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Vermischtes.

, - Das Johannisfest am 24. Juni ist des eigentlichen Sommers richtiger Beginn und ^ein vaupt- und Lteblingssest. Am höchsten und längsten entfaltet jetzt re\00- ka e?onne ^hre segensreiche, fruchtbringende Kraft, am reichsten prangt der bti eitot Jr5nX mit i?rem °°Usten Blumenflor und Rosendust

a schöne Fest derSommersonnenwende", wie einst in alten betten

es geheißen war, als man zu Ehren der Natur es feierte, bis das Christentum zum Äußern Glanz den tnnern fügte, indem es die heidnische Ovation, dem Himmelslicht! dargebracht mit dem Gedächtnisie St. Johannes des Täufers zu vereinen wußte, genannt:Der Erleuch er der Irrenden" undDie Leuchte der Menschheit", als dessen im Jahre 506 festlich begangen wurde. So blieb dem Volke erhalten, was ihm von Alters her heilig und theuer war, denn die frohen Bräuche des Sommersonnenwendfeftes, ste ließen mit bedeutsamer Symbolik sich übertragen auf den Johannistag und die Johanntsnacht, wo Feuer und Wasser, diese beiden läuternden bellen, reinigenden Elemente, von jeher sich verbunden, um mit gehetmntßoollem Zauber die uralten Sitten zu durchflechten und zu einem förmlichen Orakel für Mann und in ^Herzens- und in anderen Angelegenheiten. Keine Kraft übertraf

12 k m 8 ?"6en die des Johannis- oder Sonnenwmdfeuers, kein Bad auf

Erden die Heilkraft des Johanniswassers. Und auch sonst! Was alles gab und Kbt, es - wie der Volksmund plaudert - da zu holen in der Johanntsnacht! Schatze, Wünschelruten, wundersame Blumen und Kräuter, die Einem sagen und ver- rathen, was man zu wissen wünscht und die bewahren vor allem Unheil, das Leib und Seele treffen kann, vor Allem das berühmteJohanniskraut" und die nicht minder berühmteJohannisblume , die gar Vieles künden, was man nicht alle Tage sonst ^fahrt und die das ganze Jahr beschützen gegen Vieles was der Mensch zu fürchten Po* t?uCI mu^ertfinden, denJohannissegen", und es verstehen, ihn festzuhalten das ganze Jahr hindurch, bis wiederumJohannis" naht!

wird der Deutschen Zeitung" geschrieben: Die Pfingst- haben wieder ihr Opfer gefordert. Der 25 Jahre alte Abiturient Peter Pfeifer aus Raab machte mit drei Mitschülern einen Ausflug auf den Trenchtltng bet Trofamch Vor dem Anlangen auf dem Gipfel verließen den Pfeifer, welcher nie einen §^r6 bestiegen hatte, die Kräfte. Er erklärte, er wolle ein wenig ausruhen und allein den Ruckweg antrden. Seine Begleiter setzten den Aufstieg fort und bewerkstelligten a±nn des Berges den Abstieg. Pfeifer ist aber seither spurlos ver­schollen. Als er am Mittwoch zum Schulbesuche nicht zurückgekehrt war, erstattete seine Quartiergebertn Anzeige. Die Nachforschungen ergaben, daß am Dienstag Morgen ein Caplan von einer völlig unzugänglichen Stelle des Trenchtltng aus Hilfe- rufe gehört habe. Der Rufende theilte mit, daß er ganz unversehrt sei, ober weder vorwärts noch rückwärts gehen könne. Der Caplan sicherte Hilfe zu und entfernte sich eilig, um Leute zu holen. Als fedoch gegen Mittag die Leute zur Stelle kamen, war von dem Gefährdeten, dessen Identität mit Pfeifer wohl außer Frage steht, keine Spur mehr zu finden. Es wird angenommen, daß Pfeifer, von Müdigkeit überwältigt, auf roo seine College» zurückließen, etngeschlafen sei, erst bei einbrcchender Dunkelheit erwachte und den Rückweg antrat, wobei er den richtigen Weg verfehlte und auf die ganz unwegsame Tragößer Seite des Trenchtltng kam. Dort scheint er obne Schaden zu nehmen, bis zu jener Stelle abgefallen zu sein, wo er am Dienstag war. Unmittelbar unter dieser Stelle fällt mehrere hundert Meter tief eine Wand ab und ein glücklicher Zufall scheint den Sturz über dieselbe aufgehalten zu haben. Als nun die erwartete und zugcficherte Hilfe zu lange ausblieb, dürfte der Unglückliche den Ab- stieg über diese Wand versucht und dabet zu Tode gestürzt sein. Die Leiche ist bisher nicht gefunden worden und man zweifelt, ob sie auf jener Schroffe überhaupt auf­zufinden tft. Die Jäger hoffen den Platz aus dem Zufluge der Geter erfahren zu können.

für die Anlage einer Wasserabführung aus dem Bürgermeisterei - Gebäude nach der Wteseck im Betrage von 90 werden bewilligt. Herr Bleicher W. Sch mall bittet die angeordnete Einfriedigung des von der Grünbergerstraße nach seiner Bleiche führenden Fußweges, für welchen er eine jährliche Pacht entrichte, nicht zur Ausführung zu bringen, sondern deffen Offenlassen für den Verkehr mit kleineren Handwagen zu gestatten. Dem Gesuche kann nur insoweit stattgegeben werden, als am Eingang zu dem Gäßchen ein 90 Ctm. breiter Durchgang bleibt, über das darüber hinausgehende Gelände kann die Stadt nicht verfügen, da selbiges Eigenthum des Herrn H. Vogt !?' Die auf 118 veranschlagten Kosten für eine Blendwand aus Wellblech vor dem Pissoir am Neuenwegerthor werden bewilligt. Das Gesuch des Herrn Hugo Hoffmann um Erlaubntß zur Anbringung eines das vorgeschriebene Maß um 5 Ctm. überschreitenden Firmenschildes wird genehmigt, desgl. das Gesuch des Herrn Hetnr. Mühlig um Ertaubniß zur Verfüllung eines Canals vor seinem Eigenthum an der Flugelsgasse; das beir. Grabengelände soll dem Gesuchsteller pachtweise über- Afen werden. Als Standort für das neue Knabenschulgebäude, dessen Bau fo gefördert werden soll, daß es im Herbste 1891 bezogen werden kann, kamen zwei Bauplatze in die engere Wahl, nämlich die Gärten von Dr. Weber und Müller Wittwe an der Nordanlage und der O. Schmtdt'sche Garten an der Südanlage. Erstere Gärten find bereits angekauft, während bezüglich des Schmtdt'schen Gartens die Stadt Das Vorkaufsrecht bis zur Beendigung der Verhandlungen wegen Anlage eines Zu­ganges vom Seltersweg her hat. Herr Architekt Haas wurde mit Ausarbeitung der ^forderlichen, beide Bauplätze berücksichtigenden Pläne betraut, nach deren Vorlage die Bau- und Schuldeputation wie der Schulvorstand sich für die Wahl des Platzes an der Nordanlage ausgesprochen haben. Das neue dreistöckige Schulgebäude soll erhalten 16 Schulfale für je durchschnittlich 80 Kinder, so daß eine Thetlung der Jahrgänge m Sw" Abthetlungm ermöglicht wird. Ferner ist vorgesehen ein Zeichnensaal. Die erhöhten Anforderungen an Licht und Raum sprechen für die Einrichtung eines beson­deren Zeichnensaales. Ein besonderer Saal mit amphttheatralischer Anordnung und «mcm Raume zur Aufbewahrung der Lehrmittel und Sammlungen soll dem physi- kalrschen Unterrichte dienen; mit Errichtung dieses Saales ist die Vermeidung von Zetlversäumniß beabsichtigt, die die Vorbereitungen für den physikalischen Unterricht üeroorrufen, wenn derselbe in dem betreffenden Klassenzimmer erthetlt wird. Mil der Einrichtung von Schulbädern soll durch Anlage eines solchen im Souterrain des pro- jectirten Schulhauses fortgesahren werden. An sonstigen Räumen sind vorgesehen: ein Conferenzzimmer, ein Oberlehrerzimmer, ein Bibliothekzimmer und ein Wartezimmer, ^uv Vermeidung von Zugluft soll das Gebäude nur einen Eingang erhalten. Die He'zung soll mittelst Centralheizung erfolgen. Turnhalle und Aborte sollen, wenn auch nlcht m directem Anschluß an das Hauptgebäude, so doch mittelst regenfreier Zugänge erreichbar gebaut werden. Die Wohnung des Schuldteners wird nicht, wie ursprüng- Irch geplant, in das Souterrain, sondern in das Erdgeschoß gelegt werden. Es wird Der Vorschlag der Deputationen auf Erbauung des Schulhauses nach den vorliegenden Planen angenommen. Dem städtischen Straßen wart wird für dtei.s Jabr eine

UcatirDn r°" bewilligt. Dem Schutzmann Dörr wurden 100 Kleider­geld, dle ihm bet seinem Uebertrttt von der Hülfsschutzmannschaft zur Schutzmannschaft als schon empfangen angerechnet wurden, nachträglich bewilligt. Dem Gesuche der Ettern des Karl Schneider um Verbringung desselben in eine Besserungsanstalt wtrb stattgegeben. - Buchdrucker G. Nephuth schuldet der Stadt seit seinem Weg- gange von hier noch Schulgeld und Communalsteuer. In der Voraussicht, daß sich Die Verhältnisse des Schuldners bessern würden, wurde früher von einer Nieder­schlagung des Schuldbetrages abgesehen. Da sich indeß nach neuerlich angestellten Er- funbtgungen beim Rechnetamt in Frankfurt a. M. dessen vollständige Mittellosigkeit ergab, wird der Antrag der Ftnanzdeputation auf Niederschlagung der Schuld an­genommen.

Arbeilsvergebung.

Die Arbeiten für die gründliche Ausräumung der ganzen Strecke des ca. 3 km langen Lehograben- sollen in einzelnen Loosen an Ort und Stelle öffentlich vergeben werden.

Hierfür wird Termin auf Mitt­woch den 2«. Juni, Bonn. S Uhr, anberaumt. Zusammenkunft sämmtlicher Uebernahmslustigen an der Abzweigung des Lehngrabens von der Horloff auf der Kreisstraße Steinheim- Trais-Horloff, woselbst Bekanntgabe der näheren Bedingungen erfolgt.

Gießen, am 17. Juni 1889.

Der Großherzogliche Kulturingenieur für Oberhessen.

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Montag den 24 Juni, Nachmittags 2 Uhr, wird Plockstraße 1:

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