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über die Depots geschaltet und gewaltet habe, als durchaus unzulässig, ebenso die Anlage eines fingirten Contos für die Verluste aus dem Börsengeschäfte, welch letztere in dem falltten Geschäft in einer Art und Weise geführt worden, die den sicheren Einbruch schon voraussehen ließen. Staatsanwalt Dr. Ewald, der ohne jede Leidenschaft, aber mit großer Schärfe die Anklage vertritt, hebt hauptsächlich das eigenmächtige Verwenden der Depots und die Schädigung vieler kleiner Leute hervor, die vertrauensvoll der Firma Allmann ihre Ersparnisse auf Nimmerwiedersehen überlassen hatten. Seitens der durch Rechtsanwalt Dr. Earlebach vertretenen Vertheidigung wird versucht, nach­zuweisen, daß die Angeklagten bona fide gehandelt, indem sie in den meisten Fällen nur das gethan, was in hundert ähnlichen Bankgeschäften tagtäglich gethan würde.

Seit den Februarwahlen zum Reichstag im Jahr 1887 sind von den 397 Abgeordneten, welche damals gewählt worden sind, nicht weniger als 28 aus­geschieden, davon 16 durch den Tod. Die nationalltberale Partei hat verloren die Abgg. o. Bernuth, v. Degenfeld, Falckenberg, Haupt, Scybold, die Reichspartei die Abgg. Schmidt (Sagan) und Staelin, die konfeivalioe Fraktion die Abgg. Saro und v. Waldow, das Centrum die Abgg. v. Aretin, Gielen, Pfafferott, Trimborn. Außer­dem sind der Soctaldemokrat Kräcker, der Pole Magdzinsky und der Elsässer Kablä gestorben. Wegen Beförderung im Reichs- oder Staatsdienst mußten ihr Mandat niederlegen und wurden nicht wiedergewählt die Abgg. Baurschmidt (nat.-lib.), Bormann (Reichspartei), v. Gtse (Centr.), o. Köller (tont), o. Maltzahn (tont), Maubach (kons.) und Dr. Sattler (nat.-lib.) Aus anderen Gründen sind ausgeschteden die Abgg. Antoine (Protestler), o. Göler (kons.), Hasenclever (Soctaldemokrat), Neubarth (Reichspartei) und Dr. Reinhold (nat.-lib.)

Marburg, 4. Juli. Unter der zahlreichen Landbevölkerung, welche an dem vorgestrigen sogen. Ktrfchenmarkte unsere Stadt besuchte, befand sich auch der als Unikum in hiesiger Gegend bekannte 8 Jahre alte Knabe Georg Albrecht aus Niederwalgern, welcher trotz seiner Jugend das respektable Gewicht von 133 Pfund auszuweisen hat. Wie uns von Augenzeugen mitgetheilt wird, soll sich der junge Riese eines vorzüglichen Appetits erfreuen und trotz seines Körpergewichts sehr wohl befinden.

Frankfurt, 7. Juli. Die Fernsprecheinrichtungen dürfen letzt mit Zustimmung des Ministers der öffentlichen Arbeiten auch zur Aoisirung der Stück­güter Seitens der Güterexpeditionen benutzt werden. Die Empfänger haben indeß außerdem Anspruch auf eine schriftliche Benachrichtigung.

Herr Regierungsrath Lehmann, einer der tüchtigsten Mitglieder der hiesigen König!. Eisenbahndirection, ist zum 1. August d. I. als Betrtebsdircctor des Eisen­bahn-Betriebsamts nach Braunschweig versetzt worden.

ein Sachse zum Durnerfest nach der tuten Stadt Berne (Pirna), macht dort die Bekanntschaft eines Schwaben, der ihm den beschien Wein, den er hat, vorsetzt; ein anwesender Westfale will ein bischen (bißchen) milthun und bietet in seiner kräftigen tzprache einen chroßen chuten ßchtnken an, zu dem seitens eines Ostpreußen Slrbsen mit Spack und von einem Ostfriesen noch eine Flatz-che Sect beigesteuert werden. Ein sich ungenirt einladender Berliner langt tüchtig zu und findet Alles sehr sat un scheha, obwohl keine Tellerlihcher vorbanden sind. Endlich, nach beendetem Mahle, schlägt der Sachse vor, unter dem schehnen Pah n vor dem Hause Blatz zu nehmen; der Berliner verbessert diese Aussprache in Bohm, zugleich um ein wenig Feier bittend. Ein sich anschließender Oesterreicher fihndt die Ktzellschost tzehr angtnehm, hält aber das Rauchen «hamihtelbar noch'm Dinne (franz, diner, Mittagessen) für rrhriktzuhnd was bei einem hinzutretenden Raucher aus Frankfurt am Moin koinen Glauben findet." (Schorer's Famtlienblatt Nr. 25, 1889.)

Larrdwirthschaftliche Nachrichten.

(Nachdruck verboten.)

[Bereitung von Kräutersuppe.) Vorzüglich schmeckt die nach folgendem Recept zuberefete Kräurerfuppe. Man reinigt und wäscht etwas Kerbelkraut, Sauer- rampfer, Gundelrüben, junge Petersilie, grüne Schalotten und ein Stück Champignon und schneidet es mit dem Wiegemesser fein zusammen. Dann läßt man in einer tiefen Casserolle ein Stück Butter heiß werden, gibt die Kräuter dazu, läßt sie eine halbe Stunde langsam kochen, dann wird sie mit ein paar Eidottern legtrt und über geröstete Semmelschnitten angerichtet.

^Rostflecke aus Weißzeug zu entfernen.] Wenn man in einen ganz reinen zinnernen Löffel das durch Eisenoxyd verunreinigte, vorher gehörig befeuchtete Weißzeug bringt und darin mit einer concenfrirten Auflösung von Kleesäure verfetzt, so werden die gelben Flecke rasch und vollständig verschwinden. Die Wäsche wird sofort mit reinem Wasser reichlich nachgespült.

Literarische-.

Ei« Werk von verdientem Weltrnhm ist der briefliche Sprach- und Sprechunterilcht Der (Ottginal-)Methobe Toussalm-Langenscheidt; soeben erschienen von ; diesem ebenso praktischen wie gründlichen und gewissenhaften Unternehmen die engl. l Unterrichtsbriese in 36. Auflage. Im Verlauf dreier Decennien 36 Auflagen das 1 ist die beste Anerkennung für dieses bewährte Hilfsmittel des neusprachlichen Unter- , richts. Die neue Auflage der Unterrichtsbriefe tritt dem Leser in einem neuen Kleide entgegen; ihre Vervollkommnung kam durch neue Mitarbetterkräfle, sowie durch Ergänzung mittelst der neuesten sprachlichen Erfahrung zu Stande. Einen Beweis dafür, daß wir die erste Lieferung derBriefe" nicht nur auf chten guten Ruf hin . loben, sondern daß wir sie auch durchgesehen haben, bringen wir in der nachfolgenden, in der ersten Lieferung gegebenenBlüthenlese deutscher Sprach-Einigkeit":Es geht I

Schi ff-Nachrichten.

Bremen, 6. Juli. fPer transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Aller, Capt. H. Chrinoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 26. Juni von Bremen und am 27. Juni von Southampton abgegangen war, ist heute 3 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 6. Jult. f^Per transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Hermann, Capt. W. Schrnölder, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 19. Juni von Bremen abgegangen war, ist am 3. Juli 6 Uhr Abends wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Handei und Verkehr.

Grünberg, 6. Juli- (Fruchtpreise). Weizen «4t 18,, Korn JL 13,70, Gerste JL 13,00, Hafer 14,00, Erbsen JL 00,00, Samen 26,00, Wicken JL 10,00. Kartoffeln JL 5,00, Linsen JL 00.00.

Wärmegrade der Lahn und der Luft gemessen nach Neaumur am 8. Juli zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 16 Grad, Luft 17 Grad.

L. Chr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer.

Allgemeiner

Lieferung.

Für das Gr. academische Hospital in Gießen soll die Lieferung von circa 2000 Ctr. Anthracitkohlen und .

2800 melirte Kohlen aus dem Submisfionswege vergeben j werden. \

Offerten sind bis zum IT Juli \ 1889, Vormittags 12 Uhr, auf dem | Verwaltungsbureau genannter Anstalt, | verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, emzureichen-

Die Lieferungsbedingungen liegen \ an Wochentagen von 36 Uhr auf j genanntem Bureau zur Einsicht offen.

Gießen, den 7- Juli 1889

Großh. Direction des acad. Hospitals.

Riegel. 5696

Bekanntmachung. Mittwoch de« 10. Juli l. I.,

Vormittags 11 Uhr, sollen aus dem Bürgermeisterei-Bureau die unter dem Mädchenschulgebäude auf der Westanlage befindlichen vier Keller auf weitere drei Jahre ver­pachtet werden-

Gießen, den 5. Juli 1889.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth. 5702

Bekanntmachung.

Die Stadtverordneten-Versammlung hat in der Sitzung vom 4. Juli c. durch Ausloosung die nachoerzeichneten Schuldverschreibungen vom 4 °/oigen älteren Anlehen auf den 31. Dezember d. I. zur Rückzahlung berufen: Lit. A. Rr. 2. 6. 12. u. 13. ä 1000 fl. Lit. B. Rr. 8. 13. 23. u. 24. ä 500 fl.

Wir bringen dies mit dem Ansügen zur öffentlichen Kenntniß, daß die Ein­lösung der Obligationen bei unserer Stadtkaffe erfolgt und die Verzinsung derselben mit obigem Verfalltermin aufhört.

Gießen, den 5. Juli 1889. Großherzogliche BürgermeistereiGießen.

Gnauth. 5698

Dienstag den 16. Juli l. J, > Nachmittags 2>/2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Kaspar Schomber Eheleute« in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 3 Nr. 144 2550 Meter Acker auf dem Leufertsröderweg,

Flur 8 Nr 16 2825 Meter Acker auf dem Holzweg hinter den Schieß­gärten,

Flur 8 Nr. 16a 2819 Meter Acker daselbst,

Flur 8 Nr. 2614/1Oo 847 Meter Wiese hinter den Schießgärten an der Rodheimer Straße,

Flur 8 Nr. 26« 1OO 1339 Meter Hof- raithe daselbst,

Flur 2 j Nr. 26'«/.m - 123 Meter Grab­garten daselbst,

Flur 8 Nr- 282/10 2044 Meter Hof- raithe daselbst,

, Flur 8 Nr. 3>.2/10 - 4296 Meter Acker daselbst,

Flur 8 Nr. 322/10 - 6840 Meter Wiese daselbst,

Flur 8 Nr- 35,6 1988 Meter Acker da­selbst,

Flur 8 Nr. 36,t - 2169 Meter Acker da­selbst,

Flur 8 Nr. 37,t 462 Meter Acker da­selbst,

Flur 8 Nr 38,i 462 Meter Acker da­selbst,

Flur 8 Nr. 39 625 Meter Acker da­selbst,

Flur 8 Nr. 40 625 Meter Acker da­selbst,

Flur 8 Nr. 41,t 1944 Meter Acker da­selbst,

Flur 9 Nr- 46 1350 Meter Acker auf der großen Weide,

Flur 30 Nr. 17z/io 2634 Meter Wiese über der Erdkaute auf dem Weg hinter dem Fluthgraben,

Flur 3 Nr. 1$8 1869 Meter Acker auf den Krofdorferweg,

Flur 8 Nr. 24 1600 Meter Acker dies­seits am Grasweg,

öffentlich unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen \ versteigert werden.

Gießen. 24. Juni 1889.

Großh. Ortsgericht Gießen.

i I- A.:

Vogt, Ortsgerichtsmann. 5306

Mittwoch, den 10. Juli 1889,

Vormittags 10 Uhr,

1 werden auf Antrag der Firma Gebr. | Rosenbaum dahier in deren Lagerhaus ; Westanlage ca. fünfzig Centner , Kleie gegen Baarzahlung versteigert.

Geitzler,

I 5724 Gerichtsvollzieher.

Anzeiger.

Dienstag den 20 August, i

Nachmittags 2V2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der \ Otto Hill Wittwe in Gießen gehörigen \ Immobilien: Flur 1 Nr 709 394 Meter Hoftaithe in den Neuen Bauen,

Flur I Nr. 710 937 Meter Grabgarten j daselbst

öffentlich meistbietend unter den bei der | Versteigerung bekannt gemacht werdenden ; Bedingungen versteigert werden.

Gießen, 8. Juli 1889. _ i

Großh. Ortsgericht Gießen.

JA.: ;

Vogt, Ortsgerichtsmann. 5707 :

Dienstag dm 9. Mi,

Vormittags 10 Uhr, wird Bahnhofstraße 3:

altes Bauholz, Dach» Pfannen u. grade Treppen versteigert.

5711 G g. Möhl.

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5699] Das früher dem Feilen­hauer Rögener gehörige Haus am Asterweg soll aus den Abbruch ver­kauft werden.

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Jahrgang xxv.

Jubiläums-Band.

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