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Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Dlann Militär).

1

Kinder vom

2.-15. Jahr!

Summa: 11 8 2 1

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie vrele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

MöchentliHe AeberfiHt üer Todesfälle in der Stabt Gießen.

8. Woche. Vom 19. Februar bis 25. Februar 1888.

Sterblichkeilsziffer: 30,1 %q.

Gchtff-nachrtchten.

Bremen, 24. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Saale, Capt. H. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 15. Februar von Bremen und am 16. Februar von Southampton abgegangen war, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 24. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Hermann, Capt. A. Kohlmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 8. Februar von Bremen abgegangen war, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommcn.

Gießen, 28 Februar. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund 0.95-000, Hühnereier pr. St. 6-7 H, Gänseeier St. 10-00 Käse vr. St. 4-74, W,-matte 3-0 5,, Erbsen pr- Liter 18 Linsen 32 ^.Tauben per Paar 80 6« 0,90 Hühner per Stück J' 0.90-130, Hahnen »r. Stück 1.001.80, Enten pir Stück JL 1.70-2.40, Ganse per Psund 00-00 Ochsenfletsch pct spfunb58 6 3 60 Knh- und Rindfleisch 45-50 Schweinefleisch 54-80 L Hammelfleisch 40 6«

60 A, Kalbfleisch 40-46 Ä, Kartoffeln per 100 Kilo M. 4 505^0, Slüd) per Liter 12-18 H, Weißkraut Stück 0-00 Zwiebeln per Centner * 10.00-12.00.

Frankfurt, 27. Februar. Der heutige Viebmarkt war gut befahren. Ange- trieben waren 356 Ochsen, ca. 24 Bullen, ca. 395 Kühe und Rl^er, ca. 318 Kalber. Die Preise stellten sicht Achsen 1. Quai. 58-60, 2. Qual. bv-^2 Kühe und Rinder 1. Qual. X 50-52, 2. Qual. M 44-46 per 100

Kalber 1. Qual. 5558 2. Qual. 4850 H per 1 Pfund Dchlachtgewrchtt

Frankfurt, 27. Februar. (Getreide-Preise.) Weizen eff. htestaer u. Wetterauer X 17,75-18,00, fremder JL 17,75-20,25, Roggen eff. hres. JL 13.7o-14,00, fteucher X 00,00-.00,00 Gerste effectiv hiesige und Wetterauer lbb017 00, fremde

00,0000,00, Hafer eff. dies. JL 14,0014,50, fremder JL 00,(h >-00,00.

Vermischtes.

Marburg, 27. Februar. Den Musikfreunden unserer Nachbarstadt Gießen wird es gewiß angenehm lein zu vernehmen, daß nächsten Freitag (2. Marz) der hiesige Akademische Concert^Verein dem Andenken Mozarts einen Concert-Abend widmet. Zur Aufführung kommt die Ls-6ar-Symphonie (1788), bekanntlich eine der drei hervorragendsten Symphonien Mozarts, sowie dessen letztes Werk, das urffterbltche Requiem. Unter der Leitung unseres Universitäts-Mustk^Directors Herrn Richard Barth wird auch an diesem Abend den Kunstfreunden eine ganz vorzügliche Aufführung geboten, wie es bereits die seitherigen Concerte dieser Saison gewesen sind. Als Solisten wirken in dem Requiem Sängerinnen und Sänger ersten Ranges mit, die Chöre von den actioen Mitgliedern des Akademischen Concert-Veretns gesungen, sind vorzüglich einstudirt, ebenso das aus mehr als fünfzig Musikern bestehende Orchester. Die Eisenbahnzüge ermöglichen den Besuch von Gießen aus sehr bequem. Näheres ist aus der im heutigen Blatte enthaltenen Anzeige ersichtlich.

vr. Fritz Bramann, dem der Kronprinz selbst die seltene Auszeichnung des Comthurkreuzes des hohenzollernschen Hausordens überreicht hat, ist, wie dieBerliner Gerichtschronik" mittheilt, der älteste Sohn eines noch lebenden Gutsbesitzers auf Szameitschen bei Darkehmen in Ostpreußen. Er bat in Königsberg Medicin ftudrrt S und schon dort an der Klinik des namhaften Chirurgen Professor Schneider als > Assistenzarzt gewirkt. Der jetzt kaum 35jährige Arzt, dessen große chirurgische Geschick- | lichkeit man in Berlin längst kannte und dessen Name in Folge der durch ihn aus- ? geführten, hoffentlich erfolgreichen Operation des Kronprinzen jetzt in der ganzen W-lt » genannt wird, ist selbst schon von schweren Krankheiten heimgesucht gewesen. Er erkrankte nänrlich in Königsberg kurz nach Beginn seiner ärztlichen Laufbahn an Fleck- typhus, Unterleibstypbus und Diphtheritis und wurde gerettet, obgleich er von den ihn behandelnden berühmten Professoren vollständig aufgegeben war. Er hat also an \ sich selbst erfahren, daß menschliche Befürchtungen Gott sei Dank nicht immer das ; Richtige^treffm.^ Vorgeschichte fce§ Velocipedes.) Uebcr die ersten Anfänge und Ent- \ Wickelung des Fahrrades bringt dasPostarchio" die folgenden Mittheilungen, welche j die Radfahrer wohl interessiren dürften:Der Gedanke, die Trittbewegung der Beine } des Menschen zur Fortbewegung von Radern zu benutzen, ist schon sehr alt. Nach dm r Nürnberger Archiven war man schon im Jahre 1633 aus diesen Einfall gekommen und in einem 1703 erschienenen Buche findet sich folgende Bemerkung:Stephan Tarflers J aus Altdorf hat einen kleinen dreiräderigen, mit einem Räderwerk versehenen Wagen \ hergestellt, welchen er ganz allein in Gang setzt, um zur Kirche zu fahren." Im ; Jahre 1774 konnte man in einem englischen Park einen vierräderigen hölzernen Wagen ; sihen, welchen zwei Männer mit ihren Beinen in Bewegung setzten, indem sie die Füße gegen den Erdboden stießen. Fünf Jahre später wurde eine mit Federn versehene Fahr- I maschine, deren Fortbewegung mittelst der Hande und Füße erfolgte, dem Versailler I

Hofe vorgeführt. Im Jahre 1816 endlich sah man auf den Pariser Spazierwegen das Fahrgeräth sich bewegen, welches vielleicht den Ausgangspunkt für unser heutiges Fahr­rad gebildet hat. Die Draisine, wie man sie damals nach ihrem Erfinder, dem badischen Forstmeister Drais von Sauerbrunn nannte, bestand aus zwei gleich großen Rädern, welche hintereinander lagen und durch ein hölzernes Gestell miteinander ver­bunden waren. Auf letzterem, tm freien Raum zwischen beiden Rädern, befand sich ein Sattel, auf welchem der sich fahrende Mann in reitender Stellung Platz nahm und sitzend durch Schieben, indem er sich abwechselnd mit beiden Füßen gegen den Boden stemmte, den Fortlauf bewirkte. Ein Kupferstich aus jener Zeit stellt eine derartige Fahrt in dem Garten des Luxemburg-Palastes dar und das Lächeln der Umstehenden zeigt mehr Spottlust als Bewunderung für die Erfindung des Herrn von Drais. Immerhin nahm dieselbe ihren Fortgang und noch heute trifft man in den Gärten der Tuillerien oder des Luxemburg-Palastes zuweilen Kinder an, welche auf diesem Gerath einhergallopsten. Im Jahre 1855 hatte ein Schlosser Namens Michaux bei Gelegenheit der Instandsetzung einer Di affine den klugen Einfall, an Den Radnaben knieförmig gebogene Kurbeln mit Trittbrettchen anzubringen. Diesem Einfalle ver­danken die Zweiräder und Dreträder ihre Entstehung. Inzwischen hat das Fahrrad nach vielfachen Verbesserungen in England, Frankreich, Deutschland und der Schweiz große Verbreitung gefunden. Neben dem Sport findet dasselbe auch zu praktischen Zwecken ausgedehnte Verwendung.

Gieße«, 28 Februar. Tagesordnung für die Stadtverordnelen-Sitzung am Donnerstag »en 1. Mär, t»««. Nachmittags 4 Uhr.

1 . Die Vergebung der Lony'schen Sttftungszinsen.

2 Die Vergebung der von Krug'schen Sttftungszinsen.

3* Voranschlag des Polizeiamts für das Jahr 1888/89.

4 Gesuch des Johann Sieck um Erlaubntß zum Ausschank von Branntwein.

5 * Gesuch des Joseph Herz um Rückvergütung von Octtoi.

6 Gesuch des Holzhändlers Susmann Kahenstein um Erlaubniß zur ' Anlegung eines Schienengeleises über einen städtischen Weg.

7 Quartierleistung für die bewaffnete Macht im Frieden.

8* Einrichtung von Volksschulbädern.

Gießen, 28. Februar. Auf die heute und morgen Abend im großen toaale des Cafe Leib stattfindenden Concerte des österreichischen Gesangs - Quartetts Riegler, welchem ein sehr guter Ruf vorausgeht, seien die geehrten Leser aufmerksam gemacht.

Ein auswärtiger Schweinehändler, welcher gestern ein Glas über den Durst getrunken, hatte gestern Abend entschiedenes Pech. In einer Restauration der Bahnhof­straße kneipend, muß an seinem Wagen irgend eine lose Hand ihr Spiel getrieben haben, denn als der befneipte Mann mit seinem Gefährt um die Ecke des Kraus- ariWchen Hauses sauste, lösten sich die beiden Vorderräder und flogen abseits, trotzdem fegte der angespornte Gaul die Westanlage durch bis in die Nähe des Wachthauses am Seltersthor. Hier fiel der Mann herunter und der Gaul lief allein, bis er aufgefangen wurde. Mann und Pferd wurden in polizeilichen Gewahrsam genommen. Neben zerschundenen Gliedern hat der Händler einen arg beschädigten Wagen heute Morgen heimzubringen.

Es starben an:

Zusammen:

Erwachsene:

im

1. Lebensjahr:

Lungenentzündung

2 (1)

2 (1)

Wochenbettkrankheiten

2 (1)

2 (1)

Organischer Herzkrankheit

2

2

sllierenentzündung

1 (1)

1 (1)

Altersschwäche

1

1

Diphtherie

2

1

Krämpfen

1

1

Gtthesßsche Eisktidahuku.

Hinsichtlich der Beförderung von Leichen aut den Eisenbahnen hat der Bundesrath anderweite, mit dem 1. April d. I. in Kraft tretende Bestimmungen beschloffen.

Hierdurch hat der § 34 des Betriebs- Reglements für die Eisenbahnen Deutsch­lands eine andere Fassung erhalten, welche sowohl in dem Centralblatt für das Deutsche Reich S. 564, als in dem Groß- herzoglichen Regierungsblatt Nr. 6 vom 8. Februar 1888 publicirt worden ist. Unsere sämmtlichen Stationen und Güter- Expeditionen geben übrigens nähere Aus­kunft hierüber.

Gießen, den 23. Februar 1888.

1628 Großherzogliche Direction.

Holzversteigerung.

Samstag den 3. März l. I», Morgens 10 Ubr anfangend, kommen in den Crumbacher Psarr- und Kirchen­walbungen nachstehende Holzsortimente an Ott und Stelle zur Versteigerung:

29 Eichenstämme (13,99 fm),

17 rm Eichenscheit und Knüppel, 400 Stück Eichenwellen,

37 rm Buchenscheit,

141/2 rm Buchenknüppel,

800 Stück Buchenwellen,

36 rm Stockholz,

18 Nadelholzstämme (6,49 fm),

47 rm Kiesernscheit und Knüppel, 60 rm Kiefern-Reisholz,

376 Fichten-Derbholzstangen 13 El., 135 rm Fichten-Spalierholz.

Die Zusammenkunft ist im Ort.

Crumbach, den 27. Februar 1888. Der Bürgermeister, 1633 Wagner.

Allgemeiner Anzeiger.

Holzversteigerung.

Freitag den 9. und Samstag den 10. März, jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, kommen in der Forstwartei Dannenrod aus den Distrikten Oberstraßmald, Rübgarten rc. zum Ausgebot:

Stämme:

187 Eichen mit 118,57 fm; 1 Buche zu Hackklötzer mit 2,64 fm; 71 Kiefern mit 30,66 fm, darunter einiges Schnittholz.

Werkscheiter:

10 Rm ausgesuchtes Eichenholz, für Glaser, Küfer und Schreiner brauchbar.

Brennholz:

296 Rm Buchen-, Birken-, Eichen-, Kiesern-Scheiter;

251 Buchen-, Eichen-, Kiesern-Knüppel;

2032 Buchen-, Eichen-, und Kiefern-Reisig;

49 Buchen- und Eichen-Stöcke.

Von der Station Ehringshausen an der Oberhess.Elsenbahn lagern sämnttliche Hölzer 10 Kim. entfernt. Gute Straßen führen nach der

Holzverstetgerung.

Bis Ende März kommt im Walde des Freiherrn v. Rabenau zu Friedel- Hausen in der Gemarkung Sicherts­hausen, District Spieß, an der Staats­straße nach Marburg eine große Quantität Buchen-, Eichen- und Nadel- Brennholz zur Versteigerung. 1634

1648 Ein Sattlerlehrling wird ge­sucht. Näheres in der Exped. d. Bl.

Dienstag, den 6. Marz d. A,

Nachmittags 3 Uhr,

sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Erben des David Schneider von Gießen gehörigen Immobilien:

Flur 40 Nr. 221 1694 Meter Acker auf dem Gartfeld,

Flur 40 Nr. 222,3 fr- 419 Meter Acker daselbst,

öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, 27. Februar 1888.

Großh- Ortsgericht Gießen.

LÜdeking. 1638

Station. , ,

Die Stämme werden bei der Versteigerung ausnahmslos vorgezeffst; ebenso das eichen Werkscheitholz. Auch unter dem eichen Scheitholz, welches zu Brennholz aussortirt wurde, befindet sich noch Holz, das zu Werkholz ver­wendbar ist, worauf wir aufmerksam machen.

Maulbach, den 26. Februar 1888. .

Großh. Oberförstern Maulbach.

Koch. 1639

Holz-Versteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 3. März 2888, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem District Hangelstein nachverzeichnetes Holz versteigert werden:

A. Ban-, Werk- und Nutzholz

93 Eichenstämme mit 32,10 Festm., darunter Schnittholz bis zu 54 cm Durchmesser,

592 Fichtenstangen mit 10,69 Festm.

B. Brennholz.

Scheith. Knüppelh Stockh. Reish.

Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen Buchen 58 114 35 2050

Eichen 18 35 22 750

Nadel - - 150

Die Zusammenkunft ist unweit des Steinbruchs an der Straße Gießen- Daubringen.

Gießen, den 28. Februar 1888. Großh. Bürgermeisterei Gießen.

A. Bramm.1651

Schirm-V ersteig erung.

Donnerstag, den 1. März,

Nachmittags 2 Uhr, läßt Fräulein L 0 r s ch im früher B r a m m- schen Saale, Neustadt 55, den Rest ihres Lagers an Regen und Sonnen­schirmen, sowie 2 Lampen, 1 Petrol.- Herd, 1 Kohlenkroppen, 1 Weißzeug- schränkten versteigern.

1647 Hoffmann, Ortsgerrchtsmann.

1635 Ein großer Gummibaum wird iu kaufen gesucht.

8 Philippi, Seltersweg 56.