Sonntag den 21. April
1889
ießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Nr. Zweites Blatt.
Bureaur S^ulstraße 7.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
reiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringer'.odn. >urch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf,
Amtlicher H ß ei l.
S*H •„ .« -3. W 1889.
.. Der CwN-Lorsitzcnde der Großherzoglichen Ersatz-Commission Gießen
4,0 der zum Aushebungs-Bezirk Gießen gehörigen Gemeinden
I o st, Regierungsrath.
Untversttäts- Chronik.
0- S chill in Freiburg wurde di- nmerrichtete Professur für^Apologetik an der dortigen katholisch-theologischen Facultät übertragen. , c . ~ Nachdem die badische Regierung bei ihren Bemühungen um die lieber; SÄnrt?eLeÄ"en Siglen Lehrstuhls für systematische Theologie zwei ablehnende A"lworien erhalten hatte (zuerst von Prof. Dr. Haupt in Halle, dann von Prof, vr. Spttta in Straßburg i. E.), ist nunmehr an den Prof. Dr. Häring in Zürich, einen geborenen Württemberger, ein Ruf ergangen. v 0 °
errichten" österreichische Regierung wird in Lemberg eine medicintsche Facultät
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Vermischtes.
, £ta,rmR?tbt' *8- Avril. Ernannt wurde am 15. ds. M. der Heizer bet den Oberhesstschen Eise^ahnen Johannes Seth zum Locomotioführer, der Htlfsheizer bet mit W» T. TOai b.'X * $0,,C 1Um 6djCr 6ci «--hv-n, beide r. 3« nicht geringe 'Verlegenheit gerieth dieser Tage in Cottbus eine Braut, welche ihren Bräuttgam erwartete, um nach dem Standesamt zu gehen. Der Bräutigam kam nicht, endlich ergaben Nachforschungen, daß er am Tage vorher zur Control- oersammlung gegangen und noch nicht zurückgekehrt sei. Man hatte ihn dort weaen eines mtlttarrschm Vergebens „nbfüfcren" hffen. Um nun das Fest nicht ausfallm >" lasten, setzte man alles in Bewegung und erzielte schließlich, daß der Bräutigam aäs dem Arrest entlas,en wurde, um seinen Verpflichtungen nachkommen zu rönnen.
Gartenbauverein z u Magdeburg hält aeleaentlilb der in der Qptf vom 20. bis 24. Juni d. I. dort stattstudenden Ausstellung der Deutschen tianh- wirthschafts-Gesellschast ebenfalls eine Ausstellung non Erzeugnissen der Zier- und Nutz- gartnerei ab. Wir machen besonders daraus aufmerksam, daß den vielen fremden welche zu di-l-r Zeit in Magdeburg zusammen kommen, die günstigste G legmheMe! boten wird, sich zu Überzeugen, was Private und Handelsg8?tnerei n Tu leisten v?r B-i der hohen Bedeutung der Ausstellung der Deutschen Landw r h chasts- flefeafeftaft, zu welcher sich außer dem zu erwartenden Allerhöchsten Besuche wobl die meMen Koryphäen der Landwirthschaft und ea. 50,000 Fremde aus allen Ländern in Magdeburg zusammenfinden werden, ist es wohl sehr erklärlich, daß auch der Gartenbau" Verein sowie die damit verbundenen Industrien Alles ausbieten, um diese Ausstellung in Kber Weise zu einem Glanzpunkte zu gestalten. Wir bemerken noch, daß außer dm im Programm festgesetzten Staats- und Vereinsmedaillen und sonstiaen Vrämim i.ttma vieler Private ansehnliche Werth- und Ehrenpreise gestiftet sind '
- Der technische Leiter einer in Süddeutschland gelegenen Fabrik - fo schreibt mnn uns - ist nun einmal e n Preußen'eind, wenn er auch eigentlich nicht wstß warum. I mal sie nu nit aide" sagt er und stellt deshalb nur höchst selten -inm Preußen als Arbeiter ein; vielleicht hat er aus diesem Grunde auch die preußische Geographie nie Mitt Vor Kurzem spricht ihn ein mit unversälschttm Spreewastr getaufter „Junge" um Arbeit an. Nachdem er über seine bisherige Thätigkest geMmde Auskunst g-»-bm hat, wird er gefragt, woher er stamme. Stolz wie ein Spanier antwortet er. „Ick btn aus Eharlottenburg." Ganz befriedigt antwortet der Arbeitgeber: „Des ischt gut, i hob' beinah' glaubt, Ihr wärmt Präiß." Arbeit-
~ intereffantes Iubilä um, das absolut einzig in seiner Art daktebt feiert demnächst die „Pekinger Zeitung", nämlich die laufendste Wiederkehr ihres ^tinnH*05!a8e8;ll^)lerlE b^diattes, welche einen stattlichen Band füllt, wird des feierlichen Ereignisses veröffentlicht werden, und es wirst aus dreßoerhaltn^iss- ein tebr günstiges Licht, wenn wir erfahren, daß die eonfiseir"wu^""8 mabnnb ihres tausendjährigen Bestehens nicht ein einziges Mal
Lokales.
, i^^eßen, 20. April. (Sitzung Großherzogl. Handelskammer vom 2 Avril iuro i Anwesend waren die Herren Koch, Katz, Gail, Scheel, SchirmesKliua vor ^
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in SraXrtVTO 1iMierUihnnn“BlßEaaIri"eii1Si0o!’8 bc8 Bezirks - Eisenbahnraths Eommissto"n mit?er ReBsio? der"GeschLstsordnuna"b^ran?m!^bevE^B"^E" »ud eine
LandwirthschastNche Aachrichteu.
(Nachdruck verboten).
r.r bllter der Schafe erkennt man, gleich wie bet Rindvieb und Vierden Backenzähnen i7de/un^en^Kinnlad^acht zu"? Wett " d^si^
N/, Welt. In der oberen vorderen Kinnlade hat es statt der Zähne eine harte knorplige mh.n°n Upa9\ ^0 das junge Thier noch sämmtliche Milchzähne hat, heißt es Lamm ™Ch?rpen S!bn b i^abrc aIt verliert es die beiden mittelsten Zähne und es treten cStfirHnn breitere, sogenannte Schafzöhne. Das Thier beißt nun
wha&p » von etwa d ttthalb Jahren verliert es die beiden nächsten
Mtlchzahne und erhalt an Stelle derselben ebenfalls zwei neue stärkere Käbn?• 'ShLfit nun chaf. Ist das Schaf drei bis dretundetnbalb Jahr alt, so trt^d r Wechsel der nächstfolgenden, zu beiden Seiten stehenden Mittelzähne ein und das TMpr nunalt-s Schaf Vomvierten bis fünften Jahre weMndielidenletztM
. Das Thier ist dann oollzahnig, hat abgesetzt oder versetzt. Im sechsten Zahne noch gewöhnlich weiß, werden aber durch Zurückschiebung des ^nger; im siebenten Jahre färben sie sich gelb und falle'?von da^ab bis zum neunten Jahre wieder in derselben Ordnung aus in der sie aewechs?l! haben. In biefer Periobe ist bas Schaf zur Zucht schon nich? mehr von Werth s'
„n, „-.3” vertage von I I. Weber in Leipzig ist soeben erschienen unb durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Die Maffaae unb verwanbi, Don Sanitätsrath Dr. Preller, Dtrector der Wasserbetlonstatt
Thüringen. Mit 78 in den Text gedruckten Abbildungen? 15'/Bogm 8° "Broschstt ? .•* In engl. Einband 4 Wenn etn Arzt wie Sanitätsrath Dr SBrSi hU
™ « bet Wasserheilanstalt zu Ilmenau in Thüringen, welcher auf bem’ entir6tbnff,?ihIla8C< ,vdb/°'dfrapte und Heilgymnastik als Autorität angesehen ist sich nphiKJ o b V L! langjährigen Erfahrungen in der Form eines für Aertte und gebt dete Laren bestimmten Lehrbuches zu veröffentlichen, so darf dies mnhi 0 »"'in Interesse unb Werth beanspruchen. Thal,Schlich ist ?s benn auch bem Ter
Mer, der einen lebendigen, natürlich ungezwungenen Stil schreibt qelunaen hm S'°ss- dm er durch Unterrichtskurse unb bebeutenSe Praxis völlig beherrscht ?n ™ l^ullcher Weise barzustellen unb somit ein Hilssbuch zu schaffen welches dm Lvtm' der sich Uber Massage insormiren mochte (sei es, daß er si> aus uüben oder vn nL SriHtlh VU h" £n 6eblnT' ""trefflich zu orienlirfn vermag. Da fein Laie ohne KU-che Anordnung und Contro e masstren soll, so wird ein Werkchen, welches b?-s-s nn? rr,t Ulrbu.8ir.c s/^nüpst, auch bem Ersteren willkommen sein. Amte
und Nichtarzte können sich überhaupt erst aus einer so sachkundigen Schilderuna «i„™ SHW °°" 1er vtelseitigm Leistungsfähigkeit biefer heutzutage sthp aus" gebUbefen Heilmethobe machen. Wie sie hinsichtlich ihres w ssenschastltchm mr»i^' den anderen Methobm der Heilkunde ebenbürtig gewortin ifl n?funtei (lontrole °°n 'pecialistisch ausgebllbetm Laien ausgeübt werden kann auf welchen anatomischen Grundlagen ein geordneter Unterricht in der Massage beruhen muß unh wie ihre physiologische Wirkung ist — alles dies hat Preller einaebend Danebm ist die praktische Sette, also die Darstellung der Handgriffe, die Massage der einzelnen Korpertheile und die Beziehung der Methode zu den ver chteden n inneren und chirurgischen Krankheiten orgfältig geschildert. Die Retbe der strirten Gesundheitsbacher" aus I. J.Ler's Verlag wird durchsWes"neL Merkchen, welches Professor Erb in Heidelberg durch Annahme der Wtdmuna nu&- Ueichnet hat, in werthooller Weise bereichert. Das Buch wird sicher dazuXttrMen der Massage viele neue Freunde und Jünger zuzuführen. 3 oerrragen,
_ .ri~ Don der wegen ihrer Reichhaltigkeit und Gediegenheit bekannten
.Universum liegen uns die beiden neuesten Heste"l7unb"l8^ von Dieselben enthalten an Text die Romane: „Schwarzes Blut" von »treb <r\_=*
P-rodies des Teufels" von Moritz von Reichenbach' ernlr „FriedrichsVÄS Anna Hartenstein, „Die Wallfahrt nach Mariahils" Nov llette von mine Dillinger „London am Meere", von Wilh. F. Brand Die Berliner Nmk^ kuchm von Pau Lindenberg, „Meiicintsche Wissmschast und Naturhei kunbed von ■|.6Q,^-..?tencfe' "A-nerikanisches Lagerleben" von K. Ludloff? Das N°r» ffnr'n, mbb^nUn8T' ?.na6a?p.buS Tromholt, „Ameisen unb Pflanzen" ?on Pm: v^^s Andere. Unter den Bildern ist etn Lichtdruck- Die
Kaiferiiimit ihren sünf Söhnen" von besonberem Reiz; ferner 7rwähnm"wir »on SB. SUautter /"Xlitifdje" Differmzm" von" Ad.^Lübm', " M?in Elschm""v°n I |Ä -Ätf 7o"n l:»; „fctZnfe Z ist'nm 50 4'ynbad,t ”On 8[auS u. f- w. Der Preis eines I4tägtgm Heftes
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Unter Rudern: Die Sieger von 1888. (Schluß.) Eine unterirdisch-
Schwiwmm. Nachrichttn. - Untt^Eislaulm^V.-^^A - BüestasM


