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Kurzweiligkeit der Zuhörer erhöhten. Den Herren Dirigenten Kaufmann und Krautze, sowie den mirwirkenden Tarnen ynb Herren gebührt wohlverdienter Dank für ihre mit Eifer imb vieler Sicherheit eingeübten Vorträge.

/\ Das zweite Concert des hiesigen Eoncertvereins wird am Sonntag den 15. d. Mts. stattfinden und hauptsächlich Kammermusik bringen. Die hier noch nicht gehörte Quartett- Bereinigung des K ö l n e r E o n s e r v a t o r i n m s, der Herren Hollaender, Schwarz, Körner und Hcgpesi wird , zwei Streichquartette von Mozart und Beethoven, sowie die Varia­tionen über das Lied' Der Tob und das Mädchen, von Schubert, vortragen. Fräulein Amalie Hänsel, eine junge Amerikanerin, welche auf dem Dr. Hoch'schen Eon ser- vatorium in Frankfurt ausgebildet ist, wird dazwischen eine Arie von Weber und wieder von Brahms und Scholz singen. Es steht somit ein genußreicher Eoncertabend in Aussicht.

ü. Theater.Der Beilchcnfresser", Lustspiel in 4 Acten von G. v. Moser. Im Gegensatz zu den drei ersten Vorstellungen außer Abonnement sand die Aufführung des Veilchensressers" wenigstens erfreulicher Weise vor fast aus­verkauftem Hause statt. Das überaus heitere und belustigende Stück, mit dem Gustav v. Moser einen seiner glücklichsten Würfe gcthan hat, wurde mit lautem Beifall aufgenommen, der nicht zum kleinsten Theile der Aufführung galt, die auch zu den besten der imNeuen Theater" erfolgten gehörte. Herr Wilhelm von Hoxar erwies sich in der Titelrolle wiederum als der treffliche Künstler, den wir in den vorher­gehenden Ausführungen schätzen gelernt hatten. Seine hervor­ragende Kunst, scharf characterisirte und lebenswahre Gestalten 511' schaffen, seine weltmännische Gewandtheit, Sicherheit und nie versiegende Laune machtelt auch seine Leistung als Veilchen­fresser zu einer hoch bedeutenden. Ihm zunächst kam Frau Anni Reiners (Valeska von Rambach), die mit ihrem reizend.'n Spiele, auch in der kleinsten Rolle, wie keine andere zum Herzen zu sprechen weiß. Welch ausgezeichnete Künstlerin wir an ihr besitzen, konnte man während des Gastspiels aufs Neue inne werden. Denn gerade dann, wenn ein Schau­spieler von Ruf mitwirkt, pflegen auch sonst geschätzte Kräfte vor dem Glanze seines Spiels in den Schatten zu treten, während bei Frau Anni Reiners der Art nicht das mindeste zu bemerken war, sondern im Gegentheil ihr Spiel dem des Gastes durchaus ebenbürtig erschien. Eine besondere Freude

machte cs uns, heute Herrn Ullrich mit rückhaltlosem Lobe nennen zu dürfen. Offenbar infolge eines genauen Ein­dringens in seine Rolle war er im Stande, eine wirklich samosc Darstellung des schüchternen Reinhardt v. Feld zu geben. Wiederholt lohnte ihn lebhafter Beifall. Die kleineren Rollen fanden durch die Damen Ja Skomski, Pauli, Neuschilling und die Herren Jaskowski, Lerch und Gallas die beste Vertretung. Weniger konnte uns das Spiel und die Auffassung des Fräulein Maas als Sophie v. Wildenhcim gefallen. Sie stellte die Dame entschieden nicht vornehm genug bar, wie namentlich in der Scene im vierten Acte, in der sie hinter einer svanischen Wand die Worte Victors hört. Es schien fast, als wolle sic ein neu­gieriges Dienstmädchen verkörpern.

x Theater. Am Dienstag soll wiederum im Abonnement von Schönthans berühmterSchwabeustteich" in Scene gehen, der bekanntlich an allen größeren Theatern außerordent­lichen Beifall gefunden und die ausgelassenste Heiterkeit hcr- vorgerufen hat.

Frankfurt a. M., 8. December. Heute Nachmittag gegen 2 Uhr machte diejenige Husaren-Escadron, welche für Mon­tag zur Ehren - Escordc des Kaisers commandirt ist, vom Hauptbahnhofc aus einen Probe-Ritt durch alle diejenigen Straßen der Stadt, welche der Kaiser passircu wird. Die kaiserliche Eqlüpage war durch ein anderes Doppelgespann inmitten der Escadron markirk, die in kurzem Trabe und commandirt vom Regimentsobcrsten die verschiedenen Straßen durchritt, um das Ab- und Einschwenken der Einzelzüge rc., das namentlich in den engen Bezirken am Markt Schwierig­keiten bietet, zu erproben. Am Postgebäude wurde Front- Aufstellung genommen. Das icltcnc Schauspiel eines Cavallerie - Uebungsrittes innerhalb der Stadt in den be­lebtesten Straßen erregte allgemeine Aufmerksamkeit. Am Montag wird die Escortc voraussichtlich mit der neuen Lanze ausrücken.

Frankfurt a. M., 8. December, Schon der heutige Tag gilt dem bevorstehenden Besuche des Kaisers Wil­helm II., der zum ersten Male, seitdem er die deutsche Kaiserkrone und die Krone Preußens trägt, in die alte Krönnngsstadt am Maine Einzug hält. Ein festliches Treiben

durchwogt die Straßen, die sich größtcntheils schon in ihrem ganzen Schmucke zeigen. Das Wetter ist sehr günstig r verspricht sich zu halten. Schon am Vormittag begannen sich die Straßen und Plätze zu füllen, Nachmittags schwoll bie Menge, die durch Zuzug aus der Nachbarschaft, insbesondere auch vom Lande riesig verstärkt wurde, ganz gewaltig an und immcrmchr steigert sich der Verkehr. Was die Schmückung der Straßen betrifft, so ist dieselbe für den Empfang des Kaisers fertig. Ein Wald von Fahnen, bei denen die schwur z- weitz rcthen und rothwcitzen Farben vorherrschen, rauscht über der tansendköpfigen Menge, tvelche die Straßen aui und ab fluthet und zu welcher heute schon das Land augenscheinlich das größte Eontingent stellt. Speciell iic Altstadt bietet gerade durch die Znsammendrängung der Dccorativncn . nen überaus bunten und freundlichen Anblick. Am Eingang des alten Marktes vom Domplatz her üborspauut eine Decaration von weiß und rothein Fahnentuch, auf welcher ein mächtiger Frankfurter Adler angebracht ist, die Straße. Die imposante Ehrenpforte an der Taunusanlagc ist durch ständige Tag- und Nachtarbeit nun soweit gefördert, das; das Gerüst eben entfernt wird; man ist jetzt damit beschäftigt, die Colossalfigur der Frankosurtia auf der Zinne des Triumphbogens auszu- stellen ein schweres Stück Arbeit. Die Figur sieht nach dem Bahnhof und bietet in ihrer linken Hand dem Gaste als Willkomm einen Lorbeerkranz. Am Steinweg ist es der Schwanen", besten geschmackvoll reiche und doch nicht über­ladene Dccoration das Auge fesselt; an der Ecke dieses Hauses nach dem Theaterplatz ist eine Colossalbuste des Kaisers an gebracht. An der Ausschmückung der Stadt arbeiten Stadt und Bürgerschaft sich in die Hände, Einzelheiten über die Pracht zu bringen, ist nicht möglich, aber die Ausschmückung wird eine wahrhaft kaiserliche.

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Auf desfallsigen Wunsch berichtigen wir hiermit, daß es an Stelle der in Nr. 286 d. Bl. (Amtlicher Theil) angeiührten H . am.ue Katharine Scharuianu heißen muß: Katharine Elisa beth Schiermann.

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2

20

200

10

200

Nutzholz Versteigerung in dem Arnsburger Walde. Mittwoch den 18 December l. I sollen in den Districten Hain, Wetterberg und Hardt öffentlich versteigert werden:

3 Eichen-Schmiedstöcke.

Zusammenkunft Vormittags 10 Uhr in dem District Hain sam

Gießen, 7. December 1889.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ________G naulh.

Großh. Baubehörde für die Zellenstrafanstalt Butzbach, von Riefel.

Mittwoch den 11. Decembn, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in der früher Bramm- schen Hofraithe (Restauration Klingenberg) gegen Baariahlung:

Sophas, Commoden, Kleiderschrävke, 1 Berticow, Tische, Stühle, Spiegel, Bilder, Uhren, Glasschränke, 3 Hobel­bänke, 1 Stoßkarren, 1 Comptoir­pult, 2 Hochs, nußb. Buffets, 1 Pferd, 1 Kuh, zwei Schweine, 1 Wagen, 1 Schleudermaschine, 1 Parthie Ar- beiterhkmden und f Spitzen, Console.

tSettzter,

9874 Gerichtsoollsieher

Wilh. Rudolph, Pianoforte-Handlung, Giessen, Neuenweg 9.

Petersee).

Arnsburg, den 9. December 1889.

Brasil. N«vi iDrixvültur#«

30

30

Chocolade

mit und ohne Vanille

von 1 vMa an per Pfund aus der Fabrik der Herren Joh PH. Wagner & Co in Mainz

Großh. Ortsgericht Gießen.

I. 21.:

Vogt.

Im Uebrigen findet eine Untersuchung der hier geschlachteten Schweine oder des von auswärts eingeführten Schweinefleisches auf Trichinen nur auf ausdrücklichen Wunsch gegen die unter 4 genannte Gebühr statt.

Vergebung von Chaussir-Stetn lieferungen und -Arbeiten.

Zur Herstellung einer Zufuhistraße auf der Baustelle für die Zellen­strafanstalt werden vergeben: Wandsteinlieferung (33 cbm), Grundbau- steinlieserung (255 cbm), Decksteinlieferung (100 cbm), Steinsetzerarbeit (388 cbm), Steinschlägerarbeit (100 cbm), Chaussirarbeit (1512 qm), Erdarbeit (1037 cbmj, Maurerarbeit an zwei Durchlässen- Angebote werden schriftlich, verschlossen, auf dem Briefumschlag als solche gekennzeichnet und portofrei dis zum 16. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, erbeten und können für jeden beliebigen Theil der Arbeiten und Lieferungen gestellt werden.

Butzbach, den 6. December 1889.

Wachstuch-TgWecken, weiße und farbige in allen Größen, Tafel- u. Wandlchoaer, Unter sähe, Spinövorden, Knoteum-Vorlagen, Itlodtstud) u. Ledertuch empfiehlt

Heinrich Hocistälter,

9880 Schloßgasse 19.

Bekanntmachung.

Zur möglichen Verhütung der aus dem Mangel jeglicher Trichinen­schau erwachsenden Gefahren und bis zur gesetzlichen Einführung der zwangs- weisen Trichinenschau hat die Sladtverordneten-Versammlunq im Einver­ne: men mit den Wünschen der hiesigen Schweinemetzger beschlossen, vorläufig und mit Wirkung vom 9. dieses Monats ab eine freiwillige Trichinenschau unter nachstehenden Bedingungen einzurichten:

1) die Teilnehmer verpflichten sich auf die Dauer eines Jahres alle von ihnen geschlachtet werdenden Schweine im städtischen Schlachthaus einer mikroscopischen Untersuchung auf Trichinen durch die von der Stadtverord- neten-Versammlung dafür bestellten, geprüften Personen zu unterwerfen.

2 Diese Verpflichtung gilt als stillschweigend je auf ein weiteres Jahr fortbestehend, wenn nicht mindestens 3 Monate vor Ablauf des Jahres ein allenfallsiger Rücktritt angezeigt ist.

3. Diejenigen Theilnehmer, welche entgegen der übernommenen Ver­pflichtung ein geschlachtetes Schwein nicht am Trichinen untersuchen lassen, unterwerfen sich für jeden einzelnen Fall einer von der Schlachtlmus- kommrssion zu bestimmenden in die Stadtkrsse fließenden Conventionalstrafe bis zu Einhundert Mark.

4. Für die mikroscopische Untersuchung eines Schweines ober eines TveileS davon auf Trichinen wird von den Theilnehmern an die Stadt­kasse eine Gebühr von 30 Pfg. pro Stück entrichtet, welche mit den Schlacht­ung) Schaugebühren erhoben wird.

5. Dafür werden seitens der Stadt die erforderlichen Trichinenschauer widerruflich angenommen und deren Dienst fo eingerichtet, daß von einem Trichinenfchauer täglich höchstens zwanzig Schweine untersucht werden, die eingeh nden Gebühren den Tcichinenschauer unverkürzt zukommen und die letztet en außerdem für jebe Ermittelung eines trichinösen Schweines aus der Stadtkasse eine Prämie von zehn Mark erhalten.

Auf Grund vorstehender Bestimmungen haben sich bie nachstehenden Metzger zur freiwilligen Trichinenschau verpflichtet.

Moniagü 20. Januar 1890,

Nachmittags 2,/8 Uhr,

soll auf dem hiesigen Ortsgericht die den Kaufmann Grünebaum Eheleuten in Gießen gehörige Hofraithe:

Flur 1 Nr. 7i8 269 Meier in den Neuen Bauen

öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, 9. December 1889.

Eichen Stämme (Schi itiholz) mit 20 fm (4j70 cm Durchm.), (Bau-, Schwellen- und Wa Mrholz) mit 66 fm (184> cm Durchm.), Obstbaum-Stamme mit 0,5 fm (36 uno 60 cm Durchm. s, Buchen- 18,50 (3565 v J,

Fichten- (Schnitt und Bauholz) mit 110 fm (15 biS J5 cm Durchm ), Kiefern-Stämme mit 16 fm (1535 cm Durchm >,

Pianino. Gelegenheitskäufe.

Eine Anzahl neuer, nur etwas längere Zeit auf Lager stehen­der Pianino s (Orig-Preise: 450, 500, 600, 700 bis 1100 M.) verkaufe ich gegen Baarzahlung

zu bedeutend herabgesetzten Preisen,

einen Sleinweg-Stutzflügel statt 1450 zu 1300 M.,

einen Blülhncr-Aliquotflügel statt 2100 zu 1500 M.

Ärroc, Rum, Cognac, Arrac- pu^fcheffenz, 9t um

Burgunder-,, Benedictine, ächt, sowie große Auswahl in feinen

Liqueuren

empfiehlt

Vergebung von Slratzen- bauarbeUcn.

Die zur Erbauung einer Kreisstraße von Leihgestern nach Gießen er» fordetlichen

Erdarbetten,

veranschlagt zu

1. Arbeitsloos . . * 5233 Jn. 30

2. - . 3300 -

Meine [9873

Weilinac tsaussteiSuo

st am heutigen Tage eröffnet und lade zu recht regem Besuche ein.

F. Lachmann,

Schürzenfabrik, Südanlage 15,1

98^9] Kernfette s. ger- Gänse off. das Stück 4,50 v* bis 5,5i. JL fr. geg. '»/achn- Ambrosius, Gutsbes., Motzwethen iOstpr )

la. Salm, Zander, Hechte, Seezungen, Cabliau, Schetlfifche, Schleien, grüne

zusammen 8533 JL 30 sollen im Wege schriftlicher Submission vergeben werden.

Angebote für die ganze Arbeit oder die einzelnen Loose sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift ver­sehen dis spätestens

Momag den 16. December b. I,

Vormittags 10 Uhr, bei dem Unterzeichneten einzureichen, auf dessen Amtszimmer auch Vor­anschlag, Plan und Bedingungen etn- zusehen sind

Gießen, am 9 December 1889.

Der Kreisingenieui:

Stahl. 9876

Fichten-Stangen , 2 (meist stärkere Stangen),

2,2 rin Eichen-Nutzscheithol; (Küserhol;',

10 Nadelholz, Nutzp.ügelholz,

Emil Elschbach»

9877] Ein fleißiges Mädchen sucht Arsbülfe und mehrere Mädchen von aus­wärts suchen Stellen auf Weihnachten durch Frau Strack, Erlengasse Nr. 15

Häringe, la. Austern %

frisch eingetroffen bei 9875

9856 | A. Koch Nachf., Neuen Bäue 21.

Jean Boller,

Karl Metzger,

Jalob Braun,

Adolf Mühl,

I H. Euler,

Ludwig Ptrr,

Christian Heßler,

Johai n Rost,

A. Hilgardt,

Karl Sack I.,

August Hofmann,

E. L. Sack,

Ernst Jughardt,

Louis Sack,

H. K'efer,

Fritz Schlörb,

I. Klein,

Heinrich Schwall,

Georg Kraft,

Karl Schneider,

Gustav Kreuder,

Friedrich Schreiner,

Friedrich Kühn,

Elias Schulz,

Heinrich Meister,

Johannes Seng.