Publikums war ein ganz ungeheuerer, zahlreiche Unglücksfälle kamen infolge des Menschenandranges vor, mehrere Personen sollen sogar erdrückt worden sein.
, Der mit dem Kronprinzen Rudolf befreundet gewesene Reichstagsabgcordnete und Schriftsteller Jokai veröffentlicht in der „Neuzeit" den Wortlaut des GchreibeuS de- an Sectionschef Szögyenyi, mit welchem der Kronprinz zugleich ein Eodiztll zu dem früher mit Einwilligung der Kronprinzessin verfaßten Testament, sowie Len Schlussel zum Tisch im Arbeitscabinet übersandte. In dem Schreiben betraut der Kronprinz Szögyenyi mit der Sichtung seiner Schriften und schließt mit folgenden Lvorten: „Ich muß aus dem Leben scheiden, grüßen Sie alle guten Freunde und S8e= Tonnte; leben Sie glücklich, Gott segne unser geliebtes Vaterland! Ihr Rudolf."
Lokales.
Gießen, 5. Februar. sBetriebs-Bericht der Schlachtbaus-Ver- »rHAhmn b triebtzjahr 1887/88Nachdem die Nothwendigkeit der
Errichtung einer Schlachthausanlage Seitens des Stadtvorstandes schon seit einer Reihe von Zähren erkannt worden und die Schwierigkeit bezüglich der Beschaffung eines geeigneten, nicht zu wett von der Stadt entfernten, aber doch außerhalb derselben gelegenen Platzes überwunden war, konnte endlich, am 27. Juli 1885, mit dem Bau begonnen und das ganze Werk am 15. October 1887 dem Betriebe übergeben werden. Daß bei Errichtung ber für die Bevölkerungszunahme der Stadt zur Vergrößerung %r9iIfCnen 2InJaic1 b e tn,^A,Neuzett gesammelten Erfahrungen über zweckmäßigste Einrichtung und die praktischsten technischen Hülfsmittel ausreichende Verwendung ^darf wohl feiner weiteren Erwähnung, wenn man bemerkt, daß sich Ne Herstellungskosten incl. des Gelände-Erwerbes auf 200 000 Jü belaufen
C ÄS Schlachthausanlage gehörigen Gebäude haben sich im Laufe der Be- triebszeit, mit Ausnahme der Schweine - Schlachthalle an den Hauptschlachttagen Montags und Donnerstags, für den Gesammlbetrieb völlig ausreichend bewährt. Die Sr^efommen^ ^nb 9Ut ^rgestellt und sind Senkungen und Risse in denselben nicht 4 die Schweineschlachthalle nicht ausreichend war, konnte sich erst durch das
Unb Winteranfang stattfindende unvermeidliche Zusammendrängen stärkerer Schlachtungen ergeben.
sür Kleinvieh find mit starkem Bodengcfälle !o ber® [bm'6ebr66Elgefü?rtUi‘ft b“ 2b 0Ut ablauft unb baburd> das stete Trockensein Die Aufbewahrung des Fleisches in den Schlachthallen ist in Folae der aut ein^bkr^^ri^in^h011 bct hoher Temperatur möglich, so daß
ein übler Geruch in den Hallen nicht entsteht.
3n der Kaldaunenwäsche wurde neben dem bereits bestehenden Brühbottich ein 'üfgefeichne/bewShrkha^ bCftimm,Ct j?CÖ£t mit Brühkörbe,, angelegt, was sich q- xt. ^?^eresse der Landwirthe und Viehhändler wurde die Einrichtung einer Stra^Lr^nf^SpF^toorftonb bef^Ioffen und mit besonderem Eingänge von der Straße her links des nördlichen Einganges erbaut.
3n fonitärem Interesse hat die Schlachthausoerwaltung angeordnet, daß Blut von nach israelitischem Ritus geschlachteten Thieren nur dann zur Wurstfabrikation zu benutzen zugelassen^werden darf, wenn der durchschnittene Schlund des Thieres nach Anweisung des Schlachthausverwalters und in dessen Gegenwart so zugehalten wird Laß kein Magensaft mit in das Blut gelangen kann. 5 v '
^lbstoerständlich kann das auf diese ober andere Weise aufgefangene Blut erst b^ Sch^chthofe weggebracht werden, nachdem der Fleischbeschauer die innere Besichtigung des^ Schlachtthieres vorgenommen und dasselbe als gesund erklärt hat.
. ^bp^nrber o. I. mußte auf Verfügung Großh. Kretsvetertnäramtes
mnter Aussicht der Polizeibehörde, nach den bestehenden Bestimmungen eine Desinfection D°n Schlachtpferden bestimmten Platzes durch die Schlachthaus" ^orben^roar00 ßcnommcn rocrben' roeil ein mit Milzbrand behaftetes Pferd eingestellt Ler An^age^ni^ch?^vor!"b ^"b der Einstellung der Schlachtthiere kamen in den Stallungen Wegen ausgebrochener Räude unter den Schafherden bei Gießen fand auf SrVOU3e^XTftaUPerrma6regCln C*ni6m b“0 »ÄS , Die Streu ür den Stallungen wird durch die Stadt den Einstellern unentaelllick, $ü.r b*e Wterung bafelbft eingefieHter Schlachtthiere sorgt der Schlachhaus- Verwalter unter freier Vereinbarung der marktüblichen Preise
oin WH*hnnAPtrrb^29^n^I,On Düngern wurde eine zweite Grube gebaut, in welcher orJA$Jba£n?? unb Straßenkehricht bereitet werden soll, da zur Winterzeit die Abfahrt der Kaldaunenwagen mit Schwierigkeiten verbunden und die Verwerthung des Düngers eine wesentlich geringe ist n unD ote
frfnterr^nh8 Großvieh ist von Landwirthen, besonders aus dem Vogelsberg,
npflw» bezogen, worunter der Vogelsberg sehr schöne Exemplare
lieferte. Der Bedarf an Hammeln wird meistens aus Heerden, die in Gießen nnb, getbetft.Cnb 0CÖa ten rocrben unb Eigenthum einzelner Metzger und £efonomen iwn roCmC? srößtentheils von Händlern aus Westphalen, dem Vvgels-
«nd Ti Rabenau, dem Westerwald, aus den Gegenden von Marburg
und Kirchhain, ein getrieben. — Die nächstliegenden Ortschaften lieferten ebenfalls würbet6 * @£broe ne/ bk mdftcn§ ÖOn den Metzgern selbst im Orte angekauft
. , Unter den in Gießen bestehenden 47 Metzgergeschäften schlachten 18 nur §>orn- ^0 nur Schweine, 8 Hornvieh und Schweine und 1 nur Pferde. In diesen Geschäften sind beschäftigt 83 Metzgergesellen und Lehrlinge.
07 mx Durchschnittlich wurden geschlachtet pro Woche; 29 Stück Ochsen und Kübe und Stt,„' 2 M-rb-, 145 Schwein-, 138 Mber und Hämmel. ’ ' Geschlachtet wurden in dem ersten Betriebsjahr:
Monat.
Ochsen.
Fasseln und Kühe
s Rinder und Stiere über 250 Kgr.
Rinder und Stiere unter 250 Kgr.
A
Schweine.
halber, Hämmel,! Ziegen j mb Spanferkeln.
Summa.
15.
October bis ult. No-
vember 1887 .... pro December 1887 .
„ Januar 1888 . . .
„ Februar 1888 . . „ März 1888 . . . „ April 1888.... „ Mai 1888 ... . „ Juni 1888 .... „ Juli 1888 .... , August 1888 . . . „ September 1888 . . „ October 1888 . . .
1. bis incl. 14.Nov. 1888
35 110 116 117
122
98 118 113 127
112 100
118 1 58_|
2
13
18
13
15
10
17
8
14
12
10
12
6
33
90
82
83
98
88
96
89
101
94
88
104
52
5 22 22 20 14 25 30 42 36 27 25 40 19
18
10
10
10
6
4
5
2
7
5
7
12
5
300 716 701
650 613 572 605
499 557 565 548 756
441
205 536
540 576
615 575 607
713 755
628 513 590 321
598 1497 1489 1469 1473 1372 1478 1466 1597 1443 1291 1632
902
öumma
1334 |
150
1098
327
101 1
7523
7174
17707 rwalter
oerwogm " °tC,eB U ‘Ui <5tü<f Schlachtvieh wurden durch den Schlachthausve
Stück Großvieh auf Schlachtgewicht, 5566 „ Kleinvieh „
39 „ Großvieh „ lebend Gewicht, sIxS „ Kleinvieh „ „ i
6071 Stück Vieh. \
Bei den Schlacht
ungen gelangten nachstehende Krankheiten zur Beachtung. #
Krankheiten
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Von diesen Krankheiten beanstandete Thicre wurden verwiesen-
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Rinder
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1
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1
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1
11
3
Tuberkulose.....
Blutig gequetscht. . . ! Echinococcus in der Leber Finnen .......
Trichinen......
Darmentzündung . .
Abscesse in den Lungen . Egel in der Leber . . .
a. Zum minderwerthigen freihändigen Verkauf: 8 Ochsen, 1 Stier 2 wegen geringer Tuberkulose; ' öllcr'
b' Trichine"n^^ ^roecfen: 1 Schwein wegen Finnen, 6 Schweine
°* 3 roegen a&fcenen in den Lungen, 1 Ochse, 1 Kuh,
k^neSn9° ®r 0" 2UberfUl0iC' 3 K°lb°r wegen hochgradiger dl oe" .®erfaurern rur eigenen Benutzung zurückgegeben: 13 Ochsen, 7 Rinder 3 Kühe wegen geringgradiger Tuberkulose, 1 Schwein wegen bedeutender
« ^-»chMEN, 1 Schwein wegen geringer Darmenentzündung;
o. wegen Magerkeit wurden 5 Kälber und 3 Schafe, wegen Lunaenkrankbeit JÄ $nUmh^lat*ftent El.'Ugelassen, s-rn-r' stn^ SchwL- wegen b^Uf°nrt au§ btLm Schlachthof verwiesen, 2 Schweine an ?^?Cr Stallung verendet und der Abdeckerei übergeben worden, tun™™ tr £blTrxUnxb ?f!nnen behafteten Schweine wurden von den Eigen- thümern unter Polizeiaufsicht zu technischen Zwecken abgeliefert;
* ' JxL|uan^aVle?en Längen, Lebern und ungeborenen Kälber :c. wurden, soweit ° ^x "Ä^^^ltlichen Zwecken ihre Verwendung fanden, zer- Abdecker Meitiß? 6 Düngergruben gebracht resp. vorschriftsmäßig durch den Schlachthofe geschlachteten Schweine werden auf Trichinen mikroskopisch untersucht und wOxden von 7523 Schweinen 6 Stück trichinös befunden.
Fuis.f .^?^lObmen, 28. Januar. Schon seit einer längeren Reihe von Jahren V bexJ?’ bir unmittelbar daran gelegene mit Wald bestandene Kirchberg hp? vieler Tausende von Raben, die hier ihre Nachtruhe abhalten. Sobald
nnmpnHH? b Tn' ^mmen die schwarzen Gäste aus allen Himmelsrichtungen, namentlich von Westen her, herangezogen. Wolkenartig streichen fie über unseren Ort bm und her und ein ohrenzerreißendes Geschrei ertönt in der Luft, bis die herein; nJecbSbA bem Spektakel ein Ende bereitet. Mit Tagesgrauen verlassen sie wieder ^beplatze, zu Lenen einzelne Scharen sich oft das Dach der Kirche auswählen bl? Mobs" tAnPPI?C aa^n senden, aus denen sie gekommen. Einsender dieses wohl schon in früheren Jahren viele Tausende von Raben allabendlich sich hier ß» bhen, nie aber eine solche Menge wie in diesem Jahre beobachtet. In unzählig schwärzlichem Gewimmel sitzen sie Abends, bevor sie thre eigentl:chen Sitz- platze aufsuchen, auf den umliegenden Triften. Werden sie plötzlich von einer solchen aufgescheucht, so verfinstern sie sekundenlang die Luft. Wir glauben nicht zu über= ^len menn wir die Anzahl der Raben, die sich allabendlich hier einfinden, auf mehr o ^^^°u^nd beziffern. Alle Arten sind unter diesem Rabenheer vertreten vom großen Kolkraben bis zur kleinen Dohle und der verderblichen Saatkrähe. Hier wäre hipn0ifCt0ne m boe der überaus schädlichen Raben zu vermindern, und
h erzu anzuregen, st Zweck dieser Zeilen. In den letzten Wintern haben wir schon o,t nach einer Erklärung gesucht für die ganz auffallende Verminderung der kleinen Singvogel in unserer Gegend. Wahrend vor 10 und 20 Jahren Winters über in allen Gehöften die kleinen Sanger sehr zahlreich sich aushielten, ist in dem heurigen Winter mit Muhe kaum ein Singvogelchen zu entdecken. Veranschlagen wir das Raben- oee& ba!r.Ä allabendlich sich ein Stelldichein gibt, nur auf 40 000 Stück — welche
U)nnarm bemessen ist — und nehmen wir an, von diesen 40 000 ; a n f Y 000 Paare, und rechnen wir auf ein Paar die Vernichtung nur dnes Singvogelneftes, so ergibt das die Summe von 10 000 Vogelnestern in einem %\roe CV pon der Unmasse von Raben auf den Bezirken, die sie bestreichen, ver! nichtet werden. In der That der schlagendste Beweis für die Ursache der Abnahme unserer Singvogel. Leicht laßt sich hieraus der große Schaden berechnen, welchen die Ueberhandnahme der Raben verursacht, ungeachtet des Vernichtens ganzer Gerstenernten auf einzelnen Aeckern durch die Saatkrähen, wie solches thatsächlich jedes Jahr in unseren Gemarkungen vorkommt. v
t I^s der Zeit seines letzten Aufenthalts in London erzählt
gkofefior Joachim, der Geigenkonig, ein heiteres drolliges Vorkommniß. Er erfreut
• ^x11?»mc eince§ red)t üppigen Haarwuchses, bis auf einen kahlen Fleck, den
Ä^cht verbergen kann, wenn er eine bestimmte Locke seiner Haare nicht schneiden laßt. Als er nun in London vor einem Concert in einem Friseurladen die Haare in O^"."?ß?ringen ließ, wollte der englische Haarkünstler durchaus die Locke beseitigen, ™ar?petbOc6 ni(biL8ü9lb kx bbr Friseur mit ungeheuchelter Entrüstung ein^de'utschtt AeUer""ansb C eßOtfe abschneiden, Sie sehen sonst wahrhaftig wie
A. Zuntz sei Wwfi Hoflieferant 8r. Maj. d. Kaisers o. Königs Bonn, Berlin uns
... -Lj ’l . ,<ntwerPen. empfiehlt als unübertroffen, ihre seit mehr als 3RQ Rufes erfreuenden Gebrannten Java Kaffees
Lebensmittel-Branche käuflich sind.--
Berzeichniß
der Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der Stadt Gießen vom Monat Januar 1889.
Je 50 Kilogramm kosten:
75
OC
29
4:14
3 00
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50 78
00 26
00 25
3e Vr Kilogramm kostet:
64
50
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48
58-
58
2018
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