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Herren, welche augenblicklich im Besitze der Macht in diesem Hause sind, werden gut thun, von dieser Macht keinen allzu uneingeschränkten Gebrauch zu machen, sondern sich auch vom Rechte leiten zu lassen.

Die Debatte wird geschlossen.

Nach einem Schlußwort des Abg. Rickert wird der Antrag Müller - Marienwerder (Rp.) auf motivirte Tages­ordnung mit den Stimmen der Conservativen und National­liberalen angenommen.

Hierauf vertagt sich das Haus.

Nächste Sitzung Donnerstag 1 Uhr. Tagesordnung: Zweite Etatsberathung.

Schluß 43/4 Uhr.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Augsburg, 13. November. Die süddeutschen Tricot- waarenfabrikanten beschlossen für Fabrikate von Gewichts- waaren eine zehnprocentige Preiserhöhung.

Dresden, 13. November. Die Thronrede des Königs heißt den Landtag herzlich willkommen, c^nstatirt die günstige und erfreuliche Gestaltung der wirthschaftlichen Lage. Die Industrie und der Handel seien in weiterem Aufschwung be­griffen- zugleich sei eine Besserung der Verhältnisse der arbeitenden Klassen eingetreten. Der König freut sich, bestä­tigen zu können, daß in allen Theilen des Landes die in allen Bevölkerungsklassen erkennbare arbeitsame Thätigkeit nicht ohne Lohn bleibt und das Vertrauen aus die Erhaltung des Friedens und die Zuversicht auf weitere fruchtbare Erfolge befestigt. Die Höhe der eingestellten Einnahmen des Etats gestattet den Schulgemeinden weitere Unterstützung durch Beiträge zur Lehrerbesoldung zuzuwenden, auf eine allgemeine Ermäßigung des Schulgeldes in den Volksschulen und eine Erhöhung des Minimalgehaltes der Lehrer hinzuwirken. Die Thronrede kündigt eine durchgreifende Aufbesserung der Beamtengehälter für das Finanzjahr 189293 an, für jetzt aber schon den Wegfall der Pensionsbeiträge und die Ge­währung von Beihilfen an die niedriger Besoldeten- ferner eine Vorlage über Pensionen an berufsmäßige Gemeinde­beamte, eine Novelle zu dem Gesetz über die Grundstück- Zusammenlegung, eine Armenordnung, eine Vorlage über den Bau mehrerer Localbahnen.

Wien, 13. November. DieWiener Abendpost" schreibt: Der Kaiser reist heute Abend nach Innsbruck ab zur Be­grüßung des deutschen Kaiserpaares. Bei den überaus innigen und herzlichen Beziehungen, welche zwischen den beiden mäch­tigen Potentaten von Oesterreich-Ungarn und Deutschland, sowie deren Völkern bestehen, ist es nur natürlich, daß die öffentliche Meinung hüben wie drüben die neuerliche Begeg­nung der beiden befreundeten Herrscher mit lebhafter Freude begrüßt, in derselben eine neue Bekräftigung des segensreichen Bundes erblickt, welchem Europa schon so lange die Erhaltung des Friedens verdankt. Der Botschafter.Prinz Neuß benützte auf specielle Einladung des Kaisers den kaiserlichen Separatzug nach Innsbruck. Militärattache Deines ist schon gestern Abend nach Ala abgereist, wo er sich der Suite Kaiser Wilhelms anschließt.

Pest, 13. November. Die ungarische Regierung zeigte der deutschen Regierung den Ausbrauch der Maul- und Klauenseuche an, welche wohl die Mästung beeinträchtige, den Handel und Verkehr hemme, aber der Gesundheit der Thiere nicht im Geringsten schädlich sei, als in etlichen Schweine- Mastungen Steinbruchs eingetreten angezeigt. Sie theilte die außergewöhnlichen strengsten Verfügungen mit, die behufs Localisirung der Seuche ergriffen wurden. Die Behörde stellte den ganzen Verkehr nach Deutschland ein und ersuchte die deutsche Regierung, die Einfuhr gesunder Mästungen nicht zu hemmen. Minister Szapary und Ministerialrath Lipthay überzeugten sich durch den Besuch der Contumazanstalten per­sönlich von der strengsten Durchführung der Maßregeln.

Triest, 13. November. Die Schiffscommandanten des deutschen Geschwaders besuchten im Saufe des Tages die Militärstationscommandanten Viceadmiral Wipplinger, Brigadier Generalmajor Probst, Podesta Bazzoni und den Präsidenten der Seebehörde Baron Albert.

Paris, 13. November. Die Zahl der gestrigen Ver­haftungen beträgt 158- davon wurden 60 aufrechterhalten. Unter den Verhafteten ist auch der Anarchist Soudais. De- roulede und Genossen wurden Abends 9 Uhr wieder frei­gelassen.

Monza, 13. November. Der Kaiser Wilhelm, der König Humbert und der Kronprinz begaben sich früh nach dem Dejeuner zur Jagd in Begleitung des Botschafters Solms, der Generäle Pasi und Wittich und des wirklichen Geheimen Raths Lucanus. Abends findet hier ein Familien­diner statt. Die Stadt ist mit deutschen und italienischen Fahnen reich geschmückt.

Monza, 13. November. Die heutige Jagd war vom schönsten Wetter begünstigt und endete um 5 Uhr, nachdem ungefähr 800 Fasanen geschossen worden. Abends 8 Uhr war Familiendiner. Der Kaiser reist Abends 11 Uhr nach Verona ab, wo ihn die Kaiserin erwartet.

Venedig, 13. November. Zu Ehren der deutschen Kaiserin ist der Marcusplatz glänzend illuminirt.

Konstantinopel, 13. November. Ein Jrade des Sultans hat den seit Langem angestrebten Bau einer Capelle für protestantische Pilger in Bethlehem genehmigt, wodurch einem Herzenswünsche Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta Victoria entsprochen ist.

Konstantinopel, 13. November. Der türkische Gesandte in Belgien, Knratheodori Effendi, ist zum Vertreter der Pforte bei dem Anti - Sclaverei - Congreffe in Brüssel ernannt.

Locales unö provinzielles.

Gießen, 14. November.

* In der gestrigen Sitzung des Oberhffsischen Geschichts- Vereins wurden zwei Vorträge gehalten. Den ersten der- elben hielt Herr Prof. Dr. Buchner über den Pietismus und die Hochschule zu Gießen. Redner schilderte auf Grund angeüellter Forschungen in den Archiven der Universität die Zustände, wie sie nach dem 30jährigen Kriege bis zum An- ang unseres Jahrhunderts auf relgiösem Gebiete herrschten. Die nach Beendigung dieses Krieges herrschende Unsicherheit, die Zerfahrenheit in den Verwaltungen, in Kirche und Schule, wie im öffentlichen Leben veranlaßten die damaligen Fürsten, durch Einführung besonderer Vorschriften in Bezug auf kirch­liche Hebungen wieder Sinn für Religion und Ordnung in das Volk zu bringen. Es wurden besondere Bettage anbe­fohlen, besondere Stunden des Tages zur Verrichtung der Andacht bestimmt (das jetzt noch hier übliche 10 Uhr-Läuten geschieht noch auf Grund einer Verordnung aus dem Jahr 1633), namentlich aber die Einwohner, im Besonderen die studiosi der Universität Gießen, zu einem soliden Lebens­wandel aufgefordert. Verordnet wurde sehr viel, aber sehr wenig ausgeführt, bis spätere schärfereGesetze" den ge­gebenen Anordnungen Nachdruck verliehen. Unter diesenGe­setzen" stand die Censur in erster Linie, nach ihr wurde das Reden, Schreiben und Drucken über religiöse Streitigkeiten verboten, den sämmtlichen Angehörigen der Universität bis zum Pedellen die Unterzeichnung eines diesbezüglichen Reverses anbesohlen (der letzte dieser Reverse stammt aus dem Jahre 1808 und ist unterzeichnet von Kirchenrath Engel) u. s. w. Mit dem Auftreten PH. Jac. Speners bewegte sich das religiöse Leben in zwei Hauptrichtungen, derjenigen der Pietisten und Orthodoxen - daß von diesem Getriebe auch die Universität Gießen nicht unberührt blieb, legte der Vor­tragende in recht ansprechender Weise dar. Die dem Vor­trag folgende Discussion, an der sich die Herren Pfarrer S ch l o s s e r und Geh. Hofrath Prof. H o f s m a n n beteiligten, förderte noch manches Wiffenswerthe aus jener Zeit zu Tage, über das die heutige Generation ihre eigenen Gedanken haben mag. Der zweite Vortrag des Herrn Oberbiliothekar Dr. Haupt:Urkundliche Mittheilungen zur Geschichte Rod­heims und der Burg Vetzberg" gab den Anwesenden Gelegen­heit, sich ein Bild von den Wandlungen in den Besitzverhält­nissen unserer Nachbarburgen und Orte während der Zeit vom 15. bis 17. Jahrhundert zu machen. Wir sehen Ge­schlechter entstehen und verschwinden, heiße Kämpfe über den Besitz der Burgen, wie der Herrschaft über die Ortschaften ausfechten, bis endlich durch Verzichtleistung auf alle Eigen- thumsrechte von Seiten der letzten Gauerben aller Streit geschlichtet wurde, als dessen Zeugen die Nachwelt die Burgen Vetzberg und Gleiberg beschaut. Auch diesem Vortrage folgte eine kurze Besprechung, nach welcher der Vorsitzende die Ver­sammlung schloß.

Es dürfte gewiß von allgemeinem Interesse sein, daß Herr Oscar Zack, gegenwärtig in Magdeburg, welcher . durch seine Vorträge in den letzten Jahren hier die besten Erfolge erzielte, unsere Stadt nicht vergessen hat. Der Kauf­männische Verein hat es ermöglicht, daß genannter beliebter Recitator uns am 30. November d. I. im Saale des Hotel Einhorn wiederum mit einer Vorlesung erfreuen wird und wünschen wir demselben von Herzen einen vollen Saal. Auf die Rudolf Baumbach'sche Dichtung:Kaiser Max und seine Jäger", welche zu Gehör gebracht werden soll, werden wir demnächst noch näher eingehen.

* Lauterbach, 13. November. Mit Genehmigung Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs wurde der Amtmann Dr. Steeg mit Versetzung der Stelle des Amtmanns bei dem Kreisamt Lauterbach beauftragt.

venmischtes.

Darmstadt, 13. November. Die seminaristisch ge­bildeten Lehrer an den höheren Bildungsanstalten des Großherzogthums Hessen gründeten zur Förderung ihrer In­teressen am 10. d. Mts. in Frankfurt einen Verein und be­schlossen, da vor einigen Jahren die Gehälter der akademisch gebildeten Lehrer geregelt wurden und die seminaristisch ge­bildeten Lehrer an den Volksschulen einer Gehaltsaufbesserung und vorteilhafteren Regulirung derselben entgegensetzen, nun auch eine entsprechende Gehaltsverbesserung und ein rascheres Aufrücken im Gehalte an maßgebender Stelle anzustreben. Als Vertreter wurden gewählt die Herren Real-Gymnasial- lehrer See-Mainz, Kaß l ick - Darmstadt und Reuter- Worms.

nn. Darmstadt, 12. November. Eine Entscheidung, welche auch für weitere Kreise von Interesse sein dürste,'hat der Provinzial-Ausschuß für Starkenburg in einer Recurs- sache am Samstag den 9. d. Mts. gefällt. Der Fabrikant Emil Volmar von Offenbach wollte eine Talg­schmelze in Verbindung mit einer seit Jahren bestehenden Stearinkerzenfabrik anlegen, wurde aber mit seinem Gesuch vom Kreisausschuß abschläglich beschieden. Von Seiten der Beschwerdeführer, worunter auch die Stadt Offenbach, wurde auf die durch die jetzige Fabrik verursachten pestilenzartigen Gerüche hiugewiesen, welche trotz massenhafter Beschwerden bis jetzt noch nicht beseitigt seien. Die Fabrik liege zum Schaden der Anwohner in der Nähe von Wohnhäusern und würde durch die beabsichtigte Talgschmelze der böse Geruch nur noch vermehrt. Auch der Vertreter der Stadt Offenbach, Herr Oberbürgermeister Brück, führte aus, daß man dem­nächst beabsichtige, in der Nähe dort ein städtisches Kranken­haus zu errichten, weil der Stadt kein anderer Bauplatz zur Verfügung stehe. Aus diesem Grunde habe sich auch der Stadtvorstand veranlaßt gesehen, auf Grund des § 23 der Gewerbeordnung einen Zusatz zum Ortsbaustatut zu beschließen, wonach alle Anlagen, welche der Genehmigung der Regierung bedürfen und in dortiger Gegend ausgeführt werden sollen,

für gänzlich unzulässig zu bezeichnen seien. Der Ver­treter der Firma Volmar führte in seinem Plaidoyer aus^ daß von Seiten einer ganzen Reihe technischer Sachverstän­diger die Anlage dieser Talgschmelze, ohne besondere Be­lästigung der dortigen Anwohner als zulässig erachtet. Der Beschluß des Stadtvorstandes von Offenbach sei ein Gesetz ad hoc, dem umsoweniger Geltung beizumessen sei ür diese Sache, da das Gesuch vorher eingereicht worden sei. Der Provinzial-Ausschuß ging jedoch von einer anderen Ansicht aus, indem er die Anlage als gesundheitsschädlich erkannte. Er wies nicht nur den Recurrenten ab, sondern er verurtheilte denselben auch noch in die Kosten des Ver- ahrens und in eine Geldstrafe von 10 Mk.

Mainz, 13. November. Jack, der Aufschlitzer, hat gestern unter der hiesigen Schuljugend keine geringe Aufregung hervorgerufen. Irgend ein müßiger Kopf hatte in der höheren Mädchenschule das Märchen verbreitet, das englische Scheusal wäre hier und eine diesbezügliche Warnung fei am Stadt- Hanse angeschlagen. Nach Schluß der Schule strömten die Mädchen in hellen Schaaren nach dem Stadthause, um sich von der Warnung, die natürlich nicht angeschlagen war, per- onlich zu überzeugen. Das Töchterchen des Oberbürger­meisters rückte mit 12 Mitschülerinnen direct auf die Bürger­meisterei, um sich den Wütherich zeigen zu lassen. Von der höheren Mädchenschule nahm die grausige Mähr den Weg in die anderen Schulen und auch in die Stadt und so war den ganzen Tag über das Stadthaus von Kleinen und Großen umlagert, die vergeblich hofften, von dem Bauchaufschlitzer eine Nachricht zu erhalten. Trotz allen Zuredens der Eltern und Erwachsenen fand dieses dumme Märchen unter der Schuljugend fortgesetzt Gläubige, so daß heute Morgen auf Anordnung der Bürgermeisterei in allen Schulen mitgetheilt wurde, daß die ganze Sache eine müßige Erfindung sei. Daß. übrigens auch Erwachsene mit der Sache Unfug treiben, geht aus der Thatsache hervor, daß heute Morgen das hiesige Polizeiamt eine Postkarte aus London mit folgendem Inhalt erhielt: Morgen werde ich in Ihrer Stadt operiren. Jack, der Aufschlitzer.

A Worms, 13. November. Der Theaterausschuß ver­sendet jetzt an die Presse einen übersichtlichen Plan von dem neuen städtischen Spiel- und Festhaus nebst den zur Be­schreibung nothwendigen Notizen. Aus den Letzteren ist ersichtlich, daß für den Theaterbau, für welchen ursprünglich 350000 Mk. vorgesehen waren, 610000 Mk. aufgebracht worden sind. Hiervon wurden 230 000 Mk. von Bürgern geschenkt, eine veranstaltete Lotterie brachte 125 775 Mk. ein, die Stadt gab einen Zuschuß von 100000 Mk. und 150000 Mk. wurden durch eine ^/gprocentigc Anleihe bei der Stadtkasse aufgebracht. Einschließlich denLauben" (Logen) umfaßt das Theater 1020 Sitzplätze.

Frankfurt a. M., 13. November. Gestern Abend sand eine Versammlung von Metzgern statt, in welcher man sich dahin einigte, daß man, möge das Fleisch im Viehhof kosten, was es wolle, mit dem Ochsenfleisch um fünf Pfennig abschlagen wolle.

Verkehr, Land- und volkswirthschaft.

Limburg, 13. November. (Fruchtmarkt). Rother Weizen JL 16.10, weißer Weizen JL 16 00, Korn 1295, Gerste 1105, Hafer 7.05, Erbsen 00.00, Kartoffeln JL 0.00.

Frankfurt, 6. November. Erbsen ganze per Pfd. 1218 do. geschälte 1418 H, Linsen 1828 H, weiße Bohnen 1618 H, gelbe Kartoffeln per Gescheid 1416 H, rothe Kartoffeln per Gescheid 12-14 H, Butter per Pfd. JL 1,00-1,10 Eier das Stück 67 H, Blumenkohl 30-80 Weißkraut das Stück 8-15 H, Rothkraut 12-25 H, Wirsing 1215^

Der Krebs der ObstbLnme. (Nachdruck verboten.) Der Krebs der Obstbäume wird durch einen Pilz (Nectria ditissima Toi.) verursacht. Die Krebswunde beginnt mit dem Einsinken der Rinde um eine Knospe oder ein Aestchen. Allmälig wird die Wunde größer, indem neue Rtndentheile zum Absterben gebracht werden, wobei der Baum die Verletzung durch Bildung von Wundgewebe zu verheilen sucht. Hierbei kann nun der Fall eintreten, daß die Neubildungen des Wundgewebes die Ueberhand bekommen und die Krebswunde schließen, wodurch der Pilz zum Absterben gebracht wird. In diesem Falle entsteht derknollige" Krebs. Meistens geht jedoch der Pilz aus dem Kampfe hervor, die Wunde vergrößert sich von Jahr zu Jahr, das bloßgelegte Holz zersetzt sich und schließlich stirbt der be­fallene Zweig ab; diese Form wird alsbrandiger" Krebs bezeichnet. Vom Krebs werden hauptsächlich diejenigen Bäume befallen, welche zu tief gepflanzt sind, in sehr dürftigem oder in zu feuchtem Boden stehen. Die zarten, empfindlichen Tafelsorten leiden am meisten, namentlich dann, wenn sie in einem wärmeren Klima und in einem mastigen Boden erzogen und in rauhere Gegenden oder auf geringen Boden verpflanzt wurden. Das Eindringen der Pilzporen wird ferner erleichtert durch Verwundungen der Rinde, welche entstehen durch das Beschneiden der Bäume, durch Frost, Hagelschlag, Schild- und Blutläuse u. f. w. Ebenso begünstigt feuchtwarme Witterung die Fortpflanzung des Pilzes. Was die Mittel zur Heilung des Uebels betrifft, so liegt auf der Hand, daß die indtrecten Ursachen, welche den Baum für das Aufireten des Krebses geeignet machen, thunlichst beseitigt werden müssen. Mangelhaft ernährte Bäume müssen entsprechend gedüngt, Bäume, welche zu tief stehen, gehoben werden, wenn es ihr Alter noch zuläßt. Ist der Boden zu feucht, so empfiehlt sich eine gründliche Entwässerung. Krebssüchtige Sorten werden mit widerstandsfähigen umgepfropft, die Schild- und Blut­läuse sind zu vernichten, alle Verletzungen sorgfältig mit Baumwachs oder Steinkohlentheer zu verstreichen. Dem Umsichgreifen der Krebs­wunden wird entgegengearbeitet durch sorafälttges Ausschneiden der Wunden bis aufs gesunde Holz und Verstreichen derselben mit erwärmtem Steinkohlentheer. Um jede Spur von Pilzfäden zu ent­fernen, empfiehlt es sich, einige Millimeter tiefer in das anscheinend gesunde Gewebe hineinzuschnetden. Das Ausschneiden und Ver­streichen der Wunden muß in der Zett von October bis März geschehen, damit der Theer leichter in das Holz eindringen kann. Die Manipulation hat jedoch nur bet jüngeren Wunden Erfolg. Bet älteren Hochstämmen, deren jüngere Aeste und Zweige mit vielen Krebswunden behaftet sind, empfiehlt sich ein Verjüngen der Baum­krone, d. h. ein Zurückschnetden der Zweige bis in das drei- oder vierjährige Hol».

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Freitag Abend 400 Uhr, Samstag Vormittag 830 Uhr, Samstag Nachmittag 300 Uhr, Samstag Abend 5« Uhr.