Ausgabe 
31.8.1888
 
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Metz, 28. August. DieMetzer Zeitung" vom Gestrigen berichtet über den Besuch der hessischen Krieger in Metz:Wie bereits vorher angemeldet, trafen am Samstag Nacht gegen 11 Uhr von Worms und Umgegend circa 70 hessische Krieger hier ein, um den Schlachtfeldern von Metz und insbesondere dem Hessendenkmal einen Besuch abzustatten. Der erste Empfang in Lothringen fand am Bahnhofe Forbach durch den dortigen Krtegerverein statt, welcher den durchfahrenden Gästen durch die Kapelle des in St. Avold garnisonirenden Ulanen-Regiments ein Ständchen bringen ließ. Am hiesigen Bahnhofe batten sich wohl hundert hier ansässige hessische Unter; thanen zum Empfange der Landsleute eingefunden und geleiteten ihre Gäste nach der Wtrthsckaft von Schwieger, dem Hauptsammelpunkte, wo die betreffenden Quartiere angewiesen und trotz der vorgerückten Nachtstunde noch manche alte Freundschaft bei labendem Trünke aufgefrischt wurde. Sonntag früh bei Zeiten wurde eine Besichtigung der Stadt vorgenommen und gegen 9 Uhr die gemeinschaftliche Fahrt nach den Schlacht­feldern angetreten. Am Denkmal der 25. (hessischen) Division am Bois de la Cusse ergriff Herr Oberlehrer Ries aus Worms das Wort und gedachte in einer zu Herzen gehenden Ansprache des schweren Tages, welchen genannte Division vor 18 Jahren an der nämlichen Stätte erlebt hatte, und kein Auge der meist schon ergrauten Krieger blieb tränenleer. Nachdem das Denkmal mit Kränzen geschmückt war, wurde die Fahrt nach Vcrneoille, Gravelotte und der Schlucht fortgesetzt, an welch letzterem Orte der Metzer Vertreter der Gienanth'schen Brauerei für einen vorzüglich kühlen Trunk gesorgt hatte. Es mag gegen 8 Uhr gewesen sein, als die Wagen in Metz wieder an­kamen. Die^Abendstunden fanden die Gäste am Esplanaden-Paoillon bei Herrn Fels­burg und später in der Wtrthschaft des Herrn Höppner gemüthltch vereinigt. Mancher Toast wurde ausgebracht und in letztgenanntem Lokale eine Ergebenheitsdepesche an Seine Majestät Kaiser Wilhelm gesandt. So verliefen Tag und Abend in schönster Ordnung und in gemächlichster Weise. Darüber, daß sämmtliche Gäste sowohl mit der Aufnahme als auch mit den Quartieren, die sie hier fanden, vollauf zufrieden- gestellt waren, kann um so weniger ein Zweifel herrschen, als dies ihrerseits heute früh beim Abschied ausdrücklich anerkannt wurde. Der Verein verließ Metz um 9 Uhr Vormittags in der Richtung Saarbrücken, von wo aus noch dem Schlachtfelde von Spichern ein Besuch abgestattet und die Rückreise zeitig genug angelreten werden soll, um noch heute Abend am häuslichen Herde einzutreffen. Die Anwesenden stifteten dem Fonds des Kaiser-Wilhelm-Denkmals in Metz die Summe von 30 JL. Von Teil­nehmern an dem Ausflug wird der Empfang und die Aufnahme in Metz als ein außerordentlich warmer und herzlicher geschildert.

(Amerikanisches aus den Hundstagen.] Als ich neulich in Alabama war, so erzählte ein Herr aus Atlanta, G., zwischen Porter's Gap und Millerville, sah ich, daß ein Mann zehn ober zwölf Gänse in ein Baumwollfeld trieb. Was der Tausend haben Sie den Gänsen denn da um den Hals gebunden? fragte ich ibn. Flaschen­kürbisse sind es, voll Wasser, antwortete er mir; ich treibe die Gänse in's Baumwoll­feld, damit sie das Unkraut ausjäten; da es dort aber kein Wasser gibt, gebe ich ihnen welches mit, sonst bleiben sie nicht darin. Aber wie können sie denn Wasser auS den Flaschenkürbissen, die an ihrem eigenen Halse hängen, trinken? Oh, sie trinken aus dem Kürbis der Nachbarin; jeder Kürbis hat an der Sette eine Oeffnung, durch die die Gans den Schnabel stecken kann. Wenn Sie's nicht glauben wollen, so über­zeugen Sie sich selbst. Ich wartete einen halben Tag auf dieVorstellung", und

August 1888.

Sterbltchkeitsziffer: 16,4 %q.

5 (3)

1

Summa: 6 (3)

schließlich sah ich sie wirklich. Die Gänse machten es genau wie der Mann gesagt batte. War eine durstig, so ging sie zur nächsten und löschte ihren Durst aus bereit zuorratb.

Gottesdiknlt der israelitischen Keligionsgeseüschaft.

Freitag Abend 6" Uhr, Samstag Vormittag 8<* Uhr, Samstag Nachmittag 400 Uhr, Samstag Abend 725 Uhr.___________

Wärmegrade der Lahn und der Luft,

nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr.

Luft 17, Wasser 15 Gr.

Gießen, den 30. August 1888. Rübsamen.

An m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen.

34. Woche. Vom 19. August bis 25. ri Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär).

Schiff» nachrichten.

Bremen, 29. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer ®}be, Eapttän G. Meyer. vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 18. August von Bremen und am 19. August von Southampton abgegangen war, ift aeftern 11 Ulm Vormittags wohlbehalten in Newyork anaekommen.

Hande» und Verkehr.

.. Umbrrrg, 29. August. (Fruchtmarkt). Rother Weizen JL 16.60, neuer JL 14.60, weißer Wetzen JL 00 00, Korn JL 10 90, Gerste JL 0.00, Hafer JL 8.00, neuer JL 6.50, Erbsen JL 00.00, Kartoffeln JL 0 00.

n. . ?orai?Hurt, 29. August. Erbsen ganze pr. Pfd. 1216H, do. geschälte 1418

weiße Bohnen 2022 Kartoffeln 100 Ko. Jt 0,000,00, do. per

Geschetd 10-12 A, Butter per Pfd. JL 1,10-1,20, Eier das Stück 5-6 Blumen- per Stück 3040 X Wirsing per Stück 1015 H, Zwiebeln per Pfd. 7-9

Weißkraut per Stück 10-15 Rotherüben per Portion Ä-30

Es starben an:

Zusammen:

Erwachsene:

Kinder im

vom

Lungenschwindsucht

1

1

1. Lebensjahr: 2.-

-15. Jahr:

Organischer Herzkrankheit

1 (1)

1 (1)

_

Bright'scher Nierenkrankheit

1

1

_

_

Kropl

1 (1)

1 (1)

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Krebs

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Verunglückung

1

1

GbtthestW Eisenbahnen.

Unter Aufhebung des Tarifs vom 1. September 1882 nebst Nachträgen ge­langt am 1. k. M. für den Oberhessisch- Pfälzischen Güterverkehr ein neuer Tarif zur Einführung

Nähere Auskunft ertheilen die betheilig- ten Güterexpeditionen.

Gießen, den 28. August 1888.

6931 Großherzogltche Direction.

Iagdverpachtung.

Die am 28. August l. I. abgehaltene Jagdverpachtung ist nicht genehmigt und soll daher Montag, den 3. September L I., Norm. 10 Uhr, aus dem Rathhause dahier anstatt aus 6 aus 9 Jahre nochmals verpachtet werden.

Waldgirmes, 28. August 1888.

Bernhardt, 6918 Bürgermeister.

Möbel- und Maaren- Versteigerung.

Montag, den 3., und Dienstag, den 4. September, von Nachmittags 2 Uhr an, werden die Möbel und Waaren der Rett er'scheu Erben, Seltersweg 1, meist­bietend versteigert, besonders kommen zum Ausgebot:

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Seidesammt, wollene Kleider­stoffe, Ballstoffe, schwarze Sammle, Spitzen, Stickereien u. f w.

Im Auftrag: Louis Rothenberger, 6934 Gerichtstaxator.

NB. Der Eingang zur Versteigerung nur vom SelterSweg auS.

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Gießen, 24. August 1888.

Großh. Ortsgericht Gießen.

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