Dienstag den 3. Tecember.
(ßic^ncv Anzeiger.
Beilage zu Nr. 282. -1889.
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Locales «nv provinzielle».
Gießen, 2. December.
— LebeusmittelPreife (fnbe Oktober 1889. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für die Landesstatistik kosteten:
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Gießen
Städte ohne
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dt. Neu Ulrichstein, 1. December. Monatsbericht pro November 1889 der Arbeiter-Colon ie. Ende November 1889 sind in der Colonie stellen- resp. arbeitslos 116 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 32, Regierungsbezirk Cassel 19, Regierungsbezirk Wiesbaden 17, Provinz Brandenburg 3, Provinz Hannover 5, Posen 2, Pommern 3, Ostpreußen 1; Rheinland 4, Sachsen 1, Schlesien 5, Westfalen 3, Groß- hcrzogthum Baden 1, Königreich Bayern 10, Württemberg 1, Sachsen 3, Großherzogthum Oldenburg 1 , thüringische Staaten 1, freie Stadt Hamburg 2. Oesterreich 2.
Hiervon waren Anstreicher 3, Arbeiter öl, Barbier 1, Bäcker 5, Bergmann 1, Bildhauer 2, Böttcher 1, Buchbinder 1, Buchdrucker 1, Cigarrenmacher 1, Drahtzieher 1, Färber 1, Fleischer 2, Former 1, Gärtner 2, Glasmacher 1, Goldarbeiten 1 , Häfner 1, Hutmacher 1 , Kaufleute 3, Klempner 1, Maurer 2, Leinweber 1, Sattler 2, Schlosser 2, Schmiede 2, Schornsteinfeger 1, Schreiber 2, Schuhmacher 5, Schneider 4, Steinhauer 1 , Steinmetz 1, Tapezierer 2, Schreiner 2, Weber 1, Elfenbeinschnitzer 1, Weißbinder 1, Ziegler 1, Zimmerleute 2, Seiler 1.
Seit Bestehen der Colonie wurden ausgenommen 1338. Abgegangen sind 1222. Im November wurden entlassen 14, und zwar in Arbeit durch die Colonie 3, in Arbeit durch eigene Mühe 1, auf eigenen Wunsch 8, entlaufen 1, als Militär, unsicher 1. Verpflegungstage im November 3196. Gearbeitet wurde an 2776 Tagen, hierunter 334 Tage für fremde Rechnung.
vermischter.
A Mainz, 30. November. An daS Hosmarschallamt in Berlin ist heute von der hiesigen Bürgermeisterei eine directe Anfrage abgegangen, ob gelegentlich der Reise des Kaisers nach Darmstadt vielleicht auch ein Besuch desielben hierher zu erwarteu stehe. Auf privatem Wege hat Oberbürgermeister Dr. Oechöner schon vor einiger Zeit in Darmstädter Hofkrcisen angeregt, daß der Großherzog seinen hohen Gast im Namen der Stadt Mainz zu einem Abstecher nach Mainz einladen und hierher begleiten möchte. In militärischen Kreisen rechnet man sicher aus das Eintreffen des deutschen Kaisers hier.
— Zu den zahlreichen Projekten, welche in den letzten Jahren zu dem Bau eines monumentalen Stadthauses hier gemacht worden sind, sind in jüngster Zeit noch zwei weitere gekommen, wovon das eine ein besonderes Interesse erweckt. Entgegen dem Vorschlag des Stadtbaumeisters Kreyssig, auf dem Terrain der ehemaligen „goldenen Roßkaserne" ein Stadthaus zu erbauen, wird nämlich der Stadtverordnete Racke dem Stadtverordneten-Collegium einen An trag unterbreiten, das Kurfürstliche Schloß auszubauen und als Stadthaus zu verwenden. Der Ausbau ist in der Art gedacht, daß längs dem Schloßplatze ein ganz neuer Flügel errichtet werden soll. Der nach der Rheinseitc gelegene Theil des Schlosses würde nach wie vor für die städtischen Sammlungen reservirt bleiben.
A Mainz, 29. November. Die hiesige Strafkammer verurtheilte heute einen Angestellten des Steuercommissariats Worms wegen Betrugs und Unterschlagung zu 8 Monaten Gesängniß. Derselbe hatte sich ein Geschäft daraus gemacht, den Steuerzahlern gegen Honorar Reclamationcn zu besorgen und bei abschlägigem Bescheid der Reclamationen die recla- mirten Summen deßungeachtet in die Nachlaßregister ein- zutrageu. In diese Register hat er auch in mehreren Fällen Personen eingetragen, die gar nicht reclamirt hatten, und von denen er die Mehrbeträge nachher ganz in die Tasche steckte.
A Aus Rheinhessen, 29. November. In Bretzenheim sind zur Zeit drei Familienväter wegen Schulstrafen gefänglich eingezogcn. Der eine derselben muß 90 Tage wegen Schulversäumnissen seines Kindes im Gesängniß zubringen.
Lingesandt.
Stille Leute. Zwei Lebensbilder von Dr. Hermann Oeser. Basel bet Detloff (R. Reich). 60 Pf.
Der Unterzeichnete ist gebeten worden, diesem Büchlein einen Geleitbrtef für Gießen und Oberhessen mttzugcben, und er thut das mit Freude. Einmal um des Verfassers willen, denn der ist ein Gießener Kind, in Gießen zwar nicht geboren, aber doch „gezogen", I und es sind noch Viele hier, die ihn nicht vergessen haben. Inzwischen ist er Dtrector des Lehrerinnenseminars Prinzeß-Wtlhelm- l stift tn Karlsruhe geworden und daß er da wohl an seinem Platze ist,
hat er, wenn man's nicht auch fest wüßte, durch sein Büchlein bewiesen. Sodann erweise ihm aber noch gern eine Liebe um seines seligen Vaters willen, des unter dem Namen O. Glaubrecht bet uns wodlbekannten und bochoerehrten Volksschrtftftellers R. Oeser, wet- lonb Pfarrers in Ltndheim. Und: „Der Apfel fällt nicht wett vom Stamm", so bewährt stch's auch hier. Unwillkürlich wird man an des Vaters gemüthvolle und so überaus lebendig anschauliche Dar- stellungsweise erinnert. Nur daß bei dem Sohne alles vielleicht etwas knapper, prägnanter gehalten ist und der Stil strengere elastische Schulung und Goethe'scheS Vorbild merken läßt. Und damit ist denn zum dritten schon gesagt, daß daS Büchlein eigentlich gar keine Empfehlung bedarf, weil eü sich selber empfiehlt. Freilich, wenn man mich fragt: Was steht denn aber darin, ifo konnte ich fast ein wenig in Verlegenheit gerathen, was ich darauf antworten soll. Lebensbilder sollen es sein — aber die „stillen Leute", von denen eS handelt, haben gar nicht gelebt, wenigstens nicht so, wte'S hier von ihnen erzählt wird. Und doch sind's nicht bloße Gestalten der Einbildungskraft. Es sind Jugendertnncrungen und starke Eindrücke vom Leben, die darin Gestalt und neuen geistigen Gehalt gefunden haben. So tragen sie und ihre Umgebung denn auch eine ganz ausgeprägte Eigenart an sich, und zwar gut oberhesstsche, und wer Bescheid weiß, wird auch die Gießener Localfarben leicht erkennen. Dabei find diese Bilder so scharf und fein gezeichnet, die Gestalten sind so lebenswahr und lebensvoll geschildert, daß sie alsbald unsere wärmste Thetlnahwe wecken. Solche Thetlnahme beanspruchen diese „Stillen Leute" aber nicht blos um dieser schriftstellerischen Vorzüge, sondern noch viel mehr um einer ihnen gemeinsamen Eigenart ihres ärmeren Lebens willen. Sie sind Vertreter eines stillen, in seinen Aeußerungen zurückhaltenden, mehr auf sittliche Klarheit und Wahrheit, als auf begriffliche Schärfe gerichteten Ehrtstenthums. Ihm Verständniß und Anerkennung zu gewinnen unter dem lauten Lärm einer kampfeslustigen Zeit, mag wohl des Verfassers Grundgedanke sein. Wenn ich nun noch binzufüge, daß der Ertrag des Büchleins für ein Lehrerinnenheim bestimmt ist, so ist wohl genug gesagt, um ihm und seinem sinnigen Gedanken auch unter uns Liebhaber zu gewinnen. Schlosser.
Literatur «uv ICunft
— Nr. 36, IV. Band, der Raturwiffenschaftlichen Wochen« schrift, Redacteur Dr. H. Potonis, Verlag von Ferdinand Dümmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin, hat folgenden Inhalt: Eugen Dreher: lieber das.Causalitätsprincip der Naturerscheinungen mit Bezugnahme' auf du Bois-Reymonds akademische Rede: „Die sieben Welträthsel". — Die Pasteur'iche Schutzimpfung gegen die Tollwuth. — Noch einmal Homöopathie und Wissenschaft. — Die Milz als Htlfsorgann des Verdauungsproceffes. — Verwerthung des Etfelsandes. — Nachweis der AbsorptionSthätigkeit von Ackererde. — lieber ein interessantes Gewitter auf dem Meere. — Messungen der Höhe deS Nordlichts. — Die Vertheilung der mit bloßem Auge sichtbaren Sterne an der scheinbaren Htmmelskugel. — Literatur.
Schlffsuachrichteu.
Der Postdampfer „Belgenland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 30. November wohlbehalten in Newyork angekommen.
Antwerpen, 29. November. Der neue Postdampfer „Friesland" von der Red Star Line ist nach einer sehr befriedigenden Probereise heute hier angekommen. Der „Friesland" ist der größte Dampfer, welcher bisher in Antwerpen eingelaufen ist; er hat 7116 Tonnengehalt. Es ist damit der Beweis gcltesert, daß die Schelde- etnfahrt nach Antwerpen für die größten Schiffe passirbar ist. Der „Friesland" tritt am 7. December seine erste Reise nach Newyork an.
Dienstag den 3. December, Nachmittags 2Vt Uhr,
werden auf hirsigem Ortsgericht im Auftrag des Herrn Güterinspector StteS die demselben zustehenden Immobilien:
Flur 25 Nr. 166,5 — 4759 qm Hofraithe am Seltersberg, links der Chaussee,
Flur 25 Nr. 166a/5 — 237 qm Hofraithe daselbst,
Flur 23 Nr. 166a 8 — 413 qm Grabgarten daselbst
versteigert.
Großh. Ortsgericht Gießen. I V:
__________Qofimann._______9448
Dienstag d. 3. December l A, Nachmittags 2 Uhr, in der früher B ramm'scheu Hofrailh dahier sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden:
1 Wagen, 2 Schweine, 1 Hobelbank, 1 Faß Magenbitter, 1 Anzahl Regulateure, 1 Verticow, 2 Betten, 2Kleiderschränke, 2 Commoden, 2 Sophas, 1 Theeke, 1 Ladenschrank, 1 do Spiegel rc.
Versteigerung theilweise — auch betr. des Schnapses — bestimmt.
Gießen, den 30. November 1889.
Engel 9649 Gr. Gerichtsvollzieher
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8813
8tädlische LeWank-Äuclioir zu Marburg.
Montag den S. December d. I., Vormittags 9 Uhr anfangend, wird im Rathhaus-Saale die Versteigerung der bis Ende März d. I. verfallenen Pfänder, und zwar von Pfandnummer 16958 bis einfchl- 17854, bestehend in Kleidungsstücken, L5ett- und Tisch- re. Leinen, Federdecken und Kiffen, Uhren, Gold- und Etlber- fachen rc. rc., fortgesetzt.
Die Sparkaffe ist für diesen Tag geschloffen.
Marburg, 27. November 1889. 9608
Die Statt. Leihbantr-Nerwaltung.
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der Ges. für Fabrikation diätet. Producte
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