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lassung war. An den verschiedenen Stellen, wo in Gärten die Versuchsgräben gezogen . wurden, fanden sich Mauern oder abgebrochene Mauerreste, ausgedehnte Thetle von Estrichfußböden, große Mengen von Gefäßscherben aller Art, von den feinsten aus A Terra eiqillata bis zu den plumpen Resten mächtiger Amphoren, Dachschiefer und Ziegel- . platten zur Dachbedeckung, Fließtafeln und zahlreiche Reste von Hetzröhren. Im ; Garten des Spenglers Zimmermann war unter einer Decke von Gartenerde (etwa i 1 Fuß) eine mächtige Schicht von solchem Schutt (2 Fuß und mehr) und dann eine ? Schicht von Asche und Kohle, woraus geschlossen werden kann, daß die Ansiedelung durch Feuer zerstört wurde. Nahebei gegen die Nidda hin fanden sich beim Graben > eines Brunnens noch in einer Tiefe von 16 Fuß römische Scherben in einer dicken J Lage mächtiger Eichstämme, theils senkrecht, theis wagrecht, die offmbar Thetle eines j Weges oder Steges zur Nidda durch den Sumpf gebildet haben.

Die zahlreich gefundenen Heizrohrirümmer ließen hoffen, unter dem Estrich noch . einzelne TheUe eines Hypokaustums, einer römischen Heizetnrichtung aufzufinden. Aber * alle Versuche in dieser Richtung waren umsonst. Zwar sprechen zahlreiche Umstände j dafür, daß auch noch solche sich erhalten haben, aber man konnte doch nicht das ganze j Dorf mit Versuchsgräben durchschneiven.

Wenn auch das Ergebniß nicht zu unterschätzen ist, daß nachgewiesen wurde, i das ganze jetzige Dorf Okarben ist über einer alten römischen Ntederlaffung erbaut, so war doch die Bereicherung des Vereinsmuseums sehr gering, eben weil nur zer­schlagene Reste gefunden wurden.

Das römische Okarben stand offenbar mit dem römischen Heddernheim bet Frankfurt durch eine Straße in Verbindung, die stellenweise als Steinstraße in der Generalstabskarte eingetragen ist. Jetzt ist's aber nur noch Fußpfad und der letzte Rest der Straße wurde im letzten Winter an einer Stelle, wo sie durch eine Hohl führte, durch Abtragen und Einebnen der Raine etngeebnet und in Ackerland ver­wandelt. Bet dieser Arbeit stieß man V» Stunde vom Dorf auf den römischen Friedhof und wurden dabei zahlreiche Grabbeigaben gefunden, aber überallhin zerstreut.

An dieser Stelle grub der Verein auch und stieß ebenfalls auf römische Gräber mit Leichenbrand, aber auch fiter waren die Funde für das Museum gering. Die Töpfe waren zerdrückt oder zerschlagen, die Bronce zu formlosen Klumpen zusammen­geschmolzen, ebenso das Glas. Was erhalten blieb und gefunden wurde, war eine Pfeilspitze aus Feuerstein, ein Lämpchen, ein Töpfchen, eine Münze mit ganz unkenntlich gewordener Prägung, ein Wingertsmesser von Eisen, zahlreiche große eiserne Nägel, sowie sehr zahlreiche Topfscherben, die aber kaum wieder zusammensetzbar sind. Leider wurde die Grabarbeit durch heftigen kalten Regen unterbrochen. Die gefundenen Gegenstände sollen während der Ferien, wo das Museum geschlossen ist, gereinigt und zusammengestellt werden.

Aber auch hier sei besonderer Dank gesagt Herrn Kofler, der seine kostbare Zett den Veretnsgrabungen widmete, der gastfreien und zuvorkommenden Familie Forbach in Okarben und allen den Herren, die in regem Interesse den Arbeiten folgten.

Gießen, 15. April. (Musikalisches.^ Ein seltener Kunstgenuß steht unserer Stadt in Kurzem bevor. So wie wir hören, ist am 30. April hier ein Concert von Frau Amalie Joachiin, sowie ihrer Tochter Marie Joachim, welch' letztere mit großartigen Erfolgen in Berlin, Dresden und Leipzig ausgetreten ist. Die Pianistin Frau Dr. Loöns Gerbracht, welche mit Frau Joachim eine erfolgreiche Concert- tournee durch Rußland gemacht, wird mehrere Claoier-Solt vortragen. Wir sehen mit großem Interesse diesem Concerte entgegen, dessen Arrangement Herr Challier wieder übernommen ha?.

Vermischtes.

Mainz, 14. April. Der heutige mittelrhetnische Turntag beschloß, das mittel­rheinische Turnfest 1890 in Coblenz abzuhalten. (F. Z.)

A Mainz, 14. April. Dank dem Einschreiten der Bürgermeisterei ist der Tüncherstrike jetzt einstweilen beigelegt. In einer auf dem Stadthause stattgehabten Versammlung der Meister und Gesellen ist es dem Vertreter der Bürgermeisterei gelungen, einen provisorischen Ausgleich dahin herbeizuführen, daß um einen Durch- ichnittslohn von 33 Pfg. per Stunde die Arbeit einstweilen wieder ausgenommen wird. Bei diesem Ausgleich sind die beiden streitenden Parteien in der Mitte zusammen­gekommen, indem die Gesellen 36 Pfg. verlangt und die Meister 32 Pfg. geboten hatten. Unbeschadet dieses vorläufigen Ausgleiches bleibt der Strike bis nach Inkraft­treten des Gewerbeschiedsgerichts in Schwebe. Letzteres dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen, da das Statut für das Gewerbeschiedsgericht jetzt von der Regierung mit einigen unwesentlichen Beanstandungen eingetroffen ist.

A Mainz, 14. April. In der Zeit vom 20. bis zum 23. Mai findet hier der X. Verbandstag deutscher Conditoren statt. Neben den geschäftlichen Berathungen weift das Programm eine Reihe Punkte auf, die der Geselligkeit und dem Vergnügen gelten. So ist außer dem Feftbanket und den Festconcerten in derStadthalle" eine Besichtigung der Mainzer Sehenswürdigkeiten und ein jedenfalls nicht trockener Gang durch verschiedene berühmte Mainzer Kellereien vorgesehen. Den Höhepunkt der Fest­lichkeiten bildet eine Dampfschifffahrt nach Rüdesheim und ein Ausflug auf den Niederwald.

Die Niederländische Dampfschiffs-Rhederei läßt bereits am 15. d. M. ihren Sommerfahrplan in Kraft treten. Darnach verkehren täglich zwei Boote zu Berg und zu Thal.

Bingen, 9. April. (Realschul-Jubiläum.j Heute Vormittag fand die Schulfeier der Realschule imweißen Roß" statt. Ein zahlreiches Auditorium hatte fich eingefunden: Vertreter der Staatsregierung, Stadtbehörde, frühere Lehrer und Schüler, Geistlichkeit, Eltern der jetzigen Schüler. Die Feier bestand in Gesangs- vorträgen der Schüler, der Festrede des Direktors Herrn Dr. Schneider, Ansprache und Entlassung von 26 Abiturienten durch Reallehrer Herrn Dr. Kemmer. In der Festrede gedachte der Herr Dtrector der früheren Lehrer und aller Wohlthäter und Förderer der Anstalt, seinen besonderen Dank Allen aussprechend, welche zur würdigen Feier des Jubiläums beigetragen haben. Mehrere größere Stiftungen seien anläßlich dieses zum Besten der Schule gemacht worden, unter anderen Beträge von je 1000 JL von den früheren hiesigen Schülern und Binger Söhnen, Herrn Joseph Konas, Kaufmann in Sheffield (England) und Herrn Jakob Feist, Kaufmann in Frankfurt; die herzlichsten Gratulationen zum Theil aus weiter Ferne seien etngelaufen. Die anwesenden früheren Lehrer, Herr Gymnasialdirector Nodnagel von Worms, sowie Semtnardirector Mühr von Bensheim, welch letzterer 28 Jahre lang als Lehrer an der Anstalt gewirkt batte, brachten persönlich in warm empfundenen Reden ihre Glückwünsche zum Jubiläum. Herr Lehrer Krug von Frankfurt, früherer Schüler, spendete eine Schleife zur Fahne als Jubiläumsgabe. Nach einem Ausflug auf Rochusberg und Scharlachkopf nahm das Feftbanket 5 Uhr Mittags seinen Anfang. Dasselbe war von über 200 Personen besucht. Den ersten Toast brachte Herr Oberschulrath Soldan - Darmstadt auf Kaiser und Großherzog aus. Nach ihm sprachen u. A. Herr Semtnardirector Mühr und Herr Eduard Friedberg von Frankfurt. Dazwischen heitere Gesänge im Chore und Musikvorträge der 88er Capelle von Mainz. Die Stimmung der Teilnehmer war eine sehr gehobene.

A Aus Rheinhessen, 14. April. Zu den zahllosen bereits bestehenden Nebenbahnprojecten ist jetzt in Rheinhessen noch ein neues getreten. An Stelle der Bahn nach Neubamberg wird nämlich jetzt für Anlage einer Bafin von Bodenheim ! nach Kreuznach agitirt. Diese Bahn würde der dortigen Gegend allerdings einen J großen Verkehr versprechen, aber ihre Anlage ist derart kostspielig, daß an eine Aus­führung nicht zu denken ist.

Fulda, 12. April. In unserer Nachbarstadt Hersfeld wurde kürzlich ein Mädchen aus dem Dorse Wüstefeld, welches im vorigen Herbste in Folge eines Schreckens die Sprache verloren hatte, dadurch geheilt, daß man es unversehens unter eine kalte Douche brachte. Der Schreck hierüber gab der Stummen die Sprache wieder.

Das beste Schutzmittel, um die aufgehende Erbsensaat vor den Sperlingen zu retten, ist der gewöhnliche und überall leicht zu beschaffende Steinkohlengruß. Man bestreut damit nicht zu sparsam die Reihen, so daß das Feld schon aus der Feme dunkel gestreift erscheint und wiederholt dies nur, wenn starker Regen die Felder ver­wischt haben sollte. Auf so behandelten Feldern wird die Aussaat regelmäßig aufgehen, da der Steinkohlengruß auch zugleich einen günstigen düngenden Einfluß auf das Feld ausübt. Neuerdings wird nun zwar als bestes Mittel, das am wenigsten Arbeit und Mühe verursacht, das recht tiefe Legen der Erbsen, etwa 10 Centimeter tief, empfohlen. Bei dieser Tiefe verlieren sie ihre Triebkraft nicht, sondern sie wachsen kräftig voran und stoßen, während das junge Grün ans Tageslicht tritt, die beiden dicken Keim­blätter ab, welche unter der Erde zurückbleiben. Ist die Erbse, wie es so häufig geschieht, in geringer Tiefe gepflanzt, so kommen diefe Keimblätter beim Aufkeimen aus dem Boden heraus und sind dann in erweichtem Zustande eine leckere Beute für den Sperling. Bei feiner Klugheit findet er dann heraus, daß auch die tiefer liegenden Erbsen bald zum Vorschein kommen müssen und so wartet er bis zum kommenden Morgen, um seine Tafel gedeckt zu finden und dem Erbsenpflanzer einen recht erheb­lichen Schaden zufügen zu können.

Handel und Verkehr.

Das am 1. Mai aufzulegende Verzeichniß zusammenstellbarer Rund­reisekarten wird nun auch die Schweiz und Dänemark mit den wichtigsten Verkchrs- bahnen einbeschließm. Das neue Fahrscheinoerzeichniß unterscheidet sich von dem bisherigen dadurch, daß die Scheine alphabetisch nach Anfang- und Endstationen geordnet sind, so daß also jeder Coupon zweimal aufgeführt wird. Die zum Verzeich­niß gehörige Karte zeigt nicht mehr die Nummern der Fahrscheine, sondern gibt die Anfangs- und Endstationen der Fahrscheinstrecken, sowie diejenigen Stationen und Häfen an, auf welchen das Verkehrsgebiet verlassen und wieder betreten werden darf. In letzterer Beziehung ift eine durchgreifende Beschränkung eingetreten, um Miß­bräuche, wie sie bei der bisherigen Bestimmung sich eingeschlichen hatten, zu verhüten. Ein Anhang zum Fahrscheinoerzeichniß bezeichnet die Stationen, für welche die Erlaubnis bestehen bleibt.

Grünberg, 13. April. (Fruchtpreise). Weizen JC 19,CO, Korn JL. 16,00, Gerste JL 14,00, Hafer 13,40. Erbsen JC 19,00, Samen JC 00,00, Wicken M 14,00, Kartoffeln JL 6,20, Linsen JC. 00.00.

Frankfurt, 13. April. Erbsen ganze pr. Pfd. 1218 H,do.geschälte 1418H, Linsen 1828 weiße Bohnen 1618 H, Kartoffeln 100 Ko. 0,000,00, do. per (Bescheid 10-12 Butter per Pfd. JL 1,20-1,30, Eier das Stück 5-6 H, Blumen­kohl per Stück 4070 H, Wirsing per Stück 10-15 H, Zwiebeln per Pfd. 7-9 Weißkraut per Stück 2030 X Gelberüben per Portion 1520

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t* Opernhaus.

Dienstag den 16. April: Afrikanerin. Gewöhnliche Preise.

Mittwoch den 17. April, Nachmittags 3 Uhr: Schüler-Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Die Quitzow's.

Donnerstag den 18. April: Fidelio. Gewöhnliche Preise.

Freitag den 19. April geschlossen.

Samstag den 20. April: Tell (Oper). Gewöhnliche Preise.

Sonntag den 21. April: Neu einftudirt: Zampa. Gewöhnliche Preise.

Montag den 22. April, Nachmittags 31/» Uhr: Die Reise um die Erde. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Gastspiel des Herrn von Sonnenthal. Kean. Große Preise.

Schaus-iel-a«».

Dienstag den 16. April: Stützen der Gesellschaft. Gewöhnliche Preise.

Mittwoch den 17. April: Neu-Frankfurt. Anfang 7 Uhr. Gewöhnliche Preise.

Donnerstag den 18. April: Gastspiel des Herrn von Sonnenthal. Uriel Acosta. Erhöhte Preise.

Freitag den 19. April geschlossen.

Samstag den 20. April: Gastspiel des Herrn von Sonnenthal. Neu einstudirt: Die Tochter des Herrn Fabricius. Außer Abonnement. Erhöhte Preise.

Sonntag den 21. April, Nachmittags 3% Uhr: Madame Bonivard.

Vorher: Der dritte Kopf. Abends 7 Uhr: Neu-Frankfurt. Gewöhnliche

Montag den 22. April, Nachmittags 3*/r Uhr: Madame Bonivard. Vorher: Die Stoiker. Abends 7 Uhr: Großherzogin von Gerolstein. Gewöhnliche Preise.

Gottesdienst in der Synagoge.

(15. April).

Ostern.

Montag Abend 630 Uhk, Dienstag Morgen 880 Uhr, Dienstag Mittag 3°° Uhr, Dienstag Abend 7-o Uhr. Mittwoch Morgen 83o Uhr, Mittwoch Mittag 3" Uhr, Mittwoch Abend 7« Uhr.

LandwirthschaftlicheS.

Ein Versuch, Obst in einer Grube im Felde aufzubewahren, wie man auch Kartoffeln, Rüben rc. zu überwintern pflegt, ist vollkommen gelungen. Ein Oekonom in Mauchenheim in der Pfalz machte im Herbste eine Grube voll Birnen ein, welche vor wenigen Tagen geöffnet wurde, wobei sich ergab, daß die Birnen frisch, wie vom Baums herab waren und keine Spur von Fäulniß sich zeigte.

Gottesdienst der israelitische« Kellgionssesellschast.

O ft e r n f e st.

- Montag Abend Uhr, Dienstag Vormittag 8 Uhr, Dienstag Nachmittag 330 Uhr, Dienstag Abend 730 Uhr. Mittwoch Vormittag 8°o Uhr, Mittwoch Nach­mittag 380, Mittwoch Abend 73° Uhr.