Königin-Mutter; Geheimerath Ziemssen und Medtctnalrath Brattler sind nach Hohenschwangau abgeretst.
Wie«, 24. April. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht ein kaiserliches Hand- • schreiben, durch welches die Landtage von Böhmen, Dalmatien, Galizien, Krain, Tyrol, Istrien, Görz und Gradiska aufgelöst und Neuwahlen angeordnet werden. — In ihrem l nichtamtlichen Thetle führt dieselbe Zeitung aus, daß die nunmehr aufgelösten Land- I iage im Laufe des Sommers ihre gesetzliche, sechsjährige Funktionsperiode beendet . hatten, und es sei, da ihre Einberufung vor Ablauf der Funkttonsdauer kaum möglich ! gewesen wäre, wünschenswerth erschienen, die Neuwahlen ehestens stattsinden zu lassen.
Wie«, 24. April. Der Tramwayoerkehr ist heute wieder normal. Die Com- rnunication wird durch etwa 150 Wagen vermittelt. Von den strikenden Kutschern sind «irrige in den Dienst wieder ausgenommen.
— Die Meldung der Blätter, daß die Wache gestern von der Feuerwaffe Gebrauch machte, wird von competenter Seile als unrichtig bezeichnet. Es wurde nur «in Allarmschuß in die Luft abgefeuert.
Wien, 24. April. Der Kaiser liest sich auch heilte durch den Polizeipräsidenten Bericht über den Tramwaystrtke erstatten. — Die Tramway-Gesellschaft beschloß, gegen diejenigen Kutscher, welche die Arbeit wieder aufnehmen wollen, möglichste Milde walten zu lassen.
Wien, 24. April. Der Gemeinderath nahm heute die Anträge der Sektion für Verkehrswesen an, die Tramway-Gesellschaft wegen der vorgekommenen Betriebsstörung mit einem Kautionsoerlust von 50,000 fl. und für jeden weiteren Tag der Verkehrsstörung mit einer Strafe von 10,000 fl. zu belegen; derselbe beschloß ferner, an, die Regierung das Ersuchen zu richten, dieselbe wolle die ihr nach der Konzession zuftehenden Rechte im Interesse eines ordnungsmäßigen Betriebes wahrnehmen.
Brüssel, 24. April. Boulanger ist heute Morgen um 6% Uhr mit seinen Begleitern über Ostende nach London abgereist. Es ist kein Zwischenfall vrr- gekommen.
London, 24. April. Die Königin hat sich mit der Prinzessin Louise gestern von Windsor nach Sandrtngham zum Besuche des Prinzen von Wales begeben. Dieselbe wurde am Bahnhofe von dem Prinzen von Wales und dessen Söhnen Albert und Victor auf das Herzlichste empfangen.
London, 24. Aprll. Lord Salisbury hielt gestern in einer conservattven Versammlung zu Bristol eine Rede, in welcher er die Nothwendigkeit einer Verstärkung der Flotte betonte und bemerkte, es wäre Thorhett, die Gefahr eines Einfalles von Außen zu erhöhen durch Gewährung einer unabhängigen Regierung an Irland, welche eventuell der britischen Regierung feindlich sein könnte.
London, 24. April. Boulanger ist um 31/« Uhr Nachmittags aus Dover hier eingetroffen. An den Zugängen des Bahnhofs hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden, von der ein Thell Boulanger mit Zurufen begrüßte, während ein anderer Thell ihn mit Pfeifen und Zischen empfing.
Florenz, 24. April. Der Kölner Männergesangverein ist heute hier etngetroffen.
Petersburg, 24. AprU. Dem „Grashdanin" zufolge verwarf die Retchsraths- Eommtssion, welche über die gerichtliche Verfolgung Possiet's und Stjernvals wegen des Bahnunglücks am 17. October o. Js. zu entscheiden hatte, eine solche Verfolgung imo schlug vor, sich auf Bestrafung der Herren auf administrativem Wege zu beschränken.
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Gießen, 25. April. Se. Kgl. Hoheit der Großherzvg passirte heute Morgen um 7 Uhr 58 Min., von der Auerhahnbalz bei Alsfeld kommend, die hiesige Station. Am 8 Uhr 16 Min. erfolgte die Weiterreise nach Darmstadt, woselbst Se. Kgl. Hoheit um Vzl2 Uhr Vorm. eingetroffen ist.
Gieße«, 25. April. sVictualten-Preise Ende März 1889.] Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für die' Landisftatisttk kosteten:
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. Städte mit Octrot: Darmstadt Mainz Offenbach Worms Gießen
Städte ohne Octroi: Bingen Bensheim Alzen Friedberg Alsfeld Lauterbach
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«r .. r 25. April. (Turnerisches.) Bei dem gestern in der Restauration
Beide! abgehaltenen ersten hessischen Turnlehrer-Vereinstag warm die Städte Darmstadt (Herr Turntnspector Marx und Herr Lehrer Th. Becker), Worms (Herr Mehrer Sauerwetn) vertreten. Außer diesen genannten Vertretern hatten sich etwa uoch 25 Mitglieder von Vereinen, darunter 12 Auswärtige eingefunden, um den Berathlmgen der Satzungen betzuwohnen. Sämmtliche Abschnitte wurden, nachdem 7 und 8 kleinere Zusätze erhalten, einstimmig angenommen und für das Jahr 1890 Darmstadt als Vorort bestimmt. Möchten sich doch recht viele Ortsoereine bilden und vem Hess. Turnlehrer-Verein, der in sein Programm auch Vorträge über turnerische Fragen, sowie Vorführung practischer Uebungen ausgenommen hat, beitreten, zur Stärkung und Kräftigung unserer Jugend und zum Wohle des Vaterlandes.
Die Samoa-Conferen?.
, „ 2ltn I Mai soll endlich nach monatelangen Vorverhandlungen die Samoaconferenz 5 durch Deutschland, England und Nordamerika, zusammmtreten, um
eine Verständigung dieser drei in der Samoafrage betheiligten Mächte herbeizuführen. Leider mussm aber die Aussichten auf einen befriedigenden Erfolg der Eonferenz vorerst noch als ziemlich ungewisse und schwankende bezeichnet werden, obwohl erst noch vor Kurzem der Stand der Samoafrage auf einen raschen und erfolgversprechenden Verlauf Der bevorstehenden diplomatischen Besprechungen hinzudeuten schien. Denn einesthetls oie Abberufung des deutschfeindlichen amerikanischen Eonsuls Sewall, anderntheils die Zuruckberufung des allzu schroff aufgetretenen früheren deutschen Eonsuls Knappe von Samoa und schließlich die Uebereinkunft der drei Mächte, bis auf Weiteres nur je ihrer Kriegsschiffe vor Samoa zu belassen, sprachen für allseitig obwaltende ver- söhnltche Dispositionen. Daß solche bei der deutschen und der englichen Regierung ^4^^Li"?4^^^rrschen, darf ohne Weiteres zugegeben werden, dagegen möchte das Gleiche hinsichtlich der Unionsregierung fast zu bezweifeln sein, nachdem es sich bestätigt, vatz sich unter ihren zur Samoaconferenz entsandten Vertretern die Herren Bates und Sewall befinden.
Mr. Sewall ist aus seiner deutschfeindlichen Thätigkeit auf Samoa hinlänglich vekannt und wenngleich er nur als Beigeordneter der amerikanischen Delegirten in Berlin auftreten wird, so ist doch das Erscheinen dieses Mannes auf der Samoa- conferenj in Berücksichtigung seiner jüngsten Vergangenheit eine amerikanische Rücksichts- lostgkeit gegenüber Deutschland. Was aber Mr. Bates, also einen der officiellen Ver- treter der Union auf der Eonferenz, anbelangt, so hat diese seine Ernennung sogar in Amerika Erstaunen heroorgerufen. Mr. Bates ist der Verfasser eines im „Century Magazine veröffentlichten Artikels zur Samoafrage, der von den schärfsten und rundsten Angriffen gegen Deutschland förmlich wimmelte — und eine derartige Persönlichkeit, von vornherein durch ihre deutschfeindliche Gesinnung „ausgezeichnet", wagt die amerikanische Regierung in amtlicher Eigenschaft nach Berlin zu entsenden 1
Es ist begreiflich, daß die Abordnung der Herren Bates und Sewall zur Samoa- conferenz in den maßgebenden Berliner Kreisen sehr unangenehm berührt hat. Eine bezügliche offtcielle Correfpondenz in der „Köln. Ztg." macht gar kein Hehl daraus,
welche Verstimmung deutscherseits über die Mission der genannten Herren herrscht und erklärt offen, daß hiermit die Aussichten auf ein günstiges Ergebniß der Eonferenz wesentlich herabgemindert worden seien. Selbst wenn Fürst Bismarck afle in diesem Falle sehr berechtigten Empfindlichkeiten bei Seite setzen und Mr. Bates gleich seinen amerikanischen Collegen, Mr. John Kassan und Mr. Phleps, empfangen sollte, so kann doch d e Betheiligung jenes Herrn an den Berliner Verhandlungen in Anbetracht seines parteilichen Vorurtheils gegen Deutschland nicht sonderlich zuversichtlich stimmen. Außerdem sollen die amerikanischen Regterungsvertreter mit ganz besonders „scharfen" Instructionen vom Washingtoner Cabinet versehen worden sein, die darauf hinaus- laufen, die amerikanischen Interessen auf Samoa gegenüber denjenigen Deutschlands und Englands in die erste Linie zu rücken, obwohl doch ja gerade Deutschland die weitaus meisten Interessen auf jener Inselgruppe zu vertreten hat. Bei solcher Sachlage muß allerdings die Möglichkeit, ja sogar die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns der Conferenz-Verhandlungen gleich von vornherein in's Auge gefaßt werden, da Deutschland trotz seines Entgegenkommens doch unmöglich alle seine Ansprüche den rücksichtslosen Forderungen der Yankee's unterordnen kann. Sollte sich aus diesem bedauerlichen Ergebnisse, wenn auch nicht ein Krieg, so doch eine empfindliche Störung der vielfach verschlungenen und mehr als hundertjährigen Beziehungen zwischen Deutschland und Nordamerika entwickeln, so werden hierfür einzig und allein die chauvinistischen Heißsporne jenseits des Oceans die Verantwortung zu tragen haben
Vermischtes.
orn ?.?rr"stadt- 24. AprU. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnadigst geruht:
™ Mts. den Kreisbaumeister und charakterisirten Wasserbau-Inspektor
i?Är^binHardt zu Worms zum Wasserbauinspektor des Wasserbauamts Worms mit Wirkung vom 1. April d. I. zu ernennen.
21 Aril. n Nach einer Meldung des hiesigen „Tageblattes" bez eht der Erbgroßherzog Ernst Ludwig in diesem Sommersemester die Universität Leipzig. Derselbe wird von dem Großherzogl. Amtmann Römheld aus Büdingen begleitet sein.
= Frankfurt, 24. April. Heute Vormittag 11 Uhr wurde die elektro- Fachschule mit einer entsprechenden Feier eröffnet. Der Vorsitzende des Physikalischen Vereins, der die Anstalt in's Leben gerufen hat, Herr Dr. Rößler, begrüßte die Anwesenden und gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß Frankfurt die erste Stadt im Reiche fei, die eine solche Anstalt besitzt. Die Festrede hielt Herr Ingenieur Hartmann. Derselbe feierte zunächst die Männer, welche sich um die Physik x!£0!c$niC »E^ent aemaefct haben, führte dann die vielfache Anwendung der ^Äcität im practischen^Leben vor Augen und sprach sich überzeugend dahin aus, daß die elektrische Kraft in nicht ferner Zeit die Alleinherrscherin sein, jede andere Kraft verdrängt haben werde. Zum Schluffe schilderte er die Entstehung der Anstalt und deren Lehrplan und lud dann zu einer Besichtigung der Apparate und Räume ein. Bis letzt haben sich 12 Schuler angemeldet, wovon 2 aus Frankfurt sind. Die 10 übrigen kamen aus Berlin, Würzburg, Bremerhaven, Essen, Werden, Charlottenburg rc., la aus der Schweiz kamen welche her. Der Cursus umfaßt 1/2 Jahr, das Honorar beträgt 100 JL Auch Hospitanten können den Vorlesungen beiwohnen. Der Lehrplan weist folgende Fächer auf: Physik, Allgemeine Physik, Allgemeine Elektrotechnik, Praktische Uebungen im Laboratorium, Dynamomaschinenkunde, Beleuchtungstechnik, Jnstrumentenkunde, Signalwesen, Telegraphie und Telephonie, Elemente und Akkumulatoren, Motorenkunde und Blitzableitertechntk. Dazu kommen noch einige facultattve Facher.
Hl Frankfurt a. M. Am 27. d. M., Vormittags 10 Uhr, wird hier in der Rosenau die vierte Generalversammlung des Landesvereins von Lehrern höherer Lehranstalten im Großherzogthum Hessen stattfinden. Die Tagesordnung enthält außer Mittheilungen und Rechnungsablage ein Referat des Dr. Weckerling aus Worms über die Privatstundenfrage und Berathung über zwei Anträge, die ein „Vereinsorgan" und den „Beitritt zur Sterbekasse der akademisch gebildeten Lehrer der Provinz Sachsen betreffen. Der letzte Gegenstand der Tagesordnung ist die Neuwahl des Vorstandes.
Eingesandt.
Gießen, 25. April 1889.
t tSaälbau.] Gestern Abend fand eine Sitzung der Garantiezeichner im Hotel Einhorn statt. Herr Provinzial-Director Frhr. v. Gagern erstattete als Präsident des geschaftsfuhrenden Ausschusses darüber Bericht, was in der Saalbau-Angelegenhett seit der letzten größeren Versammlung geschehen und wie der nunmehrige Stand der Sache et. Das Schüler'sche Besitzthum ist durch obigen Ausschuß Namens der Garantiezeichner nun definitiv angekauft worden und soll laut Kaufnotul am 1. Juni übernommen werden; es wird nun die Aufgabe fein, die Gründung der Saalbau- Actien-Gesellschaft so rasch als möglich zu Stande zu bringen, um die nöthigen Bau- Vorarbeiten in Angriff nehmen zu können.
Die Statuten für die zu gründende Saalbau-Actien-Gesellschaft, auf deren Grund die gesetzlichen Formalitäten erfüllt wurden — Anmeldung beim Amts- sericht rc. — wurden vorgelegt und gelangten behufs Wetterverbreitung zur Vertheilung an die anwesenden Garantiezeichner. Die definitive, gesetzlich vorgeschriebene Actten- zeichnung hat nunmehr auf den sogen. Zetchnungsschetnen, welchen die Statuten vor- sedruckt sind, zu erfolgen und zwar doppelt - jedoch für einfach gültig. Zum Vollzug der Unterschriften werden den bisherigen Zeichnern und jedem wetteren Interessenten in der nächsten Zett die Scheine oorgelegt werden und wäre es zu wünschen, daß die Zeichnungen fLoU von Statten gingen und recht belangreich ausfallen würden, damit die definitive Gründung der Actien-Gesellschaft erfolgen könne; nach dem Gesetze muß das gesammte Acttenkapital — in diesem Falle 150000 JL — erst gezeichnet sein.
Niemand wird sich dem Wunsche, daß die Schüler'sche Besitzung nicht zu Bauplätzen parcellirt, sondern als Gartenanlage mitten in der Stadt erhalten bleiben möge, entgegenstellen, auch zweifelt wohl Niemand mehr daran, daß der Bau eines zu Theater- und Eoncertzweckkn dienenden Saales ein Bedürfntß ist, ja es wird sich Jedermann sagen müssen, daß das Zustandekommen des Actienunternehmms im Interesse der gesammten Bevölkerung Gießens liegt; ganz besonders jeder Geschäftstreibende mag es fein, wer es will, die Besitzer von kleinen und großen Vergnügungslokalen nicht ausgeschlossen - hat ein Interesse daran, daß der Zuzug nach unserer Stadt ein möglichst großer wird, namentlich von solchen Personen, welche ein höheres Einkommen haben. Ein solcher Zuzug kann jedoch nur erfolgen, wenn die Stadt außer ihrer günstigen Lage, der schönen Umgebung und des verhältntßmäßtg billigen Lebensunterhaltes auch Genüsse bietet, wie Theater, Künstlerconcerte u. berat • dies ist jedoch nur möglich, wenn die nöthigen Lokalitäten zur Verfügung stehen. — Jedermann möge sich daher nach feinen Kräften am Zustandekommen des Saalbaues betheiligen und dadurch verhindern, daß unsere Nachkommen vielleicht über die Engherzigkeit und den nicht vorhanden gewesenen Sinn für gemeinnützige Unternehmungen zu klagen haben werden.
Wie mir hören steht die Conftttuirung des Bürgervereins in nckher Aussicht und sind demselben Seitens der Saalbau-Unternehmer für den Fall des Zustandekommens der Actiengesellschaft gewissermaßen bindende Versicherungen gegeben worden daß ihm das Schüler'sche Wohnhaus als Gesellschaftshaus eingerichtet und mtethwetse abgelassen wird. r
— Nichts Besseres gtebt es für jede Haushaltung, ob reich oder arm und besonders für lebe Familie mit Kindern, als vor jeder Mahlzeit eine gute kräftige Suppe. Ni chts legt, wie man zu sagen pflegt, einen besseren Grund; und nur der Umstand, daß bisher zur Bereitung einer solchen Siedefleisch gehörte, und dieses, nachdem es ausgesotten war, einen sogenannten zweifelhaften Genuß bot, liefe vielleicht in mancher Familie die Suppe nicht vermissen. Gute Suppe und nachherigen guten »raten bieten aber Knorr's nur mit Wasser zu kochende Suppentafeln, dadurch, daß kein S^edefleisch nöthig, indem Knorr's Suppentafeln sämmtliche Bestandtheile einer guten Suppe enthalten. Ebenso wird jeder Feinschmecker einer mit Knorr's Suppen- m eh len hergestellten Wassersuppe, der vor dem Anrichten einige Löffelchen Knorr's ingedickte Gewürz-Fleischbrühe beigegeben werden, alles Lod zuerkennen.


