tungen hin bereist hat und Land und Leute des Somalilandes aus persönlicher An- f schauung kennt, uns diesen kriegerischen Volksstamm in einer Truppe von 27 Köpfen ; vor Augen führt. Die Karawane ist am Dienstag, direct von Triest kommend, hier i im Zoologischen Garten etngetroffen, tritt also in Frankfurt zum ersten Male in Europa j auf. Die Truppe besteht aus 16 Männern, schlanke elastische Gestalten, mit hübschen ? ebenmäßigen Zügen und krausem schwarzen Haar. 4 Frauen (2 Mädchen und 2 Frauen), \ 4 Knaben und 3 Kindern. Die Truppe führt mit sich: 6 Rettkameele, 9 Strauße, ’ 4 Pferde, 7 Jagdleoparden, 12 Antilopen und 19 Schafe. Die Frauen sind ' — wenigstens die 4, welche sich hier augenblicklich aufhalten — weniger schön als die Männer, was indeß nicht ausschließt, daß es im Hetmathlande wirklich Gesichter unter denselben gibt, die den vielversprechenden Ausdruck „schwarze Perlen", den Brugschi Pascha von ihnen gebraucht, verdienen. — t Männer wie Frauen tragen weiße und bunte Leintücher um die Hüften und die • Schultern geschlungen; in der Tracht gleichen sie den Beduinen. Die bunten Tücher bilden das Festtagskleid. An den Füßen tragen alle Sandalen, um Brust und Schultern 1 Amuletten. Die Frauen scheinen den Putz mehr noch als bte europäischen Frauen zu ! lieben; an jedem Arme tragen sie mehrere Armspangen, um den Hals schwere Ketten | aus Metallplatten (filigranartige Arbeit) und in den Ohren schwere Ringe. Die ! Männer führen stets Speere, Schilde und Bogen mit; in den Haaren tragen sie Pfeile. $ Die Kinder sind wirklich reizende Gesichtchen. Das kleinste, das etwa zwei Jahre alt fein mag, wird von der Mutter auf dem Rücken überall hin mitgetragen.
Gingesandt.
Gieße«, 30. Mai.
Vor einigen Tagen passirte Einsender dieses die hiesige Bachgasse und sah, wie ein schon mit dem Tode ringendes Kind von einem Manne aus dem dort breiten und I -auch manchmal recht tiefen, schlammigen Wasser gezogen wurde. Dieses wiederholt sich - fast wöchentlich und ist es nur der größten Aufmerksamkeit von Eltern und Vorübergehenden möglich, die dort zahlreichen Kinder vor dem Tode des Ertrinkens zu schützen. Der Stadtbach an dieser Stelle (von dem alten Arresthaus bis zu dem Eingang in die Hofraithe des Herrn Pistor) hat eine Einfassung, die jedem Kinde bis zum sechsten Jahre es ermöglicht, bequem darunter hindurch in den Bach zu laufen.
Jm^ Interesse der Stadt glaubt man zu handeln, wenn man diesen Gegenstastd -hier zur Sprache bringt und würde dann weiteren Unglücksfällen vielleicht durch eine ; höhere und passendere Einfriedigung vorgebeugt.
Telegraphischer EchiffLberichr
der „Red Star Line" Antwerpen.
Mitgetheilt durch Agent Ehr. Wallenfels in Gießen.
Der Postdampfer „Switzerland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 29. Mai wohlbehalten in Philadelphia angekommen.
Schiss-Nachrichten
Bremen, 28. Mai. s^Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer 1 Fulda, Eapt. R. Ringk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am j 18. Mai von Bremen und am 19. Mai von Southampton abgegangen war, ist I gestern 1 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Handel unv Berkehr.
— Wie aus der jetzt amtlich publizirten Bekanntmachung des Reichskanzlers über die Abänderungen der Postordnung vom 8. März 1879 ersichtlich, ist nicht im S 13 der letzteren die Ziffer I, welche die Bestimmung über die Beförderung von allen durch Buchdruck, Kupferstich, Stahlstich, Holzschnitt, Lithographie, Metallographie und Photographie vervielfältigten Gegenständen gegen die für Drucksachen festgesetzte ermäßigte Taxe enthält, gestrichen worden, sondern Ziffer VJI, Absatz 1, nach welchem es gestattet war, auf der äußeren Seite des Bandes der Drucksachen, den Namen, die > Firma und den Wohnort des Absenders anzugeben. Dafür ist aber nunmehr bestimmt ! worden, daß auf der Außenseite der Druckiachensendungen die bei Briefen zulässigen \ Vermerke u. s. w. angebracht werden dürfen.
Limburg, 29. Mai. (Fruchtmarkt). Rother Weizen JL 15.85, weißer j Weizen Jü 15 70, Korn JC. 11.35, Gerste JL 8.40, Hafer JL 7.15, Erbsen 00.00, j Kartoffeln 0.00.
Zum 50jährigen Jubelfeste der Teutonia.
Ludovioiana, rüste Dich, Die Söhne zu begrüßen, Die wetsheitsschwer, doch kummervoll, Dereinstens Dich verließen.
Heut' kehren freudig wieder ein Die Jungen wie die Alten, In alter Lust sich Dir zu weih'n, Ein Freudenfest zu halten.
Du blickst dreihundert Jahr' zurück, Doch hast Du nie gesehen In Dir ein Corps in Ruhm und Glück Seit fünfzig Jahr'n bestehen.
Heut' aber steht Teutonia In diesem Glanze vor Dir da, O, sei auch fernerhin ihr hold, Dem wackren Bund, dem „Grün-roth-gold!"
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gieße».
Evangelische gemeinde.
Gottesdienst.
Sonntag Exaudi, 2. Juni:
Vormittags 9*/r Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Vorstellung und Prüfung der zu confirmirenden Mädchen.
Kinderkirche fällt aus.
Die neu confirmtrten Realgymnasiasten und Realschüler sollen sich an diesem Sonntag Vormittags 11 Uhr in der Friedhofskapelle einfinden zu einer Besprechung. Pfarrer Drngeldey.
An den beiden Pfingstfeiertagen findet Vormittags 9Vr Uhr auch Gottes- drenft in der Frredhofskapelle statt.
Am Pfingstmontag: Confrrmation der Mädchen und Feier des heiligen Abendmahls, die Beichte am Samsmg zuvor, Nachmittags 2 Uhr.
Am Pfingstsonntag wird eine Kollekte für die Lulherstlftung, am Pfingstmontag eine solche für die Armen der Gemeinde erhoben.
Die Piarr g e sch äste in der Woche vom 2. bis 9. Juni besorgt Pfarrer Dr. Naumann.
Katholische Kkmeiadt.
6. Sonntag nach Ostern-
r, Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um V28 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag: Morgens 6 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. V27 Uhr Austheilung der hl. Communion V-v Uhr Frühmesse. -/.IO Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags '/r3 Uhr Christenlehre und Andacht.
Sottes-ieust in der Synagoge.
(31. Mai).
Freitag Abend 7" Uhr, Samstag Morgen 8« Uhr, Samstag Mittag 4* Uhr.
Samstag Abend 8^ Uhr.
Gottesdienst der israetitischrv Religiollsgesellschaft.
Freitag Abend 7« Uhr, Samstag Vormittag 8™ Uhr, Samstag Nachmittag 3M ufo Samstag Abend 8*o Ubr.
Warwegrade der Lahn und der Luft gemessen nach Reaumur am 31. Mat zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 16'/2 Grad, Luft 23% Grad.
L. Chr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer, m*--------
Obertzelßlihk (fifeMntn.
Am 10. Juni d. I. und von da ab weiter an jedem Sonntag in den Monaten Juni, Juli und August d. I. wird im Anschluß an den Zug 18 ein Extrazug von Nidda nach Gießen mit den nachstehend angegebenen Fahrzeiten befördert werden:
Nidda ab
Ober-Widdersheim „
Hungen
Langsdorf „
Ltch
Garbenteich „
Gießen an
1012 Nachm.,
1022
1025
1022
112!
1122
Gleichzeitig findet an den gleichen Tagen auch mit dem um 722 Nachm. ab Gießen abgehenden, imWinterfahrplan des Zuges 19 verkehrenden, in Nidda um 912 Nachm eintreffenden Zug Personenbeförderung statt.
Gießen, den 25. Mai 1889.
45*9 Großherzogliche Direction.
Samstag btn 1. Juni l. A,
Nachmittags 2 Uhr, werden in der Flett'schen Hofraithe gegen Baar^ahlung versteigert:
Sophas, Kommoden, Kleiderschränke, Glasschränke, Tische, Stühle, Uhren, Wirthstische, 1 Buffet, 2 Kassaschränke, 1 Pianino, 1 nußb. Buffet, 1 Nähmaschine, 3 Ladenschränke, 1 Theke, 1 Wagen, 1 Kuh, 1 Pferd und andere Pfander
Geißler,
4614 Gerichtsvollzieher.
Der Pfandmetsterr
Kemmer.
4622
Mittwoch den 5. Juni 1889, Nachmittags 2 Uhr, werden im hiesigen Pfandlocale, Seltersweg, gegen Baarzahlung versteige't: ein Küchenschrank und ein Sopha-
Unmittelbar hiernach wird eine Taschen- uöt und eine Weckeruhr versteigert.
Allgemeiner Anzeiger.
Gewaschene Nuß- und melirte Kohlen,
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empfiehlt Aug. Githriel, FranKsurterstraße 67.
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ersuchen Sie gefälligst die vorzüglichen [118
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der Dampf-Kaffee-Brennerei
M. Schuster, Bonn, iS&.
Höchste Auszeichnung Cöln 1889: Goldene Medaille.
Verkaufsst.: Hch. Wallach, Giessen, Markt 8.
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2040 Andreas Euler*


