Darmstadt, 28. März. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigst geruht:
am 27. März das juristische Mitglied und vortragenden Rath in den Abthei- lungen des Ministeriums der Finanzen Ferdinand Emmerling zum Ministertalrath in dem Ministerium des Innern und der Justiz zu ernennen;
an demselben Tage den Dircctor des Realgymnasiums und der Realschule zu Offenbach Dr. Friedrich Schön zum Dtrector des Realgymnasiums und der Realschule zu Mainz, sowie den Lehrer an dem Ludwig-Georgs-Gymnasium zu Darmstadt Pros. Dr. Ludwig Schädel zum Director des Realgymnasiums und der Realschule zu Offenbach, und den Lehrer an demselben Gymnasium Dr. Friedrich Cur sch mann zum Director der Realschule zu Friedberg, sämmtlich mit Wirkung vom 1. April 1888 an, zu ernennen;
an demselben Tage den Commandeur des Gendarmeriedistricts Starkenburg, Oberstlieutenant Johann Philipp Barthel, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. April 1888, in den Ruhestand zu versetzen.
Darmstadt, 28. März. Mit Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs ist der Amtmann Ferdinand Fuhr zu Offenbach mit der provisorischen Verwaltung der Stelle eines Vortragenden Rathes bet dem Mintsterium der Finanzen und dessen Abtheilungen beauftragt worden.
Telegraphische Depeschen.
Wolffs telegr. Correspondenz - Brrrearr.
Berlin, 28. März. Se. Majestät der Kaiser hörte Vormittags die Vorträge des Chefs des Civilkabinets.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." hört über das Befinden des Kaisers: Die vorletzte Nacht war gut, die letzte zuweilen durch Husten unterbrochen. Der Auswurf ist heute geringer und gar nicht gefärbt. Der Kaiser hat seit gestern auf Anrathen der Aerzte sich einer Massagekur unterworfen, welche vornehmlich Ersatz für die mangelnde Körperbewegung bieten soll.
— Die Kaiserin-Mutter spendete 1000 JL. für die Ueberschwemmten.
Berlin, 28. März. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge ist an Stelle des in den Ruhestand getretenen Wirkl. Geheimen Ober-Regierungsraths Bonitz der Provinzialschulrath Höpfner (Coblenz) zum Geheimen Regterungsrath und Vortragenden Rath im Cultusministerium ernannt.
— Der „Reichs-Anzeiger" publicirt das Gesetz über den Reichshaushaltsetat und das Anleihegesetz für Zwecke des Reichsheeres, der Marine, Reichsbahnen, Post und Telegravhie.
Berlin, 28. März. In der heute unter dem Vorsitz des Staatsministers, Staatssecretärs des Innern, von Bötticher, abgehaltenen Plenarsitzung ertheilre der Bundesrath dem vom Reichstage angenommenen Entwurf eines Gesetzes über die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfindenden Gerichtsverhandlungen, und dem Entwurf einer Verordnung wegen Abänderung und Ergänzung der Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetz über die Kriegsleistungen die Zustimmung, erklärte sich mit der weiteren Ausprägung von Einpfennigstücken zum Betrage von etwa 600,000 Jü einverstanden und genehmigte die von den Ausschüssen für Zoll- und Steuerwesen und für Handel und Verkehr vorgeschlagenen Abänderungen von Tarasätzen, sowie die von denselben Ausschüssen zu dem Entwurf des amtlichen Waarenoerzeichnisses zum Zolltarif gestellten Anträge. Außerdem wurde über die Wiederbesetzung der Stelle eines Mitgliedes der Commission für die Ausarbeitung des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuchs, über die vom Reichstage bei der Beratung des Reichshaushaltsetats für 188—89 gefaßten Resolutionen und über eine Eingabe, betreffend die Zollerstattung für Arrac in Flaschen von über 50 Kg. Bruttogewicht, Beschluß gefaßt.
Berlin, 28. März. Das „Armee-Verordnungsblatt" veröffentlicht eine Cabi- netsordre vom 26. März, betreffend die Formationsänderungen anläßlich des Etats für das Jahr 1888—89. lieber die Errichtung der Unterofficierschule in Neubreisach ist die Bestimmung vorbehalten. Die Etatszahl der Zöglinge des Kadettencorps ist erhöht worden um 102, wovon 80 bei der Hauptkadettenanstalt. Die Garde-Jnvaliden-Com- pagnie und Jöte sechs Provinzial-Invaliden Compagnien werden aufgelöst. . Die bei denselben befindlichen Offieiere werden in die Jnoalidenhäuser zu Berlin, Stolp und Carlshasen ausgenommen.
Berlin, 28. März. Die Stadtverordneten der Stadt Berlin beschlossen, zur augenblicklichen Linderung der Noth in den Ueberschwemmungsgebieten 15 000 JL zu bewilligen und dem Oberbürgermeister sofort zur Verfügung zu stellen. Es soll demselben überlassen bleiben, die Unterstützungen den Bürgermelstereien der betroffenen Gemeinden zuzutheilen.
Kiel, 28. März. Der Hafen ist für Dampfer wieder offen.
Posen, 28. März. Das Hochwasser dringt in der Stadt immer weiter vor. Da auch die Gasanstalt überschwemmt ist, mangelt es auch an Licht.
Posen, 28. März. Die Warthe steigt rapide und überschritt bereits den höchsten Stand Der großen Ueberschwemmung in 1876. Die Vorstädte, Schrodka, das Städtchen Wallischei sind ganz überschwemmt. Auch ein großer Theil der Unterstadt steht seit heute unter Wasser.
Elbing, 28. März. Die Ueberschwemmung in der Marienburger und Elbinger Niederung dehnte sich weiter aus und hat nunmehr im Ganzen 12 Quadratmeilen mit 77 Ortschaften und 30,000 Einwohner in Mitleidenschaft gezogen.
Paris, 28. März. Das Boulangisten-ComitS erwägt die Frage, ob von der Candidalur Boulanger's im Departement der Aisne zu Gunsten des radikalen Doumer, der sodann als Boulangist aufzustellen wäre, Abstand zu nehmen sei.
Paris, 28. März. Boulanger tritt im Departement Aisne zu Gunsten Boumars von seiner Candidatur zurück, er nimmt auch in den Departements Aude und Dordogne, wo bereits republikanische Candidaten von den Lokalcomitös aufgestellt waren, keine Candidatur an. Dagegen wird Boulanger im Departement Nord für die am 15. April stattfindende Nachwahl candidiren. Er wird sein politisches Glaubensbekenntniß den Wählern sofort unterbreiten und persönlich für seine Wahl wirken.
_ria Paris, 28. März. Ein Schreiben Boulanger's an die Wähler des Departements „Aisne" dankt für die Abstimmung am Sonntag und sagt: Die Abstimmung hatte einen anderen Zweck, als was eine Wahl ihrer Natur nach bedeutet. Es handelte sich um eine Manifestation, um die Nothwendigkeit der Aufrechthaltung der nationalen Wurde und der Integrität des französischen Gebiets darzuthun, sie war ein Protest gegen den Zustand der Ohnmacht, welchem das Parlament und die Staatsgewalten verfallen find, ein Protest gegen die Verläumdungen und Ungerechtigkeiten, die auf einen republikanischen Soldaten gehäuft wurden, welcher niemals etwas anderes im Auge halte als die Vertheidigung des Vaterlandes. Ohne Grund bestraft und der großen militärischen Familie entrissen, sei er gegenwärtig wählbar, er war es aber noch nicht, als die Wähler auf feinen Namen ihre republikanischen Ueberzeugungen bestätigten. An der Regierung sei es, aus diesem eklatanten Proteste eine Lehre zu Ziehen. Was ihn (Boulanger) betreffe, so erlaube ihm seine Achtung vor dem allgemeinen »Lttmmrecht nicht, heute einen Sitz anzunehmen, welchen er nur zum Nachtheil feiner Mitbewerber einnehmen könnte, an deren Seite, nicht gegen die er aufgestellt sei Die Sympathien der Wähler stärkten und trösteten ihn inmitten der Kränkungen' womit man ihn überhäuft habe. Boulanger bittet schließlich, die Stimmen auf denjenigen Candidaten zu vereinigen, welcher am besten für die Ehre des Vaterlandes und die heiligen Interessen der Republik kämpfen könne.
Rom, 28. März. Die Amtszeitung veröffentlicht die Worte des Fürsten Hohenlohe bei Überreichung des Antwortschreibens Kaiser Friedrichs an König Humbert Hohenlohe sagte: Der Deutsche Kaiser und König von Preußen Friedrich hofft der König von Italien werde die herzlichen Gefühle, welche er für seinen Vater, den Kaiser Wilhelm hegte, auf ihn übertragen. Er werde es sich stets angelegen sein lassen die guten und innigen Beziehungen, welche zwischen Deutschland und Italien bestehen aufrecht zu erhalten und den Gefühlen höchster Werthschätzung und herzlichster Freund- '?Ä'.?ovon er für die erhabene Person des Königs von Italien beseelt sei, den aufrichtigsten Ausdruck zu geben. König Humbert erwiderte: „Die Wahl Ew. Durchlaucht
WuUung einer so erhabenen Mission ist mir um so angenehmer, als ich mich
* ^kanntschaft Ew. Durchlaucht erinnere, welche ich gelegentlich meiner Reise nach Deutschland machte. Sie kennen demnach seit lange meine und Italiens Ru= Jtetßung tut Den Heimgegangenen Kaiser, dessen Verlust wir beweinen, dessen ruhm
reiches Andenken wir verehren. Der Tiefe dieser Gefühle kommt nur die Innigkeit der Wunsche gleich, welche ganz Italien, ich und meine Familie für die Wiederherstellung der Gesundheit des Kaisers hegen und gehegt haben, der in Italien die Erinnerung einer unvergänglichen Freundschaft zurückließ. Unser Zusammentreffen hi San Pier d'Arena ist mir unvergeßlich. Mit Bewunderung gedenke ich der Energie ™on”t der Kaiser den Anstrengungen der langen Reise und den Gemütbserregungen Trotz bot, denen er entgegenging, um eine heilige Pflicht zu erfüllen. Die Freundschaft, welche der neue Kaiser seit vielen Jahren für mich hegt und die ich brüderlich erwidere, ist ein Unterpfand der intimen Verbindung, welche stets zwischen Italien und Deutschland bestehen wird. Ich bin gewiß, der getreue Dolmetscher der Gefühle meines Volkes fein, rudern ich meiner Genugthuung über die zwischen unseren beiden Landern bestehende Allianz Ausdruck verleihe und den Wunsch ausspreche, daß diese Beziehungen wenn möglich noch engere werden. Ich bitte Sie, Sr. Majestät von Neuem mein Beileid auszudrücken und die Wünsche zu wiederholen, welche ich für seine glückliche Regierung hege.
, ®<n“a 28. März. Der Hafenkapitän leitete eine-Untersuchung ein über den Bericht des Commandanten des „Solferino" und vernimmt als Zeuge» die Schiffsmannschaft und die Passagiere. "
Belgrad, 28. März. Heute Mittag wurde die erste Sitzung der Skuptschina in Anwesenheit der Minister eröffnet und per Akklamation ein ncunglieberiger Ausschuß zur Prüfung der Wahlen gewählt. 0
Bukarest, 28. März. Zu der gestrigen Kammersitzung hatten oppositionelle Deputate eine Anzahl Personen eingeführt, um Lärm zu provociren. Aus einer von Den Anstiftern geführten Gruppe wurde ein Reooloerschuß abgefeuert, wodurch der
Ver am Eingänge der Kammer getöbtei wurde. Herbeigezogene Soldaten stellten k «x nun0 w^der her. In Folge der ersten Verhöre wurden die Deputaten Fleva. und Philippesco, sowie mehrere Journalisten, darunter Cretzulesco und Costaforo. verhaftet. Die Untersuchung dauert fort.
.. Bukarest, 28. März. Kammer. Pherekydes erklärte auf eine Interpellation, Die Regierung sei fest entschlossen, unverzüglich im Einvernehmen mit dem Parlament Maßregeln zu treffen, durch welche die Institutionen des Landes, die öffentliche Ruhe, die Ordnung und Sicherheit des Parlaments und die Achtung vor dem Throne gewährleistet würden.
Washington, 28. März. Der Präsident richtete eine Botschaft an den Con- greß^Betreff Ergreifung gesetzgeberischer Maßregeln zur Verhinderung der Einfuhr von Schweinen und Schweineprodukten aus Frankreich und Deutschland wegen dort herrschender Schweineseuche.
Lokales.
Gießen, 29. März. Freitag den 6. April l. I., Vormittags 9 Uhr, findet im Regrerungsgebaude hier eine öffentliche Sitzung des Provinztalausschusses statt. Aus der Tagesordnung stehen folgende Gegenstände:
1. Klage des Ortsarmenverbands Gießen gegen den Landarmenverband Gießen wegen Unterstützung des Kindes der Bertha Stein von Gießen.
2. Klage des Ortsarmenoerbands Gießen gegen den Landarmenverband Gießen- wegen Unterstützung des Tapeziers Adolf Dünkelsberg aus Holzappel.
3. Klage des Ortsarmenverbands Gießen gegen den Landarmenverband Gießen wegen Unterstützung des Carl Bergzog aus Magdeburg.
4. Klage des Ortsarmenoerbands Gießen gegen den Landarmenverband Gießen wegen Unterstützung des Robert Bluntschke aus Bartotschewitz.
5. Klage des Ortsarmenverbands Gießen gegen den Landarmenverband Gießen wegen Unterstützung des Eduard Eggat aus Königsberg.
6" Antrag der L-tadt Gießen auf Enteignung von Gelände des Friedrich Zöller in Gießen gemäß Art. 69 der allgemeinen Bauordnung.
7. Klage des Ortsarmenoerbands Gießen gegen den Landarmenoerband Alsfeld wegen Unterstützung der Katharine Orlwein auS Grebenau.
8. Ansinnen Großh. Kreisamts Gießen an die Stadt Gießen wegen Trottoirpflasterung vor dem Hause des Architekten Stein in der Nordanlage.
Gießen, 29. März. Aus Anlaß der Ueberschwemmungen, die aus allen Teilen Deutschlands gemeldet werden, und die auch in unserem Gebiete, wenngleich den großen Ueberflutungen im Osten gegenüber nur in kleinem Bilde, bei Lahn und Wieseck sich zeigen, mögen einige alte Nachrichten über Wassersnot, von der Gießen in früheren Zeiten wiederholt hetrngesucht wurde, hier Platz finden. Die beiden ersten der nachstehenden Ueberlieferungen gründen sich auf ein alles Hausbüchlein Adam Ficks, eines Gießener Bürgers, geboren 1588. Die folgende Nummer ist eine Mitteilung des Gießener Stadtpfarrers zu Ende des dreißigjährigen Krieges, des Asseesoris Consistorii M. Hartmann Mogens. Niedergelegt sind diese Notizen in den „Giesischen wöchentlich- gemeinnützigen Anzeigen und Nachrichten" (verlegt und gedruckt bei Johann Philipp. Krieger), m deren „erstem Stück" aus dem Jahre 1764 auch der letztstehende Bericht sich findet.
1. „Anno 1552 den 10. Januar, ist die Lahn allhier so gros gewesen, daß das Wasser allenthalben in die Stadt gegangen ist, also daß die Leute ihr Vieh auf kieloben der Häuser bringen müssen. Es hat auch sonst an der Frucht auf dem Feld großen Schaden gethan, und Brücken und Stege zerbrochen und hinweggeführt."
2. „Anno 1614 den 21. Novemb. ist ein solch groses Gewässer hier gewesen, daß man an etlichen Orten mit Schiffen gefahren hat, und an vielen Orten bis an den Gürtel hat baden müssen. Die Wisseck brach durch die Schor in den Wallgraben, und lies die ganze Nacht hinein. Des Morgens brach die Lahn auch in den Wallgraben. Man steuerte dem Unglück in dem man beyde Oefnungen mit Mist und grosen Holzern verstopfte. Der Schaden in den Kellern und auf den Dörfern die an der Lahn liegen, an Vieh, Frucht und Saamen im Feld war unbeschreiblich groß."
3. „Anno 1643. den 3. 4. 5. Januarii, ist eine gewaltige Ergiesung der Löhn, allhier zu Giesen, zu Marburg, und anderswo gewesen, daß das Wasser den 4. Jan. Nachts zwischen 12. und 1. Uhr in den Wallgraben, und hernach in die Stadt gebrochen, daß es an etlichen Orten zweier Mann tief gewesen, und sind die Leut des Nachts unversehens damit überfallen worden, daß vieles Vieh in Wassersnoth gerathen, und auch etwelches, wiewohl, GOtt lob, allhier nicht viel, ertrunken, so sind auch, zu Marburg in Weidenhaussen, ganze und halbe Bäue weggeflosscn.
4. (Ueberschwemmung Ende 1763.) „Unsre Stadt war seit einigen Tagen von einer eben so fürchterlichen als ungewöhnlichen Wassersfluth überschwemmt. Das bisher so lang anhaltende Regenwetter war die Ursache, daß die vorbeyftiesende Lahn und Wisseck aus ihren Ufern heraus tratten, und die ganze Gegend in das Wasser setzten. Der Strohm brach hierauf in der Nacht vom 30sten auf den 31. December durch das Glacis in die Wallgräben, und überschwemmte in etlichen Stunden untre Stadt dergestalt, daß nur einige wenige Plätze, welche sehr hoch liegen, vom Wasser entblost blieben. Der Schrecken, den die Einwohner durch diesen plötzlichen und unerwarteten Zufall empfanden, und welcher durch eine in einer Scheuer ausbrechende Feuersbrunst vermehrt wurde, der bejammernswürdige Zustand, in welchen diejenige versetzt wurden, die nicht mit den Nothwendigkeiten des Lebens versorgt waren, und der Schaden, welcher an Vieh, an Maaren, Victualien und Getränken geschehen ist, läßt sich kaum beschreiben. Man kehrte die nothige Hülssmittel gegen diese Gefahr, so bald als möglich war vor. Dian öfnete die Schleusen und verstopfte die Oefnungen, wodurch sich das Wasser in die Gräben ergoß. Dadurch brachte man es dahin, daß in der Nacht nach dem ersten Januar, das Wasser abzunehmen ansing, und daß wir nunmehr hoffen können in einigen Tagen dieser Noth glücklich entronnen zu seyn. Mochte doch die Vorsehung in der Zukunft uns nie wieder ein so trauriges Geschicke treffen laffen!" R.E.N.
Vermischtes.
„Mainz, 28. März. Die Hochwassergefahr tritt immer mehr heran! Heute den Tag über ist der Rhein noch fortwährend sehr rasch gestiegen und zeigt das Fahrpegel bereits 4,50 Meter. Von auswärts liegen folgende telegraphische Mittheilungen vor: Maxau: steigt; Mannheim: steigt; Wimpfen: Neckar langsam steigend; Mannheim: Neckar wachsend; Schweinfurt: stark steigend. Der Main ist bereits so hoch, daß die Schleusenthoren des Kanals überfluthet sind und der Schiffahrtsverkehr nur im freien Strom über die Wehren bewerkstelligt werden kann. Die Nahe ist an verschiedenen- Stellen über ihre Ufer getreten und hat mehrfach Weinbergsmauern mitgerissen.


