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gelegt werden, wie die Unterstützung dieses Werkes edelster Menschenliebe, bei dem es sich um die Fürsorge für eine große Anzahl in Metz verwahrloster und verkommener, weil ost verlassener Kinder handelt. Es bietet sich hier eine schöne Gelegenheit, mitzuarbeiten und mitzuhelfen an einem edlen Liebeswerk. Möge der Einsammler der Hauscollecte viele fröhliche Geber finden! v

Die Badeanstalten an der Lahn sind nunmehr wieder ausgeschlagen und dem Publikum zur Benutzung geöffnet. Der heutige Temperaturbericht aus der Rübsamen'schen Badeanstalt lautet:Lust 14, Wasser 9*/2 Gr." Wer wagt's?

Der Hausbursche eines hiesigen Restaurants wurde gestern verhaftet, weil er dem Kellner den Kleiderschrank erbrach und daraus 2.50 Mk. entwendete.

-e-. Muschenheim, 30. April. Gestern Nachmittag ertrank in der Wetter unweit der Mühle des H. Sch. I. das 4jährige Kind des I. Harrens. Heute Morgen wurde die Leiche hinter der gen. Mühle aufgesunden.

Lauterbach, 28. April. Der hiesige Anzeiger berichtet: Große Freude hat im ganzen Kreise die Nachricht von der Genehmigung der Bahn Lauterbach-Gedern durch die zweite Ständekammer hervorgerufen. Wir sind der Großh. Staatsregierung für die warme Vertretung der Interessen des östlichen Vogelsbergs, der Majorität der Kammer für ihre trotz der ablehnenden Haltung des Ausschusses so wohl­wollende Aufnahme der Vorlage, und den beiden Abgeord­neten unseres Kreises für ihre besondere Fürsprache zu großem Danke verpflichtet, wir wollen übrigens auch nicht der großen Verdienste vergessen, die sich der inzwischen von uns ge­schiedene Herr Amtmann Braun durch seine energische und eifrige Agitation, sowie durch seine unermüdliche Thätigkeit im Sammeln von Material für diese unsere Angelegenheit erworben hat. Hoffentlich wird demnächst die erste Stände­kammer dem Beschlüsse der zweiten Kammer beitreten, dann aber gilts für diejenigen betheiligten Gemeinden, welche bis jetzt ihre Bereitwilligkeit zu denjenigen Opfern, welche das Nebenbahngesetz von ihnen verlangt, noch nicht erklärt haben, dieses zu thun, da nur unter dieser Voraussetzung die erforderliche Staatshülfe zur Ausführung des Projects geleistet wird. Schon die in dieser Beziehung noch nöthigen Verhandlungen werden es nicht möglich machen, daß die Bahn schon in kürzester Frist in Angriff genommen wird- außerdem liegen aber bekanntlich eine ganze Reihe von Neben- bahnprojecten vor, und da zu erwarten ist, daß die kleineren Linien zuerst gebaut werden, so werden wir uns immer noch mit einiger Geduld wappnen müssen, bis wir unsere erste Fahrt nach Gedern machen.

Alsfeld, 29. April. Zur Warnung vor ähnlicher Un­vorsichtigkeit theilen wir noch folgenden Fall mit, der sich in Grünberg am verflossenen Sonntag ereignet hat. Dort kreuzen sich Morgens die beiden Frühzüge kurz vor ?V2 Uhr. Der eine Zug war bereits angelangt und der andere schon in Sicht, als eine in einem Bahnwagen sitzende Frau eine ältere herbeiwinkt, die unachtsamerweise noch das Geleise betritt, auf welchem der andere Zug heranbraust. Schnell entschlossen schleudert der Schaffner die Frau über das Bahngeleise zurück, die andernfalls vom Zuge sicherlich erfaßt und zer- malmt worden wäre. Alsf. Anz.

AntisemitAntichrist.

Was heißt das: Antisemit? Antisemit heißt: Gegner des Semiten, Gegner des Semitenthums, Gegner des semitischen Geistes.

Fragen wir, was ist das für ein Geist, der semitische Geist?

Der semitische Geist ist der Geist, der die Welt erobert hat, der Geist, welcher der Welt die Einheit Gottes und das Gebot Gottes:Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" verkündete- es ist der Geist )es großen Lehrers Moses, der die 10 Gebote vom Sinai brachte- es ist der Geist, der den Josua Kriegs- heldenthaten verrichten ließ- es ist der Geist Samuels, mit dem er Prophetenschulen gründete- es ist der Geist, der dem König David die herrlichen Psalmen eingab und so die Menschen beten lehrte- es ist der Geist, aus dem König Salomo die vortrefflichen Sittensprüche, dasLied derLieder und denphilo- sophischen Kohelet schuf- es ist der Geist, der den Jesaias, Jeremias und Ezechiel und die anderen Gottesmänner der Schrift zu Propheten bildete- es ist der Geist, der den Hiob dichtete- es ist der Geist des alten Hillel, der einem Heiden, welcher in spöttischer Weise zu ihm sagte, er wolle Jude werden, wenn er ihm die jüdische Religion lehren könne, so lange er auf Einem Beine stehe, sanftmüthig erwiderte: Das kann ich, mein Sohn,Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst und was Du nicht willst, das man Dir thue, thue auch einem Anderen nicht. Das ist die Grundlehre des Judenthums, alles Andere ist nur die Er­klärung davon"- es ist der Geist, der die Makkabäer trieb, das Joch der syrischen Könige von sich abzuschütteln, der Geist, der die Bewohner Jerusalems zu heldenmäßigem Widerstande gegen die weltbesiegenden Römer befähigte- es ist der Geist, der den erhabenen Stifter des Christenthums erfüllte, der Geist, der seine Apostel beseelte, der Geist, der die Evangelien schrieb- es ist der Geist, der die ersten Juden-Christen als Märtyrer ihren Glauben mit dem Tode besiegeln ließ- es ist der Geist, der die ganze Christenheit, die Kirchen, dieSchulen unddieHäuserderChristen

1 durchweht- es ist der Geist, der dem Judenthum die Kraft verlieh, anderthalb Jahrtausende hindurch die ärgsten Be-

i drückungen, die gräulichsten Verfolgungen zu erdulden- es ist der Geist, der den heutigen Juden Kraft und Muth gibt zum Ertragen alles Leides, das man ihnen zufügt- es ist der Geist, der ihnen zu allen Zeiten hervorragende Eigenschaften und Tugenden ins Herz pflanzet, gegen welche die Schwächen, die ihnen anhasten, verschwinden- es ist schließlich der Geist der erhabensten, bedeutendsten Männer- und Frauengestalten, von welchen die Weltgeschichte erzählt.

Das ist semitischer Geist. Wer gegen diesen Geist ankämpft und die Juden, weil Semiten, haßt und verfolgt, der ist Antisemit, zugleich aber, was schlimmer i st Antichrist.

Schreiber dieses kennt das Evangelium und die Sitten­lehre des Christenthums so gut und vielleicht besser, als viele, die sich Antisemiten nennen - er weiß, daß Haß, Mißachtung, Verfolgung, Lieblosigkeit und Kränkung, wie sie in dem Anti­semitismus zu Tage treten, schnurstracks dem Geiste des Christenthums widersprechen - er weiß, daß ein wahrer Christ d, h. wer nicht blos äußerer Bekenner, sondern wirklicher Bethätiger des Christenglaubens und treuer Befolger seines Lehren ist, daß der keinen Menschen hassen, noch verfolgen- noch ihm Böses zufügen oder gönnen darf, am Wenigstenden Juden, deren semitischem Stamm und Geist er das Höchste verdankt, was dem Menschenleben Werth verleihet seine Religion.

Weg also mit dem Antisemitismus! Aniisemitenihurn ist Alltichristenthnm. Antisemit sein, heißt Gegner -es Christenthums sein.

Gießen, im Mai 1890.

Rabbiner Dr. Levi.

vermischte-.

* Darmstadt, 30. April. Seine Königliche Hoheit der Großheftog hat im Laufe des ersten Quartals dieses Jahres an Sri ft un gen und Schenkungen 44,808,46 Mk. genehmigt. Wie fast immer fiel der katholischen Kirche der Hauptatitheil zu, welche allein 22,358.74 Mk. erhielt. Auf die evangelische Kirche entfallen nur 4400 Mk., auf Com- munalverwaltungen, Wohlthätigkeits- und Erziehungsanstalten 15,545.72 Mk.

* Mainz, 30. April. Die Hessische Ludwigsbahn hat vor Kurzem eingehende Berechnungen machen lassen, wie sich im Falle der Einführung des Perror'schcn Zonen­tarifs die Einnahmen dieser Bahn stellen würden. Das Resultat auf Grundlage des letztjährigen Personentarifs war nun, daß die Ludwigsbahn für die nur ihre Strecken durch- passirenden Personen gar keine Einnahme erhielt und in dem ' inneren Personenverkehr eine Mindereinnahme von 1,600,000 Mk. im Jahr erleiden würde. Daß bei einer solchen bedeutenden Verringerung der Einnahmen die Ver­waltung der- Ludwigsbahn keine besondere Lust hat, den Perrot'schen Taris einzuführen, kann man derselben kaum verargen.

* Frankfurt a. M., 30. April. Der zweite Pferde­markt verlief in recht befriedigender Weise, namentlich wird das Geschäft in Arbeitspferden und Pferden von schwerem Schlage als ein gutes bezeichnet, während dasjenige in Reit- und Wagenpferden etwas zu wünschen übrig ließ. Für das beste Reitpferd wurde ein Preis von 4500 Mk. erzielt und für ein Paar kräftige Wagenpferde wurden 5800 Mk. be­zahlt. Für Baden und Elsaß, sowie für Bayern und Frank­reich wurden namentlich durch Händler viel verkauft, bezw. auch umgetauscht.

* Frankfurt, 30. April. Rekrutirung. Gestern Morgen wurde ein mit Gefangenen besetzter Wagen vom Gefäugniß in Preungesheim zur Rekrutirung in das hiesige Leinwandhaus gefahren. Mehrere reitende Gensdarmen und Schutzleute bildeten die Escorte.

* Frankfurt, 29. April. Gestern fand unter großem Andrang des Publikums der Verkaus der beim Brand der , Herrschen Schuhfabrik durch Wasser beschädigten Schuhwaaren statt. Der Andrang war ein so großer, daß schon vor Beginn des Verkauses die Thüre zu dem Verkaufslokal eingedrückt war und die Polizei aufgeboten werden mußte, um Ordnung zu schaffen. Damensti'escl kosteten per Paar, einerlei aus welcher Ledersorte, 3 Mark.

Schrsssnachrtchten.

Bremen, 29. April. Mr transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Elbe, Capt. C. Thalcnborst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 19. April von Bremen und am 21. April von Southampton abgegangen war, ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

verkehr, Canö* rrird volk-rvirthschaft.

Limburg, 30 April. (Fruchtmarkt). Rother Weizen 17.40, weißer Weizen JL 17.30, Korn JL 13 85, Gerste JL 12.55, Saat- Gerste JL 13., Hafer JL 845, Erbsen »AL 00.00, Kartoffeln JL 0.00.

Amtliche^rüsung Ser Lichtstarke des Leuchtgases

April 1890: 19 Kerzen.

Buchner.

Gottesdienst der israelitischen ReligionsgeseUschaft.

Freitag Abend 700 Uhr, Samstag Vormittag 800 Uhr, Samstag Nachmittag 4oo Uhr, Samstag Abend 8« Uhr.

Bekanntmachung

3970

3947

Gr. Gerichtsvollzieher.

3960

Gr. Gerichtsvollzieher.

3941

3961] Eine Kaute Mist zu verkaufen. Große Mühlgasse 14.

3946

Das Hebregister über die Umlagen der Stadt Gießen pro 1890/91 liegt acht Tage lang auf unserem Bureau zur Einsicht eines jeden Be- theiligten offen. Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kennt- niß gebracht, daß Beschwerden gegen die im Register enthaltenen Ansätze binnen der ersten vier Wochen nach Ablauf der Offenlegungsfrist entweder schriftlich oder mündlich zu Protokoll bei Großh. Kreisamt Gießen vor­gebracht werden muffen, und daß spater vorgebrachte Beschwerden keine Berücksichtigung finden können.

Gießen, 1. Mai 1890.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

G n a u t h.

Holzversteigerung

in der Zreiherrlichen ® tut finiter« Rabenau.,

Letzte Holzversteigerung

in der Zreiherrlichen «berfirslerci Rabrnan.

Er werden versteigert: Donnerstag den 8. Mai 1890 aus den Districten Steinberg (Forstwartei Sonboif), Steinberg, Horingstuch, Rangen, Horner und Noll (Forlwartei Odendausen):

Stämme: Eiche 29 Stück = 12,02 fin, Nadelholz 8 Stuck = 4,28 fm.

Derbstangen: Nadelholz 25 Stück 1,04 fm.

Scheiter: Buchs 243, Eiche 49, Nadelholz 104. Knüppel: Buche 109, Eiche 18 I. Kl., 34 II. Kl., Nadelholz 95 1. Kl., 94 II. Rl Arpe 29. Reisig: H uche 577, Eiche 94, Nadelholz 296, Aspe 6o. Stocke: Buche 33 I. Kl., 10 II. Kl., Eiche 25 Nadelholz: 82 I. Kl., 64 II. Kl.

Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr auf der Kreisstraße Ovenhausen- Rüddingshausen am Distr- Horingsteich. Das in den Tnstr. Horner, Rangen und Noll sitzende Dürr- und Windfallholz wird nicht vorgezeigt und wollen Steigliebhaber sich dasselbe vorher einsehen.

Kesselbach, den 30. April 1890.

Freiherrliche Oberförsterei Rabenau.

Schlotterer.

Es werden versteigert: Montag den S Mai 1890 aus den Districten Eichwald, Ammenhäuserhecke, Krebskopf und Zeiselbach:

Stämme: Eiche 16 Stück 6,86 fm.

Derbstangen: Nadelholz 125 Stück 8,12 fm.

Scheiter: Buche 376, Eiche 9, Nadelholz 7. Knüppel: Buche 46, Eiche 1, Nadelholz 2 I. Kl., 56 II. Kl. Reisig: Buche 646, Eiche 26, Nadelholz 97. Stöcke: Buche 117, Eiche 17.

Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr am Distr. Eichwald an der Ab­fahrt in den Wiesen. Das in den Districten Krebskopf, Ammenhäuserhecke und Zeiselbach sitzende Dürr- und Windfallholz wird nicht vorgezeigt und wollen sich Steigliebhaber dasselbe vorher einsehen.

Kesselbach, den 29. Aprll 1890.

Freiherrliche Oberförsterei Rabenau.

Schlotterer.

364] Die berühmten WieSbadeuerHauS- «racher Rudeln v C. Weiner, keine sog Fabriknudeln, empfehlen W. Schorrrber, Neuen BLue 10 u. (£ Roth, Waüthorstr. 5.

Freitag den 2, Mai, Vor- «ittag» von 9/2 Uhr an, werden aus dem Nachlaß des Herrn Friede. Bender erbvertheilungshalber nach- benannte Gegenstände meistbietend ver> steigert:

Gartenmöbel: Tische, Stühle und Bänke; mehrere schöne Kübel- pflanzerr sowie Blumen in Töpfen; Küchenmobilien: 1 Küchenschrank, An­richte rc., emaill. Geschirr und andere Küchengeräthe, Bratentöpse, Mörser rc.; 1 Parthie Holz; 1 große Parthie Fensterläden rc.; Waschbütten; 30 Flaschen Wein u. s. w.

Im Auftrag:

Louis Rothenberger,

3759 Gerichtstaxator.

Bekanntmachung.

Wir bringen hiermit zur Kenntniß, daß der bisherige Sckutzmann Peter Mulch heute al» Pfandmeister der Stadt Gießen verpflichtet worden ist und seinen Dienst als folcher angetreten hat.

Gießen, am 1. Mai 1890.

Grcßherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 3969

Gnauth.

Freitag den 2 Mai t. I,

Nachmittags 2 Uhr,

in der früher Bramm'schen Hofraithe dahier sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden:

1 Handwagen, 1 Ladeneinrichtung, 1 Eisschrank, 1 Pianino, 1 Garnitur Polstermöbel (oliv), 1 Verticow, 1 Secretär, 1 Spiegelschrank, 1 Com- mode, 1 Schreibtisch, 2 Sophas, 3 Kleiderschränke, 2 Küchenschränke, 1 Bett rc- rc.

Versteigerung voraussichtlich theil» weise bestimmt.

Gießen, den 30. Aprll 1890.

Engel,

Melversteigeruog

Montag den 5. Mai,

Nachmittags 2 Uhr, werden im Gasthauszum Adler" die zur Conr. Jos. Keller'schen Concursmaffe gehörigen Möbel, als: Tische, Stühle, mehrere Klei­derschränke, Betten, Wasch - eommoden, Spiegel, Bilder, ein große- Schaukelpferd, Küchenschrauk, Kücheuge - schirr u. s. ro. versteigert.

F» Hoffmann, 3935] Concursverwalter.

Bekanntmachung.

Die Holzverstelgerung vom 24. April in der Freiherrlichen Oberförsterei Rabenau ist genehmigt- Die Absuhr- scheine können von Montag den 5. Mai ab auf Freih. Rentei zu Londorf in Empfang genommen wer­den. Überweisung und erster Fahr­tag Dienstag den 6. Mai.

Kesselbach, den 29. April 1890. Freiherrliche Oberförsterei Rabenau

Schlotterer. [3945

Ssmstsg den 3. Msi,

Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich imAdler" dahier gegen Baarzahlung: Sophas, Commoden, Klei­derschränke, 1 Herrenschretbtisch, 1 Regu­lator, Tische, 1 Pferd, 2 Kühe, 2 Wagen, 1 Metalldrehbank, 1 Stoßkarren u. a.

Geißler,