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weiter, indem sie schlankweg behauptet, Deutsch-Südwestafrika endige nach dem Innern - zu an der Nordgrenze des Damaralandes, so daß England alles nördlich und östlich . von Dam araland gelegene Gebiet sich an eignen dürfte. Hiernach wäre die deutsch- j portugiesische Grenzlinie, welche unter 17° 20' s. Br. vom Euneneflusse zum Zambesi j Läuft, einfach illusorisch; das dortige Land wärevon keiner Macht beansprucht". Auf . diese Weise sprechen manche Engländer uns die ganze nordöstliche Hälfte, den einzig l fruchtbaren Theil von Deutsch-Südwestafrika, etwa in der Größe des Deutschen Reichs, j ab und natürlich ohne weitere Begründung sich selber zu. Ferner erklären ste alle \ portugiesischen Besitzrechte in Jnnerafrika für null und nichtig und strecken ihre Hand aus nach dem gesummten binnenländtschen Theile von Deutsch-Oftafrika trotz der deutsch-englischen Abmachungen auf der Londoner Conferenz und der im Jahre 1887 wiederholten Zusagen der englischen Regierung, wonach jede englische Aneignung oder Schutzherrschaft in diesem Gebiete nördlich von 11° 40' s. Br. im Osten der Seen bis zum Victoria Ryanza ausgeschlossen ist. Auf dieser ganzen Strecke grenzt das deutsche Interessengebiet unmittelbar an den Congostaat, so daß zwischen beiden für englische Erwerbungen fein Raum mehr ist. Selbst zur Forderung der Aneignung zweier eben­falls von England anerkannter Staaten, der Transvaal- und der Oranje-Republik, versteigen sich einzelne Blätter. Leider, so schließt dieKöln. Ztg." ihre Betrachtung, bekennt sich in England eine einflußreiche Partei zu diesem vertragswidrigen Programm und es wird befürchtet, daß die englische Regierung deren Drängen schließlich nachgeben könnte. Umsomehr erwächst uns die Pflicht, diese englischen Gründer und Heißsporne daran zu erinnern, daß die englische Regierung trotz allen Drängens nicht in der Lage ist, von ihr selbst anerkannte deutsche Besitzungen und Jnteressenkreise an englische Unternehmer zu verschenken. Die Entscheidung über diese Gebiete liegt in Berlin und nicht in London.

Berlin, 19. Juni. (Militärisches.] Aus Anlaß des Wettiner Jubiläums bat der Kaiser für diejenigen Angehörigen des königlich sächsischen 6. Infanterie-Regi­ments Rr. 105, des königlich sächsischen Fuß-Artillerie-Regiments Nr. 12 und der 15. (königliche sächsischen) Compagnie des Eisenbahnregiments sowie für diejenigen zu Truppentheilen und Anstalten der Reichsarmee commandierten Angehörigen des königl. sächsischen Militärconttngents, welche von militärischen Vorgesetzten oder von Militär­gerichten bestraft worden sind, einen Straferlaß gewährt. Preißschießen der Offiziere und der Unteroffiziere unter Gewährung von Ehrenpreisen für hervorragende Schiebleistungen sollen nunmehr auch bei der Fußartillerie sowie bei Den Pionier- baiaiüonen und dem Eisenbahnregiment abgehalten werden. Die Preise bestehen für Offiziere aus einem Säbel (Degen), für Unteroffiziere aus einer Taschenuhr. Portepöe- fühnriche, welchen die Erlaubniß zum Tragen des Offizier-Seitengewehrs ertheilt worden ist, dürfen künftig zum kleinen Dienst und außer Dienst den Ueberrock nach dem für Offiziere vorgefchriebenen Muster, jedoch mit Schulterklappen und Tuchkragen des Truppentheils, anlegen.

Telegraphische Depeschen.

Wolff s lelcgr. Eorrcspondenr-Bureau

Berlin, 20. Juni. DerReichsanzeiger" veröffentlicht eine Cabinelsordre vom 17. d. M. an den kommandirenden @eneraL des 7. Armeekorps, o. Albedyll. Der Kaiser spricht Dank und Anerkennung bafüFauS, daß der General bei. der jetzt im Wesentlichen zum Abschluß gekommenen Ausstandsbewegung im westfälischen Kohlen­revier in besonnener Klugheit die Verhältnisse durchweg richtig beurtheilt und durch entschlossene Thatkraft, wie weise Umsicht zur Ueberwindung nicht gewöhnlicher Schwierig­keiten einer ernsten Lage entscheidend beigetragen habe.

DieRordd. Allgem. Ztg." bringt einen heftigen Artikel über die Miß­bräuche, welche die Schweiz durch die Förderung der Socialdemokratie übe, welche, wenn sie zwifchen den anderen Großstaaten vorgekommen wären, zum Kriege geführt hätten. Die Neutralität werde unnatürlich und unhaltbar, wenn die beleidigende Miß­achtung der Interessen des Nachbarstaates für berechtigt gehalten wird.

Dresden, 20. Juni. Der Landtag wurde heute Nachmittag durch den König geschlossen.

Dresden, 20. Juni. König Albert erläßt imRegierungs-Journal" eine Dank­sagung über die aus Anlaß des Jubiläums ihm gewordenen Kundgebungen, aus welchen sich seine beglückende Ueberzeugung erneuert habe, daß die alte Sachsentreue heute noch fest begründet fei. Seine Danksagung schließt mit den Worten:Gott segne mein Sachsenland und fein Volk!"

München, 20. Juni. Wie dieAllgemeine Zeitung" vernimmt, verlieh Kaiser Wilhelm dem Ministerpräsidenten v. Lutz den Schwarzen Adlerorden.

Paris, 20. Juni. In parlamentarischen Kreisen verlautet, die Regierung beab­sichtige, die Wahlen zu den Generalröthen auf den 28. Juli sestzusetzen. Ein Drittel derselben wird erneuert. Wenn die Verhältnisse günstig erscheinen, würden die Kammer­wahlen am 14. August vorzunehmen sein.

London, 20. Juni. Fergusson bemerkte in der Rede, welche er bei dem Jahres- essen des conieroatioen Vereins in Wandsworth hielt, betreffs der politischen Lage habe die Regierung Grund für die Hoffnung, daß das gegenwärtige Jahr ebenso friedlich verlaufen werde, wie es begonnen habe.

Rom, 20. Juni. Ein Hirtenbrief des Cardinal-Vicars fordert die Gläubigen der Dtöcefe Rom auf, das Peter-Paul-Fest und die demselben vorausgehende sechs- tägige Andacht als Genugthuung für die Gtordano-Bruno-Feter besonders pietätvoll zu begehen.

Petersburg, 20. Juni. Pobodonoszew beantragte im Reichsrathe, die Bigamie- Fälle nicht mehr den Geschworenen, sondern dem besonderen geistlichen Gerichtshof zu überweifen. Der Antrag stieß auf energifche Opposition seitens des Justizministers Manasfein.

Der Kaiser nebst Familie unternehmen demnächst eine Spazierfahrt in die finnischen Gewässer.

Petersburg, 20. Juni. Die orthodoxe Kirche Rußlands feiert heute den 50jährigen Gedenktag der unter Nikolaus I. erfolgten Wiedervereinigung von circa zwei Millionen unirter griechischer Christen LttthauenS und Polens mit dieser Kirche. Die Hauptfeier findet in Wilna statt am Grabe Jofef Siernafchko's, welcher sich beson­ders um das Zustandekommen der Vereinigung verdient gemacht hat.

Bukarest, 20. Juni. DieAgence roumaine" meldet: Die Majestäten und der Thronfolger reifen tn strengstem Jncognito nach Sigmaringen zur Vermählung des Erbprinzen.

Sofia, 20. Juni. Der serbische diplomatische Agent Danitsch theilte der bul­garischen Regierung den Inhalt eines Rundschreibens des Ministers des Aeußeren mit, welches formell die jüngsten, in gewissen Journalen veröffentlichten allarmirenden Belgrader Nachrichten bementirt und conftatirt, daß die serbische Regierung keineswegs beabsichtigt, ihre äußere Politik zu ändern, sondern im Gegentheil den bisher ein= geschlagenen Weg glich weiterhin zu verfolgen strebt. _____________________

Lokale-.

Gießen, 21. Juni. Die Sonne erreicht ihre größte Höhe am heutigen Tage und ist bieier Tag der Anfang des Sommers daher der längste, von 3 Uhr 39 Min. bis 8 Uhr 24 Min. dauernd. Von nun an finkt sie, das Sternbild der , Zwillinge durchziehend, zunächst allerdings fast unmerklich, so daß die Tage nur sehr- wenig abnehmen, wie daraus folgt, daß am 30. ihr Aufgang um 3 Uhr 43 Min. und ihr Untergang um 8 Uhr 24 Min. stattfindet.

Gießen, 21. Juni. (Schwurgerichtsverhandlung vom 20. Juni.) In der heutigen Verhandlung nehmen Lehrer Stiebing und dessen Ehefrau, zuletzt wohnhaft in Klein-Linden, die Angeklagebank ein. Rach der Anklage werden sie beschuldigt, am 8. März I. I. vor der Strafkammer des Großh. Landgerichts zu Gießen, vor einer nir Abnahme von Eiden zuständigen Behörde, in der Straffache gegen Friedrich Müller von Bersrod, den vor ihrer Vernehmung geleisteten Eid wissentlich durch ein falsches Zeugniß verletzt zu haben. Auf Grund der Beweisaufnahme, wie sie sich in der Verhandlung ergeben, sprachen nach kurzer Berathung die Geschworenen daSSchuldig" und demgemäß wurden:

1. Lehrer Stiebing in eine Zuchthausstrafe von 4 Jahren,

2. dessen Ehefrau in eine solche von 2 Jahren, 6 Monaten, sowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von 5 Jahren oerurtheilt.

Auch wurde die dauernde Unfähigkeit bezüglich ihrer Vernehmung als Zeuge ' ausgesprochen.

Die Staatsanwaltschaft hatte 4 bezw. 3 Jahre Zuchthausstrafe beantragt. Straf- erhohend kam bei dem Ehemann Stiebing dessen schlechter Leumund, sittliche Ver­kommenheit, Pflichtverletzung u. s. w. in Betracht, während bei der Ehefrau Stiebina der Strafminderungsgrunddie Anstiftung ihres Mannes" in Berücksichtigung kam.

Gießen, 21. Juni. Die letzte Verhandlung, mit welcher das Schwur­gericht sich heute beschäftigte, war die Anklagesache gegen den Landwirth Johannes St euer nagel T. von Meiches, der nach der Anklage des Versuchs des Todtschlags beschuldigt wird. Die Geschworenen verneinten die Frage bezüglich des Versuchs des Todtschlags, bejahten dagegen die Frage bezüglich der Körperverletzung und bewilligten dem Angeklagten mildernde Umstande. Aus Grund dieses Verdikts beantragte die Staatsanwaltschaft eine Gesängnißstrafe von einem Jahr. Der Gerichtshof erkannte auf eine solche von sechs Monaten, unter Aufrechnung der Untersuchungshaft von sechs Wochen. Der gegen den Angeklagten erlassene Haftbefehl wurde aus- gehoben.

Gießen, 21. Juni. Das neue Knabenschulgebäude wird nach einem gestern gefaßten Beschlüsse der Stadtoerordneten-Versammlung auf die bereits von der Stadt erworbenen Dr. Weber'schen und Justus Müller'schen Gärten an der Nord- Anlage zu stehen kommen.

Gießen, 21. Juni. Die bereits in Aussicht gestellten Strauß-Concerte werden nunmehr definitiv am 16. und 17. Juli in Steins Garten stattfinden unt> wir können nur wünschen, daß denselben seitens unseres Publikums das regste In­teresse entgegengebracht wird.

Vermischtes.

Von der Lahn, 20. Juni. Soweit bid heute feststeht, wird, wie vor 2Jahren. Hofprediger Stöcker von Berlin bet einem kirchlichen Feste auf Burg Gleiberg bei Krofdorf und zwar am Mom^g den 15. Juli mitwirken. Später werden Inserate bie Prediger und die Stunden genau bezeichnen.

Mainz, 19. Juni. Am Freitag waren es 40Jahre, daß bei Nieder-Jngelheim auf den damaligen Prinzen von Preußen, später Kaiser Wilhelm I., ein Mordanschlag verübt wurde. Damals gab es noch keine Bahn. In Nieber-Jngelheim war um- gespannt worden. Die beiden Equipagen hatten kaum den Ort verlassen, als aus dem Getreidefelde an der Straße ein Schuß fiel, der dem Stangenpferde des zweiten Wagens durch den Hals ging und den (reitenden) Postillon verletzte. Ein Nieder-Jngelheimer, der den Schuß abgefeuert Haden sollte, kam später in Mainz vor Gericht, ist aber frei­gesprochen worden.

Aus Rheinhessen, 18. Juni. Aus fall allen Weinbauorten unserer Pro­vinz laufen, gleichwie aus dem Rheingau, Klagen ein über das masfenhalte Auftreten von Springwurm und Heuwurm und die stellenweise ganz furchtbaren Verheerungen diefer Schädlinge in den sich fönst so schön entwickelnden Weinbergen. Angesichts dieser jammervollen Erscheinung erlassen die Kreisämter nunmehr Anordnungen zum Einsammeln und Vertilgen dieser gefährlichen Jnlekle. Jeder Weinbergbesitzer mutz bei Vermeidung beträchtlicher Geldstrafen die Säuberung feiner Weinberge alsbald vornehmen lasten. Zugleich wurden, ähnlich wie gegenüber der Reblaus- und Blutlaus- Gesahr, Sachverständigen - Commissionen zur Ueberwachung der Weinberge gegenüber den obigen Feinden eingesetzt. Ferner wurde auch gestattet, daß der Unterricht tn den Oberklassen der Volksschule zeitweise ausgesetzt wird, damit die Kinder bei dem Ein- sammeln des Springwurmes verwendet werden können, da hierfür ausreichende Kräfte an erwachsenen Arbeitern nicht vorhanden sind.

Wetzlar. (Wenn ein LandmannSchwein" bat.] Am 16. d. Mts. wurde dem Landmann Ludwig Kruger zu Edingen ein seltener Segen zu theil, indem ihm ein Mutterschwein 21 lebendige Ferkel zur Welt brachte.

Frankfurt, 20. Juni. Gestern Abend hielten die Maurer wieder eine öffentliche Versammlung ab, in welcher über die Lohnfrage eifrig diskutirt wurde. Da. der Besuch gegen früher fchwach war und auch sonst Anzeichen dafür vorhanden mären, daß die erwünschte Einigkeit noch nicht erreicht ist, beschloß man sowohl vorn General- wie partiellen Strike abzusehen und gab dem Beschluß durch Annahme folgender Resolution Ausdruck:Da die meisten Collegen ihre Lage noch nicht begriffen haben und ein Mangel an Organisation sich noch fühlbar macht, sieht sich die Versammlung genöthigt, in keinen osficiellen Strike einzugehen; die Lohncommission wird beauftragt, mit dem Baugewerkoerein weitere Verhandlungen zu pflegen und zu geeigneter Zeit den Maurern in einer öffentlichen Versammlung Bericht zu erstatten und für das Jahr 1890 zu geeigneter Zeit eine Vorlage auszuarbeiten."

Die Vitriol-Attentate mehren sich. Vorgestern ist abermals einer Dame, welche auf dem Heimweg begriffen war, das Kleid, welches sie vor wenigen Tagen um 150 JL gekauft hatte, total verdorben worden. Von dem schändlichen Thäter hat man bis jetzt keine Spur.

München, 20. Juni. (Siebentes Deutsches Turnfest.] Die Zahl der angemeldeten auswärtigen Turner ist nun bereits auf etwa 8000 mit 360 Fahnen gestiegen und laufen täglich weitere Anmeldeliften ein. Rechnet man die hiesigen etwa 2000 turnerischen Festlheilnehmer hinzu, so kann man jetzt schon als Gesammtzahl rund 10,000 setzen. Die Fahnen werden nach der Ankunft sofort in den Saal des alten RathhaufeS geleitet, wo sie bis zum Beginne des Festzuges verbleiben, um nach Schluß desselben in der Festhalle selbst untergebracht zu werden. Die Feftkarten, Fest­zeichen u. s. w. gelangen noch vor Schluß des 1. Juli zur Versendung, und gleichzeitig auch die Mehrzahl der Ouartierfarten. An Orten, wo sich mehrere Vereine zu Sonder- zügen zu sammeln gedenken, ist frühzeitig mit den Bahnverwaltungen hierüber zu ver­kehren, damit das Nöthige veranlaßt werden kann. Die k. b. Generaldirektton ist ferner vom k. b. Staatsmintstertum ermächtigt, für alle Hin- und Rückfahrtkarten, welche in der Zeit vom 25. bis einschließlich 28. Juli auf einer bayerischen Station nach München gelöst werden, eine Verlängerung der Giltigkeit auf 8 Tage etntreten zu lasten. Die zahlreich geplanten und von erfahrenen Alpenkennern ausgearbeiteten Turnfahrten dürften einen anziehenden Abschluß des Festes bilden. An den kleineren Touren können sich auch die begleitenden Frauen und Töchter beteiligen, an den Hochtouren allerdings nicht. Vom k. Oberpostamte wird auf dem Festplatze eine Post- expedition, Telegraphenstation und Telephonsprechstelle errichtet.Postlagernd Feft- platz" adressirte Briefe können also jederzeit dort in Empfang genommen werben. Ungenügend adressirte Telegramme werden gleichfalls hier hinterlegt und durch Anschlag der Adresse bekannt gegeben.

Magdeburg, 20. Juni. Heute Vormittag wurde die 3. große Wander­ausstellung der Deutschen Landwirthschafts-Gesellschaft hierselbst feierlichst eröffnet. Die diesjährige Ausstellung kann sich den ersten beiden (1887 in Frankfurt a. M. und 1888 in Breslau) würdig zur Seite stellen und bietet einen erneuten Beweis für die große Bedeutung, welche die Deutsche Landwirthschafts-Gefellschaft in den wenigen Jahren ihres Bestehens, infolge der umsichtigen und energischen Bestrebungen der leitenden Organe, erreichte. Wie die ersten beiden Wanderausstellungen, ist auch die diesjährige gut mit Thieren sowie landwirthschastlichen Erzeugnissen und Geräthen beschickt, und scheint der Besuch von Landwirthen und sonstigen Interessenten aus dem ganzen deutschen Reiche ein bedeutender zu werden. Was die Abtheilung der Aus­stellungThiere" betrifft, so sind an Pferden gegen 270 Stück von den hervorragendsten Züchtern, Züchtervereinen und sonstigen Besitzern ausgestellt, ferner auch eine Reihe königlicher Dienstpferde von den verfchiedenen Remontedepots und einigen Kavallerie- und Artillerie-Regimentern sowie Train-Bataillonen. Das Rindvieh ist etwas geringer vertreten, als bei den letzten Ausstellungen in Breslau und Frankfurt a. M., und ist dieses wohl zum Theil auf die zur Zett unter dem Rtndvteh herrschenden Krankheiten, als Maul-, Klauen- und Lungenseuche zurückzuführen, jedoch sind immer noch gegen 700 Stück vorhanden. Besonders stark ist die Schafzucht in der Ausstellung vertreten, und zeigt sich, daß das Ziel der Züchter mehr und mehr dahin geht, durch geeignete Fütterung möglichst vollkommene Fleischschafe zu entwickeln, während bekanntlich früher bei der deutschen Wollschafzucht hierauf geringeres Gewicht gelegt wurde. Die Ab­theilungSchweine" ist eine besonders reichhaltige, indem über 400 Stück ausgestellt find, und zwar zum großen Theil sehr schöne Exemplare. Unter den hervorragenden Züchtern befinben sich auch dieses Mal die von früheren Ausstellungen rühmlichst be­kannten Herren H. A. Schopper-Reuhaus, L. Salomons-Hohenhausen und auch die Meißener Zuchtgenosfenfchaft. An landwirlhfchaftlichen Erzeugnissen sind etwa 2000 verschiedene Gegenstände vertreten, als Düngemittel, Sämereien, Futtermittel, Früchte und fallen die Erzeugnisse der Moorkultur ganz besonders auf. Auch die Abtheilung