Zeilage zu Ar. 169 öes „Achmer Anzeiger"
Vermischtes.
Stuttgart, 20. Juli. Der Verein deutscher Pomologen und Obstzüchter, welcher alle drei Jahre eine Hauptversammlung abhält, hat als Vorort für seine diesjährige — zwölfte — Zusammenkunft Schwabens Hauptstadt, Stuttgart, erwählt und als Zeit hierfür die Tage vom 22.-26. September bestimmt. Wie die früheren Versammlungen, so wird auch die diesjährige wieder zahlreich besucht werden; es finden sich die ersten Pomologen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus anderen Ländern zusammen und die bei diesen Versammlungen gehaltenen Fachvorträge sind stets von größtem Interesse.
Zu der gleichzeitig zu veranstaltenden Ausstellung von Obst, Obstbäumen, Obsterzeugnissen, Maschinen und Geräthen für Obstverwerthung, Obftverpackungsarten u. a. sind die Vorarbeiten in vollem Gange. Die Ausstellung, deren Arrangement dem Württembergischen Obstbauveretn übertragen ist, findet in der städtischen Gewerbehalle statt, einem für solchen Zweck ganz besonders geeigneten Gebäude.
Für die Versammlung selbst ist der Zeitpunkt sehr günstig gewählt. Am 28. September wird in Cannstatt (nur 3 Kilometer von Stuttgart entfernt) das land- wirthschaftliche Landeshauptfest abgehalten, das dieses Jahr zu Ehren des 25jährtgen Regierungsjubtläums des Württembergischen Königs besonders glanzvoll gefeiert werden wird. Der Württembergische Obstbauveretn, welcher auch die Vorbereitungen zu dieser Hauptversammlung besorgt, wird Alles aufbieten, um den Theilnehmern an derselben ihren Aufenthalt in Stuttgart zu einem angenehmen zu machen.
Das Programm für die Ausstellung ist fertiggestellt und wird an alle Interessenten, welche dasselbe wünschen, von dem Schriftführer des Württembergischen Obflbauoereins, Kaufmann Ferdinand Groß in Stuttgart, gratis versendet. Es ist in 6 Abthetlungen und 83 Nummern gegliedert. Als Veretnspreise sind 4 goldene, 49 große silberne, 49 kleine silberne, 76 broncene Medaillen und 79 Diplome ausgesetzt.
Außerdem sind bis jetzt schon verschiedene Ehrenpreise verwtlligt worden, von denen wir zunächst nur die goldene Staatsmedaille von Seiner Majestät dem deutschen Kaiser und König von Preußen, 3 silberne und 3 broncene Staatsmedaillen von der Kgl. preußischen Regierung nennen.
Elberfeld, 15. Juli. Einer Notenfälscher-Gesellschaft, welcher mit der Herstellung von Fünf-, Zwanzig- und Hundertmarknoten sich beschäftigte, ist der „Magd. Ztg." zufolge durch die hiesige Polizei das Handwerk gelegt worden. Die Bande, die ihr Geschäft im großen Stil zu betreiben beabsichtigte, hatte in einer Wirthschaft zu Deutz eine Zusammenkunft mit Personen, die sich für den Betrieb der falschen Noten tnleressirten und sie zu einem Viertel des Nennwerthes fest übernehmen sollten. Ein von hier nachgereifter Commissar deckle die Fäden auf und bewerkstelligte die Verhaftung eines der Schuldigen in Köln. Ein zweiter, erst kürzlich aus dem Zuchthause entlasser, schon wegen Münzverbrechens vorbestrafter hiesiger Schlosser wurde in Elberfeld festgenommen. Weitere Verhaftungen stehen bevor.
— Ka.iser Friedrich hat, wie man weiß, alsHerrscher nur ein einziges Mal seine Truppen gesehen; es war am 29. Mai 1888, als Kronprinz Wilhelm dem schwer- kranken Fürsten seine Infanterie-Brigade im Schloßparke zu Charlottenbmg vorführte. Dieser Moment soll nun, wie eine hiesige Correspondenz erfährt, durch Künstlerhand im Bilde festgehalten werden, und zwar auf Veranlassung Kaiser Wtlhelm's. Der Monarch hat den Maler Georg Koch mit der Herstellung jenes Gemäldes betraut. Der Künstler hat zu diesem Behufe schon Skizzen entworfen, welche die Zustimmung des Kaisers gefunden haben. Der leidende Herrscher wird im Wagen sitzend dargestellt; hinter ihm hält auf seinem Goldfuchs Kronprinz Wilhelm. Einem Major — wenn wir nicht irren, war es Herr v. Berenhorst — der an der Spitze seines Bataillons defiltrt, reicht der Kaiser freundlich die Hand, welche der Officier voll inniger Rührung an die Lippen zieht. Der Maler Koch hat bereits mit der Ausführung des Bildes begonnen.
— sThorwaldsen unter Grenzcontrole.j Der dänische Consul in Moskau Staatsrath Thor Lange, hat sich veranlaßt gesehen, die dänische Industrie darauf auf- merksam xu machen, daß ein in Rußland bestehendes Einfuhrverbot von biblischen Gegenständen aller Art kürzlich mit besonderer Schärfe erneuert worden sei Es daher der reich entwickelten Thorwaldsen-Jndustrie abzurathen, des Meisters bekannte Christus-Figur, seinen Taufengel, ja selbst die allbekannten Basreliefs .Tag und Nacht' nach Rußland zu senden. Die Absender solcher Kunstgegenstände hätten xu erwarten, daß ihre Sendungen confiscirt und sie selbst mit einer Geldstrafe beleat mürben. 1 ®
o ,, - Zu Nutz und Frommen der Vogel erläßt I. Trojan in der „Nat.- Zettung folgende Bitte und Warnung: „Damen, welche mit ihrer Handarbeit im Garten oder sonst im Freien sitzen, seien gebeten, Zwirn und Seide oder sonfttaes Fadenwerk, das bei der Arbeit abfällt, nicht auf den Boden zu werfen. Es sieht schon nicht gut aus, wenn solcher Abfall auf sauber gehaltenem Boden liegt, aber auch etwas anderes kommt noch in Betracht. Die Vögel tragen dergleichen zu Nest und leicht geschieht es bann, daß die junge Brut in den Fäden die Füßchen sich verstrickt, deßhalch nicht ausfliegen kann und elendiglich zu Grunde geht. In einem Garten auf dem Lande, von wo ich eben herkomme, wurde der Wein beschnitten. Da fand der Gärtner hinter dem Laube ein Fliegenschneppernest und darin zwei todte Vögel. Die Todesursache wurde bald erkannt; die Füßchen der armen Thierlein waren mit Hwtrn an das Nest gefesselt, so daß sie nicht hatten ausfliegen können, die Alten aber die sonst sehr besorgt um ihre Jungen sind, hatten sie endlich doch verlassen. So mußten sie verhungern. Aehnltches kommt, wie ich höre, nicht selten vor. Auch sagte man mir daß Tauben sich mit ben Füßen in das Fadenwerk verwickeln und dadurch Qual haben."
— Die Ernte ist in vollem Gange und für alle Mühen und Sorgen eines langen Jahres steht jetzt der Landmann vor seines Schweißes Lohn Wohl geben schon vom Spätfrühjahre an immer allerlei Hoffnungs- ober Klagelteber burcb die Presse, halb gebetht es hier so recht sichtbarlich gesegnet, balb vernichtet bort ein ungeeignetes Wetter schöne Aussichten, aber bas alles ist unfruchtbare Conjektur — Zukunftsmusik möchte man sagen — J>a§ wirkliche „Ist" der Rechnung wird erst offenbar, wenn die Ernte geborgen. So manche Hoffnung war dann trügerisch so mancher Schade aber auch überschätzt und das Fazit, wie wir's in diesem Jahre feststellen können, zeigt sich dann noch als ein mittelgutes. Freilich, wo Waffersnotb Hagelschlag ober schließlich bie Juni-Dürre gewaltet haben, wirb es häßlich genug um ber harten Arbeit Lohn aussehen. — Unb wo auf ben Feldern die Sensen klingen und die Garben fallen, da geht eine gar tief einschneidende Veränderung in der landschaftlichen Physiognomie vor sich. Ueppig und voll prangten soeben noch die Flächen in dem Aehrenmeer wallte und wogte der Wind, durch die Lüfte zog jener eigenartige Duft des reifenden Halmes, da plötzlich sinken die Schwaden und wenn die hoch- gepackten Fuder heimwärts geschwankt sind, bleibt das leere nackte Stoppelfeld zurück Welch ein anderer Anblick. Gleich als wäre das Schmuckgewand einer künstlich ae-' putzten Schönen ausgezogen worden und alle Falten, Ecken und Härten eines bisher bewunderten Körpers präsentiren sich dem enttäuschten Auge. In Rissen und Furchen sehen wir wieder unsere alte Mutter Erde und sie schreitet abermals aus sommerlicher Fülle und Kraft zu herbstlichem Welken. Das Stoppelfeld ist die erste deutliche Mahnung, baß ber Vegetationshöhepunkt erreicht ist, baß es von nun an abwärts geht Doch jebes zu seiner Zett, zur jetzigen Freube über bas Gelingen unb wenn sich die Frucht der Ernte erst in kundiger Hand zu all dem Leckeren gewandelt hat, das heule aus Mehl bereitet wird, schmeckt auch den darob sentimental Gestimmten gar köstlich was heute gemäht wurde, unb was sie nicht genössen, wenn nicht zu rechter Stunbe die scharfe Sense in das Schmuckkleid der Mutter Erde gesaust wäre.
Mittwoch den 24. Inti l. I.,
Nachmittags 2 Uhr, werden in der Alett'schen Hofraithe gegen Baarzahlung versteigert:
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Geißler, 6075 Gerichtsvollzieher.
Möbel-Nersteigerung.
Donnerstag den 25. Juli, Nachmittags 2 Uhr, werden im Hause des Herrn Kaufmann Fr. Müller, Neustadt 41,1. St., Möbel, als:
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«roden. Schränke, 1 Küchen- schrank, Weißzeug, Kleider, Porzellan, Küchengeräthe, Bücher re.
»ersteigert. 6090
I. A.: F. Hoffmann.
Verlag von Becker & Laris, Gießen und Berlin W.
Soeben ist erschienen und durch die Verlagsbuchhandlung sowie durch jede in- unb ausländische Buchhandlung zu be-- ziehen:
Beiträge
zur
Statistik der Forsten des europäischen Rußlands.
Von II. K. Henko. Petersburg 1888.
Aus dem Russischen, mit einem Vorwort von Gase, König!. Oberforstmeffter.
Durch diese höchst interessante Schrift, in welcher die neuesten Untersuchungen und statistischen Erhebungen über die russischen Waldverhältniffe niedergelegt sind, werden die überraschendsten Auf- - fchluffe über die bisher für unerschöpflich gehaltenen russischen Wälder gegeben.
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Toiletteartikel. 5985


