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Börseuwocherrbericht
E. Wasserschieben, Bankgeschäft.
Obgleich die Börse bereits seit Beginn dieses Monats eifrig bemüht war, Geld aus dem Auslande heranzuziehen, um dem herrschenden Geldmangel und den Anforderungen, welche die Liquidation mit sich bringen würde, zu begegnen, hat die eigentliche Ultimoversorgung erst in dieser Woche begonnen. Die Reportsätze, welche zu Ende der vorigen Woche bis auf 6V2°/o gesunken waren, haben sich dabei wieder etwas versteift, aber man hatte sich mit dem hohen Zinsfuß so oeriraut gemacht, oaß diese neue E.Höhung keinen Eindruck auf die Course heroorbringen konnte. Im Gegentheil hat die Aufwärtsbewegung mit dem glücklichen Fortschreiten der Liqui- vation an Kraft gewonnen, umsomehr, als Gerüchte, welche am Samstag der Vor- ooche einen neuen Ausbruch der Arbetter-Strtkes in Aussicht stellten und dadurch einen empfindlichen Rückgang der Bergwerksactten veranlaßt hatten, keine Bestätigung fanden. Die Summen, welche aus dem Ausland herangezogen wurden, müssen, 'rotzdem die Deoifen-Course einen lohnenden Bezug nicht gestatten, sehr bedeutend sein. Sie kommen am deutlichsten in der Vermehrung der Giroguthaben bei der Keichsbank und dem Anwachsen des Metallbestanoes zum Ausdruck. Der Depositenbestand der Bank, weicher sich schon vorige Woche ansehnlich vermehrt halte, ist jetzt um wettere 32,50 Millionen gestiegen, so daß bet einer gleichzeitigen Abnahme der Wechsel- und Lombardbestände um 12 Millionen sich die steuerfreie Noten^eserve um 45 Millionen erhöhte und nunmehr 114 Millionen beträgt. Diese Verbesserung in der Lage der Bank ist sehr erfreulich, wenn auch immer wieder darauf yingewiesen werden muß. daß die Reserven gegenüber den Anforderungen des Drcembers noch immer gering sind, und baß der künstlich erzeugte Goldzufluß keine dauernde Erleichterung verspricht. In aller Kürze sind außerdem d^e Zablungen gegen die von dem bekannten Eonsorttum übernommenen Italienischen Ersenbahn-Prioriläten fällig, die zum größten Thetl in Gold zu leisten sind, und es steht daher zu erwarten, daß auch hierdurch die Anforderungen, welche in nächster Zeit an die Bank herantreten, vermehrt weiden.
Die Liquidation hat außer bekannten Thatsachen bemerkenswerthe Erscheinungen nicht zu Tage gefördert. Die Engagements sind groß, doch fchetnen dieselben, besonders was die ö^erreichischen Bahnen anbeirifft, gegenwärtig in k-ästigeren Händen zu liegen, als dies noch vor Kurzem der Fall war. In Gotthard und Schwei: zer Nordost hat sich ein ziemlich bedeutendes Decouvert gebildet, auch in Disconto- Eommandit scheinen die Baisse Engagements zu überwiegen.
Die Prolongation der Engagements in Bergwerkaclten entzieht sich meist der Beobachtung, nur so viel steht fest, daß die Sätze für diese Actien bedeutend höher sind und außerdem häufig sehr erschwerende Bedingungen an die Schiebung geknüpft werden.
Es ist sehr begreiflich, daß die Börse jetzt, nachdem durch die glückliche Beendigung der Liquidation die drückendste Sorge von ihr genommen ist, sich völlig Dem Genuß der roteoer rlangten Freiheit hinptebt. Sie begünstigte in erster Linie Lanken. nicht auf Grund irgend welcher neuer Geschäfte, sondern nur unter dem Hin weis, daß der Monat December für die meisten derselben ein außerordentlich günstiges Geschäftsjahr schließt und daher für die nächste Zeit bereits die Taxationen der glänzenden Dividende. dceses JahreS zu erwarten seien. Dieser Aigumentatron läßt sich sicherlich die B.rechtigung nickt abstreiten, aber im Grunde genommen ist sie wenig mehr ab ein Vorwand, in Wahrheit sind es allein die steigenden Eourse, welche der Hausse Propaganda machen. Anfänglich wurden nur Handelsgesellschaft, Darmstädter und Nattonalbcrnk-Actien bevorzugt, Disconto-Commandit-Anthelle waren vernachlässigt, bald aber ergriff die Bewegung auch dies- und nahm, um daS Versäumte nachzuholen, ein beschleunigtes Tempo an, dann kamen auch einige der Cassawerthe nach, zuletzt auch Credtt- und einige der Wiener Banken, von welchen erstere allerdings schon vorige Woche eine sehr ansehnliche Steigerung erzielt hatten.
Die Coursgewinne der Deutschen Banken sind sehr beträchtlich, wie die folgende Liste zeigl. Darmstädter gewannen 5%, Handelsgesellschaft 12%, National- banf 90/0 Disconto-Commandit 7%, Dresdener 6%. Deutsche Bank 3%, Mitteldeutsche 6%, Vereinsbank 3 %. Daneben sind jedoch die Lieblinge der Specu- lation, die Kohlenaclien, durchaus utcht vernachlässigt worden.
Gelsenkirchener, welche am Samstag der Vorwoche auf das erwähnte Gerücht von einem erneuten Ausbruch des Arbeiterausstandes bis auf 209 geworfen wurden, haben ihren höchsten Cours, 220, nicht nur wieder erreicht, sondern noch um 4% % überschritten, Hibernia eiretchien mit 18% Steigerung gegen den Samstag der Vorwoche den Cours von 233.50, Haipener stiegen b's nahe an 310%, das sind 20% G.winn gegen den gleichen Cours und mehr als 10% gegen den bisher höchst notirte«. Außer diesen gewannen Laura, ungeachtet des zeitweiligen Rückgangs der Glasgower Warrantpreise, reichlich 5%, und in Berlin stiegen Bochumer um 16 % Wie man sieht, ist man bei Werthbennssung dieser Acden durchaus nicht kleinlich; Differenzen von 3-4% zwischen den aufeinanderfolgenden Notizen eines und desselben Tages sind nicht selten. Es gehört aber wenig Scharfsinn dazu, um zu erkennen, daß eine derartige Bewegung sehr bald reagiren muß, besonders, wenn sich die ersten Geldsorgen wieder etnfteUcn, und es bleint daher gerathen, die größte Vorsicht zu beobachten unb Zeiten wie die gegenwärtigen eher zu einer V rminderung als zu einer Vermehrung von Engagements zu benutzen. Es ist in dieser Woche versucht worde.r, die Baissepositton, welche sich in Got Hard-Aetien gebildet hat, zu sprengen. Da man erkannt hat, daß für dtes< Zwecke ein sehr werthvoller Bundesgenosse in dem leicht beeinflußbaren, gewinnsuchenden Publikum der Provinz zu haben ist, so hat man auch in dem vorliegenden Fall versucht, durch Circulare, welche die Aussichten der Bahn in möglichst glänzenden Farben schildern,- Miilänfir In der P ovtnz zu werben. Thalsächlich ist auch der Cours baraufhtn um 4% gestiegen, um gleich darauf aus seinen vierwöchentlichen Stand zurückzusinken. Von den übrigen Transpartwerthen sind Böhmische Nordbahn, nachdem sie anfänglich weiter zm ückgegangen waren, wieder erholt, Ga'izrer und Lombarden eine Kleinigkeit abgefchwächt. Staatöbahn würben von Wien aus viel gekauft, da jetzt endlich die Verhandlungen über die Orientbahnen zu einem Abschluß zu kommen scheinen. Am
Freitag entwickelte sich auch eine allerdings geringfügige Bewegung In deutschen Bahnen.
Renten sind fest. Besonders konnten sich die 3% % deutschen Anleihen gegen Schluß der Woche beträchtlich erholen. Von ausländischen sind Italiener, Unoarn, Oesterreich. Silberrenten, Russen und Türken höher. Immerhin laüu a.f bitkm Gebiete noch der Druck des theueren Geldes, und stärker steigende Comse werden voraussichtlich erst mit der Rückkehr zu einem billigeren Zinsfuß zu erwarten sein.
Privatdiscont 4% %.
Eourse der Frankfurter Börse.
Staatsanleihen.
Cours vom
2 2./XL
29./XI.
Cours vom
22./XI. 29./XI.
1% Hessische Obligation.
„ Banern ....
104.30
105.40
104 35
105.40
§VL%Portuq.-A. 88 u.89 5% amort. ©erb. Gold-
97.90 96.85
„ Baden.....
3% Sächsische Rente. .
104.10
92.80
103.80
93.50
Rente .... 5o/oSerbifcheElsenbahn-
83.90 1 84.50
3%% BremerStaatsanl.
—
—.—
Hyp.-Obl. L. A. .
85.— 84.90
„ Hamd.Staatsrenle
101.50
101.80
4o/gSchwed.Oblig.l880r
102.65 | 103.—
4o/gOestr. Goldrente .
„ GriechtscheMonopol- Anleihe . . .
92.80
78.10
92.90
78.10
10/0 Türken cono. .
5% prio. Egypter . . . „ Argent. Gold - Anl.
22.35 22.40
104.15 103.75
5% Rumänische Rente . !'/«% Russische Anl.. .
96.15
100.50
96.30
100.35
0. 1887 ...
90.70 91.20
Gisenbahn-Prioritäten.
4% Pfalz. Ludwigsbahn (Bexbach) . . .
102.40
-- - ______
5% Südbahn Lombarden 40/0 do. do.
101.10
101.20
„ Hessische Ludwigsb.
68/69 garant. .
102.10
102.60
3% do. do.
4% Prag-Duxer Gold .
62.40
100.70
62.65
100.80
„ Elisabethb. steuerfrei Gold ....
100.90
101.10
„ Rudolf Gold (Salzt.)
„ Franz-Josef Silber
100.25
83.40
100.10
82.80
5% Oeftr. Staatsbahn.
4% do. do.
106.—
100.35
105.95
100.50
30/0 staatl. garant. Jtal. Eisenbahn . .
57.80
57.80
3% do. do.
I.—VIII.Emiss..
83.—
83.—
30/0 Llvorneser . . .
4% Russ.Südw.-Eisenb.
63.—
90.65
63.—
90.60
3% do. Ergänzungsnetz
79.35
79.50
4o/o Wladikawkas garnt.
89.80
79.60
5% Nordwestbahn Gold
—.—
106.45
4% gar. Saidln.Sec.stfr.
88.05
87.80
Ludwigshafen-Bexbach. Hefsische Ludwigsbahn. Pfälzische Nordbahn . Mariendurger-Mlawka.
Eisenbahn-Actien.
237.20
237.65
Lübeck-Büchner . . .
194.90
196 —
125.20
126.—
Mecklenburger . . .
162.—
162.40
127.45
126.90
Gotthardt.....
175.80
175.90
64.90
64.75
Jtal. Mtttelmeer . .
114 —
113.80
Deutsche Reichsbank . Berlin. Handelsgesellsch. Deutsche Bank . « . DeuttcheGenossenschftsb. o.Soergel,ParrisiusLCo.
133.90
197.70
172.50
135.—
Bank-;
135.70
208.75
175.90
136 50
ttctien.
Dresdener Bank. . . Mitteldeutsche Creditb. . Wiener Bank-Verein . Württemb. Vereinsbank
173.80
115.70
99.37
126.50
180 30
121.30
100.50
126.70
Binding-Brauerei . . Stern- do. (Oberrad) Bad. Anilin- u. Sodafabrik ....
170; — 134.60
273.30
tbuftrie
170.30
135 —
275.—
»Papiere.
Deutsche Verlagsanstalt Farbwerke, oorm.Meister, Lucius & Brüning.
Riebeck'scheMontanwerke
278.—
266.—
190.60
276.—
267.50
193.50
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4% Franks. Hyp.-Psdbr.
0. 86 ab . . .
101.50
101.50
3%o/gFrnkf.Hyp.-Pfddr.
98.60
98.60
4o/gPreuß.Hyp.-Act.-Bk.-
Piandbr. . . .
101.—
101.—
3%% do......
98 50
98.50
4% Preuß. Centt.-Bod.-
Cred.-Pfandbr. bis
1885 .....
—.—
100 20
4o/oDeutscheGrundschld.- Bk.-Pfandbr.
101.—
101.—
3%% do......
98.50
98.50
3 %% Rhein. Hyp.-Bank-
Pfandbr. . . .
97.20
97.—
40/0 Meininger Pfandbr.
102 —
101.50
Oeftr. 1860rfl.500-Loofe „ 1854rfl.250- „
4% Meininger Prämien- Pfandbr. . . .
| 122.90
| 117.60
■ 134.75
Loofe.
123.70 Braunschweig. 20 Thlr.-
—.— Loofe ....
30/0 Oldenburger Loofe.
133.50 3%o/oKöln-Mindn.Loose
106.50 106.—
133.75 133.20
142.30 141.50
Amerikanifche Giserrbahn-BondS.
6%Chic.Milw.f.St.Paul Prt., rückzahlb. 1910 .
118.20
118.20
4% Chicaqo Burlington Nebraska 1927 . .
90 90
90 60
5o/oChrc.Mtlw.s.St.Paul Prt., rückzahlb. 1921 .
103.50
103.40
4%% Califorma Pacif.
I. M., rückzahlb. 1912
105.70
105.70
6% Centr. Pacif. I.Mrtg. rückzahlb. 1896 . .
110.85
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heute Nachmittag um 3*/2 Uhr nach kurzem schwerem Leiden, im vollendeten 70. Lebensjahre, zu sich zu rufen.
Um stille Theilnahme bitten
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I Birklar, Steinbach und Langsdorf, am 29. November 1889.
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337.12 18950
173.70 134 40
38.10
224 00 7980
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Dortmunder Unlon-Actten 142.101 Ostpreußen 91.25
Darmstädter Bankactien 182.8) | Bochumer Gußstahlactten 249.00
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