andere Laudwirthe schon Streit oder Processe gehabt haben und welche die vereinbarten Bedingungen nicht bereitwillig und in coulantesler Weise einhält.
4. Man kaufe größere Posten von Sämereien nur unter folgenden Bedingungen, »eiche die Samenhandlung vor Uebertragung der Lieferung acceptiren muß:
a) Dte Samenhandlung garantirt für letztjährtgen, ächten, reinen, unverfälschten, vollständig setdefreien, gut geputzten und eventuell mustertreuen Samen von angegebenem Gebrauchswerth;
b) die Samen gehen auf Gefahr des Absenders bis auf dte Station des Abnehmers uno werden vor der Uebernahme auf der Empfangsstation abgewogen;
c) sofort nach Empfang der Samen wird von einem der Besteller unter Zuziehung eines Zeugen eine möglichst getreue Probe in der Weise entnommen, daß man von jedem Sack oben, in der Mitte und unten mit der Hand oder je nach Vereinbarung mit einem sogenannten Stecher eine kleine Probe zieht, die einzelnen Proben einer Samenart gut mtfcht und dann je eine Probe an dte Samenprüfungsanstalt einsendet, eine aber für sich aufbewahrt; auch die etwaigen Samenmuster des Lieferanten sind zum Vergleich mit etn- zusenden;
4) der Lieferant (Samenhändler) verpflichtet sich ausdrücklich, sich dem Resultat der erften Untersuchung unbedingt zu unterwerfen und sich einen dem
etwaigen Mtnderwerth entsprechenden Abzug am vereinbarten Preis gefallen ju lassen-
e) \t nach Vereinbarung werden 2—5pCt. Minderwerth dem Käufer nicht vergütet, dagegen steht es dem Abnehmer frei, einen über 5pCt. mtnderwerthigen
tarnen auf Kosten der Samenhandlung wieder zurückzusenden oder unter Abzug des Mtnderwerlhs am Preis für sich zu verwenden;
f) der Käufer behält sich das Recht vor, dte Samen sofort nach der Probeentnahme aussäen zu dürfen;
g) nur das Nettogewicht der gekauften Samen wird bezahlt und werden die leeren Säcke dec Samenhandlung nach erfolgter Aussaat wieder zurückgegeben oder gegen Anrechnung eines mäßigen Preises dem Käufer überlassen.
Solide Samenhandlungen sind bisher immer auf obige Bedingungen eingegangen, rodl mit denselben ja weiter nichts bezweckt werden will, als im Falle eines etwaigen Mtnderwerths der gekauften Sämereien einen entsprechenden Betrag am Kaufpreis abziehen zu dürfen, ohne vorher durch lange schriftliche Verhandlungen hierzu die specielle Einwilligung des betreffenden Händlers etnholen zu müssen.
(Ztschr. f. d. l. Vereine d. Gr. Hessen.)
Literarisches.
Die ^Wiener Mode" läßt diesmal (Heft 11) die Kleinen zu sich kommen. Sie erscheint als Jugendnummer und führt dieses Programm sowohl im Modethetle durch, wie tn der literarischen Beilage, welche sich ausnahmsweise „In der Kinderstube" nennt. Der Modetheil bietet in reichster Fülle Hüte, Mäntel, Kleider, Hemdchen für Knaben und Mädchen jedes Alters, Alles, was zur Ausstattung eines Kinoes gehört. Sogar Puppen-Toiletten sind nicht vergessen worden, und auch die Handarbetten - Rubrik ist für ein kindliches Publikum eingerichtet. Als reizender Schmuck zieht sich eine Sammlung von eingestreuten Silhouetten durch das Heft.
— „In der Kinderstube" finden wir ein sinniges Märchen: „Der Glückspilz" von A. Mertz, ein Gedicht: „Der gute König" von Julius Lohmeyer, dem Redacteur der „Deutschen Jugend", eine Kinderkomödie: „Der Kinderball" von Sigmund Schlesinger, der für die Kleinen ebenso zu schreiben weiß wie für die Erwachsenen, einen Aufsatz: „Gymnastik für Kinder", ein Essay über die vier „Märchen- onkel: Musäus, Brüder Grimm und Andersen, ein Spatzenlied, Text von Julius Rodenberg, Musik von Passerotto, viele Räthsel und Spiele, für die Auflöser der Räthsel eine Preisausschretbung mit werthvollen Büchern als Prämien. Zwei Seiten sind mit Autographen hervorragender deutscher Dichter und Dichterinnen geschmückt; wohl noch nie haben sich in einer Zeitschrift so viele ausgezeichnete Federn vereinigt, um der Jugend eine unschätzbare Gabe zu widmen.
Schiff-Nachrichten.
Bremen, 5. März. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Fulda, Capitän R. Ringk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 23. Februar von Bremen und am 24. Februar von Southampton abgegangen war, ist gestern 3 Uhr Nachmittags wohlbehalten tn Newyork angekommen.
Verzeichnt ß der Mittel-reife der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der Stadt Gieße« vom Monat Februar 1889.
Ze 50 Kilogramm kosten:
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Allgemeiner Anzeiger.
Einträge
1. in das Firmenregister Gr. Amtsg-richls Girsten
am 4. März 1889.
1) Christian Jnderthal in Gießen betreibt daselbst seit 1. October 1888 Handel mit Wein, Liqueur, Branntwein und Essig unter der Firma „Cyristian Jnderthal".
2) Hermann August Müller in Gießen hat seiner Ehesrau Johanna, geb. Böning, Procura erthellt.
3) Die Firma S. Katzeustein in Gießen wurde gelöscht.
4) S. Katzenstein und Wilhelm Seipp in Gießen betreiben daselbst seit 28. Februar 1889 Holz- und Kohlenhandlung unter der Firma „Katzeustein Seipp". Jeder von ihnen ist zur Zeichnung der Firma berechtigt.
2. in dssGenostenfthsstsregister An Stelle des zurückgetretenen Johanne- Rinn X. ist als Con- troleur und Vorstandsmitglied des Creditoereins zu Heuchelheim Philipp Gorr IV. von Heuchelheim gewählt worden.
Neidhart, 1745 Gerichtsschreiber.
Frrilsg den 8. ds. Ms,
9tachmittags 2 Uhr,
in der früher Bramm'schen Hofraithe zu Gießen sollen gegen Baarzahlung öffentlich »ersteigert werden:
3 Wägen, 2 Schweine, 2 Hobelbänke, 1 Handkarren, 1 Ladeneinrichtung, 2 Sophas, 4 Sessel, 2 Kleiderschränke, 2 Kommoden, 1 Regulator u. s. w.
Versteigerung vorauSfichttich theil- weise bestimmt-
Engel, 1763 Gr. Gerichtsvollzieher.
Erhielt heute einen Transport gute Ackerpferde und lade Käufer höfl. ein. i7-4 Keßler, Neuenweg 33.
Oesfentliche Aufforderung.
Die gesetzlichen Erben der Konrad Seipp Zweiter Eheleute von Birklar wollen die ihren Erblassern im Grundbuch der Gemarkung Birklar zugeschriebenen Immobilien veräußern. Von diesen Erben sind folgende angeblich in Nordamerika abwesend:
1.) Konrad Seipp, 2) Johannes Seipp, 3) Katharina Seipp, verehelichte Böhme, 4) Margaretha Seipp, verehelichte Huber, 5) Katharina Seipp, uneheliche Tochter der verlebten Anna Elisabeth Seipp, späteren Ehesrau des Heinrich Nuppel von Birklar.
Die unter 1 bis 4 Genannten sind Kinder der Konrad Seipp II Eheleute und sollen in Peru — counly Lasalle — state Illinois — ansässig gewesen sein; die unter 5 Genannte ist eine Enkelin der Konrad Seipp H Eheleute. — Dieselben werden hiermit ausgefordert, spätestens bis zum 30. April l. Js. in Selbstperson oder durch gehöng legitimirte Bevollmächtigte ihre Rechte bezüglich der beantragten Güterveräußerung uno Erbvertheilung bei dem unterzeichneten Gericht zu wahren, als sonst Curatoren für sie bestellt und nach deren Anträgen weitere Verfügungen erlassen werden würden.
Lich, den 23. Februar 1889.
Großherzogliches Amtsgericht Lich.
Langermann. 1747
Grosih. Realgymnasium u. Realschule.
Zu der am Freitag den 8. März d. I., Nachmittags von Uhr an, in der städtischen Turnhalle abzuhaltenden
Turnprüfung
laden wir die Eltern unserer Schüler und die Freunde der Anstalt ganz ergebenst ein.
1741 Die Direktion.
1708] Der Anfang meines Kleider- ] kursuS beginnt am 15. März.
Anmeldungen nehme ich in meiner Wohnung tSonnenstraße 12) entgegen. j _______________Achtungsvoll C. Keß. |
Zu mielhen gesucht
für Mitte April von einem Brautpaar eine : kleine Wohnung (2 Zimmer, Küche ?c.) '
Offerten mit Preisangabe unter K. an ; die Erped. d Bl. erbeten. [1750
1761 Ein .HauSbursche sofort gesucht.
L. Keil
Die Selbsthilfe,
treu« Rathgeter für alte und junge Personen, die in Folge üb'« Iugeudgewohnheiten sich ge- schwächt ffOlen. 8< lese e- nuch Jeder, der an Weröoftut H«»No pfen, v«dauuna»beschwerden, Hömorrhotden leidet, seine nnftichtige Belehrung hilft sLheltch »leien Taugende» nur Geeuud- helt und Kraft Segen «insendnng von 1 Mort In Brttfmerfen ,n I eitelea von Dr. L Krnil,
Wie», Gieelaetreeee "tr. 11.—
Evird la C»U»«t »erschleffea ßderschtSi
37
1421] Eine junge Dame, die sich zu ihrer Ausbildung hier aufhalten will, findet gute Pension.
Adresse unter B. T. an die Exp. d. Bl.
Meiner werthen Kundschaft hiermit die ergebene Anzeige, daß sich nunmehr meine Wohnung Neuen Bäue 17 bei Herrn Imme! befindet.
Hochachtend
Otto Kölle,
1698] Herrenkleidermacher.
BurschewGesellfehaft der Metzger II.
Fechten noch lange nicht für __________einen B—U._______1760
Gesucht 17,6
ein kleines Familienlogis von zwei Damen auf den 1. Mai, auch später, 3—4 Zimmer mit allem Zubehör. Gefall. Offerten unter Chiffre B. z. an die Exp. d. Bl- zu richten-
Möbel-Weigerung.
Mittwoch den 13. er. werden im früheren Bramm'schen Local, Neuftodt Nr 55, Nachmittags, nachoerzeichnete Möbel- und Haushaltungsgegenstände versteigert :
von 2 Uhr an:
2 gleiche Belten mit pol. Bettstellen, Sprungfeder- und Roßhaarmatratzen, Bettwerk in bester Qualität, eine Waschmange, Sopha, 6 Stühle, zwei Kommoden, wobei 1 mit Glasaufsatz, Waschconsole, 1 pol- Kleiderschrank, 1 Treppenftuhl, 1 Handnähmaschine, 1 Küchenschrank, 1 Fliegenfchrank; ferner 1 gutes Bett, 1 Parthle Herrenkleider, 2 Damenmäntel, 1 Sommerumhang u. s. w-, 1 Tafelwaage;
von 3V2 Uhr an in demselben Local:. 1 Parthie Buckskins, wobei Stoffe für Confirmanden-Anzüge, sowie Hosen und Westen tauch für Händler geeignet.
I. A-:
LouiS Rothenberger, 1757 Gerichtstaxator.
Aeilgeöotenes.
1743]il Wegen Uebernahme eines Hofguts ist das HauS mit Garten (Frankfurterstraße 63) auf mehrere Jahre zu vermiethen, eventuell auch zu verkaufen.___________________
Nützlicher Fortschritt
in der Behandlung alles Leder- und Schuhwerts durch das gänzlich geruchlose Malta ■ Vaselin • Lederfett der Firma Th. Voigt. Würzburg. Ueberraschenver Erfolg, große Er- sparnitz bei Kinderschuhwerk, für Arbeiter, Landleute, Soldaten, Offiziere» Jäger, Schiffer, Gutsbesitzer, Fabriken rc. Wegen vieler schlechter Nachahm. genau auf obige Firma zu achten und nur in den. annoncirten Verkaufsstellen zu kaufen. Prospecte daselbst gratis. Zu haben in Dosen und lose nach Bedarf in Gießen bei Herd. DrebeS, Ebertz. Metzger, Aerd. Seibel, Friedrich Kühne sen., Louis Wittich II___________ [1740
Wollene und wasserdichte
Pferdedecken
billigst. 1158 LouiS Wittich II., Sallier-
Wormser Loose
(Ziehung 26. März) 1765 per Stück „* 2.10, 10 Stück JL 20.— empfiehlt Julius Wallach.


