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Nächste Sitzung Freitag 12 Uhr. Tagesordnung: Befähigungsnachweis.

Schluß 5 Uhr.

Neueste Nachrichten.

Wolssö tclcgrnphischeS Corrcspondcnz-Bureau.

Bochum, 12. December. Auf den Zechen deö hiesigen Reviers werden die entlassenen, resp. arbeitslosen Bergl eilte durchgängig wieder a u g en omm en. Wenn ausnahmsweise ein Arbeiter aus seiner früheren Zeche keine Arbeit wieder erhalten kann, so sind die Zechen bemüht, für ihn Beschästigliug aus anderen Zechen zu erlangen.

Saarbrücken, 12. December. In Folge der gestern in Püttlingen stattgehabteu B e r g a r b c i t c r V e r s a m m tu» 9, welche die Niederlegung der Arbeit beschloß, ist heute ein Theil der Belegschaft von Loniseuthal und der ZecheBon der Heydt" nicht augefahren.

Chemnitz, 12. December. Der F ä r b e r ft r i k e wurde hellte beendigt, indem 15 Procent V ohne r h ö h u » g be­willig t wurden.

London, 12. December. Der Auüstand bei der Süd Metropolitan Gaögescllschaft begann Nachmittags zwei Uhr uiit dem Strike der TageSarbeiter, ein anderer Arbeitertheit legt Abends um zehn, ein dritter morgen Früh um sechs Uhr die Arbeit nieder. Die Direetoren der Gesellschaft erklären, sie hätten geilügenden Arbeiterersatz siir die Strikendeil, auch seien Borkehrlliigeu getroffen, damit die Strikenden nicht die Arbeitenden belästigen.

Konstantinopel, 12. December. Der aus die Amnestie in Kreta bezügliche Passus des FermauS lautet:Für alle politischen Verbrecher, allSgenommen die vom Kriegsgericht, bis zur Veröffentlichung des Fermans verurtheilten, ferner die Führer, welche die Unrllhen anfachteu, endlich die Jndi- viducu, die sich gemeiner Verbrechen schuldig machten."

Kairo, 12. December. Daö Bureau Reuter lueldet: Die egyptische Regierung beschloß, die Frohuarbeit abzu schasfell und die Kosten der bisher durch Frohudienstc ge leisteten Arbeit durch eine Grundsteuer zu decke«. Trotzdem hat die Regierung daö srauzvsische Kabiuet davon verständigt, daß, luciui dasselbe iii die Conversiou der egyptische» Privi- legirte» Schlild lvillige, sie die Abschassuiig der Frohuarbeit vhuc eine Erhöhung der Grlmdsteuer vornehme« würde, da die Kosteil der Abschasfuilg durch die Ersparnisse gedeckt würden, ivelche durch die Couversion zu erzielen wären. Die Abschaffung der Frohildieuste wird der Landbevölkerung Er- leichteruugeu gewähren. Man hofft, daß, lveuu Frankreich in die Conversion lvillige, dadurch die Nothweudigkeit einer Er- höhnng der Grundsteuer beseitigt werde.

Zanzibar, 12. December. SeiteuS der Directorcu der British Jndta-DampsfchifsahrtS-Gesellschaft wurde anläßlich der Eröffnnng deö nenen directen DampfcrdiensteS zwischen England lind Oslasrika gestern an Bord derAraisatta" Stanley nild deill Generalcvnsul Elian Smith ein Frühstück gegeben. Hierbei lvurde ein Toast ans Stanley, Emin und Casati auSgebracht, ivelchen Stanley in einer längeren beantivortete. Der Evnsnl Enau Sniith trank ans Wißmailn, sowie allf sämmtliche Delltsche in Oslasrika und dankte für den glänzenden Empfang Stanleys und die den Engländern beiviesene Freundlichkeit.

Cocflk** nn- OrovinzLeUes.

Gießen, 13. December.

* Bon einer neuen Stiftung gab in gestriger Sitzung der Stadtverordneten Herr Bürgermeister Gnanth Kenntniß. Lant Stiftungöbries überweisen die Kinder nnd Schwieger kindcr des Aron Heichelheim nnd seiner Ehefrall Fanny Heichelheim zum Andenken an die. Verstorbenen eine Obligation im Betrage von 5)0,000 Frcö. mit der Be stimmnng, daß alljährlich je eine Hälfte des Zinsenertragcs am 27. April nnd 19. Juni (den Todestagen der Aron Heichelheim Ehegatten) au je zwei Bedürftige beider Con­fessio,reu vertheilt werden. Ohne damit die Armenpflege zu entlasteu, beabsichtige« die Stifter, i« Bedräuguiß geratheuen würdige« Angehörige« des Arbeiter , Handwerker und Kauf- nlaunsstandes aufzllhelfen, damit ihnen die Fortführung ihres Berufes ermöglicht werde. Erst wen» daö Ziusencrträguiß Verwendung in der angegebenen Art nicht finden kann, soll dasselbe zu Stipendien unter näher bezeichneten Bedingungen verwendet werden. Im Bezug der StistungSziusen solle« israelitische und christliche Personen abwechseln, jedoch kann ein nnd dieselbe Person nur nach Ablauf von nenn Jahren wiederholt bedacht werden, israelitische Personen in erster Linie dann, wenn sie in bestimmtem VerwandtschaftSverhält niß zur Familie Heichelheim stehen. Falls die im Stiftnngs briese näher bezeichneten Bedingnngcn die Uniwandlnng eines TheileS deS Zinsenerträgnisses in ein Stipendinm nöthig machen, soll dasselbe an würdige Eltern zur Ausbildung ihrer Kinder an einer höheren Schule oder zur Erlernung eines Kunst Handwerks Verwendung finden. Die Stiftung ist von der Stadt Gießen in getrennter Rechnung zu verwalten, die Stifter oder deren hierzu Bevollmächtigte behalten sich das MitbestimmnugSrccht bei der Auswahl der für würdig und bedürftig zn erachtenden Personen vor, desgleichen eine etwa innerhalb fünfzehn Jahren sich nöthig machende Revision deö Stiftungsbriefes. Die Stiftung soll den NamenH eiche! h e i m i s ch e Stift n n g " führen. Nach Einziehung der betr. Obligation har die Stadt daö Capital in solchen Papieren anzulegen, wie sie zur Anlage von Mündelgeldern zulässig siud. Da am 1. Oktober d. I. die eine Hälfte der ZinS- CvnpvnS fällig gewesen, so kann am 27. April 1890 die erste Auölheilnng stattfinden, nachdem eine drei Monate vorher zn ertastende Bekanntmachung erfolgt ist. Herr Bürgermeister Guauth bemerkte, daß die juristische Commission an dem Stif- tungSbriese nichts z,l beanstanden gesunden. Wohl im Ein Verständnisse mit der Versammlung gedenke er zli handeln, wenn er der Freude über eine neue, den vielen Stiftungen

der Stadt sich anreihende Stiftung an dieser Stelle Ausdruck verleihe. Die Vcrsammluug aber könne den Dank an die Stifter nur dadurch zum Ausdrucke bringen, daß sic sich von den Sitzen erhebe (geschieht); die Genehmigung zur Annahme der Stiftung lvcrde nunmehr veranlaßt werden.

* Herr Jean Hanstein hat in einem an den Herrn Bürger­meister gcrichtetc« Schreiben mitgethcilt, daß er, sein Fern­bleiben ans einigen Sitzungen deö Stadtvorstandes wegen geschäftlicher Inanspruchnahme entschuldigend, auch den noch bis zum Ende seiner Mandatsdaner (am Schlüsse dieses Jahres) noch stattfindcndcn Sitzungen nicht mehr beilvohncn könne. Mit Herrn Hanstein scheidet daö amtöälteste Mitglied des Stadtvorstandes aus dieser Körperschaft, nachdem er seit 186.5, also 25 Jahre, in derselben gewirkt. Wenn schon die Stadt­verordneten Vcrsamnilnng Herrn Bürgermeister Gnanth er­mächtigt hat, Herrn Hanstein die gebührende Anerkennnng Namens derselben auözusprechen, so wird auch die Einwohner schäft, deß sind lvir gewiß, Herrn Hanstein stillen Dank zollen für seine Thätigkeit, mit welcher er in seinem Ehrcnamte so lange Jahre ihre Interessen vertrat.

X Theater Laut Anzeige wird Sonntag Abend das Gastspiel des weit nnd breit bekannten Zwergcoinikers Janez Mally beginnen. Wie wir hören, war der Contract mit dem berühmten Künstler schon abgeschlossen, bevor Herr Director Reiners seine schlimmen Ersahrnngen mit dem Gast­spiel deö Herrn Wilhelm von Hoxar gemacht hatte. Er­würbe sich sonst vielleicht gehütet haben, znm zweiten Mal ein gleiches Risiko zu übernehme«. Jmmerhi« sind wir Op­timisten genug, ui» zu glauben, daß das Publikum nicht auch znm zweiten Mal den nicht geung anzuerkennenden, mit großen Opfern verknüpften Bestrebungen des Herr» Reiners gegenüber eine gleichgültige Haltung beobachte» wird.

Die Personentarife betrage» vom 1. April nächsten Jahres n» ans allen preußischen Staatöbahncn für das Slito mcter: I. Klasse 8 Pf., II. Klasse 6 Pf., III. Klaffe 4 Pf., IV. Klasse 2 Pfg. für Personenzüge- I. Klasse 9 Pf., II. Klasse 62/b Pf., III. Klasse 42/g Pf. für Schnellzüge- I. Klasse 12 Pf., II. Klasse 9 Pf., III. Klasse 6 Pf. für Rückfahrten, und für Gepäck V2 Pf- für 10 Kilogramm.

Büdingen, 10. December. Im Lanse dieses Monats wird der Fürstlich-Asenburg nnd Büdingische Kammerdirector Gcheimerath Rudolph Klingelt)öffer »ach ei»u»dvierzig- jähriger AmtSthätigkeit aus seiu Nachsuchen in den Ntlhestand treten. DaS Dircctorium der Fürstlichen Nentkammer führte derselbe seit 1850.

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Vermischtes.

NN. Darmstadt, 12. December. Heute Nachmittag fand vor dem hiesigen Schwurgericht ein Verbrechen wider das Leben seine Sühne, wie, Gott sei Dank, nicht sehr ost in den Annalen der Gerichte vorkommt. Vor den Ge- richtsschranken stand der Bäcker Jacob Zöller II. von BibliS, welcher am 11. Mürz d. I. seine Ehefrall zunächst mit einem Prügel zusammcnfchlug nnd, nachdem dieselbe noch Lebenszeichen von sich gab, mit dem Kops in eine Psnhlkante lvarf, wo sie ihren Geist aufgab. Hierauf ging das Scheusal in Menschengestalt zum Arzt uud sagte, feine Frau sei vom Heuboden gefallen nnd habe sich schwer verletzt. Die Ver- anlasslnig zu dem Morde war, daß Zöller Verhältniß mit seiner Magd Kath. Trinkalis hatte und seine Frau, wie er­hellte erklärte, müde war. Die greilzeuloseste Rohheit uud dcu scheußlichsten Cynismus trägt allch heute der Angeklagte zur Schan. Derselbe verzog bei Verkündigung des Urtheils, lvelchcö allf Tod lautete, feine Miene. Im Gegeutheil, mit dem heitersten Gesichte nahm er Abschied von verschiedenen Bekannten, denen er zurief:Machts gut und lebt wohl, da droben sehen wir uns lvieder!"

Worms, 10. December. In derWormser Ztg." wird die folgende Bekailntmachuug veröffentlicht:Herr Freiherr Hcyl zn Herrnsheim hat anläßlich deö Besnchcü Seiner Majestät deö Kaisers lt. nachfolgend im Drllcke wieder- gegebenen Schreibens 5000 Mk. zu deu angegebenen Zwecken zllr Vcrsügnng gestellt. Indem wir dieses bekannt geben, sprechen wir hierdurch öffentlich für die hochherzige Gabe unseren wärmste« Dank aus. Worms, 9. December 1889. Großherzogliche Bürgermeisterei Worms. Küchler." Wormö, 7. December 1889. An Großherzogliche Bürger­meisterei Wormö. Damit die Freude über deu Beslich deö Kaisers auch in solchen Familie« hiesiger Stadt nachwirken kann, in welchen infolge der frühe eingctretene« Kälte und der hohen Kohlcnpreise Sorge und Unbehagen herrscht, ge­stattet sich der crgebenfl Unterzeichnete hiermit 4000 Mk. zu überweisen mit der Bitte, diesen Betrag zur Anschaffung und Vertheilung verlvenden 511 wollen. Hierbei bitte ich, gütigst in Betracht ziehe» zu wollen, daß auch Geldzuschüssc da gewährt werden möchten, lvo nicht völlig, sondern nur thcilweise mangelt. Weitere 1000 Mk. beehre ich mich für den Betrieb einer städtische« Suppc«anstalt, welche schon früher im alten Hospital geplant war, zu überweisen mit dem höflichen Ersuchen, die Gesammtsnnliilc bis spätestens Ende Februar nächsten Jahres völlig verausgaben 311 wollen. Mit dem Ausdruck größter Hochachtung ganz ergebenst (gez.) Freiherr Hcyl zu Herrnsheim."

Frankfurt a. M., 11. December. Einem armen Dienst­mädchen, daö gestern Abend 11 Uhr mit dem Znge nach Bremen abreisen lvollte, imirbc ans der Fahrt von hier nach Bvckenheim daö Portemonnaie mit 240 Mk. und daö Fahr bittet gest 0 hl e 11. Das Mädchen war ob des Verlustes in Heller Verzweiflung. Mitleidige Passagiere erbarmten sichrer Trostlosen und legten zusaniluen, danlit sic die angetrctene Reise fortsctzen konnte, lieber 100 Mk. wurden in wenigen Minuten für die Bestohlene zusammengebracht.

Während der Fahrt deS Kaisers Oom Römer nach der Post wurde in der Wcdelgasse, wo sich eine Menschen- j menge eng zusammengedrängt hatte, eine neugierige Frau auf I offener Straße mit einem Kn üb lei« beschenkt. Die ohn­

mächtig gewordene Frau wurde schnell von kräftigen Armen an einen ruhigeren Ort gebracht.

Berlin, 12. December. Die Influenza (über welche wir gestern berichteten. Red.) breitet sich auch über Berlin aus. Wie demFr. Gen. Anz." von dort mitgethcilt wird, ist Professor Virchow an der Influenza erkrankt. Auch konnte im Königl. Scbanspielhause wegen dieser Krankheit gestern keine Vorstellnng zu Stande kommen. Von der Louisenschule wird berichtet, daß dort mehrere Lehrer und nahezu die Hälfte der Schülerinnen an dieserKatarrhseuche" erkrankt seien - ähnliche Meldungen kommen aus anderen Schulen, so daß man sich .bereits die Frage vorlegt, ob die Schule» nicht besser bis nach Weihnachten zu schließen seien, da der Unterricht in den stark gelichteten Klaffen doch keinen rechten Zweck mehr habe. Auch ans den Gang der Rechtspflege in der Rcichs- hanptstadt beginnt die Influenza ihren Einfluß anszuüben. Selten sind so viele Störungen gerichtlicher Termine zu ver­zeichnen gewesen. Bald sthlen Zeugen, bald Sachverständige, Richter oder Vertheidiger, und wen« man nach der Ursache forscht, so erhält man immer nur die eine Antwort: Influenza! Am Mittwoch konnten vor der ersten Strafkammer die um V2IO Uhr angesetzten Termine erst nach 12 Uhr ihren Anfang nehmen, iueil einer der Beisitzer durch die heimtückische Krank­heit verhindert war, an Gerichtsstelle zu erscheinen nnd die Gestellung eines Ersatzmannes erst nach längerer Mühe ge­lang. In Wien ist der berühmte Prof. Schrötter, der s. Z. bei der Krankheit des Kaisers Friedrich so viel genannt wurde, nun auch an der Influenza erkrankt. In Paris sollen ans dem Haupttclegraphenamte von 955 Angestellten innerhalb zweier Tage 130 erkrankt sein. UebrigenS brauchen wegen der drohenden Krankheit keine ernstlichen Befürchtungen gehegt zu werden, den» »ach de» jüngsten Feststellungen einer Aerzte-Conferenz in Moskau ist die jetzt in ganz Rußland herrschende Jnflneuza-Epidemie eine der leichtesten dieser Krank heit, an der bis jetzt auch nicht eine Person gestorben sei. Die weitere Mittheilnng, daß in Deutschland die Krankheit bedeutend leichter austritt, als in Rußland, dürfte wohl ge­nügen, um auch ängstliche Gemüther zu beruhigen.

Berlin, 10. December. Am 28. November rettete mit eigener Lebensgefahr daö Dienstmädchen Anna Kopp zwei Damen und zwei Kinder dadurch von dem Verderben, daß sie den im Thiergarten durchgehende» Pferden der Equipage jener Dame« sich entgegen warf und die wilden Thiere zum Stehen brachte. Am Montag wurde» dem Mädche» für die muthige That 500 Mk. durch einen Diener überbracht, nachdem sie bereits am Tage der Rettung 100 Mk. erhalten hatte.

Freiburg a. U., 11. December. Zum Andenken an den Tnrnvatcr Jahn. Die städtischen Behörden von Frei- bnrg a. U. haben beschlossen, den der Kirche gehörigen, seit dreißig Jahren nicht mehr benutzten Friedhof, aus dem die sterblichen Ueberreste Jahns beerdigt sind, als Platz für eine Turn- und Ruhmeshalle zu erwerben.

Auch nach dem Lande der aufgchcndcn Sonne ist der Rus von den weiblichen Führern in London gedrungen, die sich kürzlich zu einer Gilde zusammengethan haben. Kürzlich trat ein Japaner in de« Geschäftsraum der Cockspurstrect bei Charingcroß und erbat sich eine junge Dame als Führerin. Die Directoriu fragte ihn, ob eine Dame zu seiner Gesell­schaft gehöre - als dies verneint wurde, erklärte sie ihm kurz­weg, daß ein einzelner Herr keine Führerin erhalten könne. Der arme Fremde zog ein langes Gesicht und sah so schreck­lich zerknirscht aus, wie er in gebrochenem Englisch seine Ent­schuldigungen stammelte, daß der Vorsteherin und ihrem weiblichen Secretär das Herz weich wurde. Sie steckten die Köpfe zusammen- ci» Ausweg war gefunden.Könnten Sic sich verstehen, zwei Damen als Führerinnen anzunehme» fragte die Dame und hielt zwei Finger in die Höhe. Der Japaner hatte ein rasches Verstündniß. Er hielt gleich beide Hände mit ansgesprciztcn Fingern in die Höhe.Zehn, if you please!" Die Directorin schüttelte lächelnd den Kopf- sie berief zwei der > hübschesten Damen auö dem Warte­zimmer, und mit einem iociblichen Führer rechts und links trat der Japaner freudestrahlend seine große Reise dnrch London an. x

Annonce. Ein anerkannt tüchtiger Waidmann er- theilt jetzt zu Beginn der Saison gegen billiges Honorar Herren, welche sich für die Jagd intereffiren, gründlichen Unterricht im Jägerlatein nnd sonstigen Jagdgeschichten. Im Zirkel billiger. Erfolg unausbleiblich.

Heitere Zustände herrschen in der ungarischen Ge­meinde D e e f e. Dort starb vor Kurzem ein Lehrer Namens Dimitri Soma, welcher bei einer Pester Asfecnranz mit 2000 Gulden versichert war. Die Wittlve wünschte nun das Geld anöbezahlt zu erhalten nnd der Pope, der Richter nnd der Notar besorgten die Rechtsgeschäfte. In der Nacht desselben Tages jedoch, an welchem die Frau das Geld er­halten hatte, drangen drei Bauern mit geschwärzten Ge­sichtern bei ihr ein nnd versuchten sie zu beraube», wurden jedoch von zwei Gcnsdarmcn, denen die Wittwe Unterkunft gewährt hatte, dingfest gemacht. Bei näherer Bcsichtignng entpuppten sich die Banditen als der Herr Pope, der Herr Richter und der Herr Notar! DaS edle Kleeblatt hatte ein Gelüsten nach den 2000 Gulden der armen Wittwe gehabt.

Züchtet Schweine! so ruft dieDeutsche Landwirth- schastliche Presse" den Landwirthen zu, indem sie daranf hin- wcift, daß eine Aufhebung der Sperre gegen das Ausland vorläufig nicht zu erwarten sei. Die Verhältnisse habe» eine derartige Verschiebung erlitten, daß jetzt eine regelmäßige Einfuhr von Schweinen auö Frankreich »ach Deutschland 1 stattfindet, waS früher durchaus nicht lohnend war. Ferner hat in letzter Zeit wiederholt eine Einfuhr von fetten Schweine» aus England ftattgefunben, was um so auffälliger erscheinen muß, als gerade dieses Land noch bis vor Kurzem der Marktplatz der Hamburger E^porschlächtercien war.

Umsonst ist bet Tod." Wie grundfalsch dieses Sprüchwort ist, hat sich recht klar »ach dem Hmscheiden deS