Mage zu Nr 243 des „fließener Anzeiger"
Vermischtes.
—e. Etttngshausen, 16. October. Bei der heute stattgehabten Bürgermeisterwahl wurde unser seitheriger Herr Bürgermeister Launspach einstimmig zum Bürgermeister wtedergewählt.
Wetzlar, 15. October, lieber eine neunzehnjährige französische Gefangenschaft wird geschrieben: „Gestern Nachmittag wuroen die Christoph Daniels Eheleute sammt ihren Verwandten in dem an unserer Kreisgrenze gelegenen Dorfe Greifenstein in die größte Aufregung, zugleich aber auch in die herzlichste Freude versetzt. Die genannten Eheleute hatten außer der bei ihnen lebenden Tochter noch einen Sohn, welcher in dem Kriege 1870—71 bei Graoelotte verwundet worden und, wie der den Eltern zugeschickte Tovesschein erwies, am dritten Tage nach der Schlacht, den 21. August, gestorben war. Zur großen Freude der Eltern und Angehörigen Hal sich diese Todesanzeige als falsch erwiesen, denn gestern erhielten die Eltern einen Brief aus Algier von ihrem schon 19 Jahre lang todtgeglaubten Sohne Heinrich. Die vielen Thränen des Leides sind nun in Freudenthränen verwandelt. Der bei Grave- lotte wohl verwundete und gefangen genommene Gardist Heinrich Daniel gibt in feinem Briese an, daß er von Turkos nach Afrika gebracht und einem Plantagen- besitzer zum Präsent gemacht worden sei. Dort habe er nun 19 Jahre als Sctave arbeiten und dabei die schrecklichste Behandlung erdulden müssen; das Fleisch sei ihm roh vorgeworfen worden; Kleider habe er seit 1870 nicht an seinem Leibe gehabt. Wie dieser Mann weiter mittheilt, hat er sechsmal Fluchtversuche gemacht, die aber jedesmal mißlungen sein sollen. Endlich, bei der Beerdigung des Plantagenbesitzers, sei ihm die Flucht gelungen. Drei Tage und drei Nächte ist er auf der Flucht gewesen, bis er ermattet und ermüdet in einer Stadt liegen geblieben und zum Glücke von dort lebenden deutschen Handelsleuten aufgenommen worden fet. Dort werde er jetzt noch verborgen gehalten. Zum ersten Male sei ihm jetzt Gelegenheit geworden, feinen Eltern Kunde zu geben. Der Sohn bittet die Eltern herzlichst, doch seine Auslieferung, resp. Befreiung veranlassen zu wollen. Er fügte freilich hmzu, daß ihn seine Angehörigen nicht als den kräftigen Gardisten, als welcher er fonging, sondern als einen Greis Wiedersehen würden. Gestern Abind noch machte der Baler dem hiesigen Bezirks-Eommando, sowie dem Königl. Landrathsamt die Anzeige, woraus denn auch sofort Depeschen nach Berlin abgegeben worden sind. Es wird sich Herausstellen, ob die Angaben des Todtgeglaubten auf Wahrheit beruhen."
Der „Wetzlarer Anzeiger" ist in der Lage, zu den vorstehenden, mit einer entsprechenden Meldung des „Rh. E." fast wörtlich übereinstimmenden Mittheilungen bemerken zu können, daß ein solcher Brief thatsächlich bei den Angehörigen des 2c. Daniel in Greifenstein eingelaufen ist. So sehr es nun auch zu wünschen wäre, daß den bejahrten Eltern der verloren geglaubte Sohn wieder geschenkt würde, so ist doch einstweilen noch zu bezweifeln, ob der Briesschreider mit dem seit Graoelotte verschwundenen Augusta-Grenadier Heinrich Daniel identisch ist. Denn nur zu oft ist schon die Hoffnung bekümmerter Eltern zu frechen Täuschungen Seitens solcher Subjekte benutzt worden, welche — Gott weiß woher — sich über die Verhältnisse solcher Familien Kenntniß zu verschaffen gewußt haben, denen ein theurer Angehöriger durch den Krieg entrissen worden ist. Auch liegt im gegenwärtigen Falle die Muthmaßung eines Betrugsoerfahrens insofern nicht sehr wen ao, als eine übelbeleumundete Persönlichkeit aus Greifenstein, welche über die Angelegenheiten der Familie Daniel sehr wohl unterrichtet sein kann, sich thatsächlich in Algier herumtreiben soll. Auf alle Falle werden die behördlichen Nachforschungen ergeben, ob die hochbetaglen Ellern aus die Wiederkehr ihres Sohnes zu rechnen haben oder ob sie denselben nach wie vor als einen für das Vaterland gefallenen braven Soldaten beklagen müssen.
Frankfurt a. M., 16. October. Zu der gestrigen Mordaffaire meldet der heutige Polizeibericht: Das schwer verletzte junge Mädchen soll mit Maurer, welcher verheirathet und Baler von fünf Kindern war, feit Jahren ein Liebesverhaltniß unterhalten haben, das, wie scheint, nicht ohne Folgen blieb, und verrnuthet man, daß die beiden freiwillig den Tod gesucht haben. Die Lenz soll.übrigens den Maurer mit Liebesanträgen bis in die eheliche Wohnung verfolgt haben. Die Leiche des Maurer .wurde nach dem Friedhöfe, das schwer verletzte Mädchen nach dem Bürgerhospital gebracht. Der Zustand des Mädchens ist befriedigend, aber heute Mittag noch nicht derartig, daß eS vernommen werden konnte. Mil der operativen Entfernung der Kugel, welche hinter dem Ohr in den Hinterkopf gedrungen ist, wurde begonnen.,
— (Prägung von Reichsmünzen.) Im Monat September 1889 sind nach amtlichem Ausweise in deutschen Münzstätten an RelchSmünzen geprägt worden: für 15 367,320 A Doppelkronen, für 117,266,90 A Zehnpfennigstücke, für 124,263,15 A Funfpfennigstücke und für 52,977,55 A Elvpsemugstücke. Jnsgesammt sind danach bis Ende September geprägt: Doppelkronen für 1,878,025,260 A, Kronen für 476 294,290 A, halbe Kronen für 27,969,925 A, Fünfmarkpucke für 74,104,195 A, Zweimarkstücke für 104,964,606 A, Einmarkstücke für 178,990,334 A, Fünfzigpsennlg- 1tücfe für 71,486,552 A, silberne Zwanzigpfennigstücke für 35,712,922.80 A Nickel- Zwanzigpsennlgstücke für 3,003,179 A Zehnpsennigsiücke für 26,756,424.10 A Funf- pfennigstucke für 13,175,659.80 A Zwelpfennigstücke für 6,213,207.44 A und Einpfennigstücke für 4,707,422.02 A Nach Abzug der wieder eingezogenen Stücke verblieben Ende September dem Verkehr: für 2,380,251,620 A Goldmünzen, für 452,236 693.60 A Sllbermünzen, für 42,934,167.50 A Nickelmünzen und für 10,920579.73 A Kupfermünzen.
— Zur Befestigung von Eisen in Stein erhält man einen sehr dauerhaften und wohlfeilen Kitt, wenn man Harz schmilzt und in dasselbe so viel feln- gepuloertes und gesiebtes Ziegelmehl einrührt, daß das Gemenge, so lange es heiß ist, noch leicht fließt. Nachdem man die Masse eingegossen, kann man den Zwischenräumen kleine, vorher erwärmte Ziegelsteine einpassen. Dieser harzige Gement verbindet sich innig mit dem Stein und dem Elsen, ist im Wasser unlöslich, greift das Metall nicht an, ist wohlfeil und entschieden dem sonst gebräuchlichen Schwefel vorzuziehen.
— (Aefel rasch zu schälens Um Aepfel rasch zu schälen und ohne Verlust schälen zu können ernpsiehlt Charlotte Kramer in der Zeitschrift „Fürs Haus" folgendes Verfahren: Man tauche die Aepfel eine Minute in kochendes, noch kürzere Zeit in brausend kochend Wasser. Sie lassen sich bann abziehen wie eine Pellkartoffel, wobei nicht das Geringste vom Apfel verloren geht. Eines Versuches ist dies wohl werth.
— (In einer russischen „Be ss erun gS"-Anstalt.) Ein Mitglied des „Verein zur sitllichen Hebung der Gefangenen" fragt einen Sträfling: „Weßhalb sind Sie bestraft?" — „Weil ich gefälschte Waare verkauft und mir also unter betrügerischen Angaben Vonhelle verschafft Hobe", antwortete dieser aufrichtig. — „Ich hoffe, daß Sie in dieser Anstalt, deren ganze Elnrlch.ung und Leitung auf die Besserung ihrer Insassen gerichtet ist, wieder zu einem nützlichen Mltgliede der Gesellschaft werden. Womit werden Sie beschäftigt? — „Ich arbeite für den Fiskus echte Leder so hl en aus Pappendeckel!"
— Scherz und Humor sind die beste Medicin und werden von Jüngern Aeskulaps gerne gepflegt. Professor Frerichs, der bedeutende Kliniker, war den luftigen Geistern besonders gewogen. Ein Mitglied des Königlichen Hauses sprach ihm einst seine Anerkennung aus: „Sie müssen doch alle Krankheiten heilen können, da Sie den menschlichen Körper so genau kennen." — „Den menschlichen Körper kenne ich zwar". lautete die Antwort, „aber es geht uns Aerzten wie den Nachtwächtern, die kennen wohl die Straßen, aber sie wissen nicht, was In den Häusern passirt." — Einem Trinker gegenüber meinte der große Arzt einmal: „Das Wasser, welches Sie so hassen, wird sich bitter an Ihnen rächen. Sie trinken zu viel Wein und werden deßhalb an der Wassersucht sterben." — Wenn Frerichs in Gesellschaften verweilte, so ließ er den Arzt zu Hause und brachte nur den Menschen mit. Daher tarn es, daß er „nassauernde" Patienten mit Vorliebe abfertigte. In einer Gesellschaft hatte ein solcher „Kunde" ihm eine lange Krankengeschichte erzäh't, welche mit den Worten „was soll ich dafür thun, Herr Geheimerath", endigte. „Nur eins", antwortete er kurz und trocken, „einen Arzt fragen."
— sAufzeichnung eines Sterbenden.) Wie aus London gemeldet wird, erfolgte dieser Tage eine Leichenschau über einen Selbstmörder, der ein Vermögen an
der Börse verspielt halte. Er wurde tobt auf einem Stuhle sitzend aufgefunden und vor ihm auf dem Tische lag ein Schriftstück folgenden Inhalts an die Adresse seiner Schwester: „Morgens 10 Uhr 45 Minuten. Schreibe dies 15 Minuten nach einer Dosis Laudanum. Habe inzwischen gelesen. Ich war vollständig bet Sinnen, nur ein wenig schläfrig. Sehne mich nach dem Ende. Habe eben bas Glas ausgespült und fortgestellt. Ich besorge beinahe, bas Laubanum muß feine Kraft verloren haben. Besaß es schon 4 bis 5 Jahre. — 11 Uhr 30 Minuten. Habe bie alte Salomon gerufen. Schläfrigkeit hält an, wirb aber nicht schlimmer. Befürchte sehr ein Fiasko. — 11 Uhr 40 Minuten. Die Alte hat eben bas Zimmer ausgestäubt und ist wieder fort. — 11 Uhr 50 Minuten. Habe in den Spiegel geschaut. Sehe ziemlich grün aus. Nun gehl'S zu Ende. Es ist just eine Stunde, seitdem ich die Dosis genommen. --— —!" So weit bas Schriftstück. Die Leichenjury gab das Verdikt „Selbstmord im Irrsinn."
Landwirthschaftliche Nachrichten.
(Nachdruck verboten.)
— (Verwendung der Quitten.) Im Großen und Ganzen finden die Quitten noch recht wenig Beachtung von Seiten der Hausfrauen, was umsomehr zu bedauern ist, als eS wohl kaum em schmackhafteres Compot gibt, wie bie Quitten es liefern, wenigstens gibt es keines, welches bem Aroma berfelben gletchkommt. Selbst wenn bie Quitten steinig und ungenießbar sind, kann man durch richtige Behandlung wohlschmeckende Producle daraus gewinnen. Und da die Zubereitung selbst einfach und wenig kostspielig ist, so glauben wir den Hausfrauen einen Dienst zu erweisen, wenn wir nachstehend einige Recepte zur Verwendung der Quitten in der Küche angeben. Um Qultten-Gelee zu erhalten, schneidet man ohne zu schälen ein Quantum Früchte, wäscht sie und setzt sie mit soviel Wasser als nöthig, um die Früchte gut zu bedecken, aufs Feuer, wo man sie nun vollständig weich kochen läßt. Ist dies geschehen, so wird der Saft behutsam durch ein Leinentuch gegossen und gewogen. Auf jedes Pfund dieses Quittensaftes gibt man ein Pfund besten Zucker in einen Kupferkessel und kocht ihn mit je V< Liter Wasser pro Pfund ein, bis er so dick ist, baß, wenn man ben Stiel eines Holzlöffels hineinsteckl unb sofort wieber in kaltes Wasser bringt, der Zucker als eine feste Masse daransitzt. Wenn nun der Zucker soviel gekocht ist, gießt man bas Quittenwasser hinzu und läßt nun Alles bei fleißigem Abschäumen so lange kochen, big die gemachte Probe eine schöne, klare, gallertartige Masse bildet. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das Gelee in vorher erwärmte Gläser zu füllen, welche nach dem Erkalten mit Blase- oder dem jetzt allgemein angemenbeten Pergamentpapier oerbunben werben. Das Gelee wäre nun fertig; aus ben ausgekochten Früchten aber macht man Quittendrod. Die Früchte werden zu diesem Zwecke durch ein feines Haarsieb getrieben, dann wird auf ein Pfund Brei ebenfalls ein Pfund Zucker in der vorher beschriebenen Welse gekocht. Der Brei wird hinzugethan unb das Ganze so lange bei ununterbrochenem Rühren eingekocht, bis es eine dicke, zähe Masse bildet, welche in ein vorher bereitetes Kästchen gefüllt wird. Nun läßt man diese Kästchen in einem schon etwas abgekühlten Ofen noch einige Stunden trocknen unb bewahrt sie an einem trockenen Orte auf. Beim Gebrauch wird dieses Brod in beliebige Stückchen geschnitten unb als Dessert oerwenbet. Das Papier wirb entfernt, inbem man es etwas anfeuchtet. Auch zur Verbesserung des Obstweines finb bie Quitten sehr werthooll, was wohl noch wenig bekannt sein dürfte, da sonst gewiß schon mehr Gebrauch davon gemacht würde. Der Zusatz geschieht in dem Verhältniß, daß man zu einem Hectoliter Saft eHa ein Kilo Quitten zugibt. Die Quitten werden gleich mit bem anberen Obste gemahlen unb gepreßt. Durch ben Zusatz von Quitten erhält der Most ein besseres Aroma, wird viel frischer, behält eine schöne Farbe unb hält sich länger; gewiß Gründe unb Vortheile genug, den Quitten eine warme Empfehlung zu widmen.
— (Deckmaterial für den Winter.) Von großer Bedeutung für ben Gartenbesitzer rc., der feine Pflanzen gegen bie Unbilden beö Winters sicher bewahren will, ist bie richtige Wahl des Deckmaterials, da von demselben nicht nur die gute Lieber: Winterung, sondern überhaupt das Weiterwachfen der Pflanzen abhangt. Als ein ganz vorzügliches Deckmaterial für den Winter haben sich nun bie begrannten Spelzen der Getreidearten, welche beim Dreschen des Getreides gewonnen werden, also Roggen, Weizen, Haferspreu unb bas Kaf der Gerste, erwiesen. Dieses Material, welches auf bem Lande überall zu haben, bildet eine ungemein warmhaltige Decke, wenn es in entsprechender Stärke, vielleicht Vs bis 1 Fuß stark, je nach der Beschaffenheit der zu beschützenden Pflanzen aufgetragen wird. Ein Haufen Spreu ober Kaf ist sehr luft- reich und Luft ist bekanntlich ein schlechter Wärmeleiter. Aber nicht allein zur Abhaltung ber Kälte ist dieses Material zu empfehlen, sondern hauptsächlich bietet es einen ganz vorzüglichen Schutz gegen Feuchtigkeit, durch bie im Winter weit mehr Pflanzen als burch Kälte zu Grunbe gehen, selbst ein burchdrtngenber, seiner, lang anhaltender Regen bringt nicht tiefer als 1 Centirneter in den Hausen ein, desgleichen bas schrnelzenbe Schneewasser. Die feinen Spelzen bes Roggens geben bie beste Deckspreu ab, weil ste am festesten liegt. Rosen unb solche Pflanzen, denen bie Mäuse mit Vorliebe zusprechen, müssen mit dem Kaf der Gerste zi'ged.ckt werden. Die scharfen, mit Widerhaken versehenen Grannen der Gerste, sind ben Augen und Ohren ber Mäuse zu kltzlich, als daß sie mit Behagen barln wühlen könnten. Um bei etwa elntretenben Stürmen das Zerstieben des Deckmaterials zu verhindern, überbraust man dasselbe sanft mit einer feinen Gießkanne, wodurch sich eine feste Decke obenauf bildet, die jedem totinme widersteht.
Literarisches.
— Der Ezar wählt die Braut. Es ist bekannt, daß heutigen Tages die nationalen Empfindungen des russischen Volkes bie Brautwahl des russischen Herrschersohnes beeinflussen, was eine starke Verringerung des in Frage kommenden Fürstengeschlechts zur Folge hat. In früheren Jahrhunderten, als Rußland noch nicht „erschlossen" war, war die Brautwahl jedenfalls eine einfachere Sache: Der Czar ließ oie Großen des Reiches mit ihren Töchtern zu sich entbieten unb suchte sich bie ihm zusagende Gattin aus. Diesen interessanten Vorgang hat K. E. Makowski, bei berühmte russische Historienmaler, auf feinem großen Bilde „Der Czar wählt die Braut" bargestellt, welches als doppelseitiges Kunstblatt bas erste Heft des neuen (vierten) Jahrganges der bekannten Monatsschrift »Moderne Kunst", illustrlrte Mona.sfchrist mit Äunftbeilagen in Meisterholzschnitten (Berlin, Rich. Bong), schmückt. Das wirklich vornehme, durch reiche Ausstattung unb interessanten Inhalt sich auszeichnende Blatt ist vom Verleger wiederum vergrößert worden; eS hat auch in seinem Programm eine Erweiterung dahin erfahren, daß es neben reichem Unterhaltungsstoff alle Zweige ber mobernen Kunst: Bilbende Künste, Theater, Musik, ßLeratur, umfaßt. Der Inhalt des c-aten Heftes bringt bereits diese neue Vermehrung zum Ausdruck. In Anbeiracht ber Reichhaltigkeit und Vorzüglichkeit des Gebotenen, ber vornehmen Ausstattung unb ber wahrhaft künstlerischen Ausführung ber Holzschnitte ist ber Preis — 1 A pro Heft — ein sehr niedriger zu nennen. Wir können ein Abonnement auf diese Zeitschrift, welche in ihrem geschlossenen Jahrgänge ein Geschenk ersten Ranges bildet, Jedermann aus's Wärmste empfehlen.
Der Vetter am Rhein, Kalender für 1890. Preis 30 Psg. Verlag von Ehr. Schömperlen in Lahr.
Dte Abende werden länger unb die Feldarbeiten sind zum größten Theile beendigt; der Geschäftsmann wie der Landmann sehen sich um, wo sie etwas Unterhaltendes zum Lesen finden. Was um diese Zeit am meisten begehrt wird, ist ein guter Kalender. Als solcher gilt schon längst „Der Vetter vom Rhein". Er hat auch dieses Jahr wieder ernste unb heilere Erzählungen mit schönen Bildern, dazu viel Belehrendes unb Gemeinnütziges. Ein schönes Bild stellt ben Kaiserpalast in Sttaßburg dar. Die Begebenheiten des vergaiigenen Jahres sind kurz und bündig erzählt und mit Bildern geschmückt. Alles aufzuzählen, was der Vetter vom Rhein seinen Lesern bietet, würde zu weit führen; unsere Meinung ist, daß dieser Kalender in keinem Hause fehlen sollte.


