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Nr. 131.

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Bureaur Schul st raße 7.

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Erscheint täglich mit Ausnahme des MorttagZ.

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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobrr Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf

Betreffend: Die Remunerirung des Feldschutzpersonals. Gießen, am 4. Juni 1889.

^wßycrzogltiyc Krersamr Gießen

an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Von Grobherzoglichem Ministerium der Finanzen ist uns für das Etatsjahr 1888/89 die Summe von 2470 Jt zur Belohnung des Feldschutz­personals zur Verfügung gestellt worden.

Sie wollen uns daher binnen 8 Tagen diejenigen Bediensteten I irrer Gemeinden, welche sich durch treue Pflichterfüllung in Handhabung des Feld- schutzss ausgezeichnet haben, unter Angabe ihres Dienst- und Lebensalters namhaft machen.

Wir machen Sie hierbei darauf aufmerksam, daß es weniger auf die Zahl der zur Anzeige gebrachten Feldfrevel ankommt, als aus den von dem betreffenden Bediensteten bethätigten Diensteifer, insbesondere in Verhütung von Freveln durch stete Anwesenheit im Felde und daß ferner auch das außer­dienstliche Verhalten (nüchterner Lebenswandel) mit in Betracht zu ziehen ist.

Gleichzeitig werden Sie uns diejenigen Feldschützen, welche Sie einer Belohnung nicht für würdig halten, unter Angabe der Gründe benennen. v. Gagern.__

Betreffend: Kreis-Lehrerconserenz. Gießen, 4. Juni 1889.

Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen

sm die Schrtworstärrde des Kreises.

Die Kreis-Lehrerconserenz soll Montag d/n 17. Juni, Borwittag- 10 Uhr, in Gießen in Steines Garten abgehalten werden.

Sie wollen Die Lehrer Ihrer Gemeinde hiervon mit dem Ansügen in Kenntniß setzen, daß wir dringend wünschen, daß ohne triftigen Grund kein Lehrer fehle. Auch wollen Sie ihnen empfehlen, daß sie die Liederbücher zur Conferenz mitbringen. Ihre geistlichen Mitglieder werden zur Beiwohnung freundlichst eingeladen.

Zur Verhandlung kommen folgende Gegenstände:

1) Die obligatorische Fortbildungsschule: ihre Berechtigung, ihre Bewährung und die in ihr zu behandelnden Disciplinen. Referent: Lehrer Katzenbach.

2) Verwerthung der Nitler'schen Grundsätze im geographischen Unterricht. Referent: Lehrer Spitz.

v. Gagern. ___

Bekanntmachung.

Der Oberhesstsche Bienenzüchterverein beabsichtigt, in Verbindung mit der am 17. Juli d. I. in Lich stattfindenden 28. Wanderversammlung eine Verloosung von Bienenvölkern, Bienenproducten und Utensilien zu veranstalten.

Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung erchellt, daß nicht mehr als 2500 Loose ä 50 Psg. ausgegeben und mindestens 60 % des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewmn» gegenständen verwendet werden.

Großherzogliches Ministerium hat zugleich den Vertrieb der Loose in der Provinz Oberheffen gestattet.

(Sieben, am 4. Juni 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Betr.: Verdacht auf Schafräude zu Reiskirchen.

Bekanntmachung.

Nachdem unter der Schafheerde zu Reiskirchen Krankheitserscheinungen festgestellt worden sind, welche den Verdacht aus Räude begründen, wird über diese Heerde die Gemarkungssperre bis auf Weiteres hierdurch verfügt.

Gießen, am 5. Juni 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Darmstadt, 5. Juni. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigst geruht:

Am 29. Mai die provisorischen Gymnasiallehrer Ludwig Hüter und Dr. Albert Matthäi, beide zu Gießen, zu Lehrern am Gymnasium zu Gießen, den provisorischen Gymnasiallehrer Hermann Braun zu Mainz zum Lehrer am Gymnasium zu Mainz, die provisorischen Gymnasial- und Reallehrer Ehrtsttan Gockel und Johann Sauer, beide zu Worms, zu Lehrern am Gymnasium und an der Realschule zu Worms,

die provisorischen Realgymnasial- und Reallehrer Dr. Rudolf Erb und Georg Heddertch, beide zu Gießen, zu Lehrern am Realgymnasium und an der Realschule zu Gießen,

den provisorischen Realgymnasial- und Reallehrer Augustin Uebel zu Mainz zum Lehrer am Realgymnasium und an der Realschule zu Mainz,

den provisorischen Reallehrer Heinrich Peth zu Wimpfen zum Lehrer an der Realschule zu Wimpfen

und den provisorischen Real- und Progymnastallehrer Dr. Eduard Ottmann zu Alzey zum Lehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey sämmtlich mit Wirkung vom 1. Juni an zu ernennen.

][ Darmstadt, 5. Juni. Seine Königliche Hoheit der Großherzog hat sich heute Dormtttag von Mainz aus zu einer Consultation des Dr. Mezger nach Wies­baden begeben und daher sind heute keine Audienzen ertheilt. Von dem Ergebniß dieser Consultation wird es mit abhängen, wie lange der Aufenthalt des Großherzogltchen Hofes in Mainz noch dauert, der ursprünglich mit dem Pfingstsamstage beendet sein sollte. Jedenfalls ist die Nachricht Mainzer Blätter und Correspondenten, wonach der Großherzog noch 46 Wochen in Mainz zu bleiben gedenke, mindestens verfrüht, da sie noch gar nicht wissen können, ob sich der Großherzog der Massagekur unterzieht. Am 25. ds. M. geht der Großherzog zur Jubiläumsfeier nach Stuttgart; er wird von Oberst Wernher und Frhrn. Röder o. Diersburg begleitet sein.

Darmstadt, 5. Juni. Nachstehend bringen wir Einiges aus den Verhand­lungen des Etlenbahnbetraths in seiner Sitzung vom 4. April bezüglich des Fahr­planes der Oberhesstschen Eisenbahnen zur Kenntniß unserer Leser.

Zu dem Fahrplan bemerkte u. A. Herr Oberconsistorialprästdent Dr. Gold­mann, Exc.: Von Anwohnern der Strecke Stockheim-Gedern seien ihm bezüglich des Fahrplanes der Oberhessischen Bahnen folgende Wünsche kundgegeben worden:

1) Späterlegung des Zuges 10 der Linie Gießen-Gelnhausen ab Nidda 56 auf etwa 6io Vormittags, da der wohl als Ursache dieses frühen Curses anzusebende Anschluß an den 7^ in Frankfurt etntreffenden Schnellzug, weil diese Zeit zur Geschäfts­abwicklung zu früh sei, keine Bedeutung habe. Hierfür sei der bei der vorgeschlagenen Verschiebung des Oberhesstschen Zuges noch erreichte Zug Fulda-Frankfurt (an Frank­furt 9>i) weit geeigneter, um so mehr, als dieser auch an dm Zwischmstattonen anhalte.

2) Verschiebung des Zuges 13 von 7?> auf 7»o Vormittags ab Gießm, durch welche nicht belangreiche Aenderung der mtßständtge einstündige Aufmthalt für die mit der Nebenbahn nach Stockheim Kommenden wegfalle.

3) Wetterführung eventuell gleichzeitig Früherlegung des Zuges 19 von Nidda aus über Stockheim bis Büdingen mit entsprechendem Anschluß an dm letzten Zug der Nebenbahn in Stockheim.

Herr Director Altoater: Die Lage des Zuges 10 der Linie Gteßen-Geln- hausen sei das Ergebniß eingehender Erwägungen und mtspreche den in den Verhandlungen der Landstände des Großherzogthums seiner Zeit kundgegebenen Wünschen.

Maßgebend sei dabei der Gesichtspunkt gewesen, daß auch die Möglichkeit geboten werde, in Frankfurt die Anschlüsse nach allen Richtungen zu erreichen, welche bet einer Späterlegung ganz verloren gehen würde.

Bezüglich des Zuges 13 werde bei der Verwaltung der Bahn schon seit Jahren gerade der dem soeben vorgebrachten Destderium direct zuwiderlaufende Wunsch nach Früherlegung erhoben und zwar von den maßgebendsten Verkehrsfaktoren, wie der Post­verwaltung, dem Handelsstand. Der dermaltge Fahrplan sei im allsettigm Interesse auch schon aus dem Grunde oorzuziehen, weil derselbe die Kreuzung gerade in die Mitte der Strecke lege, eine Einrichtung, die sich in jeder Beziehung bewährt habe. Die Verwirklichung des Vorschlags, welcher lediglich den Vortheil der Nebenbahn Stockheim- Gedern im Auge habe und die anderen Interessen unberücksichtigt läßt, würde nur zur Folge haben, daß eine Verschiebung zu Ungunsten der Jnteressmten der anderen Neben- bahnen eintrete.

Ganz unmöglich aber sei es, der dritten der zum Ausdruck gelangten Forde­rungen zu entsprechen. Abgesehen von der Geringfügigkeit des Verkehrs bei jenem Zuge, verbiete sich die Berücksichtigung des Destderiums durch die Rücksicht auf da«.