Niemand sollte versäumen, sich den Wriftnachts-Katalog, dendas Versandtgeschäst Mey & E<Uich, Ee.pzig-Plagwitz unberechnet und portofrei versendet, kommen zu lassen.
Derselbe bietet, rote man ja von dem bekannten Weltgeschafte nickt anders erwarten kann, eine reiche Auswahl praktischer Gegenstände für den häuslichen Bedarf, sowie eine Fülle anderer reizender Weihnachts-GeschenkEellit^t ber Firma birgt für die Preiswürdigkett und Solidität aller von ihr angebotenen Maaren- ________
Literatur und lüinft.
— Für unsere geehrten Leserinnen dürste die Mittheilung von Interesse sein, daß von dem wohlbekannten und sehr beliebten Koch- buch .Supp', G-müs' un$ Kl-isch" wieder -tue n-u- durch- gesehene und verbesserte Auflage erschienen ist. Dieses Buch hat bis jetzt den ungewöhnlich hohen Absatz von 135000 Exemplaren erreich! gewiß ein seltener Erfolg gegenüber einer so großen Eoncurrenz und zugleich ein Zeugnitz für die Güte dieses Buches. Dasselbe lehrt in über 1000 Recepten die Bereitung der Speisen in leicht fafgicher und übersichtlicher Darstellung, unter Berücksichtigung möglichst billiger Herstellung. Abgesehen von seinem Inhalt empfiehlt sitz das Buch durch seine geschmackvolle Ausstattung und durch den biü.gen Preis als Geschenk zum bevorstehenden Weihnachtsfest.
— Für 1890 versendet gegenwärtig die Liebigs Eompagnie einen HanshaltungSkalender an die Konsumenten ihres altbewährten und beliebten Flersch-Extractes. Das hübsch ausgestattete Büchlein bringt neben einem Notiz-Kalender, welcher der so vielfach in Anspruch genommenen Hausfrau Gelegenheit gibt, ihrem Gedachtnitz durch Notirung von Terminen irgend welcher Art zu Hülse zu kommen, für jede Woche des Jahres ein Festtagsmenu, zusammengestellt von der rühmlichst bekannten Frau Luise Rosendorf, der Bearbeiterin des „Practischen Kochbuches" von Henriette Davidis. Diese Menus werden sicherlich der Hausfrau eine angenehme Hulse bet Familien- festlichkeiten und Gesellschaften fein, zumal für alle darin vorkornmende weniger bekannte Gerichte erprobte gute Receptt hruzugefugt sind. Wir zweifeln nicht, daß jede Hausfrau das Büchlein willkommen beißen wird und haben nur Mitleid mit den Postbeamten, welchen bei der Auflage von fast einer halben Million eine gewiß merkliche Mehrarbeit zufäüt, die aber Dank der vortrefflichen Organisation unseres Postwesens ohne Zweifel leicht und sicher bewältigt werden wird. _________________
an den laufenden Einnahmen participirt der Staat mit 17,463 M., die Stadt mit 20,858 M., während an Schulgeld 32,504 M. eingingen. — Die Rechnungen über Grassamen für die Ostanlage und eine desgl. über Tagegelder für die Mitglieder der Steuer-Einfchätzungs-Commission werden gutgeheißen. — Die aus 900 M. veranschlagten Kosten für verschiedene Herstellungsarbeiten im a l t e n A r r e fitz a u s e (Sicherung einiger Arrestzellen, Tonnenanlage re.) werden bewilligt. — Der zum Zweck der Canalisatiou neu angesertigte Stadtplan sott vervielfältigt, jedem Mitgliede der Stadtverordneten-Versammlung ein Exemplar ausgehändigt und die städtischen Bureaux und Beamten damit versehen werden. — In Ergänzung des neulich gefaßten Beschlusses, die Gräber der dahier verstorbenen Krieger aus den Jahren 1870/7 1 würdig herzurichten, werden die erforderlichen Kosten im Betrage von ca. 1200 M. bewilligt. Hiervon kommen 350 M. auf gärtnerische Arbeiten, das Uebrige aus Beschaffung von 75 eisernen Grabkreuzen nebst Steinsockeln und Inschriften aus Porzellanschildern. — Dem Vorgang von Darmstadt entsprechend, ist die Ueber- tragung der Feldpolizei auf die Bürgermeisterei beantragt worden- nach Ansicht der Landwirthschaftl. Commission empfiehlt es sich, einen durchgreifenden Feldschutz durch Anstellung gut besoldeter Feldschützen unter Aufsicht ehrenamtlich berufener Oeeonomeu zu organisiren. Die Herren Georgi und vr. G u t s l e i s ch sprechen sich für Uebernahme der Feldpolizei auf die Bürgermeisterei aus. Letzterer empfiehlt, auch die Baupolizei in städtische Hände zu bringen und wünscht Vorlage entsprechender Pläne Der Antrag der Commission wird angenommen. — Mit Anlage der Kreisstraße Leihgestern — Gießen erwächst für die Stadt Gießen die Verpflichtung zur Anlage der Ortsdurchfahrt, welche an der Einfahrt zur Actienbrauerei beginnt und über den oberen Theil der Ludwigsstraße nach der Wilhelmsstraße geleitet werden soll. Neben Ausführung des nöthigen Straßenbaues ist die Anlage eines gepflasterten Trottoirs aus der Seite der Villa Heß an der Ludwigsstraße und weiter bis zur Actienbrauerei am Leihgesterner Weg vorgesehen. Der Kostenvoranschlag beziffert sich aus 5820 Mk. Die Ausführung wird genehmigt, auch die Offenhaltung des Hohlweges an der Fernie'schen Besitzung bis aus Weiteres gutgeheißen. — Infolge neuerlicher Anregung aus Erw e it erung des Stadtbauplans für die Frankfurter Straße ist diesbezügliche Vorlage gemacht worden. Danach kann die Frankfurterstraße bis zum vierten Hause hinter der Veterinäranstalt bebaut werden, für die linke Seite der Straße (von der Stadt her) sollen 4i/2 Meter breite, auf der rechten Seite 3 Meter breite Vorgärten vorgesehen werden. — Eine weitere Ausdehnung des Bebauungsplanes ist für das zwischen Wolff-, Grünberger- und Licherstraße befindliche Gelände vorgesehen. Dieses Gelände, dessen oberer an das Lärchenwäldchen grenzender Theil für städtische Zwecke, vielleicht für ein zu errichtendes städtisches Hospital vorgesehen bleibt, soll vorwiegend zur Errichtung billiger Wohnungen benutzt und in drei durch zwei mit der Wolfstraße gleichlaufende Straßen getrennte Bauviertel getheilt werden, lieber die Bedingungen, unter denen das zur Errichtung von bescheidenen Bauten nebst kleinen Gärten bestimmte Gelände an Kauflustige abgegeben werden soll, wird später verhandelt werden. Es wird in diesem Sinne beschlossen. — Ein vordem Hause der Gärtner Kaeob Noll Wwe. an der Wolf- straße befindlicher Ueberwinterungskasten sott bis auf Widerruf belassen werden, sofern dieser Kasten bis zum Frühjahr anständig ausgestattet wird.
Eingesandt.
Freunde der Literatur unseres engeren Vaterlandes wollen wir nicht verfehlen, hierdurch darauf hinzuweisen, daß die hessische Dialect- dichtung vor Kurzem durch das Erscheinen zweier reizender Bandch^ eine hochwillkommene Bereicherung erfahren bat. Es sind dies »Allerhand DPLtz, Gedichte vorablich for Heste-DarmstLdter, aber aach for annern ßtit* von Earl Schaffnit (Verlagvon L. von Aigner in Darmstadt). Eine Reihe Dichtungen von packendem sprühendem Humor und dabei wohlthuend berührender Gemuths- tiefe; — nirgends verletzend, überall erfreuend, erfrischend, sodaß ohne Uebertreibung gesagt werden darf, daß diese erquickenden Schöpfungen sich den weltbekannten Schriften von Stoltze, Nadler u. A. getrost an die Seite stellen können. Die Büchlein, gefällig ausgestattet und billig, werden auf dem Weihnachtstische jedes echten Hessen-Darmstädlers froh begrüßt werden und sind in jeder Buchhandlung für eine Mark pro Band erhältlich. Wünfchen wir dem Werk die verdiente Verbreitung und dem Verfasser fernere Schaffenslust auf diesem dankbaren Gebiete! A* z-
Das Gesuch des Herrn Steuerausseher Fink, den an^ seinem Hause an der Grünbergerstraße in der Errichtung befindlichen Saalanbau, abweichend von dem ursprünglich eingereichten Plane höher bauen zu dürfen, wird beanstandet, da diese Veränderung die Grenze des Zulässigen überschreitet und den Anbau außer allen Zusammenhang mit der Vorderseite des Haupthauses bringt. — Die Entscheidung über das Gesuch der Gewerbebank Gießen, die Stadt wolle die eingestürzte Mauer des Stadtbachs am ehemals Stieber- schen Hause wieder Herstellen, wird aus Antrag des Herrn Scheel, der den Beweis, daß die Stadt hierzu verpflichtet sei, als nicht erbracht bezeichnet, vertagt. — Nach einem Schreiben Großh. akad. Hospitals ist für den seit 1887 in- Folge einer Amputation beider Füße in Behandlung befindliche Paul Kauf aus Oppeln, nachdem dessen seitherige Behandlung im Hinblick auf das wissenschaftliche Interesse unentgeltlich geschehen, für paffende Unterkunft zu sorgen, weßhälb Großh. Direction um Angabe des Unterstützungswohnfitzes des ftauf ersucht. Derselbe ist erst 23 Jahre alt, konnte somit einen Unterstützungswohnsitz nicht erwerben, weß- tzalb die Heimathsgemeinde seiner verstorbenen Eltern nm Aufnahme des Kauf ersucht wurde. Die dieserhalb gepflogenen Verhandlungen habe zu keinem Resultate geführt, und soll nun gegen den betr. Ortsarmenverband Klage erhoben werden. — Auf Gesuch mehrerer Bewohner des Eichgartenweges soll zwischen den Häusern des Herrn Gärtner Berger und Belloff Wittwe eine Gaslaterne aufgestellt werden. —
mich nur machen", entgegnete der Gatte pfiffig lächelnd, „übermorgen werden wir ganz bestimmt einen Brief von dem Jungen erhalten!" Er setzt sich alsdann hin und schreibt Folgendes:
„Lieber Sohn! Dein langes Schweigen beunruhigt uns ernstlich. Wir fürchten, daß Dir etwas Schlimmes zugestoßen sei. Schreib uns doch umgehend, wie es Dir geht. Auf alle Fälle füge ich einen Zwanzigmarkschein bei, wofiir Du Dir nöthigensalls etwas Stärkendes kaufen magst. Dein besorgter Vater."
Schmunzelnd sendet Herr Bummel diese Zeilen ab. Richtig trifft umgehend folgende Antwort aus Heidelberg ein:
„Liebe Eltern! Eure Befürchtungen wegen meines Ergehens sind glücklicher Weise ganz unbegründet. Ich erfreue mich der besten Gesundheit. Mein langes Schweigen war lediglich durch eifriges Studiren veranlaßt. Den in Deinem Schreiben erwähnten Zwanzigmarkschein, lieber Vater, habe ich nicht gefunden. Du wirst wohl vergeßen haben, ihn beizulegen. Sende ihn doch nachträglich — ich werde mir dafür einige gute Bücher kaufen. Dein treuer Sohn."
„Nun, siehst Du, Alte", meint Papa Bummel lachend, „hat mein Mittel nicht prompt geholfen? Auf den Zwanzigmarkschein kann der schreibfaule Schlingel übrigens lange warten!"
Das Hauptrohr der Wasserlei rung soll auf Gesuch des Herrn Apothekers Lommel in die Sonnenstraße (vom Kreuzplatze her) bis zur Erlengasse gelegt werden, sofern der Gefuchsteller für 56 Mk. Wafferzins jährlich garantirt, entsprechend der Annahme von 10 pCt. der Anlagekosten.
— Advent. December: Schneemonat, Christmonat! Durch den kalten Hauch zieht warmes Liebeswehen und die heilige Advents-, die stille, feierliche, die geschlossene Zeit, bereitet auf das Weihnachtsfest, auf die Ankunft des Christkinds vor! — bedeutet doch adventus: Ankunft. — Ehemals war die Dauer der Adventszeit verschieden in den verschiedenen Ländern, bis im 6. Jahrhundert der große Papst Gregor I. sie auf vier Wochen festgesetzt- der allererste Ursprung der kirchlichen Feier läßt sich nicht ganz genau bestimmen. Der heilige Hieronymus zählt fünf Adventsonntage, ein anderer Kirchenlehrer, der heilige Ambrosius, deren sechs, beginnend mit dem Sonntag nach Martini, und da während dieser Zeit an jedem Montag, Mittwoch und Freitag gefastet werden sollte, so wurden die Fasten die „Martinsfasten" geheißen. — Sehr reich ist der Advent an mancherlei kirchlichen und weltlichen Gebräuchen, voran die Frühmessen zu Ehren der heiligen Jungfrau: das „Rorate". „Rorate colli — thauet Ihr Himmel!" — auch ward besonders feierlich einst in vielen Stiftskirchen am Quatember- Mittwoch des Advents bildlich ausgeführt, wie der Engel des Herrn Maria die Botschaft brachte, wovon noch jetzt der Tag in Belgien der Tag der „goldenen Messe" heißt. — Aus dem Lande in Gebirgsgegenden gewährt es einen eigenen Anblick, wenn lange ehe der Tag graut, Jung und Alt, Groß und Klein, an den Roratemorgen, oft durch Schnee nnb Eis, Wind und Regen, mit Fackeln und Laternen hin zur festlich erleuchteten Kirche zieht und theils in langen Reihen, theils in Gruppen, mit ihren Lichtern von den Bergen herabsteigt und sich durch die winterliche Landschaft fortbewegt. — Auch ein Brauch in der Adventszeit, welcher sich zum Theil noch jetzt erhalten hat, ist das Singen geistlicher Lieder vor den Häusern, namentlich ausgeübt von Schul- und Chorknaben- „Singzeit" heißt man deshalb den Advent, der an manchen Orten auch als eine Art von Orakelzeit sehr hoch geschätzt wird, um Geld-, Liebes- und andere Angelegenheiten zu erforschen! —
Pfarrer. Lehrer, Gutsdc sitzet, Beamte rc rauchen mit Vorliebe d.
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vermischtes.
Darmstadt, 28. November. ( Heute Vormittag wurde die Leiche einer dahier wohnhaften'Wittwe an dem Tempel am sog. Schnampelweg aufgefunden. — Wie man erfährt, soll die im Schnampelwege tobt aufgefundene Frau die Wittwe eines Schiffsarztes Brunner fein, welche sich gestern Mittag aus ihrer Wohnung entfernte. Die Leiche zeigte einen Sttch quer durch die Hand und hatte um den Hals einen Strick. Möglicherweise hatte sich die Frau an einen Baum gehängt und war durch Zerreißen des Strickes herabgefallen. Die Möglichkeit eines Mordes ist nicht ausgeschlossen, doch unwahrscheinlich.
Berlin, 27. November. Eine so schnelle Militärcarrierc, wie Major Wißmann, hat in Deutschland überhaupt noch Niemand gemacht. Wißmann wurde 1874 Lieutenant und erhielt 1883 wegen seiner Forschungsreisen auf fein Gesuch feinen Abschied mit Pension. Im October 1888 wurde er dann als Premierlieutenant wieder angestelltim December wurde er Hauptmann, erhielt das Patent aber erst im Mai 1889 und jetzt ist er zum Major avancirt. Zum Vergleich sei an- geführt^ daß Kaiser Friedrich 23 Monate, Kaiser Wilhelm II. nahezu 18 Monate, Fürst Bismarck säst 2 Jahre Hauptleute, bezw. Rittmeister, gewesen sind. Der Vordermann des jetzigen Majors Wißmann in der Anciennetätsliste von 1882 ist heute noch Premierlieutenant.
— Militär und Schule. Eine merkwürdige Verfügung hat jüngst der Befehlshaber der 14. Division (Düsseldorf), General der Infanterie v. Fischer, erlassen. Dieselbe lautet: „Bei der Ausbildung der Schulamtscandidaten empfehle ich neben dem allgemeinen Ziel, sie in kürzester Zeit zu brauchbaren Soldaten zu machen, auch wesentlich dahin zu streben, daß sie befähigt werden, das Gelernte in ihrem späteren Berufe nutzbar zu verwenden und ihre Schuljugend militärisch zu erziehen. Dahin gehört z. B-, daß sie lernen, die Commandos zu einfachen Bewegungen wte zu den Freiübungen zu geben - daß sie selbst erzogen werden, kurz, laut und militärisch zu sprechen, in guter Haltung sich zu bewegen, bestimmt und sicher aufzutreten, um auch hierin später als Vorbild und Lehrer dienen zu können."
— Humoristisches. Ein probates Mittel, schreibfaule Musenföhne zu fleißigen Briefschreibern heranzubilden, erzählen die „Flieg. Bl.": Studiosus Bummel hat feit länger als vier Wochen alle Briefe seiner Eltern unbeantwortet gelassen. Die zärtliche Mama ist deshalb höchlichst beunruhigt und beschwört Papa Bummel, schleunigst nach | Heidelberg zu reisen, nm sich dtHch den Augenschein von dem I Befinden des hoffnungsvollen Sprofsen zu überzeugen. „Laß
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