— Eine harte Strafe erkannte dieser Tage das hiesige Kriegsgericht gegen einen Unteroffizier und drei Soldaten, welche sich weigerten, einer Wachtoatrouille bet Festnahme eines Deserteurs in einer Wirthschaft behilflich zu sein. Der Unteroffizier erhielt 6 Jahre Zuchthaus und die drei Soldaten jeder 3 Jahre Festung. D .r später ermittelte Deserteur kam mit einem Jahre Festung davon.
— Gestern waren cs 30 Jahre, dah die Strecke Mainz-Bingen der Ludwtgs- bahn in Betrieb gesetzt wurde. Die Strecke Msinz Worins war von den Ludwigsbahn- linten zuerst im Gebrauch.
△ Mainz, 16. Getobe.". Ein Transport von 300 amerikanischen Ochsen passirte gestern wieder die hiesige Station. Dieselben kommen nach Bischofsheim, von wo sie auf die umliegenden Vtehmärkle verbracht werden.
△ Aus Rheinhessen, 16. October. In K rn bei Bingen schlitzte in der Nacht von Sonntag auf Montag ein Arbeiter seinem Gegner mit einem Messer den Leid auf. Der Thäter ist verhaftet.
— Am Sonntag legte ein Wildfrevler in der Gemarkung Nack auf den ihn verfolgenden Feldschützen an und verwundete denselben.
Frankfurt a. M., 16. Odober. Heute Nachmittag 5 Uhr trug sich in dem engen Theile der neuen Mainzergasse, gegenüber der Reiebsbank, wo sich gegenwärtig das große, weit in die Straße hineinragende Gerüst ter Frankfurter Bank befindet, ein schweres Unglück zu, indem daselbst Herr Hausbesitzer Wiebenbusch aus der Born- gasse, ein schon bejahrter Herr, der diese Stelle in Gemeinschaft von Frau uno Tochter passirte, von einem Backsteinfuhrwerk ersaßt, zu Boden gerissen und überfahren wurde. Der Unglückliche, dem das Rad über den Kopf ging, war sofort eine Leiche und eine große Blutlache bezeichnete den Ort des schrecklichen Vorganges. Frau und Tochter konnten sich kaum vor Schmerz fassen. Die Leiche wurde von einem Sprtalwagen abgeholt.
Frankfurt a. M., 16. Oct. Dem Beispiel ihrer Standesgenossen in Berlin folgend, haben auch hier die Arbeiter mit dem sog. Bierstrike begonnen. Die Generalversammlung des Fachoereins der Metallarbeiter Hal gestern Abend die erste Sperre über eine Wirthschajtslocalität ausgesprochen. Der Meriansaal ist von seinem Besitzer angeblich aus Besorgniß vor der Polizei für eine abzuhaltende öffentliche Vers.mmlung der Metallarbeiter verweigert worden; in Folge dessen gelangte einstimmig ein Antrag iur Annahme, der dahin gebt: Kem Mitglied des Me allarbeiter-Facbveieins besucht den Meriansaal, ebenso keine Festlichkeit eines anderen Vereins in demselben, wie überhaupt dahin zu wirken ist, daß die Arbeiterschaft Frankfurts sowohl in Betreff des Abhaltens von Festlichkeiten als auch bei anderer Gelegenheit dem genannten Lokal so lange fern bleibt, bis der Besitzer sich zum Hergeben des Saales auch für Versammlungen der Arbeiter bereit erklärt.
— Die Firma G. F. Lehr hat gestern Ihren Angestellten folgendes Circular überreicht: „Wir bringen hiermit zur Kenntniß unserer Angestellten, daß wir uns entschlossen haben, fernerhin, die Zeit vor Weihnachen ausgenommen, unser Geschäft an Sonntagen und F iertagen geschlossen zu halten". Die gen. Firma begleite; das Ei cular mit dem H nweis, daß die gebotene Sonntagsruhe dazu benutzt werden möge, „die Gesundheit durch angemessene Spaziergänge zu stärken". Die „Frkf. Z-g." bemerkt zu diesem Vorgehen der Firma Lehr: Bis zu der Zeit, da endlich die deutsche Gesetzgebung eine allgemein gütige Vorschrift über die gewerbliche Sonntagsruhe erläßt, haben wir hoffentlich noch recht viele Firmen an diesem Ehrenplätze zu verzeichnen, die ihren Angestellten jene Wohlthat aus eigener Entschließung gewähren.
— Am 6. October bat in Berlin eine Sitzung des Gesammtvorstandes des Allgemeinen deutschen Sprachvereins stattgefunden, in welcher eine Reihe von wichtigen Angelegenheiten berathen und erledigt wurde. Zuerst wurde der Bericht des Preisgerichtes über die Lösung der Preisaufgabe von 1887 „Wie können Reinheit und Reichthum ihr deutschen Schriftsprache durch die Mundarten gefördert werden?" welchen Herr Director Prof. Dr. Wätzold erstattete, entgegengenommen. Leider konnte keiner der 11 einaegangenen Arbeiten der von Herrn Baumeister Rutenberg in Bremen gestiftete Preis von 1000 JL zuerkannt werden, dagegen wurde beschlossen, zwei Arbeiten durch je eine Ehrengabe von 500 auszuzcichnen, wenn deren Verfasser diese annehmen wollen. Hierüber stehen die Erklärungen noch aus. — Z veitens wurde als Ort der nächsten, zu Pfingsten 1890 stattfindenden Hauptversammlung München gewählt. — Unter den übrigen zahlreichen Gegenständen der Tagesordnung verdient ein Schreiben des Reichspostamtes hervorgehoben zu werden, in welchem um Mittheilung eines guten E satzwortes für den Ausdruck „Prämie" auf dem Gebiete des Zeitungsgewerbes, wo es eine „Zugabe" bedeutet, ersucht worden war. — Herr Prof. Dr. Dünger aus Dresden erstattete ausführlichen Bericht über den Stand und die Art der weiteren Behandlung der Verdeutschungsarbeiten, die einen großen Umfang annehmen und sehr erhebliche Schwierigkeiten bieten. Es wurde hier von Neuem der Grundsatz äußerster Mäßigung t und Zurückhaltung heroorgehoben und danach die zunächst erforderlichen Beschlüsse J gefaßt. — Ferner wurde der Druck eines Namensverzeichnisses fämmtlicher Mitglieder, j Deren Zahl jetzt fast 12 000 beträgt, für das nächste Frühjahr in Aussicht genommen. 5 — Kassenberichte und kleinere Sachen schlossen sich an. — Endlich überreichte Herr 6 Oberlehrer Dr. Saalseld aus Blankenburg dem Vorsitzenden Herrn Museumsdirector J Riegel aus Braunschweig Namens der übrigen 35 Mitglieder des Vorstandes, ein ; kunstvoll ausgestattetes Album mit den Bildnissen aller dieser Herren. Herr Riegel < nahm mit herzlichen Dankesworten diese schöne und ehrende Gabe entgegen.
— Aus dem brandenburgischen Städtetag in Eberswalde kam die Frage ' der Uniformirung der Bürgermeister zur Sprache. Dieselbe erregte schon bei ' ihrer Erwähnung Heiterkeit und der Referent hielt es demgemäß für angebracht, sich I wegen der Behandlung dieser Angelegenheit zu entschuldigen. Die Frage sei auf I
anberen Stäbtetagen angeregt worden und er sei deßhalb vom Vorstand zu Erhebungen über dieselbe veranlaßt worden. Nach seiner Umfrage hätten sich 104 Bürgermeister und nur 18 für Uniformen ausgesprochen und zwar seien unter diesen achtzehn zwölf Bürgermeister tn ötäbten unter 600 Einwohnern (Heiterkeit). Die Serfamm; lung spruch sich in Uebereinstrmmung mit dem Referenten gegen die Uniform aus
Gingesandt.
(x. c „ . . o Gießen, 17. October.
,m Erker des Herrn H. Zimmer, Uhren- und Goldwaaren-Handlung am Kreuz platz, hat Herr Kunsthändler E. Leib zwei von Herrn E. Hommel in Frankfurt a. M. gemalte Bilder ausgestellt.
ar t k 3)16 künstlerische Ausführung versetzt den Beschauer in volle Verwunderung. Aus dem einen gibt uns der Künstler in treffender Aehnlichkeit die Rüge des unlängst Gehetmeraih Prof. Dr. v. Rttgen wieder. Und in dem anderen Söhnchen des Herrn Dr. Bruch (im Elsaß) vorstellmd hat der Maler tn vollendetster Ausführung das Kind treffend gegeben.
Die Bilder sind nach Cabinetphotograp'-ie gefertigt und die bei denselben ange- .er e!be,nanxer den großen Vorzug, daß die Bilder unter Lichtwirkung nicht leiden. “
. , H"r Carl Leib hat die Vertretung des Herrn Hommel übernommen und ist ^derzeit bereit, jebe gewünschte Auskunft zu ertheilen.
- Leiber haben wir auch dieses Jahr die Wahrnehmung gemacht, daß die Damenwelt, welche unser hiesiges Theater besucht, die Hüte während der Vorstellungen oufbehalt und wäre es im Interesse des theaterbesuchenden Publikums sehr erwünscht, daß die Hute abaelaffen ober gar nicht ins Theater mitgebracht würden. Wäre es vielleicht nicht bess.r, wenn die verehr!. Damenwelt ihre Showls mitnebmen würde?
___________ Mehrere Theaterbesucher.
Literarische-.
TA 29, IV. Band, der Naturwissenschaftlichen Wochenschrift, Redacteur Dr. H Pptonio, Verlag von erb. Dümmler's Verlagsbuchhandlung in Berlin, hat folgenden Inhalt: '
n,_4 3- ‘Seltner; Heber die Bedeutung der photographischen Methoden in der
Astronomie. (Mit Abbild.) Fortsetzung und Schluß. — Debatte über Tuberkulose. cr~ir Steppenhuhn. — Noch einmal die Bedeutung der Steinkörper im Frucht-
Nelsch der Birnen. — Einige neue Sprengstoffe. — Erklärung der Verdoppelung der Canale der Marsoberfläche. -- Literatur. b
Schiff-Nachrichten
rc - ^"men, 16. October. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Ems, Capt. Th. Jungst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 5. October von Bremen und am 7. October von Southampton abgegangen war ist gestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
, Bremen, 16. October. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer America, Capt. A. Kuhlmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 2. October von Bremen abgegangen war, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten tn Baltimore angekommen.
Handel und Verkehr.
Limburg, 16. October. (Fruchtmarkt). Rother Weizen 16.15, weißer Korn JL 1295, Gerste JL 10.30, Hafer JL 7 00, Erbsen v4L 0000,
Kartoffeln JL 0.00. '
.. f ttnff urt, 16. October. Erbsen ganze per Pld 12—18 H do aefckälte
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KAKopf und yungcKS'MM
binbheit zur Erfüllung der Berufsobliegenheiten bedürfen- Durch Gebrauch der t ay sehen achten Sobener »Unetat: »aSiitttn, die auch bei schon ein- getretenem Katarrh äußerst wirksam sind, wirb biefer schütz sicher erzielt (Erhältlich rn ben Apotheken i 85 per Schachtel.) 6 [8000
Frankfurter Stadttheater.
Die berühmte Sängerin Frau Marcella Semdrich, welche gestern im frankfurter Opern Hause mit außerorbentlichem Erfolge als „Nachtwandlerin" aufgetreten ist kann ihrer vielfachen anderweitigen Verpflichtungen wegen nur noch einmal in Frankfurt mgen und tritt dieselbe am eamötag ben 19. October als Rosine im „Barbier von Sevilla zum zweiten und letzten Male auf. Frau Semdrich wirb bei biefer Gelegenheit neue Einlagen fingen und unter Anderem die große Arie aus ben Puritanern" jum Vortrag bringen. Billet-Anmelbungen für diese Vorstellung werben' täglich entgegengenommen. 0
Allgemeiner Anzeiger.
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