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lhunltche Verwerthung der vorhandenen Anlagen, insbesondere der kostspieligen festen Sohle des Ringgrabens; auch eine künstliche Hebung der gesummten Abwasser der Ali- stodt wird dabet zum Mindesten zeitweise erforderlich werden, wie solche jetzt schon bei Hochwasser durch die Pumpstelle auf der Westanlage bewirkt wird.

Die Ausarbeitung eines solchen Planes wird zeigen, ob die vorhandenen Zweige des Sladtbaches in den Rahmen des Gesammtentwurfs zweckmäßig sich ein­fügen, ob mit der Legung fester Sohlen dafür in der bisherigen Weise fortgefahren werden darf oder ob nicht vielmehr den entsprechenden Hauptableitungen andere Richtungen, etwa den einzelnen Straßenzügen folgend, gegeben werden müssen.

Zur Zeit schon enthält der städtische Voranschlag alljährlich Tausende für Zwecke

der Entwässerung der Lrtadt; die durch Ankauf der Benner'schen Schanze vorbereitete

Geradelegung der Nordanlage und damit die Verlegung der Einlaufvorrichtungen für den Stadtbach werden nicht mehr lange anstehen können, desgleichen ist zur Zeit schon

beschlossen und wird auch für die Folge nicht zu vermeiden sein die vollständige Um­

pflasterung ganzer Straßenzüge, welche dann aber vielleicht in Bälde zur Verlegung von Hauptdohlen unter die Straßen von Neuem aufgerissen werden müssen u. s. f.

Unter diesen Umständen erwächst dem Stadtvorstand die unaufschiebliche Pflicht, durch Beschaffung eines festen Entwurfes für die unterirdische Entwässerung der Stadt und strenge Einfügung der einzelnen Ausführungen in den Rahmen des Gesammt- planes dafür zu sorgen, daß nicht durch planlose Ausführungen nur der halbe Zweck erreicht wird oder zur Erreichung des ganzen doppelte Kosten aufgewendet werden müssen.

Die Aufstellung des Entwurfes selbst hätte etwa in der Weise zu geschehen, daß ein auf diesem Gebiet bewährter Fachmann (Lindley in Frankfurt, Kreißtg in Mainz, Steuernagel in Köln oder ein Anderer) ersucht wird, zunächst die Grundzüge eines solchen Planes vorzuschlagen und nach Feststellung derselben den Entwurf im Einzelnen durcharbeiten und veranschlagen zu lassen. Diese Arbeit kann wohl in einem Jahre erfolgen und für die Kosten derselben möchte zunächst der Betrag von 5000 JL genügen.

Die weitere Frage, ob und in welcher Zeitfolge ein solcher Entwurf verwirk­licht werden soll, ist billiger Weffe erst nach Aufstellung desselben und Berechnung seiner Aussührungskosten zu entscheiden; heute schon blindlings zu beschließenGießen muß auf's Beste entwässert werden" wäre fast ebenso verfehlt, als heute zu beschließen oder wie man wohl hören kann zu wiederholenGießen kann überhaupt eine zweckmäßige Entwässerung nicht aufwenden" und dafür L>tückweik zu schaffen.

Auch der Umstand endlich, daß Großh. Ministerium des Innern und der Justiz, den Gesundheitszustand der Stabt Gießen betr.", seit einigen Jahren seine besondere Aufmerksamkeit der Entwässerung der Stadt und der Beschaffung der erforderlichen Ausnahmen zugewendet hat, darf nicht gegen diesen Vorschlag oder für Vertagung des­selben vorgebracht werden; mit dem Vorgehen in dieser hochwichtigen Frage erst einen Druck der Aufsichtsbehörden abzuwarten, entspricht ebensowenig der Bedeutung unserer Stadt, als der Stellung des Stadtvorstandes."

Vermischte 4.

Vom 21. bis 23. Mai d. I. findet in Frankfurt a. M. der Deutsche Lehrertag statt. Auf der Tagesordnung stehen Jolgenbe Punkte: 1) der deutsche Lehrertag in seiner Bedeutung für die Einigung aller deutschen Lehrer; 2) die allgemeine Volksschule; 3) die ärztliche Beaufsichtigung der Schulen; 4) die Einführung der Volks- wirthschaftslehre und der Gesetzeskunde in den öffentlichen Unterricht; 5) die Nolh- wendigkeit einer entschiedenen und allgemein gültigen Vereinfachung unserer Recht­schreibung.

Im Laufe des ersten Quartals des Jahres 1888 haben in Hessen 49 Stiftungen und Vermächtnisse die Großherzogliche Bestätigung erhalten. Der höchste Betrag mit 27 500 JL fällt mit verschiedenen Bestimmungen an die katholische Kirche, an evangelische Kirchen kommen 2000 JL, an Gemeinden und Wohlthätigkeitsvereine 15 000 JL; israelitische Gemeinden und Vereine erhalten 950 JL

Berlin, 20. April. Ueber das Befinden des Reichstagsabgeordneten Hasen­clever entnimmt dasB. V. Bl." einem Briefe des Dr. Jastrowitz an die Gattin des Kranken Folgendes: Hasenclever hat sich in den letzten Wochen körperlich etwas mehr erholt, obwohl bei der großen, anhaltenden Unruhe desselben ein gutes körperliches Befinden nicht zu erwarten ist. Er befindet sich den ganzen Tag unter seinen Mtt- paticntcn, geht auch bisweilen für kurze Zeit in's Freie und entkleidet sich nicht mehr wie früher. Zu einer leichten geistigen Beschäftigung ist er nicht zu bewegen gewesen, er führt fast den ganzen Tag Selbstgespräche, spricht Alles wirr durcheinander und ist stets heiterer, gehobener Stimmung. Auch der Schlaf des Patienten ist ein wesentlich besserer, schon nach leichten Mitteln verbringt er den größten Theil der Nacht ruhig und in festem Schlummer.

Internationale Kunst- und Jubiläums-Ausstellung. Deutsch-nationale ?n n1 °erbe 1 ^LudJ1 cuurV9 Die teilenden ComitSs unserer beiden, großen diesjährigen

9rnafl»n U0^no ^aben gemeinsamen Durchführung einer großartig angelegten

Ausstellungs-Lotlene vereinigt. Wenn schon an und für sich diese Verbindung von zcumr- und Kunstgewerbe, welche also eine Combination der Gewinne aus beiden ^^ngestattet, einen ungeheuren Reiz hat, so sind auch die Gewinn-Chancen, welche diese Lotterie bietet, die denkbar günstigsten. Es ist nämlich Vorsorge getroffen, daß jeoes zweite Loos (die Ziehung entscheidet, ob jede gerade oder ungerade Nummer) gewinnt. Die Ausstellungsarbeiten nehmen einen fo rüstigen Fortgang, daß die Eröffnung der Kunstgewerbe-Ausstellung bestimmt am 15. Mai, die der Internationalen Kunst-Ausstellung am 1. Juni erfolgen wird.

Handel und Verkehr.

M "Ließen, 24 April. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund Ä 0 ?00 95, Hühnereier pr. St. 4 2 Stück 9 H, Enteneier 5 Ä Gänseeier,

St- 9-10 H, Kale vr. St. 4-7 A. Käsematte per St- 3 H, Erbsen per Liter 16 ,.nvLpcr Nter 30 H, Tauben per Paar JL 0.600.80, Hühner per Stück JL 0.90 bis 120, Hahnen per Stück JL 1.402.00, Enten per Stück JL 2 00230, Ochsen- steisch per Pfund 58-50 H, Kuh- und Rindfleisch 45-50 Schweinefleisch 5460

Hammelfleisch 54-64 H, Kalbfleisch 40-46 H, Kartoffeln per 100 Kilo JL 5 007.00, Zwiebeln per Gentner JL 13.00-14.00, Milch per Liter 12-18 H, Weißkraut Stück 000 zd).

Frankfurt, 23. April. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Ange­trieben waren 456 Ochsen, ca. 17 Bullen, ca. 438 Kühe und Rinder, ca. 272 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. OuaL JL 5658, 2. Qual. JL 4750, Kühe und Rinder 1. Qual. JL 50-52, 2. Qual. JL 4046 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Kälber 1. Qual. 5055 H, 2. Qual. 4550 H per 1 Pfund Schlachtgewicht.

Frankfurt, 23. April. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer JL 18,7519,00, fremder JL 18,2520,50, Roggen eff. hies. JL 14,0000,00, fremder JL 00,0000,00 Gerste effectin hiesige und Westerauer JL 15,0017,50, fremde JL 00,0000,00, Hafer eff. hies. JL 14,2514,75, fremder JL 00,0000,00.

Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen.

16. Woche. Vom 15. April bis 21. April 1888.

Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 19,15 °/y.

Kinder

Summa: 7 3 3 1

Es starbm an:

Zusammen:

Erwachsene:

im vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr:

Gehirnschlagfluß

1

1

Organischer Herzkrankheit

1 (1)

1 (1)

Selbstmord durch Ertrinken

1 (1)

1 (1)

-

Lebensschwäche

2

2

Keuchhusten

1

1

Gehirnentzündung _______

1

1

An m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Für die Ueberschwemmten gingen ferner ein: Freitags-Scatclub 6 JL, H. V. 5 JL, Gebr. Röhrle 20 JL, Restauration Haubach (von einer Hochzeitsgesellschaft) 9.10 JL, F. G. 5 JL, Scat im Postkeller 6 JL, L. F. 5 JL, Consum-Verein Großen- Buseck 60 JL. L. G. 4 JL, I. Haas 2 JL, zusammen 122.10 JL, mit den bereits früher quittirten Beträgen nunmehr 3224.12 JL

Weitere Gaben nimmt gerne entgegen

Die Expedition des Gießener Anzeigers.

Deutscher Schulverein.

Generalversammlung

am Donnerstag den 26. April, Abends 7 Uhr, im Cafs Ebel. Berichterstattung. Rechnungsablage. Vorstandswahl.

Hoffmann, Professor. A. Ricker.

bei

Kopfcongestionen

Verstopfung

neue Kartoffeln C. G. Kleinlienn.

Heute: la. Schellfische, Zander, Seezungen, Cavliau, Bratbückinge, Backfische, Bücklinge z. Roheffen, neuer Caviar,

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