Ausgabe 
25.5.1889
 
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Beilage zu Jlr. 121 desAchmer Anzeiger"

Alle Sorten Blumenpflanzeu, als: Levkoje«, Astern, Balsa­minen rc. 2C. empfiehlt in schönen Pflanzen die Handelsgärtnerei von

Friedrich Georg,

4320 Seltersweg 41.

* Aus -em Jahres-Bericht -es ZabriK-Inspectors für das Grohherrogthum Hessen für 1888.

i.

3m Jahre 1888 betrug die Zahl der Fabriken und Hefen gleichgestellten gewerb­lichen Anlagen, Hütten, Bergwerke und Salinen innerhalb des Großherzogthums Hessen 1193, darunter 721 mit Dampfbetrieb, mit sonstigen Betriebskräften 153, mit Handbetrieb 319. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter betrug 44 200 gegen 38396 im Vorjahre. Von diesen Fabriken unterstehen 1158 der Aufsicht des Fabrtkinspectors. Die höchste Zahl von Arbeitern wurde in Gruppe XII, Nahrungs- und Genußmittel (eS zählt hierzu auch die namentlich in Oberhessen betrieben« Cigarrenfabrikation) mit 10314 beschäftigt, in der Papier- und Lederindustrie wurden 7145, in der Montan-, Eifen- und Werkzeugmaschinen Industrie 5640 Arbeiter beschäftigt. Neu entstanden find 19 unter die Kategorie Fabriken fallende Betriebe, eingegangen deren 17. Eine besonders lebhafte Thätigkeit war in der Maschinenfabrikation, Kesselfabrikation und Etfenßiißerei bemerkbar; Arbeiter dieser Industriezweige wurden gesucht; auch die Geschäftslage der Leder- und Cigarrenfabriken hat sich gegen das Vorjahr etwas gebessert, auch Ziegeleien und Cementfabriken waren infolge starker Bauthätigkeit stärker beschäftigt. Es trifft öfter zu, daß Klagen über niedrige Preise der Erzeugnisse gerade von solchen Fabrikbesitzern geäußert werden, welche von ihren Concurrenten als die­jenigen bezeichnet werden, die durch Herabdrückung der Preise schädigend auf das Geschäft im Allgemeinen wirken. Die Erhöhung der Production zur Vergrößerung des Umsatzes bei gesunkenen Preisen ist eine Maßregel, welche nur verderblich auf das Geichast im Allgemeinen in dem betr. Industriezweige einwirken kann und die ver­mehrte Heranziehung weiblicher und jugendlicher Arbeiter, z. B. in ber Metallwaaren- tnbuftrie, die Ausdehnung der Arbeitszeit durch Ueberstunden, der Uebergang zur Nachtarbe't, das Herabsetzen der Stück- und Accordlöhne sind Mittel, welche nur dazu helfen, daß das Geschäft noch weniger lohnen wird. Die Verwendung von Gaskrast- maschinen hat eine erhebliche Steigerung erfahren. Es waren am Ende des Berichts- lahres 249 Gaskraftmaschinen mit zusammen 71U/s Pferdekräften in Betrieb (in Gießen 22m» 47 Pferdekräften). Im Berichtsjahre wurden vom Fabrik-Jnspector 204 gewerb- W Anlagen besichtigt, 127 ganze und 2 halbe Tage wurden zu Dienstreisen gebraucht, 2 Revisionen fanden zur Nachtzeit statt. Im Ganzen wurden 182 schriftliche Gutachten und Berichte erstattet.

Der Verkehr mit Arbeitgebern und Arbeitern war ein reger. Das Vertrauen zu den Aufsichtsbeamten ist in erfreulicher Weife im Wachsen begriffen. Mehrfach wurde von Arbeitern auf Mißstände verschiedener Art in Fabriken aufmerksam gemacht und die Fabrikbesitzer um Auskunft und Rath ersucht. In 652 Fabriken waren 4360 jugendliche Arbeiter im Alter von 12 bis 16 Jahren beschäftigt. Gegen 1886 hat eine ^unabme um 561 stattgefunden. Die Anzahl der beschäftigten Kinder im Alter von 1214 Jahren beträgt 86, ein Theil derselben ist bereits aus ber Schule entlassen. Don dem anderen Theil sind 23 in Zündholzfabriken, 18 in der Cigarrenfabrikation, der Herstellung von Flaschenhälsen aus Stroh, 9 in Cocosmattenfabriken, 4 in Buchdruckereien, 4 in Ziegeleien und 3 in Ultramarinfabrifen beschäftigt.

Hinsichtlich der Beschäftigung der jungen Leute zwischen 14 und 16 Jahren ist zu bemerken, daß diese bei dem männlichen Geschlechte zu, bei dem weiblichen Geschlechte abgenommen hat. Wegen Nichtbeachtung ber Bestimmungen über die Arbeitszeit und Pausen jugendlicher Arbeiter wurden mehrere Fabrikbesitzer in Strafe gezogen. Be- sonders in Ziegeleien wurden Uebertretungen ber Bestimmungen über bie Arbeitszeit lU?Tb??oir.; ^gefunden. Die Zahl ber über 16 Jahre alten Arbeiterinnen betrögt 8216. Die Zahl der über 16 Jahre alten männlichen Arbeiter beträgt 31,624 gegen 26,807 in 1886. '

Bei ben Fabriken-Revisionen im Berichtsjahre fand der Fabrikinspektor die Lifte der jugendlichen Arbeiter in den betreffenden Arbeitsiaumen nicht aufgehängt in 23, ?C97f4-n4t D0ÄnbJVn \ Plakat-Auszug aus der Gewerbeordnung fehlend Arbeiter unttr 21 Jahren wurden ohne Arbeitsbücher gesunden, in 20 Fallen Verstöße gegen die Bestimmungen über die Arbeitszeit und in 12 Fällen solche gegen die Bestimmungen über die Pausen für jugendliche Arbeiter, ^n einer Ziegelei erhielten die Arbeiter einen Theil des Lohnes in Blechmarken ausbezahlt, für welche Speisen und Getränke verabreicht wurden. Wegen Verstoß gegen S 115 der Gewerbe-Ordnung wurde der Geschäftsführer der Ziegelei in Strafe genommen.

Nicht angemeldet zur Unfallversicherung ber Arbeiter wurden befunden: eine : Kammfabrik und eine Schreinerei mit Motorenbetrieb, eine Pfeifenfabrik mit Tampf- betrteb mit 17 Arbeitern und eine Cigarrenfabrik mit 16 Arbeitern

Vermischte-.

«ll-rgnädiB^uht' 231 6dne K°ni»»ch- v°h-t. der Großhnzog habe» r ©rabiermeifter ßuhmig Schwinbt aus Theoborshalle.

versetzen ^^"chen, mit Wirkung vom 1. Juni bss. Js., in ben Ruhestand zu

. Darmstadt, 23.Mai. Ernannt rouiben: Am 17. Mai ber Gerichtsschreiber- Uh in zum Hilssgerichlsichretber bei dem Amts­

gerichte AlSfelb, an demselben Tage der Gerichtsschreiber-Aspirant Albinus Blößer in Seligenstadt zum Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Seligenstadt; an dem­selben Tage der Finanzaccesstst Georg Müller in Lengfeld zum Steuerassessor.

Darmstadt, 23. Mat. Neun bei ben Großh. Landgerichten Darmstadt, Gießen und Mainz beschäftigte Gehilfen Haden sich mit einer Vorstellung an die zweite Kammer gewendet:Dieselbe wolle bei ber Großh. Regierung es veranlassen, daß bie bei ben @roBb. Landgerichten beschäftigten Gehilfen nach einer zu bestimmenden Reihe von Dienstjahren ihre Anstellung ftnben." Die Großh. Regierung, um Meinungsäußerung hierüber ersucht, äußerte sich dahin, baß ein Eingehen auf das Ersuchen um io weniger Strüh nn fi* L ^^n der hier fraglichen Schreibgehilfen, die sämmtlich einer Prüfung sich nicht unterzogen hatten, wesentlich mechanischer Natur seien und eint Vergleichung mit ben verantwortlichen Dienstverrichtungen der Gehilsen bet den Kreis- Folge^zu^ gebm aUl°^C* ®Cr britlc Ausschuß beantragt, der Vorstellung keine weitert

Limburg, 20. Mai. Heute Vormittag i/2ll Uhr ertränkte sich ein Einwohner von Elz, Gr., gebürtig aus Gückingen, einarmig, Vater einer zahlreichen Familie, durch einen Sprung von der Brücke in die Lahn. G. war früher Bremser und wurde ihm der Arm vor einigen Jahren abgefahren. Die Leiche wurde bereits gelänbet.

. HochA, Mar. Drei hiesige junge Burschen, ein Schlosser, ein Eisendreher Postbebiensteter, machten heute Mittag eine Spazierfahrt auf dem Main, trieben habet allerlei edjaferei und Muthwtllen, schaukelten, warfen die Hüte in bie Höhe und dergleichen mehr. Plötzlich jedoch schlug der auf dem Kiel ziemlich schmal gebaute Kahn um und bie drei Spazierfahrer stürzten in den Strom. Der Schlosser und ber Postbedienstete ertranken, der Eisendreher dagegen rettete sich durch Schwimmen wäre aber ohne schnell zur Stelle gewesene Hilfe auch verloren gewesen ' '

. derltn, 19. Mai. Ein entsetzlicher Racheakt, dem ein umchuldiaes Kind zum Opfer gefallen ist, wurde am Freitag früh in den ersten Morgenstunden im nahen Treptow ausgefuhrt. Der Kutscher des Kunstgärtners Mosisch daselbst ist verheirathet und Vater eines hübschen zweijährigen Kindes. Die Schwester seiner Frau, die in der Nähe diente, wohnte bei ihren Verwandten, gab aber durch ihr unsolides Leben wieder­holt Veranlassung zu Zurechtweisungen. Darüber ergrimmte das leichtfertige Mädchen dermaßen, daß es Rache zu nehmen beschloß, und diesen Plan führte sie gestern in ber sunften Morgenstunde auf eine teuflische Weise aus. Sie nahm bad Kinbchen der Kut cherSleule, begab sich mit demselben in den Garten, klopfte an bas Fenster ber Autscherwohnung und rief, als dasselbe geöffnet wurde:Rache ist süß! Jetzt räche ich mich für Eure schlechte Behandlung und ertränke mich und Euer Kind!" Noch ehe Jemand die scheußliche That verhindern konnte, hatte das Mädchen seine unselige Absicht ausgefuhrt und war mit dem Kinde in die gerade dort sehr tiefe Spree gt fprungen. Beide konnten erst nach geraumer Weile - das Mädchen nach einer, das unglückliche Kindchen nach zwei Stunden als Leichen dem nassen Grabe entrissen werden. Der Schmerz ber so schwer betroffenen Eltern um ihren kleinen Liebling ist grenzenlos. a

k tMemento" eine neue Uhr.) Der Uhrmacher A. Gigon in Chaux de Fonds hat eine Kalenber-, resp. Datumuhr erfunden, ber er ben NamenMemento" ^erinnere dich) gegeben hat. Der Mechanismus dieser Uhr ist so eingerichtet daß in jeder beliebigen Zeit in einer Oeffnung ein Zeichen ober eine Inschrift zum Vorschein kommt, bie ben Trager einer solchen Uhr stets aufmerksam macht, daß er an dem und bem Tage unb zu ber und der Zeit bei irgend einer verabredeten Zusammenkunft Versammlung rc. anwesend sein muß. Zu diesem Zwecke wird ein Zeiger, der specielk für diesen Dienst vorhanden ist, auf die Zeit des fraglichen Tages gestellt. Ist der Datumzeiger an ber Zett angekommen, die man eingestellt hat, so kommt in einer Oeffnung das betreffende Zeichen an das gegebene Versprechen. Wenn unter gleichem Datum mehrere Zufammenkunste ftattzufinben haben, so befindet sich im Innern des Schalenbodens eine kleine Schiefertafel, auf welche man bie wetteren Aufzeichnungen machen fann. Diese Erfindung ist auch sür Pendulen, Regulärems rc. verwendbar und ^autImperial bereits durch Herrn Professor Camille Calame in Chaux de Fonds in Ausführung gebracht worden. 6 u u

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