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Zanzibar, um die aus dem Äerrrage der ostafritcmischen Gesell­schaft mit dem Sultan entstandenen Differenzen auszugleichen und die wirthschaftliche Thätigkcit der Gesellschaft, entsprechend der fortschreitenden Pacification des Landes wieder aus­zunehmen. In seiner Begleitung befinden sich der Afrika­forscher Baumann, welcher für die ostafrikanischc Gesellschaft gewonnen ist, ferner der Kaufmann Theodor Schulze (Ham­burg), welcher vieljährige Erfahrungen in Ostafrika gesammelt hat und einige weitere kaufmännische Begleiter. Schultz soll die kaufmännischen Unternehmungen der Gesellschaft leiten.

Esten, 7. December. Der Vorstand desVereins für die bergbaulichen Interessen" beschloß, nach derRhein. Wests. Ztg.", die Zechen auszufordern, etwaige wegen der Nichtannahme von Arbeitern getroffene Maßregeln a u f z u h e b e n. Die Essener Zechen haben sich diesem Beschluß bereits unterworfen.

Im späteren Verlauf der heutigen Sitzung des Vereins für die bergbaulichen Interessen" erschienen die Oberpräsidenten der Rheinprovinz und Westfalens, der Berg- Hauptmann des Oberbergamtsbezirkes, sowie die Regierungs­präsidenten von Düsseldorf und Arnsberg. Oberpräsident Freiherr Berlepsch erklärte nach Kenntnißnahme der Be­schlüsse, daß, nachdem der Vorstand beschlossen habe, den Zechen die Aufhebung der Sperre anzurathen, die Vertreter der Essener Zechen gemäß der Erklärung des Directors Krabler sich mit diesem Beschlüsse einverstanden erklärten.Ich werde den Vertretern der Bergarbeiter, Fischer, Margras und Bollmann, noch heute Abend oder morgen früh von diesen Beschlüssen Kenntniß geben und ihnen dabei eröffnen, daß, wenn die Bergleute des Essener Reviers trotz dieser Erklärung den Strike beschließen, sie sich jeder Sympathie der Regierungsbehörden begeben würden." Der Oberpräsident von Westfalen schloß sich dieser Erklärung bezüglich der Bergleute Westfalens an.

Dortmund, 7. December. Se. Majestät der Kaiser hat den Hinterbliebenen der bei der Katastrophe auf der Zeche Constantin der Große" bei Bochum verunglückten Bergleute derRhein. Wests. Ztg." zufolge, Allerhöchst sein Beileid durch das hiesige Bergamt ausdrücken lassen.

Ausland.

London, 7. December. Der Werth der Einfuhr in den abgelaufenen 11 Monaten 1889 erreicht beinahe 40% Mill. Pfd. Stcrl. mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres - die Vermehrung der Ausfuhr beträgt 12^ Millionen.

London, 7. December. Wie verlautet, hat die Regierung den Plan, die Londoner Polizeimacht um 1000 Mann zu vermehren, genehmigt.

Manchester, 7. December. In Folge des bei den Gas- gesellschasten ausgebrochenen Ausstandes der Heizer ist eine große Anzahl Fabriken hier und in der Vorstadt Salford ohne Licht und die Arbeit in denselben unterbrochen. Die Bewohner der meisten Privathäuser sind genöthigt, sich zur Beleuchtung der Lampen und Kerzen zu bedienen. Diese Störung ist beträchtlich dadurch vermehrt, daß dichter Nebel herrscht.

Lissabon, 7. December. Der DampferAlagoas" ist unter der alten Flagge Brasiliens, mit dem Kaiser Dom Pedro, der Kaiserin und der kaiserlichen Familie nebst Gefolge an Bord heute Morgen hier eingelaufen. Bei Belem, gegenüber dem Lazarelh, wurde angelegt. Die hohen Reisenden ver­ließen alsbald das Schiff.

Deutscher Reichstag.

32. Plenarsitzung. Samstag den 7. December 1889, 12 Uhr.

Die zweite Etatberathung wird mit dem Specialetat der Zölle und Verbrauchssteuern fortgesetzt.

Zur Debatte steht Titel:Zölle."

Abg. Kühn (Soc.): Der Druck, welchen die Zölle aus Lebensmittel ausüben, fängt an, unheimlich zu werden. Das Volk kann diese Last auf die Dauer nicht ertragen. Redner legt an dem Beispiele verschiedener schlesischer Webersamilien die schädlichen Wirkungen der Zölle dar. Die Löhne gehen nicht nur nicht in die Höhe, sondern zurück. Schlesien stehe insolge der Zölle am Anfänge einer Hungersnoth. Die anfänglichen Getreidezölle haben sich in dem Ertrage seit 1880 verdreifacht. Brod ist in vielen Gegenden Schlesiens ein Luxusartikel geworden. Die Kinder in zahlreichen Arbeiter­familien werden hauptsächlich mit Kartoffeln gesättigt. Die Zölle kommen lediglich der Reichskasse zu Gute und gewähren den großen Grundbesitzern Vortheile, während der kleine Grundbesitzer Noth leidet. Man könnte, wenn es nöthig wäre, neue Steuern zu beschaffen, die etwa 100 Familien im Reiche heranziehen, welche Großgrundbesitzer sind und gegenwärtig Steuerfreiheit genießen. Man habe gesagt, der deutsche Arbeiter solle allsonntäglich sein Huhn im Topfe haben- es ist aber im günstigsten Falle heute nur Pferde­fleisch.

Abg. Kröber (Volksp.) bekämpft die Holzzölle. Der deutsche Wald werde verwüstet, der Bauernwald ist es schon, seit die Cellulose-Industrie einen bedeutenden Umfang ange­nommen. Deutsche Bäume werden gar nicht mehr zu Brettern und Balken geschnitten und die Preise für Nutzholz sind be­deutend gestiegen. Das sind die Wirkungen der Holzzölle. Der schwindelhaften Höhe der Preise wird der unausbleibliche Krach folgen. An der Ostgrenze Bayerns sind infolge der Zollsperre unerträgliche Zustände eingetreten. Alles brauch­bare Vieh kaufen die Schlächter- die kleinen Leute gehen 6 bis 8 Stunden weit über die Grenze, um dort die nöthigen Lebensmittel zu kaufen. Die ganze Bevölkerung aber ruft dort: Hinweg mit den Zöllen.

Abg. Holtz (Rp.): Die Getreidezölle sind heute nicht höher, als sie vor den Zöllen und namentlich in den Jahren 1868 und 1869 waren. Es kommt darauf an, die Preise so zu gestalten, daß der Producent dabei bestehen und der Con- sument sie leicht zahlen kann. Die deutsche Landwirthschaft

müsse geschützt werden vor der schlechten russischen Valuta- schaffen Sie uns gleiche Verhältnisse wie in Rußland, gleiches Geld, gleiche Verkehrsverhältnisse und wir werden dasselbe leisten. Die Zollpolitik wird stets auf dem Lande ihre Freunde haben, während sich der Freisinn in die großen Städte zurück­ziehen und dort seinen letzten Kampf mit der Socialdcmokratie ausfechten wird. Augenblickliche Uebelstände, welche das Vieh­einfuhrverbot mit sich gebracht, sind nur vorübergehender Natur. Die landwirthschaftlichen Zölle haben sich bei uns segensreich bewährt und es wird sich kein Reichstag finden, der sie aushebt.

Abg. Rickert (dfr.): Daß die Zolleinnahmen höher sein werden, als sie in den Etat eingestellt sind, hat der Staatssecretär selbst anerkannt. Es ist eine ganz unverant­wortliche Zollpolitik, wenn die Finanzen aufgebessert werden durch Vcrtheuerung der Lebensmittel. Möge die Regierung so schnell als möglich in die Bahnen der Delbrück'schen Politik zurückkehren. Für die Producenten höhere Preise und für die Consumenten höhere Löhne schaffen, das ist sür den Staat eine schwer^ Ausgabe, wenn man nicht auch mehr Geld an­schaffen kann. Es ist ja auch ganz offen vom Grafen Canitz ausgesprochen, daß die Zölle nur für die Gutsbesitzer nöthig sind. Und die Vertreter dieser Schutzzölle sollen im Wahl- kampse unterstützt werden von liberalen Männern auf Grund des Cartells. Diese Politik wird die Folge haben, daß die Zahl der socialdemokratischen Abgeordneten sich im nächsten Reichstage verdreifachen wird.

Staatssecretär Frhr. v. Maltzahn-Gültz: Die Schilderungen über die Wirkungen der Zölle sind übertrieben. Was der Abg. Kröber über die Schädigung der deutschen Waldcultur sagt, würde noch viel schlimmer sein, wenn der Holzzoll nicht bestände. Unter der Mehrheit dieses Hauses und den verbündeten Regierungen besteht Einigkeit darüber, daß die nothwendigen Ausgaben des Reiches am besten durch indirecte Steuern aufgebracht werden.

Abg. Frhr. v. Ellrich Haus en (Rp.): Die socialen Verhältnisse würden viel schlimmer sein, wenn wir keine land wirthschastlichen Zölle hätten- dann würden erst recht Social­demokraten die Oberhand gewinnen.

Abg. Dr. Böckel (Antisemit): Nicht die Zölle, sondern der Zwischenhandel vertheuert das Getreide. Die Behand­lung des Getreides auf dem Berliner Victoriaspeicher ist eine oftmals ekelerregende und das Mehl, das verdorben war und prüparirt ist, wird dann an diejenigen Bäcker abgegeben, die Credit nehmen müssen. Gegen diesen Zwischenhandel aber sagen die Freisinnigen nichts, denn sie lieben den Juden, wie die alten Aegypter das Krokodil.

Abg. Gras Holstein (cons.): Man muthet der Land­wirthschaft die Heloten-Arbeit zu, ohne dafür zu sorgen, daß ihr auch ein entsprechender Lohn für ihre Arbeit werde. Die landwirthschaftlichen Zölle haben segensreich gewirkt im weitesten Sinne - die Landwirthschaft rentirt sich einigermaßen, und die lex Huene hat vielen Segen in den Provinzen gestiftet durch die Errichtung gemeinnütziger Anstalten, die aus den Zoll­übermessungen errichtet werden konnten.

Abg. Rickert (dfr.): Es ist nicht zu leugnen, daß das Getreide bei uns um den Zoll theurer ist, als in dem Auslande.

Abg. Gras Stolberg- Wernigerode (cons.): Der Holzzoll bewirkt keine Waldverwüstung - der Waldbesitzer schont seinen Besitz, wenn er weiß, daß er auch in Zukunft hohe Preise hat. Die Lage der schlesischen Weber war zur Zeit des Freihandels eine viel schlimmere als heute. Das deutsche Volk har seit den Schutzzöllen vier Mal zum Reichs­tage gewählt und stets sein Einverständniß mit der Schutz­politik bekundet. (Sehr richtig!)

Abg. Hoffmann-Königsberg (nl.): Die Aufrechter­haltung der Kornzölle ist bedenklich wegen der schlechten Ernte. Die Voraussetzungen für die Zollsätze vom Jahre 1887 fehlen heute. Für den Osten liegen die Verhältnisse gegenwärtig besonders ungünstig für die Zölle, da dort die Ernte etwa nur Vs von der Ernte im Jahre 1887/88 beträgt.

Abg v. O w - Freudenstadt (Rp.): Die Aufhebung der Getreidezölle würde den kleinen Grundbesitz in Süddeutschland vernichten und den Latisundienbesitz vergrößern. Bei den Reichstagswahlen schicke man nur freisinnige Candidaten in die ländlichen Wahlkreise- dort werden Gegner der Zölle nicht gewählt.

Abg. Dr. v. Fischer-Augsburg (nl.): Die Getreide­zölle sind nicht eine Frage, die nur für den Großgrundbesitz Interesse hätte. Ich lade Herrn Rickert zu uns ein, er soll dem schwäbischen Bauer klar machen, daß die Getreidezölle sür ihn gar keinen Werth hätten, sondern nur dem ost­preußischen Großgrundbesitzer zu Gute kommen und wenn ihm das gelingt, so will ich mich zu seinen Ansichten bekehren. Es thäte mir wohl, diese Frage immer so behandelt zu sehen, als ob sich hier in den Grundbesitzern und Städtern zwei feindliche Heerhaufen gegenüberstehen- das ist nicht richtig. Die Bauern wissen auch sehr gut, wo ihre Interessen mit denen des Großgrundbesitzers im Widerspruche stehen und wo diese beiderseitigen Interessen solidarisch sind. Man giebt dem Landmanne den Rath, andere Culturen einzuführen, aber in demselben Moment ist man auch schon dabei, die Viehzucht ebenfalls unrentabel zu machen. Wenn man von den Mehr­ausgaben der Arbeiter infolge der theuren Preise spricht, so ist es jedenfalls richtiger, für eine bessere Löhnung zu sorgen, als die Hälfte der Bevölkerung, die gesammte Landwirthschaft. zu ruiniren.

Abg. Broemel (dfr.): Die Berechnung der land­wirthschaftlichen Productionskosten ist immer falsch, weil der Werth des Grund und Bodens viel zu hoch veranschlagt wird.

Abg. Gamp (Rp.): Der Grundbesitz, namentlich der Großgrundbesitz in Ostpreußen, macht fortgesetzt schlechte Ge­schäfte - das, was an Capital in den Grund und Boden ge­steckt wird, bleibt bei der Bewirthschastung unrentabel und wird beim Verkauf nicht bezahlt.

Abg. Wenzel (Ctr.) ist Vertreter einer großen Zahl kleiner Grundbesitzer- als man diesen vorschlug, mäßige Ge­treidezölle zu genehmigen, verlangten sie unmäßige. (Heiterkeit.)

Der TitelZölle" wird genehmigt.

Bei dem TitelTabaksteuer" bittet Abg. Dr. Bürklin (nl.) um Beschleunigung der Erhebungen über Mängel bei der Tabaksteuer-Einziehung und Veranlagung, die um so nöthiger sind, als die Regierung durch Anlegung von Musterplantagen Anregung zur Erweiterung des Tabacks- baues giebt.

Abg. Menzer (cons.) schildert die Nothlage der Tabak­bauer, die ohne einen Zoll nicht bestehen könnten. Die Herren vom Freihandel würden mit ihren Theorien bei den Tabak­bauern keinen Anklang finden.

Abg. Duvigneau (nl.) ist mit einer nachsichtigen Be Handlung der Tabakbauern einverstanden, bittet aber, die ausländischen Tabake nicht gar zu ungünstig zu behandeln. Namentlich Herr Menzer sollte das nicht thun, der ja doch ausländische Weine für nützlich hält.

Staatssecretär v. Maltzahn verspricht wohlwollende Prüfung der borgetragenen Wünsche, kann aber den Petenten keine große Hoffnung machen, da der Tabackbau, wenn auch nicht sehr gewinnbringend, so doch immer noch lohnend ist.

Das Haus vertagt die Sitzung auf Montag 12 Uhr. Schluß H1/2 Uhr.

neuere Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Hannover, 8. December. Die heute stattgehabte Ver­sammlung der nationalliberalen Partei verlief unter sehr lebhafter Betheiligung. Der Vicepräsident des Reichstages Dr. Buhl sprach über die finanzielle Lage des Reiches, die Steuergesetzgebung, das Socialistengesetz und die Arbeitergesetzgebung. Sodann berührte der Redner noch kurz die Colonialpolitik. Besonders lebhaften Beifall fanden die Ausführungen über die Sicherung der Militärkraft, die Er­neuerung des Cartells und die Colonialpolitik. Der Landtags­abgeordnete Dr. Sattler erörterte die Aufgaben der national- liberalen Partei im Wahlkampf. Zum Schluß brachte Ober­bürgermeister Lauenstein ein Hoch auf den Kaiser aus, in welches die Versammlung begeistert einstimmte.

Dortmund, 8. Dec. Die gestrige allgemeine, von un­gefähr 4000 Bergarbeitern besuchte Versammlung nahm einen sehr erregten Verlaus. Unter Anderen redeten Bunte, Schröder, Siegel, Brodam, Dickmann und Bauer. Während der Versammlung lies eine Depesche vom Ober- präsidenten Studt und von dem Landrath von Dortmund ein, lautend:Die Vertretungen der Essener Zechen haben die Sperre aufgehoben. Der Vereins-Vorstand beschloß einstimmig, die übrigen Zechen zu einem gleichen Entschluß aufzusordern und zweifelt nicht an der Annahme". Diese Depesche wurde von der Bergarbeiter-Versammlung mit einem lebhaften Bravo ausgenommen. Nach einer weiteren Debatte beschloß die Versammlung, bis zum 15. December die Ant­wort der Grubenbesitzer, ob überall die Sperre aufgehoben ist, abzuwarten. Die Versammlung ging -hierauf ruhig aus­einander.

Gelsenkirchen, 8. Dec. Eine heute von 3600 Personen besuchte Bergarbeiter-Versammlung trat den Be­schlüssen der gestern Abend in Dortmund ftattgehabten Ver­sammlung bei, bis zum nächsten Sonntag abzuwarten, ob die Arbeitersperre tatsächlich aufgehoben und die entlassenen, sowie die Arbeit wechselnden Bergleute auf den Zechen wirk­lich angenommen würden.

Esten a. Ruhr, 8. Dec. In der hier heute von etwa 5000 Bergarbeitern besuchten Versammlung wurde ebenfalls beschlossen, acht Tage zu warten, ob die Arbeiter­sperre wirklich in jeder Hinsicht ausgchoben würde. Im Laufe der Debatte wurde namentlich die Nothwendigkeit des Zu­sammengehens mit den übrigen Revieren betont. Der Ober­präsident v. Berlepsch hatte gestern in Essen eine Conserenz mit den Delegirten der Bergarbeiter, ebenso der Oberprä­sident Studt in Dortmund.

München, 8. Dec. Wie dieAllg. Ztg." aus gutunter­richteter Quelle erfährt, ist von den in letzter Zeit verbreiteten Gerüchten über eine bevorstehende Familienverbindung zwischen dem deutschen und dem russischen Kaiser­hause sowohl in Berliner wie Petersburger maßgebenden Kreisen nichts bekannt.

Darmstadt, 9. December. Der Kaiser alarmirte heute Morgen 6V4 Uhr die Garnison und wollte mit den Truppen nach dem Griesheimer Schießplatz, woselbst ein Mannöver stattfinden soll. Die Abreise nach Frankfurt erfolgt um 121/2 Uhr.

London, 9. December. Nach einer Reutermeldung aus Zanzibar befindet sich Emin Pascha noch immer in einem gefährlichen Zustande, aber Dr. Parke glaubt an seine Wieder­herstellung, falls keine Complicationen eintreten. Der Patient hustet viel und findet große Schwierigkeiten, die Lungen frei zu machen, sonst sind die Symptome günstig.

Cocates uttö LrovirrzieUes.

Gießen, 9. December.

* Die Kaiserin Augusta passirt heute Abend 9 Uhr, auf der Reise von Coblenz nach Berlin, mittelst Extrazug die hiesige Station. Die Kaiserin nimmt während des einviertelstündigen Aufenthaltes im Fürstenzimmer des Bahnhofes den Thee. Der Kaiser wird auf seiner Rückreise von Frankfurt nach Berlin Gießen nicht berühren, sondern über Bebra reisen.

8. Der GesangvereinLiederkranz" wohl einer der ältesten hiesigen Vereine feierte am Samstag Abend sein 52. Stistungsfest, womit seinen zahlreich erschienenen Ange­hörigen und freundlichst eingeladenen Gästen ein recht genuß­voller Abend geboten war. Das reichhaltige Programm wurde durch den kräftigen Sängerchor und eine Heine u-luM- 1 capelle mit Festigkeit und Wärme durchgefüyrr, wooei ms- | besondere die gelungenen Leistungen der eingesügten Solo- I parthien und komisch-dramatischen Vorträge die Heiterkeit und