Strauch wurden in eine Gefängnißstrafe von je 9 Monaten, unter Aufrechnung von je 4 Monaten Untersuchungshaft, verurtheilt, Haas und Birx dagegen freigesprochen. (Die gestern verbandelte Anklage steht mit dem vor einigen Wochen am Schwurgerichte zum Austrag gekommenen Prozesse gegen Lambmann von Hirzenhain wegen Mord insofern in Zusammenhang, als der am 18. Mai d. I. im Walde bei Merkenfritz erschossen auf^efundene Wilderer Heinrich Schmidt III. von Ober-Seemen ein Genosse des obengenannten Schmidt IX. war, weshalb die Annahme nahe lag, die Beiden könnten an jenem 18. Mat ebenfalls zusammen gewildert haben und vielleicht hierbei in Meinungsverschiedenheiten gerathen sein, wobei der eine sein Leben lassen mußte. Heinrich Schmidt ist in der Lambmann'schen Sache in dieser Richtung als Zeuge vernommen worden, er verweigerte jedoch nähere Angaben hierüber.)
t Gießen, 16. October. Den noch hier weilenden Officteren des Generalstabs brachte die Regtmentsmusik heute Mittag eine Tafelmusik vor dem Hotel „Einhorn".
* Gieße«, 16. October. Zur Warnung für Diejenigen, welche gern den Radfahrern Hindernisse auf dem Wege bereiten, diene folgende Notiz: In dem Dorfe Stahle bei Höxter warf der Metzger Ransenberg einem Holzmindener Radfahrer ein Stück Holz vor die Maschine, sodaß derselbe zum Falle kam, aber glücklicherweise nur leichte Hautschürfungen davontrug. Der Metzger R. hatte sich deshalb vor dem Schöffengericht zu verantworten und das Gericht verurthetlte ihn zu der empfindlichen Strafe von 6 Monaten Gefängniß.
— Die letzte Ziebung der Großh. Hessischen 25 fl.-Loose fand am 15. Februar 1879 statt und verjährten die Forderungen aus dteter Ziehung, bezw. aus der ganzen Lotterie, nach Artikel 21 des Amortisations-Gesetzes vom 20. Juli 1858, am 15. Mat 1889. Die nicht erhobenen Gewinnste betragen weit über 100 000 JL Mehrfache Anforderungen, welche nach dem Verjährungs-Teimin gemacht worden waren, konnten nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht mehr befriedigt werden.
— Das Proviantamt Butzbach macht den Landwirthen der Umgegend bekannt, daß sie sich wegen vortheilbasten Absatzes von Hafer, Heu und Roggen-Richt- stroh an das genannte Proviantamt wenden können.
* Gieße«, 16. October. Der gestrige Theaterabend brachte uns das Lustspiel „Die berühmte Frau". Wenn es den Verfassern (Schönthan und Kadelburg) weniger darum zu thun gewesen, in ihrer „berühmten Frau" der Lachlust die Zügel -schießen zu lassen, als vielmehr neben der anspruchslosen Heite, kett auch die Moral zur
-Geltung kommen zu lassen, so ist ihnen dies in vollstem Maße gelungen. In dem
Stücke wird in feiner, nach keiner Seite verletzmdcn Weise dargelegt, daß wohl ein
berühmter Mann als Mittelpunkt einer glücklichen Familie bezeichnet, nie aber eine
schriftstellernde „berühmte Frau" ihrer ursprünglichen Bestimmung als Gattin und Mutter, als Verwalterin eines begehrenswerthen, von „Paula Hartwig" (Frau Marte Jaskowskt) so trefflich scizzirten glücklichen Heims ge'ten kann. Die Rollen befanden sich wieder in den besten Händen, das Jneinanderspiel war vorzüglich und litt durch die noch in letzter Minute erfolgte Uebernahme der für Herrn Paul o. Gallas bestimmt gewesenen Rolle des „Grafen Bela-Palmary" durch Herrn Director Reiners nicht im Geringsten. Morgen (Donnerstag) Abend wird das Rosen'sche Lustspiel „Kanonen- Wer" wt-derholt. Hoffentlich findet dieses überaus erheiternde Stück ein zahlreiches Publikum im Zuschauerraum.
B e t mH d)t e s.
* Lauterbach, 15. October. Die Dtrection der Spar- und Leihkasse zu Lauterbach macht bekannt, daß in der am 30. September d.J. stattgehabten Generalversammlung wiederum 80 JL für Zwecke der Krieger-Vereine bewilligt wurden. Bewerbungen um diese Spende sind bts 1. November d. I. bet der Dtrection etuzuretchen, am 4. November wird über die Veitheilung beschlossen. — Das Vermögen des aus Untersuchungshaft entwichenen Heinr. Möller V. von Maar ist gerichtlich , beschlagnahmt worden — Die hiesige Handwerkerschule beginnt am Freitag den , 18. Octobcr mit dem Unterricht.
, r ~ 5ranl!ujt' 15- October. Von der weiteren Einfuhr amerikanischer | k i vorläufig abgesehen werden, da man allgemein an ein baldiges Herabgehen j Der Preise in Deutschland glaubt und dann die Rentabilität amerikanischen Viehs wegen k der enormen Spesen sebr in Zweifel stände. i
, ~ Nach einer Hebung der Freiwilligen Feuerwehr in der Willemerstraße richtete !
Herr Stadtraih Grimm eine Ansprache an dieselbe, in welcher er sich lobend über die vorgefuhrten Uebungen au«sprack und bedauerte, daß der Commandant des Corps, der so Vieles für dasselbe und die Organisation des Löschwesens gethan, wegen seiner Ge-
sundheit aus dem Löschwesen ausscheide. Herr Branddirector C Ranft wird mit dem 31. December 1889 sei'.e Sülle als Brandoirector und am 1. März k. I. das Com- mando d:r Freiwilligen Feuerwehr niederlegen. Von den meisten Berufsfeuerwehren Deutschlands, namentlich aus dem Norden Deutschlands sind Anmeldungen zur Frankfurter Branddtrcctorstelle eingelaufen. Von Frankfurt liegen zwei Anmeldungen vor, diejenige eines Beamten C. vom Tsifbauamt und diejenige des Herrn Brandmeister Klein. , ,c. ^r?nLf“rt M., 15. Oct ober. Auf dem Lagerplatze an der Ecke der Hum- boldt- und Schwarzburgstraße wurde gestem Abend V28 Uhr ein Mordversuch und Selbstmord verübt, worüber wir Nachstehendes erfahren. Der 34jährige Aufseher bei dem Lagerhaus am Hafen und früherer Oberfeuerwehrmann Maurer hatte seit Langem Versuche gemacht sich die Liebe seiner ehemaligen Wirtbstochter zu erringen, allein bas Ntadchen wies seine aussichtslosen Werbungen zurück, da M. Frau und sechs Kinder besitzt. Der Abaewitsene stellte nun dem Mädchen, der 18jäbrigen Tochter der Wittwe ^nz.. nach, ubersiel dieselbe heute auf der oben bezeichneten Stelle und brachte ihr zwei Schüsse bei, wovon der eine lebensgefährlich dicht über dem Ohr in die Schläfe ein- drang Die Verwundete brach sofort zusammen, worauf der Attentäter sich selbst durch einen Schuß in den Mund tödtete. Die Schwerverletzte, für deren Auskommen wenig Hoffnung vorhanden ist, wurde in das Bürgerhospital, die Leiche des Maurer auf tat Frankfurter Friedhof überführt. ß
~ ~ .ffine für die Bienenzucht sehr wichtige Verfügung hat der preußische
F nanzmtnister erlaffen. Durch dieselbe ist bestimmt worden, daß die Bienenzucht keiner Steuer, weder Gewerbe- »och sonstiger Steuer unterliegen soll, sofern sie von E5P 'Jauern nur als Nebenbeschäftigung oder auch als Liebhaberei betrieben wird. Die Steuerbefreiung soll auch dann siattfinden, wenn sie in den angeführten Fällen Ertrage abwirft, also dem Imker Einnahmen verschafft. Lehrer, Pfarrer u. s. w tonnen also Bienenzucht treiben, ohne besteuert zu werden.
Literarische-.
- Wassersport, 1888-89. Nr. 54. Inhalt: Regatta- u. s. w Termine Amtliche Bekam,imackungen der Clubs. — Unter Rudern: Der Rennrudere/ (Mit Abbildungen. Fortsetzung.) Die Meisterschaft von Frankreich. Nachrichten — Unter Segeln: Ankergeschirr. Die Seekrankheit. (Schluß) Mitteltiefe Schwertsioop. 'Mit Abbildungen.) Nachrichten. — Unter Schwimmen: Nachrichten. — Unter Eislauf: Nachrichim.
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Samstag Morgen 8-0 Uhr, Samstag Mittag 3°o Uhr, Samstag Abend 5" Uhr.
Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.
Laubhütten-Schlußfest den 17. und 18. October.
... M"s?och Abend 4" Uhr, Donnerstag Vormittag 8°° Uhr, Donnerstag Nack- mtttag 3-°Uhr Donnerstag Abend 5<» Uhr, Freitag Vormittag 8^ 'uhr, Frettag
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