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Beilage zu Ar. 49 desGießener Anzeiger",

Vermischte-.

Berlin, 21. Februar. In der heutigen Sitzung des Centralvorstandes deutscher Arbeiterkolonien wurden u. a. Berichte über die in ihren Provinzen bestehenden Arbetterkolonien und Verpflegungsstattonen erstattet. Ober-Regierungsrath 3. Massow (Hannover) betonte die Rothwendigkeit, daß die Prootnzialbehörden die Arbetterkolonien UlUccMtzen. Der Staat habe einen sehr wesentlichen Vorthetl an diesen Bestrebungen. In den letzten 5 Jahren sei die Zahl der etngelteferten Zucht­häusler und Korrigenden im preußischen Staate um 11,000, d. i. um ein Drittel zurück- gegankien. Er sei überzeugt, wenn das Arbeiterkolonte- und Verpflegungs-Stattonswesen nach Provinzen organisirt werden würde, wonach sich alsdann eine Central-Organi­sation errichten ließe, dann würden nicht nur fortdauernd solch günstige Berichte bezüg­lich des Korrigenden- und Zuchthauswesens zu constattren sein, die Hausbettelei würde sogar schließlich vollständig aufhören. Er beantrage zu beschließen:

Der Centrolvorstand richtet an die Landesregierungen die Bitte, jetzt, nachdem überall tn Deutschland ein Netz von Verpflegungsstattonen gebildet ist, dahin wirken zu wollen, daß die communalen Bezirke, sowie die Corporationen und Vereine, von welchen Stationen unterhalten werden, sich nach den Vorbildern Brandenburg, West­falen, Großherzogthum Hessen, Hessen Nassau u. s. w. allgemein zu Landes-, resp. Prootnzialverbänden zusammenschlteßen zwecks Handhabung des Stattonswesens nach einheitlichem System."

Unterstaatssecretär v. Zastrow erklärt, daß der Minister des Innern den Ober­präsidenten schon mehrfach die Unterstützung der Arbeiterkolonien empfohlen hat. Wenn das von Herrn von Massow beantragte Gesuch an den Minister des Innen» kommen sollte, so werde derselbe zweifellos keinen Anstand nehmen, die Unterstützung dieser Bestrebungen den Oberpräsidenten wiederholt zu empfehlen. (Lebhaftes Bravo.)

Der Antrag des Ober-Regterungsraths v. Massow gelangte hiernach einstimmig zur Annahme.

Ferner gelangten noch folgende, von dem Pastor Dr. v. Bodelschwtngh (Biele­feld) beantragte Resolutionen zur Annahme: I. Der Centraloorstand wird gebeten: 1) an sämmtliche größeren Städte die Bitte zu richten, tn die Versorgung der mittel­losen Wanderer, nach Maßgabe der vom Centralvorstande 1882 aufgestellten Normal­regeln cinzutreten, 2) die betreffenden christlichen Vereine und christlichen Herbergen zur Heimath ebenso zu ersuchen, den städtischen Behörden, welche die Mittel zur Ver­pflegung bieten, Arbeiten und christliches Obdach füi die mittellosen Wanderer zu schaffen. II. a) Alle deutschen Arbetterkolonien sind dringend zu bitten, besondere Zweiganstalten für Halb-Arbeitsfähige und für Gewohnheitstrinker etnzurichten, b) auf die Gesetzgebung ist dahin zu wirken: 1) daß die Entmündigung der Gewohnheits­trinker wesentlich erleichtert werde; 2) datz das Gesetz über den Unterstützungswohnsitz dahin abgeändert werde, daß der Unterstützungswohnsitz nicht früher verloren geht, ehe ein neuer erworben ist.Z

[Vcrsicher ungssache.j Bei der Lebensoersicherungs- und Ersparntßbank in Stuttgart wurden seit ihrem Bestände 98,762 Anträge mit JL 477,731,500 etn- L-retcht und 75,028 Personen waren im Laufe der Zeit versichert mit JL 389,912,300.

Im abgelaufenen Jahre sind 4898 Anträge mit JL 29,784,600 eingegangen und fanden davon 3867 Anfrage mit «X 22,844,000 Aufnahme.

Im Laufe des Jahres 1888 waren «X 297,346,000 tn Versicherung; davon sind abgrgangen:

Von den aus Todesfall Versicherten durch Tod 662 Personen mit <X 3,589,600, ferner aus dem ganzen Versicherungsstande durch Ablauf der Versicherungen, Rückkauf und unterlassene Prämienzahlungen «X 4,066,600 oder procentuell nur 1,37 pCt. der im Laufe des Jahres versichert gewesenen Summe und blieb somit per Ende 1888 ein Bersicherungsstand von .X 289,689,800.

Ende 1887 betrug der Versicherungsstand JL 274,502,000 und sind demgemäß «ls reiner Zugang des Jahres 1888 2197 Policen mit JL 15,187,800 zu ver­zeichnen.

Gegen das Vorjahr blieb der Zugang etwas zurück, was dem Umstande zu- zuschreiben ist, daß die Bank bezüglich der Kriegsoersicherungsfrage vom März bis November ohne Entscheidung blieb und in Folge dessen Versicherungsnehmer sich ayoeren Instituten zuwendeten, welche zur Zeit bereits in der Lage waren, feste Krtegs- versicherungsbedingungen zu bieten.

Nachdem nun aber kraft unanfechtbaren Beschlusses der Generalversammlung die Bank seit November o. I. berechtigt ist, für alle ihre wehrpflichtigen Versicherten,

gleichviel in welchem Rang und in welcher Stellung sie im Kriegsfälle zu dienen baden Wwie fur die Militärbeamten und für die als Aerzte am K?tege sich bcbeUlaenbtn Mttglied-r di- Kri-gsgefahr^pünkilich- Fortzahlung der gewöhnlichen PrämieotouT- ßefet)t) °hn- irgend welche Formalität oder sonstige Extralcistung zu übernehmen bat sich nun auch bereits wieder eine regere Betheiligung kundgegeben 9 ' 9 X

Hinblick auf unser Wchrgesetz das i-den gesunden Staatsbürger vom 17 ß* kriegsdienstpflichtig macht, ist der Einschluß her Kriegsgefahr in die Vei'

sich-rung für jebe Lebensversicherung zur Existenzfrage geworden; denn welchen W-Üb hatte eine Versicherung, wenn sie tn der Z-tt der größten Gefahr außer Kraft ite m i*r£e,kun^-mcr iur Versicherung noch bleiben, wenn man den weitaus größten ^,heil der lungeren Generation, et es princtpiell oder durch harte Bebinannaen der Versicherungsnahme ausschlteßen wollte. 9 -oeomgungen, von

D'- Lebensoersicherungs- und Eisparnißbank in Stuttgart hat diese Frage glück- a^recht erhü»^ Versicherung ohne weitere Formalität auch für den Kriegsfall M ,, (Di-ni-isten anderen Gesellschaften knüpfen hieran verschiedene Bedingunaen die the,ls i-tzl ,chon. ihells vor dem Kriege bet Gefahr der Außerkrasttretung her& Meruitg ju »0^^« Nnd. Jeder wehrpflichtige Versicherte sollte nicht versäumen sich

nähernd gesammelt, so daß ein Angriff des Dtvidendenfonds, derzeit 2il2 Mill JL ?^agend kaum denkbar ist. Das Deckungskaptlal von derzeit ca 54 Mill x hMto selbstverständlich in allen Fällen unantastbar. 3 ** blctbt

, , , . Ueber das Rechnungsergebniß der Bank, das wie gewöhnlich wieder durchaus

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und führte über die dortigen selbstherrischen Gaubauern ein strammes Landrichter^ Regiment Aber die Herrlichkeit dauerte nicht lange. Der gestrenge Herr war ba?b seines Lebens nicht mehr sicher. Die Bauern, die nicht tn Ehrfurchtovr fvlch-n G<^ dietern ersterben jagten ihm manchmal Schrecken ein und thaten ihm Schabernack am Unter anderen Abenteuern, die er bestehen mußte, war wohl eins der schwersten der einem Dorf paßte ein Rudel Bauern auf fein Fnh" werk aus. Als er herangekommen war, fielen sie den Pferden in die Zügel und besablen dem Bezirksamtmann, auszusteigen. Bet dem Ungestüm dieser weit Überlegenen Mackt und bei der Kenntntß des Charakters dieser echt niederbayrischen Rasse stieg der Wmt: mgnn aus dem Wagen.Was wollt Ihr denn von mir? Ich kenne Euch und ratbe Euch m'ch in Ruhe zu lassen!" Die Bauern, die im Gesicht gtschwSrzl wstren lachtm die finstere Nacht und in das noch finstere Gesicht des Paschas.Du kennst uns nicht Mach keine Umstände! Du bist vom Vehmgertcht verurtheilt, über den Stock zu springen, also spring!" - Die Prozedur ist in der Gegend nicht neu. DicBaucrn fteaten sich in einer Reihe in meterlangen Entfernungen auf und hielten ihre sechs Fuß angen Stecken In der Hohe von einem bis anderthalb Fuß über den Boden Spring, Pascha! ertönte der Rus der unerbittlichen UrtheiiSoollzieher und was ioollt- er machen. Er fprang über bie sunfzehn Stecken. Schnaufend und pustend besttea er dann unter dem höllischen Gelachter der Bande den Wagen und suhr davon s?oh darüber, daß er bk Sprunge so gut fertig gebracht hatte. Im andern Fall hätten di- naThm 'm?*8'6'"' mciflcn ürgerte ihn, baß alle Rachsorschmigm

nach oen Thatern vergeblich waren. '

__ = Die Verschiedenheit des Ostertermins hat, wenn, wie in diesem ^abr-

Ostern in bte letzte Hälfte des Aprils fällt, manches Störende, nicht blos für die Schule, sondern auch für verschiedene bürgerliche Verhältnisse. Nicht nur wird das neue Schuljahr fast um einen ganzen Monat kürzer, sondern es treten auch für die- öeQ^°n^mailbcn' °"lche nach der Schulentlassung als Lehrlinge sofort i^s bürger- liche Leben übergehen, manche Unzuträglichkeiten ein, namentlich bei solchen, welche wre dies bei den meisten Handwerkern Sitte ist, erst eine Probezeit zu besteben haben 3n Berlin hat die städtische Schulverwaltung verordnet, daß in allen Eommunalschulen (über 130) das Schuljahr am 30. März schließt, das neue Schuljahr am 2 Avril beginnt. Könnte das nicht auch in Hessen geschehen? 1 9 m A

Holzversteigerung.

Douner-tag den 28. Februar und Freitag den 1. März h I., jedesmal von Vorm. 9 Uhr an, soll im Beuerner Gemeindewald, District Heegwald nachverzeichnetes Holz ver­steigert werden:

A Bau-, Werk- und Nutzholz.

140 Eichen-Stämme mit 67,00 Fm.,

3 Buchen- 2,51

151 Nadel- 79,05

571 Nadel-Derbst. 29,79

285 Nadel-Reisst. 2,22

B. Brennholz.

Scheith. Kuüppelh Reish. Siockh.

Rmtr. Rmtr. Wellen. Rmtr.

Buchen 307 146 5450 154

Sichen 2 12 700 28

Radel 2 47 2850 38

Aspen 22 4 200

Die Zusammenkunft ist auf der Kreisstraße BeuernGeilshausen, wo­selbst sämmtliches Holz dicht daran lagert und wird bemerkt, oaß das Bauholz am ersten und das Brennholz am zweiten Tag zur Versteigerung kommt.

Beuern, den 21. Februar 1889. Großh. Bürgermeisterei Beuern.

Otto. 1452

1464 Zwei schöne zweijährige Fasel- Ochsen (Vogelsberger und Berner) zu verkaufen bei

Philipp Schwan, Neustadt 48.

Allgemeiner Anzeiger.

Louis Lony, Bahnhofstraße 27.

Reichhaltiges Lager Anfertigung und Lager

in Küchen- und Haushalt-Artikeln, von Wein- und Bierfaß, Waschbütten, Bürsten-, Hol)- und Korbwaaren. Zubern, Eimern, Pflanzenkübeln etc. ______________Keparaturen an Küferwaaren gut und billig. 849

Nur noch kurze Zeit dauert der

Wegen Wegzug nach Frank- UVWVVUUy* furt a. M. soll der Re« meine- Waarenlager- zu jedem annehmbaren Preise abgegeben werden und mache auf diese günstige Gelegen- heü Brautleute ganz besonders aufmerksam. 569 MTTamm Wäsche- und Aussteuer-Geschäft, **«*»*1 Marktstrasse.

1421] Eine junge Dame, die sich zu ihrer Ausbildung hier aufhalten will, findet flute Pension.

Adresse unter B. T. an die Exp. d. Bl.

Bewährtestes Mittel gegen Kopfschmer« zen, Migräne, Neuralgische Schmerze«, Rheumatismen, Keuchhusten u. A.

(Aofts für Krwachsese 12 Hramm.)

ist Dr. Knorr's Antipyrm

Zu haben in allen Apotheken; man verlange ausdrücklich Dr. Knorr's Antipyriu." Jede Original-Büchse trägt ben Namenszug des ErfindersDr. Knorr- in rothem Druck.

1293 Auf das Comptoir einer hiesigen I Cigarrenfabrik wird zu Ostern ein Sehr* ' ling mit guten Schulzeugnissen gesucht, j

Näheres in der Exped. d. Bl.

I Holzverstcigerungcn

Im Gemeindewald von Oberkleen sollen versteigert werden, Beginn jedes­mal DistrictSchaalsberg 19" Vor­mittags 9 Uhr.

1) SamStag den 2. f. MtS.

Eichen: 81 Stämme = 53,16 fm, 2 Stangen I. Klaffe,

Kiefern: 308 Stämme 53,95 fm, 214 Stangen I.III. Klasse.

2) Montag -en 4. k. MtS.

Eichen: 57 rm Derbholz, 26 rm Stöcke, 115 rm Reiser;

Buchen: 21 rm Derbholz, 104 rm Reiser;

Kiefern: 113 rm Derbholz, 76 rm Stöcke, 676 rm Reiser;

Gemischt: 2 rm Derbholz, 4 rm Reiser.

Groß-Rechtenbach, 21. Febr. 1889.

1454 Das Bürgermeister-Amt.

Itilgeöorenes.

Kaffee, gebrannt, vorzügliche Qualitäten, [1491 ä Pfund Ml. 1.40, 1.60 und 1.80, bei Lodert Stuhl, Neustadt 23.

Bratbückinge

wieder eingetroffen. 1267

Emil Orbig,

Bahnhofstraße 30.