf., zusammen 206,831 Mk. 95 Pf.; b. Provinz Starkenburg: Kreis Darmstadt I 24,623 Mk., Kreis Bensheim 41,325 Mk. 68 Pf., Kreis Dieburg 64,218 Mk. 65 Pf., Kreis Erbach 49,811 Mk. 14 Pf., Kreis Groß - Gerau 33,906 Mk. 34^Pf., Kreis I Heppenheim 242,312 Mk. 75 Ps., Kreis Offenbach 148,370 Mk. 91 Pf., zusammen 605,568 Mk. 47 Pfi- c. Provinz Rheinhessen: Kreis Mainz 115,927 Mk. 83 Pf./ I Kreis Alzey 55,909 Mk. 60 Pf., Kreis Bingen 68,466 Mk. 29 Pf., Kreis Oppenheim 28,061 Mk. 93 Pf., Kreis I WormS 23,054 Mk. 93 Pf., zusammen 291,420 Mk. 58 Ps.- im Ganzen 1,102,821 Mk. Die Gesammt-Einnahme beträgt | 3,209,451 Mk. 68 Pf., die Gesammt - Ausgabe beträgt ] 2,241,757 Mk. 92 Pf., verglichen erscheint Rest 967,693 Mk. 1 76 Pf. Dieser Rest besteht: a. in liquidirten Ausständen |

zu nehmen.

Heimathlicher Herd auf eigener Scholle ist die Losung. Die denkbar nützlichste Anlage von Grund und Boden, die leiblich und geistig, zeitlich und ewig den größten Reinertrag liefert, findet da statt, wo man der Arbeiterfamilie so viel Garten und Feld zutheilt, als sie neben ihren übrigen Ob­liegenheiten bearbeiten kann." Verbindung von Industrie und Landwirthschast ist eine besonders gesegnete Sache, aus Gründen, die hier keiner Ausführung bedürfen. Dadurch werden gewisse Mißstände der ersteren soweit als möglich ausgeglichen. 2l.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 29. April. Das Großh. Regierungs-

Holzversteigerung

im Gießener Stadtwalde-

Montag den 8. Mai 1S90, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem Districte Hangelstein nachverzeichnetes Holz ver- steigert werden:

A. Bau., Werk- und Nutzholz.

98 Eichen-Stämme mit 17,26 Fest­meter,

29 Nadel-Stämme mit 9,91 Fest­meter,

20 Buchen-Stämme mit 2,85 Fest­meter,

247 Fichten-Skangen mit 9,86 Fest­meter.

B. Brennholz.

Echeith. Prügelh. Stockh.

Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen. Buchen 63 46 12 1546

Eichen 20 28 22 715

Linden 2 ~

Nadel - - 2,4 480

Die Zusammenkunft ist am Stein­bruch auf der Chauffee nach Daub- ringen.

Gießen, am 29. Aprll 1890.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

__Gnauth._____3890

Samstag deu 3. Mai,

Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich imAdler" dahier gegen Baanahlung: Sophas, Commoden, Klei­derschränke, 1 Herrenschreibtisch, 1 Regu lator, Tische, 1 Pferd, 2 Kühe, 2 Wagen, 1 Metalldrehbank, 1 Stoßkarren u. a.

Geißler, 396u ______________Gr. Gerichtsvollzieher.

Samstag den 3 Mai, Dormittags 11 Uhr, [3966 Versteigerung von altem Bau» und Werkholr, sehr gut erhaltenen Thüren,Fenstern, Oesen und Ziegeln Bahnhofstr», Ecke an der Löwengaste.

Arbeitsdersteigermg.

DienStag den 6. n. MtS, von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhause versteigert werden: veranschlagt zu Maurerarbeit 255.60

Steinhauerarbeit 248.

Schlosserarbeit 77.

Basaltsteinlieferung ,, 100.

Steinfuhrlohn 625.

Chaufsirarbeit 509.50

Pflasterarbeit 1227.

das Auf-und Abschlagen des

Schülerbades in der Lahn 260 besgl. von Schutzgeländen

daselbst ,, 60.-

die Aufräumung von Fluth-

gräben 800. -

Gießen, den 30 April 1890.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen Gnauth. 3936

löbelversteigerirog

Montag den 5. Mai,

Nachmittags 2 Uhr, werden im Gasthaus ,,zum Adler" die zur Conr. Jos. Kellerffchen Conmrsmaffe gehörigen Möbel, als: Tische, Stühle, mehrere Klei­derschränke, Betten, Wasch - commoden, Spiegel, Bilder, ein große- Schaukelpferd, Küchenschrank, Küchenge­schirr u. s. w. versteigert.

F» Hoffmann,

3935] Concursverwalter.

Pa. frische Leinkuchen

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Zwei Kneipbilder (Rhenania 1841) von Trantschold (Kunstblatt) und Hessenbild sind mir zum Verkauf übergeben.

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Mein Eiswagen geht vom 1. Mai ab täglich. Den geehrten Kunden und Abnehmern meines Eises diene zur Nachricht, daß ich nur ein reines klares 1520 cm starkes Eristall-Eis zu liefern bereit bin; auch zu medicinischen Zwecken, ebenso in den Eisschränken schmutzfrei und geruchlos. Für Kranke wird auch Nachts Eis abgegeben.

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