Löscht ihr Schuldbuch dorten aus. Was sie litten, was ersehnten, Kranken Herzens, tief voll Weh, Was sie strebten, was vollbrachten,
Schmuck der frommen, hohen Feier! — Und tröstend klingt es, durch den hehren Klang der Kirchenglocken flüstert's durch die Gräberzier:
Was beweinet Ihr die Tobten, Stimmt Ihr an die Todtenklage? Windet ihnen Freudenkränze Zu dem Allerseelentage!
Arme Fremdlinge auf Erden Fanden dort ihr Vaterhaus, Was im Leben still sie trugen,
Tröstend zu: „Auf Wiedersehen!" Mutz doch jeder Erdenpilger Durch die dunkle Pforte geh'n. Heute trägst noch Du die Kränze Auf die Gräber dort als Zier, Morgen, ach, vielleicht schon morgen Nabt der Tod und winkt auch Dir! Datz auch dann an uns'rer Stätte Ein Gebet zu Gott sich wage, Latz uns bitten, uns erflehen An dem Allerseelentage!
Wohl verrinnt gar bald das festlich-ernste Treiben draußen auf dem Friedhöfe, kühl und einsam sind dann wieder die geschmückten Gräber, die bekränzten Denksteine, doch der Mahnruf, er tönt leise weiter, für Alle, die ihn hören wollen, übertönt das Fest der Todten, die feierlichen Tage der Immortellen, Allerheiligen und Allerseelen, und klingt weiter durch alle Rosen und Dornen dieser Erdenfreuden und ihrer
Spricht für sie in lichter Höh'! Und nun rufen sie von droben
Deutscher Reichstag.
5. Plenarsitzung. Mittwoch den 30. October 1889, 1 Uhr.
Haus und Tribünen sind mäßig besetzt.
Am Bundesrathstische: Verdy v. Vernois, Frhr. t>. Maltzahn-Gültz, Häusner u. A.
Das Haus tritt in die Tagesordnung ein:
I. Zwei gegen den Abg. Stötzel ((Str.) schwebende I Strafverfahren wegen Preßvergehen werden für die Dauer der Session eingestellt.
II. Die erste Berathung des Etats nebst Anleihe- und Militär-Gesetz wird fortgesetzt.
Abg. v. Wedell-Malchow (cons.): Der Etat sei | hoch; daraus folge für den Reichstag die Pflicht eingehender Prüfung. Was die Militär-Verwaltung betrifft, so gibt es eine Menge Dinge, welche unmittelbar vor Ausbruch eines Krieges sich mit den bedeutendsten Mitteln nicht erreichen I lassen - sie müssen eben sorgfältig vorbereitet werden. Die Militär-Verwaltung wird hoffentlich in der Budgetcommission die erforderlichen Aufklärungen geben. Was die Steuern anbetrifft, so werde an eine Aushebung der Zuckerausfuhr- prämien gedacht werden können, wenn auch das Ausland dieselben aushebt. — Redner polemisirt dann mit dem Abg. Rickert. Parlamentarisches Regiment schütze nicht vor hohen Steuern, wie wir in parlamentarisch regierten Ländern sehen. Die Behauptungen, daß die Theuerung durch die Zölle bedingt sei, entbehre des Beweises und sei jedenfalls übertrieben. Der Ruf des Abg. Rickert ging jedenfalls an die Socialdemokraten, ich fürchte aber, er war verfehlt- wir werden das ja bei den Wahlen sehen. Wenn Herr Rickert die Freiheit in anderen Ländern gepriesen habe, so muß ich doch mit aller Achtung vor dem Bundesgenossen sagen, daß unsere Verhältnisse den italienischen vorzuziehen sind. (Bravo!)
Abg. Bebel (Soc.): Wenn man den Etat der Heeres- Verwaltung betrachtet, so fragt man sich, wo soll das hinaus. । Man thue so, als ob der Frieden Europas nur mühsam durch die Fürsten aufrecht erhalten werden könne und ohne biöfe die Völker übereinander herfallen und sich zerfleischen würden. Das Gegentheil ist aber wahr. Die herrschenden Classen haben ein Interesse an dieser Kriegstreiberei- das ganze herrschende System führt dazu. — Auf keinem Gebiete werden so bedeutende Aufwendungen gemacht für neue Erfindungen, wie auf dem Gebiete der Heeresverwaltung. Kein Monat vergeht ohne eine solche Erfindung neuer Mordwaffen. Von einer Humanisirung des Krieges kann keiner mehr reden, der nächste Krieg wird fürchterlicher werden, als wir es uns vorstellen können. Auf die französischen Rüstungen können wir uns nicht mehr berufen. Thatsächlich wird Frankreich in 20 Jahren nicht im Stande sein, so viel Soldaten ins Feld zu stellen, als Deutschland heute. Aus Grund der Proclamationen, welche die Heerführer im Jahre 1870 erließen, durfte die Annexion von Elsaß-Lothringen nicht erfolgen (Murren), welche heute die Ursache der ganzen europäischen Situation bedingt. Sollte es nicht möglich sein, die beiden an der Spitze der Cultur marschirenden Völker, Frankreich und Deutschland wieder auszusöhnen? Unser Erbfeind ist Rußland, dies Barbarenland. Ebenso wie bei uns der Glaube verbreitet wird, Frankreich wolle über uns herfallen, ebenso glaubt man in Frankreich, wir wollten über Frankreich herfallen. Der nächste Krieg wird nicht blos bedeutende Opfer an Menschenleben fordern, sondern auch vielleicht drei bis vier europäische Großstaaten financiell ruiniren. Mit Behagen streicht heute der Finanzminister die Getreckezölle ein, die eigentlich doch nur zur Hebung der Landwirthschast bestimmt waren. Die Branntweinsteuer war eine Ungerechtigkeit nicht blos gegen die Consumenten, sondern auch gegen die kleinen Brennereien. Daß die Getreidezölle eine bedeutende Steigerung der Preise herbeigeführt haben, ist so klar, daß es keines weiteren Beweises bedarf. Gegen Ausnahmegesetze haben alle Parteien mit größerer Widersetzlichkeit gekämpft als die Socialdemokraten gegen das Socialistengesetz- auch die Nationalliberalen und ihre Väter kämpften gegen Pfaffenthum und Monarchie. Was hat das Socialistengesetz genützt? Die
Abg. Dr. Windthorst (Ctr.):
des Herrn von Bennigsen ist eine Carricatur. Wir sind in unseren inneren Freiheiten schlechter gestellt als andere Staaten. Eine starke Rüstung ist nöthig- wir werden sie stets bewilligen. Aber das schließt nicht aus, zu prüfen, ob die verlangten Summen nöthig sind. Alles, was an Mannschaften und Waffen verlangt wird, bewilligen wir. Aber- Heute verlangt man schon wieder eine Aenderung des Militärgesetzes. War es denn nun so ein Verbrechen, das Sep- tennat nnr auf drei Jahre zu bewilligen? (Heiterkeit.) Die Sache hat nur den Zweck gehabt, den Reichstag festzulegen auf 7 Jahre, die Regierung aber nicht. Für die Neuforderungen genügt mir die Autorität des Herrn Ministers nicht, hoffentlich wird er uns genügende Gründe für seine Forderungen angeben- die geforderten Bauten können unmöglich in ihrem ganzen Umfange bewilligt werden. Wir müssen uns auf eine Defensiv-Flotte beschränken. Die Auf
hebung der Franckensteinffchen Clausel wäre eine schwere Erschütterung des föderativen Princips. Das Cartell ist unitarisch, das ergibt Bennigsens heutige Rede. Wenn der Reichskanzler diese Rede mit der Forderung eines Reichsfinanzministers liest, so möchte ich sein Gesicht sehen. Neben dem allmächtigen Kanzler einen stets hungerigen Finanzminister! Haben Sie vielleicht den kommenden Mann, Herr von Bennigsen? (Heiterkeit.) Ich werde diesen Finanzminister auf Leben und Tod bekämpfen, denn von diesem Recept ist eine Beseitigung unserer Finanznoth nicht zu erwarten. Es wird unmöglich sein, die Vorlagen bis Weih-
Semmel genießt, dabei an die Kühlung der armen Seelen denkend, und in einigen kleinen Städten erhalten die Schulkinder Brod, das aus der Gemeindekasse bezahlt wird. Ueber- haupt ist die Wohlthätigkeit an diesem ernsten Tage wetteifernd mit der Symbolik, ebenso wie im Volksmund und aus dem Lande mancher Aberglaube sich gesellt zum frommen Glauben. — So pflegt man in einer Gegend Nieder-Oester- reichs sich am Vorabend des Allerseelentages bei einem Felsen, geformt wie eine Kanzel und genannt: „der Teuselsstuhl^, zu versammeln und zu beten- — daran knüpfte sich jedoch zugleich die Sage, daß im Innern dieses Felsens, wo einst ein Schloß gestanden, ein Schatz verborgen sei, den man in der Nacht des Allerseelentages heben, und die verzauberte Prinzessin, der er gehöre, erlösen könne. Weil dies aber- natürlich noch nie Jemand gelungen ist, so bleibt, heißt es, das Schloß verwünscht, der Schatz ungehoben- — das Gebet aber für die armen Seelen, die ihr Fürwitz schon vom Felsen in den Abgrund stürzte, dauert weiter, denn das Gebet überdauert ja Alles, als der alleinige Schatz, der über jeden Felsen, jeden Abgrund forthilft!
Im Limburgischen pilgert Alles am Nachmittag von Allerseelen aus den Gottesacker zum Gebet für die Verstorbenen, steckt ein Kreuz von Stroh auf's Grab und kehrt Schlag Mitternacht zurück, um es dann anzuzünden. In Hirschberg hat nach altem Brauch Vormittags von 9 bis 12 Uhr das „Seelenbad" stattzufinden, d. h. arme Leute erhalten Bier und Brod und werden unentgeltlich geschröpft und zu Ader gelassen und zu Ansbach war es früher Sitte, alljährlich 450 Seelenwecken an die Armen der Stadtkirche zu vertheilen.
Wie immer aber auch alter, noch geübter oder halb und halb vergessener Brauch das Fest der Todten feiert, — Eines ist und bleibt dasselbe stets und überall - treues Gedenken, klebende Erinnermlg, warmes Geber als schönster Kranz im
Nichtgentlemen hat es hervorgerufen, einen Herrn v. Ehrenberg, der vom Reichskanzler beauftragt war, über die socia- listische Bewegung zu berichten. Das Socialistengesetz sollte eigentlich gegen Sie (zur Rechten) angewendet werden, denn Sie erregen Mißvergnügen und Unzufriedenheit. Warum ist bei uns nicht möglich, was in England beim Dockarbeiter- strikc möglich war, daß Cardinäle, Beamte und Socialdemokraten Hand in Hand gingen, um die Forderungen der Arbeiter durchzusetzen. Die Herren rechts sollten auch bedenken, daß die ersten Christengemeinden auch als staatsfeindlich galten. Ihr Gott ist ans Kreuz geschlagen, nicht als Gott, sondern als Staatsseind. Mit der Socialdemokratie sind Sie nicht I nachten zu erledigen. Das Volk verlangt Erleichterungen fertig geworden und werden Sie in alle Ewigkeit nicht fertig und keine neue Lasten. Redner bittet, die Veröffentlichung werden. der Enquete über den Kohlenstrike baldigst zu bewirken, da
kurzen Pracht und Vergänglichkeit: „Memento mori!" Clara Reichner.
Kriegsminister Verdy v. Vernois: Fürst und Volk Gefahr im Verzüge sei- die Arbeitgeber haben anscheinend sind bei uns eins in dem Bestreben, Frieden zu halten - der die Mahnungen des Herrn Dr. Hammacher nicht beherzigt. Friede wird aber nicht gefördert, wenn man in der Art, wie Abg. v. Kardorff (Rp.): Die Gründe für die neuen der Vorredner es gethan, von Rußland als dem Erbfeinde Militärforderungen müssen sehr ernster Natur sein, wir er-
spricht. Unser jugendlicher Herrscher ist bemüht, den Frieden warten hierüber nähere Mittheilungen. Die Francken-
zn erhalten, so lange dies allein nicht völlig ausreicht, müssen stein'sche Clausel habe er und seine Freunde seiner Zeit nur
wir weiter rüsten. I sehr ungern angenommen- auch werde mit den Ueberweisungen
Abg. Dr. v. Bennigsen (natl.): Das Deutsche Reich viel Erleichterung für die Kreise, namentlich auf dem Gebiete
hat mit seiner Macht bisher wahrlich keinen Mißbrauch ge- des Schulwesens u. s. w. in Preußen geschaffen. Rickert
trieben - wenn trotzdem der Friede nicht erhalten werden kann, nannte Deutschland ein armes Land, das ist richtig. Eng-
so liegt die Schuld nicht an uns. Wenn Bebel gegen die land ist ein reiches Land in Folge seiner colonialen Hilfs-
Bezeichnung der Socialdcmokraten als Reichsfeinde protestirt, quellen. Solche Hilfsquellen wünsche ich auch für uns. Bei
so ist das lediglich ein Wortspiel - er strebt einen Staat an, der neuen Anleihe wäre vielleicht zu prüfen, ob mcht einmal
bei dem von dem bisherigen kein Stein auf dem andern bleibt, ein Zinsfuß von drei Procent zu- versuchen wäre. Die
Die Reichsschuld schwillt bedenklich an- sie beträgt P/4 Arbeitslöhne sind überall gestiegen- nöthig sind Gehalts-
Milliarde- man müsse nun endlich an eine Schuldentilgung erhöhungen für die kleineren Beamten. Jedenfalls verdienen die
denken. Rickert hat Recht mit seinem Tadel gegen die Ueber- Arbeiter erheblich mehr als den Betrag der Zölle, die auf
Weisung der Zölle, wenn man auch zugeben muß, daß die den Lebensmitteln ruhen. So lange der Rückgang der Land-
Ursache dieser Erscheinung in der Frankenstein'schen Clausel wirthschaft andauert, können wir die agrarischen Zölle nicht
liegt. Dringend nöthig ist es, die Stellung eines verantwort- anfgeben. Man beklagt sich über den Mangel an Freiheit
lichen Reichsfinanzministers zu schaffen, eine solche Function bei uns. Aber thatsächlich haben wir alles, was beispiels-
würde, mit der nöthigen Autorität ausgestattet, einen heil- weise die belgischen Socalisten als ihre edelsten Forderungen
samen Einfluß auf die gesammte Reichsverwaltung ausüben, aufstellen: Schulpflicht, Wehrpflicht und allgemeines gleiches
Die agrarischen Zölle werden in der gegenwärtigen Höhe auf I Wahlrecht. Wir hoffen, daß der Kanzler, wie bisher, auch
die Dauer nicht aufrechterhalten werden können. Gegenwärtig noch ferner siegen werde.
aber sei der Zeitpunkt zur Aushebung noch nicht gekommen. Hierauf wird die weitere Debatte vertagt auf Donners- Auch mit der Aufhebung der Zuckerausfuhrprämien kann man tag 12 Uhr.
nicht so leichthin vorgehen, wie der Abgeordnete Rickert sich I Schluß 4*/2 Uhr.
dies vorstellte. Die Idee der Reichseinkommensteuer, der ich - x
nicht abgeneigt bin, stößt im Hause, und mehr noch im I Cciitfc» UitO
Bundesrathe, auf die größten Schwierigkeiten. Die viel- - Für Rosenfreunde ist soeben in Frankfurt a. M. ein frpfnmnftpn inhh-prfpn (cnfPiiprn sind ramenHicf) audi in der Merkchen erschienen, betitelt: „Rosenabstimmung" seitens des Vereins
bekämpften indirecten Steuern find namentlich aucy m oer bischer Rosenfreunde, Separat-Abdruck aus der Rosenzeitung, nebst
Verwaltung der Stadt Berlin vorhanden- m dieser Ver- etn(ßen Fragebeantwortungen, einer Bibliographie aller bis jetzt
waltung, die Bedeutendes geleistet hat, so daß sich die euro- I bekannten Rosenwerke, sowie einer colorirten Tafel und deren Be- päischen Hauptstädte daran ein Muster nehmen können, werden schreibung über drei Theerofen-Synonymen. — Dieses Werkchen,
G°s, Wasser, also n°tl)wendige Lebensbedürfnisse besteuert ^d-n biMgm Mk.durch « (MdM Mt«
und werfen erhebliche Betrage ab. Dabei wird die Stadt Sachsenhausen-Frankfurt a. M. gegen Einsendung des Betrages in
freisinnig regiert. (Hört, hört! rechts.) Von einer Reaction Briefmarken zu beziehen ist, ermöglicht es jedem Rosenliebhaber,
zu reden, dazu liegt kein Grund vor. Das deutsche Volk ist wenn er auch nicht das mindeste, Verständnitz von.Rosen hat sich
Lfriphpn fg&rbprfhrurfO fn hnf? man im Volke selbst die auf Grund dieser Abstimmung seinen Bedarf selbständig aussuchen
Zufrieden (Widerspruch), so oaß man un ->oite setvsr l fgnnen. @r findet darin alle Fragen beantwortet, welche auf die
Schilderungen Rickerts nur auffassen wird als eine Carri- ^se Bezug haben, sowohl in Farbe, Form, Bau, Haltung, Geruch,
catUT eines einseitigen Parteistandpunktes. (Lebh. Bravo.) Größe, Wachsthum u. s. w. Er findet darin die schönsten gelben
Auch die Schilderung Rosen, die schönsten in rotb und dunkelroth, in rosa und in weiß;
1 diejenigen, welche jsich zu Gruppen, zu Rabatten, zum Treiben, zu Pyramiden oder zu Säulen eignen; solche, die in Bezug auf Bluh- barkeit fürs Frühjahr, für den Sommer, für den Herbst besonders zu empfehlen sind. Kurz, es existirt keine Frage, welche in diesem Werkchen nicht beantwortet wäre und können wir dasselbe jedem Rosenfreunde aufs Angelegentlichste empfehlen.
— Verwendung der rothen Rübe. (Nachdruck verboten.) Die Verwendung der rothen Rübe in der Küche ist eine mannigfache, am meisten aber wird sie in Essig eingemacht als (Sompot und Beilage zum Fleisch gegeben, in welcher Form sie auch sehr beliebt ist. Weniger bekannt ist ihre Verwendung als Gemüse, obgleich sie gerade in dieser Form sehr wohlschmeckend ist und unseren Mittagstisch um ein angenehmes Gericht bereichert, zu einer Jahreszeit, wo andere Gemüse, wie grüne Bohnen, Erbsen rc., sehr selten geworden sind Auch eine gute Sauce läßt sich aus rothen Ruben bereiten und beide Speisen empfehlen sich schon durch ihr appetitliches Aussehen. Um Gemüse aus rothen Rüben zu bereiten, werden dieselben weich gekocht, dann geschält und geschnitten. Hierauf läßt man ein Stück Butter mit Mehl dämpfen, gießt süßen Rahm dazu und tHut, wenn beides gut gekocht hat, die rothen Rüben ihinein, auch Essig, Salz und etwas Zucker nach Geschmack. Nun laßt man noch Alles zusammen kochen, bis sich eine dickliche Sauce gebildet hat. Ha man eingemachte roihe Rüben zu Hand, nimmt man mit Boriheil den Essig von diesen dazu. Um dem Gemüse das schone Aussehen zu erhalten, wird dasselbe kurz vor dem Essen zubereitet, durch langes Stehen würde es sein- schone rothe Farbe verlieren. Ebenso verhält es sich mit der weiter angegebenen Sauce. Man läßt hierzu ein Stückchen Butter mit Mehl rösten und gießt sauren Rahm dazu. Nachdem Alles gut durchgekocht hat, gibt man etwas Salz, klein geschnittene, in Esstg eingemachte rothe Ruben hinein, auchs von dem Essig soviel, bis die Sauce bellroth gefärbt und schmackhast ist.
— Lüsten der Milch. (Nachdruck verboten.) Die guten Folgen des in Amerika von den rationellen Milchindustriellen stets sehr sorgsältlg vorgenommenen Lüftens der Milch werden bei uns im Allgemeinen viel zu wenig beachtet Aus die Nothwendigkett des Zutrittes reiner, frischer Lust zur srtsch gemolkenen Milch hat sicher inerft die Erfahrung aufmerksam gemacht, daß eine längere Aufbewahrung solcher Milch in luftdicht verschlossenen Gefäßen auf die Qualität derselben sehr nachthetlig wirkt. Die wohlthatige Wirkung der frischen, reinen Luft ist darin zu suchen, daß durch das Lüsten in der frisch gemolkenen Milch eine lebhaftere Wasserocrdunstung veranlaßt, damit Verdunstungskälte erzeugt und so das Fortschreiten der Milchsäuregährung verzögert wird. Gleichzeitig werden durch die zutretende frische Luft fremde, von der Milch angenommene Gerüche, welche die Qualität der aus ihr erzeugten Producte gefährden können, verdrängt. Dies sind die Gründe, welche zur sorgfältigen Lüftung der Milch vor ihrer weiteren Verarbeitung bestimmen und besonders darauf bestehen lassen, daß unter keiner Bedingung die frischgemolkene Milch im Stalle selbst stehen bleibe oder an Orten auf bewahrt werde, wo sich andere stark riechende Gegenstände .befinden, während durch den Zutritt der reinen Lust vor Allem der sogen, thiecische Geruch beseitigt werden soll._______________
— Wer die erprobten und unübertresflichen Pastillen und keine Nachahmung haben will, muß nachdrücklichst fordern: FAY s ächte Sodener Mineral-Pastillen. Diese werden aus den Ballen der zur Kur gebrauchten berühmten Gemeinde-Quellen Nr. HI.und XVIII. gewonnen und find durch alle Apotheken^ 8vPfg. zu beziehen.___________________§929
O » f hat sich als unübertroffen und zum täg-
Xk 1 JdyvC ♦ lichen Gebrauch statt Oel ob. Pomade, das staatlich geprüfte nndvegntachtete Haarwaffer v. Retter in I München bestens bewahrt. Zu haben um 40^ und 1.4U bet I. H. Fuhr, Sonnenstraße. 1740


