7. Abbildungen dienen dem Lesebuche nicht nur zur Zierde, sie sind auch eine .Stütze der Phantasie und geeignet, veredelnd auf den Schüler etnzuwtrken. Dieselben sollen nach Stoff und Ausführung der Aufgabe des Lesebuches würdig sein und alles Lehrhafte vermeiden.
Regierungs- und Schulrath Hasse erbittet das Wort, um sich, da er leider nicht mehr verweilen könne, von der Versammlung zu verabschieden. Er spricht seine Befriedigung und seinen Dank für die gehörten Vorträge, insbesondere den letztern aus, wünscht dem Lesebuch des hessischen Volksschullehrer-Vereins immer größere Verbreitung und den Verhandlungen besten Fortgang. Darauf verläßt derselbe in Begleitung des Geh. Ober-Regierungsrathes Opitz und des Grafen Bismarck, welcher auch erschienen war, den Saal. — Zum Thema zurückkehrend, acceptirt die Versammlung auf Antrag Martin-Cassel die aufgestellten Thesen debattelos. Inzwischen sind Begrüßungstele- gramme vom deutschen Lehrer-Verein, dem Bezirksverein Frankenberg, zwei Musketieren es 74. Jnf.-Regts., dem Bezirk Lichtenau, Schuldirector Wagner-Dresden rc. eingetroffen. — Nach kurzer Begründung und fast debattelos werden hierauf die nachfolgenden 6 verschiedenen Anträge angenommen:
„Der Hauptausschuß wird ersucht, bei Kgl. Regierung um den Erlaß einer Verfügung einzurommen, nach welcher die Klassenräume, Hausgänge und Treppen täglich "durch Kehren, feuchtes Abreiben und Abstäuben, allmonatlich einmal aber durch gründliches Scheuern zu reinigen sind- (beantragt von den Bezirken Marburg u. Grebenstein).
„Erhöhung der Alterszulagen und zwar: nach 10 Jahren Dienstzeit 100 «4t, nach 15 Jahren 200 JL, nach 20 Jahren 300 Jü, nach 25 Jahren 400 JL, nach 30 Jahren 500 JL und nach 35 Jahren 600 JL Alterszulagen" -(vom Bezirk Grebenstein und Morschen gestellt).
„Erlaß der Relictengelder."
Der Bezirk Grebenstein beantragt ferner: „Es ist dahin zu wirken, daß den Lehrern, die in hessischer Zeit drei Jahre als Soldat gedient haben, diese ihre Militärdienstzeit hinsichtlich ihrer amtlichen Dienstzeit voll angerechnet werde."
Vom Hauptausschuß wird beantragt: „Den pensionirten Lehrern soll der Beitrag zur Kasse des Hess. Volksschullehrer-Vereins erlassen werden." — „Der Herr Minister soll ersucht werden, dahin zu wirken, daß auch die Volksschullehrer in eine bestimmte Rangklasse eingereiht werden."
Vom Bezirk Eschwege: „Der Hauptausschuß wolle Konigl. Regierung bitten, den mit Kirchendienst beauftragten Lehrern eine entsprechende besondere Vergütung zu gewähren", und schließlich vom Bezirk Schwarzenfels:
„Die Jahresversammlung wolle beschließen, daß der Hauptausschuß bei König!. Regierung und König!. Consistorium einkomme, daß den Lehrern der niedere Küsterdienst endlich abgenommen werde, weil er in seinem jetzigen Bestände unausführbar und die Lehrer durch die jetzt bestehenden Gesetze in Nachtheil zu bringen geeignet ist."
Der Rechnungsablage sei entnommen, daß die Einnahmen des Vereins 1368, die Ausgaben 838 JL in 1887/88 betrugen.—In den Hauptausschuß werden ( die ausscheidenden Herren wiedergewählt; als Ort der 20. Jahresversammlung wird Hersfeld bestimmt. Dieterich-Cassel gibt einen Rückblick auf den Verlauf der 19. Jahresversammlung, dankt den Referenten, dem Ortscomitö, der Stadt Hanau, mahnt, festzustehen zur guten Sache und schließt mit dem Wunsche, daß die hier gepflanzten Samenkörner aufgehen und vielfache Frucht bringen möchten. Der Vorsitzende schließt hierauf um 23/< Uhr die Sitzung. Morgen Vormittag 8 Uhr beginnen die j Secttonsoorträge. Heute Nachmittag 5 Ubr findet in Wilhelmsbad Festessen statt.
Eingesandt.
r, Qr, . ... „ i n Gießen, 26. September.
.r, r? Abend zwischen 7 und 8 Uhr wurde ein Raofahrer auf der Straße I7 9^^ßenbuseck und Rödgen von einer Anzahl roher Burschen im Atter von Jahren aufgehalten und absichtlich zu Fall gebracht, wobei sich der Fahrer an berden Händen verletzte. Der Radfahrer verfolgte nun die ausreißende Gesellschaft den Namen eines Zeugen! - der sich in das Bahnwärterhaus gefluchtet hatte — festzustellen.
k sehr jU wünschen,^wenn es gelänge, die Attentäter ausfindig zu machen,
damit endlich eine exemplariiche Strafe ftatutrt würde, die dem Unfug solcher von der Arbeit heimkehrender Schlingel, die sich gegen Passanten wie Indianer benehmen,
LandwirthfchaftlicheS.
m ^Die beste Aepfelsorte.) Welche Aepfelsorte in Deutschland der größten Belrebthert und der weitesten Verbreitung sich erfreut, ist durch eine Umfrage deS Deutschen Vomologen-Vereins und des Praktischen Rathgebcrs in Obst- und Gartenbau nunmehr entschieden worden. Ersterer hat ein Verzetchniß von 800 in Deutsch- lano angebauten Aepfelsorten an hervorragende Obstkenner mit der Bitte gesandt, jede m einer Gegend Deutschlands besonders bevorzugte oder beliebte Sorte anzustreichen. In den 46 an den Pomologen-Verein aus allen Theilen Deutschlands zurückgelangten Verzeichnissen fand sich in allen die Winter-Goldparmäne angestrichen. Der Praktische Rathgeber erhielt auf seine bezügliche Umfrage nicht weniger als 898 Karten und zwar in 211 derselben ebenfalls die Winter - Goldparmäne als die beste Aepfelsorte bezeichnet.
.— Mr die Kartoffelernte empfehlen sich folgende Rathschläge: Die Ernte selbst nehme man nicht zu spät vor. und wenn nur einigermaßen möglich, so wähle man zum Ausnehmen möglichst sonnige Tage, damit die Kartoffeln schon auf dem Felde gehörig abirocknen. Das sofortige Einsacken ist nicht räthlich. Aufs Sorgsamste muffen kranke, anbrüchige und sehr kleine Knollen schon auf dem Felde ausgeschieden werden. Man bringe außerdem, sollte es nur einigermaßen möglich sein, und auf dem Lande ist dies unbedingt durchzuführen, die Kartoffeln nicht sofort in den Keller, sondern auf trockene Plätze, die vor Regen geschützt sind, z. B. Scheunentennen rc. Man lasse hier dieselben noch einige Zeit liegen und nehme nochmals eine recht strenge Aus- suchung vor.^ Die Keller selbst lüfte man ja recht gut und sollte man es sich ermöglichen, so schütte man die Kartoffeln, besonders anfänglich, nicht zu hoch. Während des Winters müssen die Vorräthe streng im Auge behalten werden; ein zwei- bis dreimaliges Um- und Auslesen darf nicht versäumt werden, indem die große Ansteckungsfähigkeit kranker Knollen hinlänglich bekannt ist.
Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschaft.
Laubhütten-Schlußfest.
Mittwoch Abend 600 Uhr, Donnerstag Vormittag 8°° Uhr, Donnerstag Nachmittag 400 Uhr, Donnerstag Abend 62?, Freitag Vormittag 8°o Uhr, Freitag Abend 530 Uhr, Samstag Vormittag 8«o Uhr, Samstag Nachmittag 4°o Uhr, Samstag Abend 630 Uhr.
Obstvcrsteigerimg.
Dienstag, den 2. October,
Vormittags 9 Uhr, soll das Obst der Gemeinde Annerod, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen, öffentlich meistbietend versteigert werden.
Zusammenkunst'im Ort bei der Kirche. Annerod, 26. September 1888. Großh. Bürgermeisterei Annerod.
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Allgemeiner Anzeiger.
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Die Quarüergeber der am 17. und 18. Juli 1888 dahier einquartirt gewesenen Mannschaften vom Stabe und der 5. Batterie des Feldartillerie- Regiments Nr. 11, sowie der vom 2., bezw. 3.—14. Juli 1888 einquartirten Mannschaften des hiesigen Regiments werden hierdurch aufgesordert, ihre Vergütungen binnen 4 Wochen an den Zahltagen Dienstag, Donnerstag und Samstag dahier in Empfang zu nehmen, gegenfalls solche, gegen Abzug von 10 H Gebühr, durch den Kassediener überbracht werden.
Gießen, den 26. September 1888.
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