Ausgabe 
1.1.1890
 
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Newyork, 29. December. In A a z v o - City in Mississippi ift ein Speicher mit 6000 Ballen B a n m wolle abgebrannt. Der Verlnst wird aus 350 000 Doll, geschätzt.

Neueste Nuchvickteu.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Burcau.

Berlin, 30. Deeembcr. Der Kaiser verlieb dem Fürsten Pleß den S ch w a r z e n A d l e r o r d c n.

Berlin, 30. Dccember. Bei der Kaiserin Augusta sind auf heute Abend die Botschafter mit ihren Gemahlinnen zu einem Essen geladen.

Die kaiserliche Familie ist Nachmittags nach Berlin übergesiedelt.

Zu einer Kieler Mittheilnng der hiesigen Zeitung Volk", wonach in kirchlichen Kreisen Erregung wegen Be­rufung zweier aus der unirten Kirche stammenden Räthe in das Kieler Consistorium herrsche, bemerkt dieNordd. Allg. Ztg.", daß die Nachricht von der Berufung des Mili­täroberpfarrers Hoffmann (Altona) unwahr sei und daß der aus Braunschweig stammende Consistorialassessor Müller evangelisch-lutherischer Consession und durch zeitweilige Be­schäftigung im Consistorium der Provinz Brandenburg ein Wechsel in seiner konfessionellen Stellung nicht einge­treten sei.

Danzig, 30. Deeember. Bei dem Brande in der Gewehrfabrik ist nach weiteren Ermittelungen die große Betriebsmaschine nur leicht beschädigt worden und betriebs­fähige geblieben. Etwa 250 Arbeiter sind in Folge des Brandes augenblicklich ohne Beschäftigung.

Königsberg, 30. Deeember. Der Schluß der Dampf­schifffahrt steht wegen Froftwetter unmittelbar bevor.

Elberfeld, 30. Deeember. Das heute Abend in dem großen Geheimbundsproceß verkündete Url heil spricht 43 Angeklagte, darunter Bebel, Grillenberger und Schumacher, frei und verurtheilt den Conditor Finke zu 18, Harm zu 6, Roellinghoff, Bierenfeld und Neumann zu je 5, Hüttenberger und Bartel zu je 4 Monaten Gefängniß. Die übrigen An­geklagten erhielten geringere Strafen bis zu 14 Tagen herunter.

Breslau, 30. Deeember. Im Befinden des Professor Felix Dahn ist eine Besserung eingetreten.

Stuttgart, 30. Deeember. Die Königin ist an In­fluenza leicht erkrankt.

Pest, 30. Deeember. Nach der zwischen dem österreichi­schen und dem ungarischen Handelsminister getroffenen Ver­einbarung wird die Telephonlinie Wien-Pest am 1. Januar eröffnet.

Paris, 30. Deeember. Die Influenza ist hier im Abnehmen begriffen, tritt dagegen besonders heftig in Toulouse, Grenoble und Ajaceio auf. Nach einer Meldung aus Obok sind zwei französische Missionäre auf dem Wege vom Zelah nach Harrar durch Parteigänger des Sultans von Aninhallt' gelobtet worden.

London, 30. Deeember. Wie verlautet, oegidt sich das englische KanonenbootS w a l l o w" nach Rio de Janeiro, wohin auch voraussichtlich zwei weitere Schiffe von Monte­video gehen werden.

Charlcroi, 30. Deeember. Der Strike der Kohlen­grubenarbeiter hat weiter zugenommen, so daß die Zahl der Ausständigen jetzt gegen 17,000 beträgt. Der Gouverneur des Hennegau verhandelte mit den Delegirten der Arbeiter und Arbeitgeber zwecks Herbeiführung einer Verständigung.

Rom, 30. Deeember. In dem heutigen Consistorium hielt der Papst eine Alloeution und zeigte die Ernennung zweier Cardinäle an, behielt sich jedoch die Namensnennung vor, bis er die Zeit dazu für gekommen erachte.

Rom, 30. Deeember. Der Papst hielt heute ein Con­sistorium ab.

Bukarest, 30. Deeember. Der Senat nahm mit 71 gegen 1 Stimme das provisorische Handelsüberein­kommen mit Frankreich an.

Sofia, 30. Deeember. Die Nachrichten Konstantinopeler Blätter über ein vom bulgarischen Finanzminister betreffs der Eisenbahnen erlassenes Rundschreiben werden von Seiten der Regierung für unbegründet bezeichnet. Der Mi­nister hat die bulgarischen Behörden lediglich angewiesen, die strenge Ausführung des Reglements der Orientbahnen zu überwachen und etwaige Klagen zu prüfen, die gegen die Eisenbahngesellschaften vorgebracht werden könnten. Die Erkrankungen an Influenza haben einen großen Umfang angenommen. Eine bedeutende Anzahl der Zöglinge der Militärschule ist erkrankt.

Sofia, 30. Deeember. Von der bulgarischen Negierung und dem diplomatischen Vertreter Englands wurde soeben ein zwischen England und Bulgarien für zwei Jahre abgeschlossenes provisorisches HandelS-Uebereinkommen unter­zeichnet. Dasselbe soll am 1. Januar 1890 in Kraft treten.

Zanzibar, 30. Deeember. (Reutermeldung). Stanley und der britische Consul Evan Smith sind nach Mambassa abgereist, um die Insel vor der Abreise nach Egypten zu besichtigen. Die übrigen Mitglieder der Expedition reisen morgen nach Egypten ab.

Zanzibar, 30. Deeember. (Meldung des Reuter'schen Bureaus.) Der sranzösische AvisoBouvet" hat an der Südwestküste von Zanzibar Schiffbruch gelitten. Ein englischer Kreuzer begibt sich alsbald zur Hilfeleistung dorthin.

Cocates und KrovinzieUes.

Gießen, 31. Deeember.

Wie gewohnt, überreichen wir mit Rr. 1 des neuen Jahrganges unseren Lesern den kleinen Wandkalender. Indem wir bitten, das dem Anzeiger seither bewahrte Wohlwollen auch im neuen Jahre zu erhalten, rufen wir allen Lesern desselben hiermit ein herzliches Prosit Neujahr zu.

Red. und Exped. des Gießener Anzeigers.

Wie dieKöuigsb. Allgem. Zeitung" meldet, hat Herr Profcffor Dr. v. Hippel hier den an ihn ergangenen Ruf als Nachfolger Jaeobsons an der Universität Königsberg angenommen.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 2. Januar 1890, Nachmittags pünktlich 4 Uhr:

1. Die Einführung und Verpflichtung der ueugewählten Mitglieder der Stadtverordneten-Versammlung. 2. Der Ver­kehr der Radfahrer auf öffentlichen Wegen u. s. w.; hier Local-Reglement. 3. Baugesuch des Rechtsanwalts Labroisse. 4. Gesuch des Bäckermeisters Schomber nm pachtweise Ueber- laffung eines Holzlagerplatzes am Lutherberg. 5. Gesuch des Predigers C. Reith nm Ueberlaffung des NathhauSsaales zur Abhaltung eines biblischen Vortrags. 6. Herstellung der Reichensand-Bahnhofstraße. 7. Gesuch deS L. Kohlermann um Erlaubniß zum Bauen in der Bleichstraße. 8. Deeretur von Kostenrechnungen.

Bei der diesjährigen Verloosung des Kunstvereins für das Großherzogthum Hessen sind nach Gießen folgende Gewinne gefallen: 1. Gewinn Nr. 2: Erholungspause, Oel- gemälde von Kröh in Darmstadt Aetie Nr. 790: Herr Major Haupt. 2. Gewinn Nr. 5: Am Weiher, Oelgemälde von Eilers in München Aetie Nr. 814: Frau Land­gerichtsdirector Dr. Stammler. 3. Gewinn Nr. 15: Land­schaft, Oelgemälde von Splitgerber in München Aetie Nr. 818: Herr Bankier Wasserschleben.

t In der Provinz Oberhessen betrug im Jahre 1888 die Zahl der Telegraphenanstalten (einschließlich der Tele­graphenhilfsstellen) 63, die bei denselben in diesen Zeitraum aufgegebenen Telegramme 54396 mit einer Gebühren-Ein- nahme von 42 836 Mk. Im Jahre 1887 beliefen sich die aufgegebenen Telegramme auf 50 773, die erhobenen Gebühren auf 38 925 Mk., mithin hat der Verkehr bei den Telegraphen­anstalten in 1888 eine nicht unerhebliche Steigerung erfahren. Die höchsten Ziffern weisen auf: Die beiden Anstalten zu Gießen 20990 Stück Telegramme mit 16066 Mk. Gebühren- Einnahme, Bad-Nauheim (6264 Stück 6690 Mk.), Fried­berg (4150 Stück 3031 Mk.), Alsfeld (2347 Stück 1788 Mk.), Büdingen (1235 Stück 891 Mk.), Butzbach (1751 Stück 1201 Mk.), Lauterbach (1250 Stück 887 Mk.), Lollar (1386 Stück 1309 Mk.). Eine Zu­nahme des Verkehrs fand statt in Altenstadt, Affenheim, Düdelsheim, Echzell, Ermenrod, Gedern, Grebenaus Großen- Buseck, Groß-Felda, Grünberg, Heldenbergen, Hirzenhain, Hungen, Lang-Göns, Lich, Mücke, Münzenberg, Nieder-Flor- stadt, Nieder-Wöllstadt, Ober-Mörlen, Ortenberg, Ranstadt, Rockenberg, Rodheim v. d. H., Ruppertenrod, Schlitz, Schotten, Staden, Steinbach, Treis a. d. Lda., Ulrichstein, Vilbel, dagegen ist bei den Anstalten in Allendors a. d. Lda., Alten­schlirf, Berstadt, Bönstadt, Gambach, Grebenhain, Groß- Karben, Herbstein, Homberg, Kirtorf, Laubach, Lindheim, Londorf, Nidda, Reichelsheim i. W., Romrod, Stockhausen, Wallenrod eine mehr oder weniger große Abnahme des Ver­kehrs gegenüber dem Vorjahre eingetreten, nur in Engelrod war die Zahl der aufgegebenen Telegramme die gleiche wie 1887 geblieben. Neu eröffnet wurden im Jahre 1888 die Anstalten zu Angersbach, Bingenheim und Freien-Steinau.

r. Bei dem Amtsgerichte Lich werden im Jahre 1890 a. die ordentlichen Schöffengerichts-Sitzungen Montag den 13. Januar, 3. und 24. Februar, 17. März, 14. April, 12. Mai, 2. und 23. Juni, 14. Juli, 4. August, 1. und 22. September, 13. und 27. October, 17. November und 8. Deeember: b. die Feldgerichte: Montag den 17. Februar, 21. April, 16. Juni, 18. August, 20. October und 15. Deeember- c. die Forstgerichte: Samstag den 22. Februar, 19. April, 21. Juni, 23. August, 25. October und 13. Deeember abgehalten. Für das Jahr 1890 wurden gewählt: a. als Hauptschöfsen: die Herren Gilbert Sames, Landwirth zu Bettenhausen, Johannes Müller V., Beigeordneter zu Birklar, Heinrich Bender V., Landwirth zu Dorf Gill, Wilhelm Conrad Görlach, Bürger­meister zu Eberstadl, Heinrich Christoph Marsteller, Land­wirth zu Grüningen, Philipp Rock, Landwirth zu Hattenrod, Adam Roth II., Landwirth zu Langsdorf, Philipp Jung, Landwirth das., Carl Reimmuth, Müller zu Lich, Johann Heinrich Walz I., Spengler das.. Johannes Roth L, Land­wirth zu Mtischenheim, Heinrich Horst, Bürgermeister zu Nieder-Bessingen - b. als Hilfs schössen: die Herren August Gros, Secretär, Peter Dietz III., Landwirth, Adam Köhler, Kaufmann, Carl Winheim, Stiftsrechner, Carl Christian Zimmer, Spengler, sämmtlich zu Lich.

Friedberg. Die Voraussetzungen, unter welchen die Herstellung einer Eisbahn auf der von Helmolt'schen Wiese (Irrgarten) möglich ist, haben sich in der letzten Zeit so weit erfüllt, daß die Berufung einer Versammlung zur Erledigung der Kostensrage binnen Kurzem bevorsteht.

G-. Laubach, 30. Deeember. Die Zeit, in welcher Laubach in Bahnverbindung mit der Provinz treten wird, rückt immer näher. Unser Bahnhof erhält demnächst die nöthigc Zufuhrstraße. Dieselbe wird vorerst chaussirt werden und sind die hierzu erforderlichen Arbeiten (ausschließlich Lieferung des Steinmaterials, welches die Bauverwaltung liefert)auf Donnerstag den 9. Januar ausgeschrieben.

Büdingen, 30. Deeember. Zum Zuckerrübenbau schreibt der hiesigeAnzeiger": Das abgelaufene Jahr hat bewiesen, daß von sämmtlichen landwirthschastlichen Cultur- pflanzen in hiesiger Gegend die Zuckerrübe wohl die beste Rente liefert. Diese Ansicht hat sich jetzt in allen Kreisen Dahn gebrochen und trotzdem zeigen die kleineren Landwirthe wenig Lust zum Rübenbau. Die Zwiebelcultnr bringt das nicht ein, was die Zuckerrübe liefert, aber die Leute sind diese Cultur gewöhnt, sie rutschen im Vorfrühling wochenlang I aus den eiskalten Aeckern herum, ruiniren Brust und Lunge f und verdienen doch nicht so viel, als die Zuckerrübe abwirst. | Die Fabrikbeamten geben sich große Mühe, unsere kleinen I Landwirthe aufzuklären und sie zum Pflanzen von Staufrüben

anzuspornen, aber die erzielten Erfolge sind doch nicht be­deutend. Die Stockheimer Fabrik hat mit dem ab- gclaufenen Jahre alle Schwierigkeiten übernmnben und es steht ihr eine gute Zukunft bevor. Sie wird für die Um­gegend von großem Segen sein, deßhalb müßten die Land­wirthe aber auch durch fleißigen Anbau der Rüben zu beweisen suchen, daß sie den Nutzen des Instituts zu würdigen versieben.

vermischtes.

* Darmstadt, 30. Deeember. Während der gestrigen Vorstellung im Hoftheater wurden plötzlich mehrere Orchester- mitglieder von Unwohlsein (Influenza?) befallen und mußten sich nach Hause begeben.

* Frankfurt, 28. Dccember. Das Diebsgesindel scheint sich die Weihnachtsseicrtage zurArbeit" ausersehen zu haben, denn, abgesehen von dem bereits gemeldeten Raubmordanfall in Eschenheim ist in der Nacht vom Sonntag zum Montag iu dem benachbarten Ecken heim bei dem Gastwirth Kron­berger eingebrochen worden, wobei die Diebe eine Geldkassette und die Büchse der Ortskrankenkasse mitgehen hießen. Letztere fand man noch unerbrochen im sog. Diebsgrund; der Dieb muß also entweder bei Bergung seiner Beute gestört worden sein oder er hat sie zu gelegener Zeit abholen wollen.

* Nach einer neuen Statistik des internationalen Telephon Wesens besitzen gegenwärtig Fernsprechstellen in Deutschland 167 Städte mit 26000 Abonnenten, in Schweden 156 mit 15000 Abonnenten, in Großbritannien 125 mit 25 000 Abonnenten, in der Schweiz 71 mit 8000 Abonnenten, in Italien 49 mit 9600 Abonnenten, in Frankreich 39 mit 10800 Abonnenten, in Rußland 36 mit 7600 und in den Vereinigten Staaten von Nordamerika 750 mit 200000 Abonnenten.

* Florenz, 29. Deeember. Das Theater Re Umberto ist vor Beginn des Ballets Amor bis auf die Grundmauern abgebrannt. Es ist Niemand verunglückt.

»29. Deeember. Der Gesundheitszustand lt sich trotz des Sinkens der Temperatur nicht verändert- der Zugang an Kranken in den Hospitälern ist noch immer beträchtlich. Unter dem Personal der großen Verwaltungen sind Erkrankungen noch sehr zahlreich. In der Provinz herrscht die Grippe, wenn auch in geringem Grade, fast überall.

Eingesandt.

Gieße«, 31. December.

[3um Festhausbau.) Unsere in Nr. 293 d. Bl. an die hiesige Bürgerschaft gerichtete Ermunterung, mit festem Schritt an die Errichtung eines Festhauses nach dem Muster von Worms heran­zugehen, hat den Erfolg einer Erwiderung in Nr. 295 d. Bl. gehabt, deren Inhalt uns aber in jeder Hinsicht zulässig erscheint. Wir begreifen recht wohl, daß unser- verehrt. Stadtvorstand zur Zeit vorerst die Frage zu erwägen hat: soll die Stadt die Offerte der 30 Herren, welche die Schüler'sche Besitzung für den in Rede stehenden Zweck auf eigene Rechnung gekauft und selbige mit einem Eigenverlust von 19,000 JL ersterer wieder zum vorläufigen Erwerb angeboten haben, annehmen oder nicht. Für die Bejahung dieser Frage haben wir der gedachten Erwiderung gar nichts entgegen­zustellen und nichts anzufügen. Der Verfasser derselben hat von seinem, wie wir sagen müssen, ganz gesunden, realistischen Stand­punkte aus die Frage, die zur Zeit in den Vordergrund tritt, allen Kreisen deS hiesigen Bürge, standes in so allseitige^ Be­leuchtung gerückt, daß wir darüber wohl außer Zweifel fein dürfen, die Stadtverwaltung werde dieses Angebot nicht ausschlagen. Wir erkennen dabei auch gerne an, daß mit Annahme der gedachten Offerte ein gewiß nicht zu unterschätzender Schritt weiter nach dem angestrebten Ziel geschehen ist, aber der sicheren Verwirklichung des letzteren sind wir doch nur sehr wenig näher gerückt. Von unserem idealistischen" Standpunkte aus finden wir nicht eher eine Gewähr zur Verwirklichung der Sache, die wir anstreben, bis wir aus allen Kreisen des hiesigen Bürgerthums Stimmen vernehmen, welche einen engen Anschluß an das bereits bestehendeConsorttum" zur Errichtung einer Festhalle fordern und aus den gedachten Kreisen für diesen Zweck unausgesetzt Zeichnungen und Gaden bei jenem einlaufen. Der Verfasser derErwiderung" spricht schließlich von Betteln"; wir glauben nicht, d«ß es, falls die Stadt nicht mit dem Verlust der Garantiezeichner sich begnügt, nöthig ist, bei unserer Bürgerschaft um die schon bekannten aber noch fehlenden 21000 Mark zu betteln. Die Summe ist zu gering, als daß bei einer auch nur mäßigen Begeisterung für die schwebende Sache ihre Ausbringung Schwierigkeiten heroorbringen dürfte. Möge nur unsere löbliche Stadtverwaltung erst mit einem Beschlüsse, wie er oben gedacht ist, vorgehen, dann wird, wir glauben uns nicht zu täuschen, die hiesige Bürgerschaft den Mantel der Gleichgültigkeit, in welchen sie sich jetzt noch hüllt, schon abwerfen und gewiß Mann für Mann nach Ver- hältniß ihrer Leistungsfähigkeit für eine Sache eintreten, durch welche unsere Stadt der Förderung eines idealen wie praktischen Bedürf­nisses in edelster Weise entgegenkommt.

Verkehr, Land- und Volksn»irthschaft.

Gießen, 31. December. Marktbericht.^ Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. -A 0,8u-l,00, Hühnereier 1 St. 80, 2 St.. 5t, Enteneier 1 St. 0 H, 2 St. Gänseeier 5t, Käse pr. St. 47 5t, Käsematte pr. St. 3 5t, Erbsen pr. Liter 18 Linsen vr. Liter 30 5, Tauben pr. Paar JL 0,50-0,60, Hühner pr. Stück JL 0,85-1,00, Hahnen pr. St. JL 0,60-1,20, Enten pr. Stück JL 1,702,00, Gänse pr. Pfd. 6070 5t, Ochsenfletsch pr. Pfd 6672 5t, Kuh- und Rindfleisch 5660 5t, Schweinefleisch 6070 5t, Hammelfleisch b066H Kalb­fleisch 56-60 5t, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00-4,50, Weißkraut pr. St. 68 5>, Zwiebeln per Centner v4L 8,009,00, Milch pr. Liter 12-18 5> ______________________________________________

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