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und Eostümen empfiehlt fich Fran Mook, Reuen BLue 39
Schutz der Obstbäume gegen Frost und Hasen. Einen höchst deachtenswenhen Aussatz von Regterungeraiy Strobel in Ellwangen bringt das „Württemb. Wochenbl. f. Landw," über diesen Gegenstand, dem wir Folgendes entnehmen:
„Im vergangenen Winter, in welchem lange Zeit tiefer Schnee lag, sind viele junge Bäume von Hasen angenagt, nicht wenige derselben ganz zu Grunde gerichtet worden. Ader auch der Frost hat ihnen in manchen Theilen des Landes Schaden gebracht; die jungen Birnbäume, welche noch glatte Rinde hatten, bekamen rings um den Stamm herum, besonders aber auf der Sommerseite, braune Frostflecken, welche die Sastbewegung und dadurch das fernere Wachsthum derselben hindern. Diese braunen Frostflecken fanden wir zwar an jungen Aepselbäumen nicht; dagegen haben diese theilwetse die sogen. Brandröthe am ganzen Stamme bekommen, d. h. die früher frische graue Farbe der Rmde bat sich unter dem Einfluß der Winterkälte in eine gelb-röthliche verändert, welche auf schädliche Einflüsse hinweist. Es ist nun viel leichter, solche ungünstige Einflüsse zu verhüten, als, wenn sie eingeh eten sind, ihre ost erst in 5 bis 6 Jahren so recht zu Tage tretenden Folgen zu beseitigen. Gegen Hasenfraß schützt man die jungen Obstbäume sicher, indem man sie mit Schwarzdornen möglichst hoch am Stamm hinauf etnbinbet. Wird der Schwarzdorn mit einigen Drahtbändern (sogen. Gypserdraht) umwunden, so hält dieser Schutz gegen die Hasen 4 bis 5 Jahre aus; nur darf man die Dornen nicht sparen und hat darauf zu achten, daß der Draht nicht mit der Baumrinde in Berührung komme. Spalierbäume werden an den unteren Aesten mit Dornen behängt oder werden diese um die Spaliere herum in den Boden gesteckt. Dem Wechsel zwischen der strengen Kälte bei Nacht und der Wärme, welche an hellen Wintertagen die Sonnenstrahlen verbreiten, ist der Frostschaden an den Obstbäumen zuzuschreiben. Es kann deshalb den Obstbaumbesitzern nickt eindringlich genug empfohlen werden, frisch gesetzte und überhaupt jüngere Obstbäume, welche noch glatte Rinde haben, vor Winter am ganzen Stamm, vom Boden bis zur Krone, mit Tannenreis einzubinden. Das ist das beste und sicherste Schutzmittel gegen Frostschaden, gegen Brandröthe der Rinde, gegen Krebs und Ungeziefer. Die Stämmchen bleiben gesund und frisch, behalten eine glatte, moosfreie Rinde und ihr Wachsthum wird nicht gestört. Die Frostschäden an jungen Obstbäumen sind viel häufiger und schädlicher als man gewöhnlich glaubt. Sie treten erst nach Jahren zu Tage in verkümmerten brandrothen Bäumen, die trotz
aller Düngung nickt mehr wachsen wollen, die jahrelang als Krüppel stau gesunder wüchsiger Bäume den Platz einneymen und den Besitzer ärgern, die sogar vielfach zu der falschen Ansicht führen, der betreffende Standort, das Klima rc. sei für den Obstbau nicht günstig und die dadurch der Ausdehnung des Obstbaues überhaupt hinderlich sind. Nimmt man einen solchen durch Frost beschädigten jungen Obstbaum endlich heraus und sägt den Stamm entzwei, so zeigt sich deutlich der rot-braune Frostreifen, der Baum ist, wie die Leute sagen, „auf dem Kern roth". Die Schuld des Nebels wird dann allen möglichen anderen Einflüssen statt dem Frost beigemessen. Auch die Lieferanten der Bäume werden zuweilen beschuldigt. Das Tannenreis ist um den Stamm herum in den Boden zu stecken, darüber werden etliche Dornen gelegt und diese untere Schichte wie die obere bis zur Krone reichende mit etlichen Drahtbändern umwunden. Auf diese Weise wird die beste Schutzvorkehrung gegen Haseniraß und zugleich gegen Frostschaden geschaffen. Auch gibt diese Umhüllung in trockenen Jahreszeiten einigen Schutz gegen Austrocknung. Jeden Herbst sollte das Reisig, wenn die Nadeln abgefallen sind, zweckmäßig erneuert werden; doch wird dies nicht gerade nothwendig sein, wenn das zum Einbinden verwendete Tannenreis möglichst dicht um den totamm gelegt wird, so daß es diesen auch nach Abfall der Nadeln gegen den Einfluß der Sonnenstrahlen noch zu decken vermag. Die Bezirksund die Gemeindebehörden, wie die Obstbau- und land wirk hschaft- lichen Vereine würden sich gewiß um die Förderung der Ausdehnung des Obstbaues ein entschiedenes Verdienst erwerben, wenn sie jedes Jahr vor Eintritt des Winters in geeigneter Weise die Besitzer von jungen Obst bäumen zur Anbringung dieser Schutzvorkehrung veranlassen würden. Die Gemeindebehörden sollten bezüglich der Allmend- bäume mit gutem Beispiel vorangeben und das nöthige Tannenreis und Draht den übrigen Obstgutsbesitzern unentgeltlich oder um billigen Preis zur Verfügung stellen."
— Zur Herstellung einer feinen Winterbutter. (Nach druck verboten.) Von einer feinen, die höchsten Preise beanspruchenden Butter verlangt man auch im Winter eine nicht ganz weiße Farbe und keine krümelige Beschaffenheit. Wenn die Butter im Winter häufig diesen Fehler hat, to liegt meistens die Schuld daran, daß, um den Rahm oder die Milch zum Buttern aus dm richtigen Grad zu erwärmen, heißes Wasser zu dem Butterungsmaterial gegossen wird; je heißer nun das Wasser ist, desto mehr wird die Butter bereits im Rahm oder in der Milch entfärbt und man gewinnt sie nur in krümeliger, ununsehnlicher Beschaffenheit. Man sagt dann, die Butter ist verbrannt. Man gieße deshalb nie heißes Wasser zum Rahm, sondern zwecks Erwärmung setze man das Gefäß — am besten ein blechernes — mit demselben in ein anderes größeres, welckes mit warmem Wasser cmgffüllt ist. Auf diese Weise erwärmt sich der Rahm allmälig und controllirt man die richtige Temperatur durch ein Thermometer. Man kann auch ein kleines, blechernes Gefäß mit warmem Wasser füllen und dies in den Rahm hineinsetzen, wodurch betfelbe auch die zum Buttern nöthige Temperatur erhält. Zu letzterem Verfahren hat man eigens conftruirte Gefäße, die sich in der Praxis sehr gut bewährt haben sollen.
— Die Aufbewahrung der Rofenedelreifer während deS Winters. (Flachdruck verboten.) Als ein sehr empfehlens- werthes Verfahren zur guten Aufbewahrung der Rosenedelreiser während des Winters verdient das folgende bezeichnet zu werden. An einem Ort beim Hause, der den ganzen Tag von der Sonne wenig beschienen wird, gräbt man eine Kiste ein und zwar so tief, daß dieselbe mit der Erdoberfläche gleich ist. Zuvor bereitet man Flußsand durck sorgfältiges Waschen vor, erdige Theile darf derselbe keinesfalls mehr führen. Man bringt nun auf den Boden der Kiste eine dünne Schicht Sand, schichtet eine Anzahl Bunde Rosenedelreiser darauf, bringt wieder Sand auf, bann wieder Edelreiser, bis die Kiste gefüllt ist. Auf dieselbe wird schließlich ein Deckel aufgebracht und bet Frost ein ganzer Haufen trockene Moosstreu, Laub u. bergt aufgelegt. Zum Schutz gegen Mäuse verschließe man die Kiste gut und wähle überhaupt eine solche mit starken Brettern. Diese Edelreiser kann man zu jeder Zeit herausnehmen; sie halten sich dabei ganz ausgezeichnet, treiben namentlich nicht aus, was bei dcr Ueberwintcrung in Kellern, Erdgruben u. bergt nicht zu ver- meiben ist.
Die Maul- unb Klauenseuche in Beerfelben im Kreise Erbach, in Dietzenbach im Kreise Offenbach, in Bingenheim im Kreise Büdingen, in Einartshausen unb Busenborn im Kreise Schotten, in Wallerstädten, Berkach und Büttelborn irn Kreise Groß- Gerau unb in Münster im Kreise Dieburg ist erloschen.
In Hungen im Kreise Gießen, wo die Seuche schon im vorigen Monat aufgetreten war, ist sie im October auf 2 weitere Gehöfte mit 9 Stück Rindoieb übergegangen.
In Londorf im Kreise Gießen, wo sie im September bereits in 2 Gehöften mit 44 Stück Rindvieh * festgestellt war, bat sie sich auf weitere 14 Gehöfte mit 103 Stück Rindvieh und 81 Schweinen, sowie auf eine Heerde von 300 Schafen verbleitet und in Kesselbach im Kreise Gießen ist sie in einem zweiten Gehöfte mit 4 Stück Rindvieh unb 2 Schweinen aufgetreten.
Neue Seuchenausbrüche wurden ermittelt in Pfisfli"heim, Kreis Worms, am 2. October in einem Gehöfte mit 14 Stück Rindvieh, in Mendorf, Kreis Gießen, am 4. October in einem Gehöfte mit 8 Stück Rindvieh unb 13 Schweinen, in Stockhausen, Kreis Lauterbach, am 7. October in 2 Gehöften eines Besitzers mit 87 Sluck Rindoieb, in Gießen am 20. October in 2 Gehöften mit 18 Stück Rindvieh und 4 Schweinen, in Weinheim, Kreis Alzey, am 22. Oct. in 1 Gehöfte mit 2 Stück Rindvieh, von dem eines krepirte, in Rod- beim, Kreis Friedberg, am 23. und 30. October in 5 Gedösten mit 48 Stück Rindvieh, unb in Laubenheim, Kreis Mainz, am 29. October in 1 Gehöfte mit 2 Stück Rindvieh und 1 Schaf. Am 8. October ist die Seuche auf dem Viehbofe in Mainz bei einem Thier eines aus Dieburg angekommenen Transports von 6 Stück Rindvieh ermittelt worden. ' Ter ganze Transport wurde abgeschlachtet und konnte deßhalb der Seuckenausbruch alsbald für erloschen erklärt werden. In Pfisfl'-gheim ist die Seuche ebenfalls wieder erloschen.
Der Bläschenausschlag unter dem Rindvieh in Ober- Breidenbach unb Münchleusel im Kreise Alsfeld ist erlofchen.
In Udenhausen, in demselben Kreise, besteht die Seuche noch fort. .
Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Reiskirchen, Kreis Gießen; in Gleimenhain und Liederbach, Kreis Alsfeld; in Gelnhaar, Eckartshausen unb Bergheim, Kreis Büdingen, und in den Olten des Kreises Lauterbach: Eifenbach, Altenschlirf, Schlechtenwegen, Steinfurt, Nieder-Moos und Bermuthsha n.
7486] Im Anfertigen von Kinder-1 kleidchen jeder Art. Hauskleidern I
Um dies zu können, wmden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder und bitten, uns Gaben au Kleidungsstücken, Stoffen, Garn u. dergl., besonders aber auch an Ib, das uns die gleichmäßigste Bescheerung für unsere Kleinen ermöglicht, zuwenden zu wollen.
Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der «achbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Fräulein Amalie Bansa (Nordanlage 41), Frau Oberbürgermeister Bramm (Grünbergerstraße 1), Frau vr Brüel (Neuenbäue 41), Frau Amtsrichter Gebhardt (Garten- straße 15), Fräulein Emilie Langermann (Südanlage 21), Frau Pfarrer Naumann (Südanlage 8), Frau Louise Ottens (Bismarckstraße 11), Frau Auguste Schwan (Seltersweg 64), Fräulein Louise Wortmann (Asterweg 16). Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen.
Gießen, den 11. November 1889.
Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt.
Dr. Naumann, Pfarrer.
verantwortlich unb weist deren Nachtheile überzeugend noch. Er begnügt sich aber nicht mit bleiern negativen Resultat, fonbetn stellt auch einen ganz neuen, auf wissenschaftlicher Basis begrünbeten Küchenzettel auf unb gibt Anleitung zur rationellen Herstellung ber Speisen.
Wir möchten jedem an Neurasthenie Leidenden bie Lectüre bes fesselnd getriebenen Aufsatzes empfehlen.
Das Heft des „Universum", welches denselben enthält, ist für 50 Pfg. durch jede Buchhandlung zu beziehen. Das Hest zeichnet sich übrigens in jeder Weise durch seinen vielseitigen Inhalt aus.
Es finden sich spannende und unterhaltende Romane unb Novellen unserer ersten Autoren, wie R. v. Gottschall, Euf. Gräfin Ballestrem, Ernst Eckstein, daneben interessante unb fessclnb geschriebene Artikel aus allen Gebieten des Wissens.
Unter den vielen prächtigen Kunstbeilagen bringt das vorliegende Heft wirkliche Treffer, wie den boppelftitlaen Lichtdruck nach dem Gemälde „Eine Verhaftung" von Eh. L. Bokelrnann, oder H. Kaulbachs reizendes B'ld „Was Hänschen nicht lernt". Durch Eleganz und Anmuth zeichnet sich F. A. Bridgemans „Ball beim Gouverneur" und des berühmten Polen H. Slernieradzkys Bild „Im Bade" aus.
betragen:
Von jeder Station aus je bis zur 1. Station tt ti H 2. „
Das Vorkommen von Viehseuchen in Hessen.
während des Monats Oct ob er 1889.
Milzbrand wurde festgestellt am 2. October in Groß- Karben im Kreise Friedberg und am 19. October in Echzell, Kreis Büdingen, bei je einem freplrten Rinde.
Am 17. October wurde in Eichelsachsen im Kreise Schotten bei einem kreppten Rinde Rauschbrand festgestellt.
Rotz. Die über je 1 ber Ansteckung verbächtiges Pferb in Seligenstadt im Kreise Offenbach unb in Sprendlingen im Kreise Alzey ungeordnete polizeiliche Beobachtung wurde aufgehoben.
Arn 11. October wurde in Offenbach ein mit Rotz behaftetes Pferd auf polizeiliche Anordnung getöbtet. Aus berfelben Stallung stehen 1 Pferb wegen Verbachts der Seuche isolirt unter Stallsperre, drei weitere Pferde wegen Verdachts ber Ansteckung unter polizeilicher Beobachtung.
Arn 24. October würbe bei einem Pferde aus Habitzheim, Kreis Dieburg, welckes in Roßdorf, Kreis Darmstadt, unter den Erscheinungen eines Nierenleidens krepirt unb auf bie Abbeckerei in Ober-Ramstadt verbracht worben war, bei ber Section Lungenrotz diagnosticirt. Das Pferd war erst kurz zuvor auf dem Frankfurter Markte von einem Pferdebesitzer aus Meisenheim a. GlW angekauft worden. Drei mit demselben in Berührung gewesene Pferde sind wegen Verdachts ber Ansteckung unter polizeiliche Beobachtung gestellt.
ChrWefcheerung
der Kleinkinder * Bewuhrunstalt.
Am 4. Adventssonntag, den 22« Deeember d« I., soll Christbescheerung für die Kinder unserer Anstalt stattfinden.
Wir haben in diesem Jahre für 200 Kinder den Christbaum schmücken und den Tisch mit Gaben zu decken.
Wöchentliche Nebersicht der Todesfälle in Gießen.
47. Woche. Vom 17. November bis 23. November 1889.
Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär).
Sterblichkeitsztffer: 24,5 %0. Ä.
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: Erwachsene: im vom
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Verkehr, Land- und Volkswirthschast.
— Soeben ist eine Broscküre in zweiter Auflage erschienen, in welcher die Einführung des Zonentarife- in Deutschland ausführlich begründet und erläutert wnd. Die Vorträge des Verfassers Dr. Perrot gehen dahin, bis zur 4. ober 5. Station die gegenwärtigen Tarife in ber Hauptsache bes!eben zu lassen und von da ab den Zonentarif anzuschlteßen. Rach diesem würden die Fahrpreise
Für alle übrigen Stationen
Für die Courlerzüge 50pCt. Zuschlag (0.53)
Für längere Strecken würde noch eine 2. unb _ . ,
Betreffs des Reisegepäcks schlägt Dr. Perrot vor, für jedes Stück, ohne Rücksicht auf Die Entfernung, bis zu 25 Kar. 1 Mk., von 26' bis 50 Kgr. 2 Mk. unb von 51 bis 100 Kgr. 4 Mk. zu erheben. Freigepäck würde dann gänzlich Wegfällen, abgesehen von dem Handgepäck, welches in die Wagen mitgenommen werden kann. Rückfahrttarten würden etwa bis zur 4. Station in Kraft bleiben, von da ab aber wegfallen. Es liegt auf bet Hand, daß dieser Zonentarif den Reifenden außerordentlich große Vortheile bieten würde. Nachdem die ungarische Staatseifenbahnoerwaltung den Zonentarif für bie nächstgelegenen Stationen eingeführt und mit der neuen Einrichtung sehr gute Erfahrungen erzielt hat, ist es sehr wohl möglich, daß auch die deutschen Eisenbahnverwaltungen dieselbe in nähere Erwägung
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Zone hinzutreten.


