fei s~ iwX«»..
G"ßen, am 30. Juli 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
-________ I- V.: Jost, Regierungsrath.
Verwischtes.
Darmstadt, 31. Juli. Militärdienstnachricht.1 Kramer Lauvt- mann und Compagniechef vom 2. Großh. Hess. Jnf.-Reg. (Großherzog) Nr '116 mit Pension und der Regtmentsuniform der Abschied bewilligt 8 0? ' U
Reaimentern^'r 87 117^^.Lemaligen Einjährigen, welche bei den Jnfanterie-
8\ U7 "5^ 116 zu Hebungen etnberufen sind und eben hier, F rlS*1?3' O^nbach und Darmstadt liegen, wollten am Samstag eine Parthte nach machen, zu welchem Zwecke sie zwei Dampfboote gemtethet hatten. Da die Herren, welche die Leitung des Ganzen in die Hand genommen, den richtigen ^hn^S?Cn9an0 ni$! "^gehalten hatten, wurde ihnen am Freitag der erbetene Urlaub abgeschlagen, nur etwa 20 Mann aus Worms machten den Ausflug ^-«.-?bppenheim a. d. B., 30. Juli. Aus Amerika zurückbefördert wurde ein AstAr, früher wohlhabender Geschäftsmann, der aber in Folge seines unstillbaren Durstes der Art zuruckkam, daß ihn vor etwa 20 Jahren seine Frau gerne laufen ließ. Vor sieben Jahren kehrte er unerwartet zurück und wurde wieder, da er gute Vorsätze' Äk unabcrn ausgenommen. Aber nur zu bald verfiel er in feine früheren üblen Gewohnheiten, so daß man ihn auf Gemeindekosten abermals über's Wasser schaffte Dem ihn bis auf's Schiff begleitenden Bürgermeister sagte er zum Abschiede- Ich komme doch wieder " - Und leider hat er zum nicht geringen Schrecken sliner braven
U"d seines inzwischen groß gewordenen und achtbaren Sohnes Wort gehalten. In trostlosem Zustande pochte er gestern Abend am heimathlichen Herde um Einlaß der ihm aber verweigert wurde. Die Gemeinde mußte sich seiner annehmen. Da er unbotmatziges Benehmen zeigte, wurde er vorläufig im Haftlokale internirt. Er gibt an. auf amerikanische Staatskosten nach Deutschland zurückbefördert worden zu sein, c Frankfurt, 31. Juli. Heute Abend kurz vor 7 Uhr traf August Lehr
^nAU?p? und jetzt auch von England, von Mainz kommend auf bem hiesigen Hauptbahnhof ein. Zu seinem Empfange hatten sich die hiesigen Rad- lahrvereine, sowie diejenigen aus den Nachbarstädten, wie Homburg, Hanau, Offenbach u. s. w. eingefunden. An der Spitze des Zuges marschirte die Capelle des 118 Inf - Agents. Der Empfang des Meisterfahrers gestaltete sich zu einer Ovation, die die aukdOW^^Ä.?aS Publikum - die Zahl der Neugierigen wurde auf 50000 (?J) geschätzt — hatte lange vor Eintreffen des Zuges die weiten Hallen gen Bahnhofes gefüllt. Als der Zug einlief, war der Menschmstrom ,u^hr aufzuhalten, er ergoß sich, trotz allen Widerstandes der Polizei und der unaufhaltsami auf den Perron und im Handumdrehen waren Lehr und seine nächste Umgebung so fest eingeschlossen, daß sie keinen Schritt zu gehen ver- Ihn u e ^irrQ^r^c=CmP?nflCn den jungen Radfahrer; feine Freunde hoben
b e ?^ultern, damit das Publikum ihn sehen konnte. Lehr's Vater war auch mÄn™ Q? beglucfrounfdjte seinen Sohn. Ein jüngerer Bruder überreichte ihm einen Sn^F!i9fAf.^»6cCrfrarnc ^/oth-weißer Atlasschleife, auf welcher folgende Widmung in Auau^ff'bUq>/u lesen ist: „Der Frankfurter Bicycle-Club feinem lieben Mitgliede August ^ehr, Meister von England, zur freundlichen Erinnerung." Von mehreren Wurden dem Gefeierten Bouguets gewidmet und seine Maschine bekränzt. Als !^bu Ulit Mühe und auf dem Umwege durch den Tunnel einen Ausweg ^dahnt', bildeten sie vor dmr Bahnhof einen Kreis und nun konnte die eigentliche Begrüßung vor sich gehen. Der Vorsitzende des hiesigen Bicycle-Clubs hielt eine An-
NuiverftLiUr - LhrorüL.
~ Professor vr. du Bois-Reymond ist aus dem Lehrkörper der könial. teck- ust^en Hochschule zu Berlin ausgeschieden. Die dadurch vakant gewordene etatö- maßige Professur für Mathematik ist dem bisherigen Oberlehrer an h«- städtischen Realschule, Professor Dr. Lampe, verliehen worden ' e°uifcib
ßeftorben°nn' 3L W ^rofc^or bcr klassischen Philologie, Lübbert, ist . ,. ?Eip-1g, bl. Juli. Zum Rektor Magnificus für das Studienjahr 1889—90 vr. Wundt^gewählt^^ mUrbC bCT Pastor der philosophischen Fakultät Geh. Hofrath
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. «iorresponverrz-Bureark
SMZLMMWWZV
Hermannftadt, 31. Juli. Das Befinden des Erzherzoas 2IIbrerhf mpT*pr der gestrigen Parade nicht beiwohnte, ist gebeffert Der Erzhenoa Äabt aZreita bctoo6n£,,; ct « °m 2 August nach
London, 31. Juli. In einer gestern in Birmingham abgehaltenen confernntinpn Serfamnilung erörterte Lord Randolph Churchill die Eventualität eines Krieges noifcben und Oesterreich-Ungarn und er bemerkte: England müsse im Hinblick auf r ^"^^?^lueinen Krieges seine Verpflichtungen und Verantwortlich- - i n u^bV änteresfen Englands nicht durchaus wesentlich seien auf bnS »?eJ n0£e- einschränken. Egypten koste England die Freundschaft krank' fie e ®aE>rtoeinltototUnfSf,bClbh frei*? würden wichtige Bonceffionen machen, wdald räume »h daß England in einem angemestenen Zeiträume Egypten
raume. Bleibe England in Egypten, so werde es im Falle eines europäischen Krieaes die Occupationsarmee und seine Mittelmeerflotte vervierfachen müssen. Lord R. Cbur- ^rner gegen die Einkerkerung irischer Deputirten und für eine Politik aisaÄÄ**' «*• •-«•■ä
??T,(tOb^2,^fitcierell,ni> 6 M-nn verwundet. ® ® ° " {n hpn @efefe, durch welches für die Privat-Lehranstalten
?cn baltlschen Provinzen die russische Sprache als Unterrichtssprache eingeführt nicht 'berührt.1*"111^ veröffentlicht. Der Religionsunterricht wird durch das^Gesetz rrttfiam^o^a§qn'3°UrSflI ,be Petersbourg" sagt über die französischen General- rathswahlen. Wenn Boulanger in etwa 150 Cantonen aufgestellt gewesen könne die Erlangung von nur 12 Mandaten nicht als ein glänzendes Resultat betraditet Hauptstre?chmrf-M hab"' b‘C b°»l«ngistische Manifestation ihr- Wirkung allein
Politisch- Stundfchau.
, Gießen, 1. August.
-. <,? Lrur1.iL®J6®1tU^,ai!,c- welche st» Kaiser Wilhelm nach der Rückkehr von seiner^ eordlandssahit in Wilhelmshascn gönnte, ist wieder vorüber und hat der erlauchte Herrscher nunmehr mit dem Bruche des englischen Hofes -ine abermalige hoch- b-d-utsam- Reste angetr-t-n Die stattlich- Flott-, aus dem M°nö°-r- und dem Uebungs- geschwader bestehend, welche den allerhöchsten Kriegsherrn bei der Rückkehr aus Norwegen «0rrUB ®cte‘‘et auch von Wilhelmshasen über den Canal nach den Gestaden Englanhs hinüber und wohl weiß man es in dem meerbeherrschenden Albion ,u würdigen, Ber kaiserliche Enkel von Englands Königin derselben an der Spitze eines so ftolien tohemro,aaXenitnr^ntriro6»UC6 "bstattet. England erwidert diese Ausmerkiamkeit, e.3 Bcm ^'s^iichen Gaste diesem Sonnabend eine gewaltige Schlachtenflotte vorführt, die mit Inbegriff einer Anzahl Torpedoboote aus nicht wmiger als 100 >um TheU der stolzesten Schiff- der englischen Marine besteht. Wenn innerster Linie^d-r Zweck der Zusammenziehung dieser imposanten Flottenmacht der ist, hierdurch den erlauchten Besucher zu ehren, so weist schließlich die Flottenreoue von Spithead doch noch eine andere Bedeutung aus, nämlich die, der Welt zu zeigen, daß England auch teute noch die erste aller Seemächte ist und daß es im Nothfalle dieses sein Gewicht ,u Gunsten seiner Freunde schwer in di- Wagschaale legen würde. Aus wessen Seite aber in einem Weltkriege die englische Flotte zu finden wäre, bedars kaum erst einer näheren Darlegung, die politische Constellation weist England schon seit Jahren seinen Platz an der Seite der mitteleuropäischen Friedensliga an und sicher wird die jetzige Reise des deutschen Kaisers nach England dazu beitragen, die Beziehungen des britischen Jnselreiches zu i>en Mächten des Dreibundes noch inniger und fester zu gestalten, auch ohne daß dieses Verhäliniß in bestimmtere Formen gebracht werden müßte
Die Berichte über das VII. deutsche Turnfest in München lassen sortge- setzt erkennen, daß dasselbe einen erhebenden Verlauf nimmt, welcher auch durch die thcilwetse ungünstige Witterung nickt beeinträchtigt zu werden vermag. Namentlich ma^naIe„r §U8 durch das ganz- Fest, der sich an di- hochpatriotisch- Ansprache des Prinzen Ludwig von Bayern an die Turner knüpfte und in einer Reibe anderer Kundgebungen seine Fortsetzung gefunden hat. So zeitigte auch das am Montaa Abend stattgesundene Festmahl her Turner, an welchem über 1000 Personen theilnahmen, verschiedene patriotische Kundgebungen und wurde z. B. von der Versammlung ein Sulbi0un0ätc C0wmm an Kaiser Wilhelm abgesendet. Groß war die Anzahl der ausgebrachten Trinkspruchc, M ihnen betheiligten sich u. A. der Schweizer Turner Wäffler, welcher die Gruße der Schweizer überbrachte, und der Mähre Kienmann, welcher einen krästtgen Trinkspruch auf den deutsch-nationalen Gedanken ausorachte.
Das Gerücht von einem zwischen Rußland nnd Frankreich nach dem Muller di-l b°utsch-°st-rr°ichisch-n Bündnißo-rtrages abgeschlossenen Präliminarplrtrage machte dtes-r Tage seine Runde durch die europäisch- Presse und schien hi- und da Glauben zu finden. Spectell von der „Wiener Allg. Ztg." wurde dasselbe lebhaft aufgegriffen und mit allerhand Glossen versehen und in den Verbindungen, welche der genannten Zeitung allgemein nachgesagt werden, konnten ihre Mittheilungen aus Beachtung Anspruch
. .9,iunmc6,r ert ärt °0£r °>e. »Nordische Telegraphcn-Agentur" in Petersburg Las Gerücht von einem angeblich russtsch-sranzöstschen Prälimtnar-Vcrtrag in bündigster Form als völlig tendenziös und unbegründet und dieses Dementi der genannten Agentur verdient i-!>-ns°lls Glauben denn das Koketliren zwischen dem Czarenreiche und Frankreich ist augenscheinlich noch lange nicht dahtn gediehen, sich in ein festes Verhäliniß umzuwandeln, von welchem man der Welt schwarz auf weiß Kunde geben könnte .„ . ^verzog Albrecht, der Generalissimus der österretchtsch-ungarischen Armee
ist auf einer Dienstreise in Siebenbürgen plötzlich von einem heftigen Unwohlsein be- fallen und dadurch gezwungen worden, das Bett zu hüten. Bei dem hohen Alter des b-ruhmt-n H-ersuhr-rs durste seine Erkrankung wohl nicht ganz leicht zu nehmen sein , Sotbetßrunbe ber politischen Tagesdiscussion in Frankreich steht noch
immer der Mißersolg, welchen Boulanger mit seinem „Probeplebtsctt" bei den General- rathswahlen am Sonntag verzeichnen muß. Wie sich jetzt h-rausstellt, candiRrte der ®c"he”1 V“! und doch ist er nur in 12 Cantonen definitiv gewählt
®0£ben- ktue Niederlage sur ihn dar, wie sie nach den vielen Beweisen der
Tolksgunst, die Boulanger bislang in seinem Vaterlande empfangen, nicht erwartet werden konnte. Allerdings kommt Boulanger noch in einer großen Anrabl non tonen zur Stichwahl, aber seine eventuelle Wahl bei derselben würde den ersten Eindruck ktcderlage vom 28. Juli wohl schwerlich wieder verwischen können und begierig darf man nunmehr sein, ob und inwieweit es Boulanger gelingen wird llck non htm --Endlichen Schlag, der ihn betroffen, bis zu den^^kommenden allgemeimn^^Wahlen ®‘£beL3U ‘fVIn'c, ®v s“h1'? IUr bicfcl6cn 66tt ut-m bereits den 25. August nennen mA daraus schließen l-eß-, daß das Ministerium Tirard-Constanz den Kammerwablen ra bsmobte? S8crluftc ber Republikaner bei dm Gmergl-
rathswahlen reducirm sich nach den neuesten Ermittelungen auf 23 Sill- nnh is-
fi= Majorität in fast allen GE-inderäth-n in denen st/die- Hphpr bC 6^n/ rocrben behaupten können, wenn nicht die Stichwahlen große Ueberrafchungen bringen. w
, w Belgrad wird zum Aufenthalte König MilanS gemeldet, daß sich derselbe in Begleitung des Regenten Belimarcooic sowie der Minister Gruic und Tausanovic nach Vrania begeben werde, um mit dem hier zur Cur weilenden Regenten Ristic eine
mittag Ti** 1"? in0^^"i8'-^‘t bet
. 30. Juli. Der bekannte Afrikareisende Dr fSunn QntTpr rsfii nx >
bet „ftoln. 3t0." über die Lage in Ostasrika s°l0end-rmaß-n^7rn-hn^n" Die oüllock in der Preße vertretene Anschauung, als ob durch Mßmann's s?paP
»ÄÄ SSS ÄS


