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Telegraphische Depeschen.

LvsrN's telegr. «orresponde«) - Burea«.

Jena, 22. Jull. Das Fritz Reuter-Denkmal wurde heute feierlich enthüllt.

Pari-, 22. Juli. Der Präsident (5 arnot ist, von Vionvtlle kommend, Mittags in Romans eingetroffen.

Petersburg, 22. Juli. Von der gestrigen Parade in Krasnoje-Sselo wird noch gemeldet: Beim Parademarsch erregte die besondere Aufmerksamkeit des deutschen Kaisers die Gardeschützen-Brigade durch ihre stramme Haltung und ihren Schnellschrttt, ferner der Convoi des Kaisers Alexander durch seine Carriäre. Beim Vorbeimarsch seines Wiborger Regiments dankte Kaiser Wilhelm jedem Bataillon einzeln, indem er ihnen in russischer Sprache:Danke! Meine Braven!" zurief. Nach beendeter Parade dankte Kaiser Wilhelm dem Kaiser Alexander für das glänzende Schauspiel mit wieder­holtem Händedruck. Kaiser Wilhelm ernannte den Großfürsten Paul Alexandrowitsch zum Chef des Brandenburger Kürassier-Regiments Nr. 6, welchem er bis jetzt ä la suite zugetheilt war, ferner verlieh er dem Stadtpräfecten Gresser den Rothen Adlerorden 1. blasse. Vor dem Diner beim deutschen Botschafter machte der Kaiser Wilhelm per Dampfkutter einen Ausflug nach den Newa-Inseln und wurde überall von den Be­wohnern der Villen sowie von den auf den Jnselbrücken stehenden Zuschauern enthusiastisch begrüßt. Heute findet nach dem Gottesdienst in Peterhof ein Dejeuner an Bord der YachtHohenzollern" statt. Für später ist eine Besichtigung der deutschen Panzerschiffe sowie Galadiner im Peterhoser Schloß in Aussicht genommen. Gestern Nachmittag besuchten Kaiser Wilhelm und Prinz Heinrich die Königin von Griechenland, sowie die Großfürstin Alexandra Josifowna in Pawlowsk. Letztere geleitete die Gäste nach dem Bahnhof zurück, die Musikcorps spielten die preußische und die russische Nationalhymne. Das Publikum empfing den Kaiser mit enthusiastischen Zurufen.

Ne«»Peterhof, 22. Juli. Dem heutigen Gottesdienst wohnte Kaiser Wilhelm, Kaiser Alexander, die Kaiserliche Familie sowie Prinz Heinrich bei. Nach dem Dejeuner machten die Allerhöchsten Herrschaften eine Spazierfahrt. Nach dem heute Abend um 7 Uhr ftattfindenden Galadiner erfolgt eine großartige Beleuchtung des Parkes und um 11 Uhr die Abfahrt der Allerhöchsten Herrschaften nach Krasnoje-Selo, woselbst im Lager übernachtet wird, um morgen dem Exerciren der Truppen beizuwohnen.

Athen, 22. Juli. Der König reift heute Abend über Wien, Warschau nach Petersburg, und kehrt Anfangs October nach Griechenland zurück. Während seiner Abwesenheit wird Trikupis die Regentschaft führen.

Die deutsche Motte.

Der Umstand, daß vor wenigen Tagen zum ersten Male ein deutscher Kaiser auf deutscher Flotte hinausgefahren ist in das Meer, gibt Veranlassung, einen kurzen Rückblick zu werfen auf die Entwicklung und den gegenwärtigen Zustand unserer noch so jungen und doch schon eine Achtung gebietende Stellung einnehmenden Seemacht.

So mächtig auch in früheren Zeiten dasheilige römische Reick deutscher Nation" war, soweit seine Grenzen sich erstreckten, eine eigene Flotte hat es niemals besessen. Wohl durchfurchten die Schiffe der Hansastädte alle Meere, wohl landeten kühne Kauf­leute deutscher Nation an den entlegenen Küsten fremder Oceane, um Handelsverkehr mit den Eingeborenen zu treiben, allein schutzlos waren sie kriegerischen Anfällen preis­gegeben und nicht selten ging der erhoffte Gewinn durch Seeräuberei ihnen verloren. Noch häufiger wurden mit großen Opfern angeknüpfte Handelsverbindungen durch die Eifersucht anderer Nationen, die mit Seemacht auftreten konnten, wieder zerstört, ehe sie noch segenbringende Frucht hatten tragen können. Die Hansastädte wußten sich durch Selbsthülfe zu schützen und ihre Kriegsflotte war immerhin bedeutend genug, um wenigstens kleineren Staaten die Lust, sich an deutschem Eigenthum zu bereichern, gründlich zu verleiden. Aber mit dem Verfall der Hansa ging auch die Flotte zu Grunde und Deutschland war ohnmächtig zur See, wie zuvor.

Der große Kurfürst erkannte mit weitschauendem staatsmännischen Blick die Nothwendigkeit kräftigen Schutzes für den deutschen Handel. Er that den ersten Schritt auf dem Gebiet colonialer Erwerbungen und unter brandenburgischer Flagge segelte ein mit kriegstüchtiger Mannschaft besetztes Schiff nack Afrika. Allein seine Nachfolger wurden zu sehr durch Aufgaben, welche das Wachsen ihrer Landmacht ihnen auferlegte, in Anspruch genommen, als daß sie jenen Anfang zur Gründung einer Seemacht hätten weiter verfolgen können. Jene erste deutsche Colonie in Afrika verfiel und zur See trat der alte Zustand wieder ein.

Im Jahre 1848 wurde dann aus freiwilligen Beiträgen der erste Anfang einer deutschen Flotte geschaffen, aber nur, um schon nach kaum Jahresfrist unter dem Hammer des Auctionators ein schmachvolles Ende zu finden!

Der glorreichen Regierung Kaiser Wilhelm I. war es vorbehalten, auch auf diesem Gebiete bahnbrechend zu wirken. Schon in den sechziger Jahren trugen Kriegs­schiffe die preußischen Farben nach den fernsten Zonen, im Jahre 1864 lieferte die Flotte der überlegenen dänischen Seemacht ein ruhmreiches Treffen bei Jasmund. 1870 wagte die bei Weitem überlegene französische Flotte unter Admiral Bonet de Villaumez keinen Angriff auf die durch sie und Strandbefestigungen vertheidigten Küsten Deutschlands, und mit der Errichtung des Deutschen Reicks und der Ausdehnung des Machtgebiets desselben wuchs auch die deutsche Flotte mächtig empor. Riesige Panzerschiffe wurden gebaut, bis die Vervollkommnung der Technik es bedenklich erscheinen liefe, mit Kosten von Millionen diese schwimmenden Colosse zu errichten, zu deren Vernichtung ein einziges Torpedo ausreichend erschien. Marineminister von Caprivi brach entschlossen mit dem alten System und legte bei der Vermehrung des Flottenbestandes das Haupt­gewicht auf die Ausrüstung schnellsegelnder Kreuzer und der Boote, die als einzige Waffe das Tod und Verderben bringende Torpedo führen. In Bezug auf diese ist gegenwärtig Deutschland den größten Flotten der Welt nahezu ebenbürtig. Die alt- berühmte englische Seemacht ist durch unbegreifliche Vernachlässigung in einen Zustand gerathen, der sie als nicht einmal zur Verteidigung des eigenen Landes hinreichend erscheinen läfet, viel weniger zu erfolgreichen Angriffen auf fremdes Gebiet. Dagegen hat Frankreich für feine Stärke zur L>ee außerordentlich viel gethan, ebenfo Rußland, wenngleich in Rücksicht gezogen werden muß, daß gerade die Marine in Rußland sich den Einflüssen des Nihilismus in besonders hohem Grade zugänglich gezeigt hat. Haben wir einerseits alle Ursache, auf die in so kurzer Zeit errungenen Erfolge unserer Bestrebungen auf maritimem Gebiet stolz zu fein, fo liegt andererseits gegründete Ver­anlassung vor, zu stetiger, emsiger Weiterarbeit. Denn eine starke Seemacht ist die nothwendige Grundlage aller colonialen Unternehmungen, sie gibt ihnen, wie dem gelammten Handel, Kraft und Rückhalt, und wir können es als eine gute Vorbedeutung betrachten, daß unser junger Kaiser Wilhelm II. schon in den ersten Wochen seiner Regierung an der Spitze einer achtunggebietenden Flotte hinausziehl auf die blauen Wogen, mit der Macht des Krieges zu Zwecken des Friedens.

Lokales.

Gieße«, 23. Juli. Tagesordnung für die Stadtverordneten - Sitzung am Lo«nei-ta- den 26. Juli 1888, Nachmittags 4 Uhr.

1. Die Verwertung von Eichenstammholz im Gießener Stadtwald.

2. Verbesserung der Feldwege.

3. Reinhaltung der Straßen.

4. Gesuch des Fr. Reimer um Erlaubniß zur Anbringung eines Glaskastens.

5. Den durch den Garten des Kupferschmieds Zimmer ziehenden Graben.

6. Pflasterung eines Gäßchens auf dem Neuenweg.

7. Die Anbringung von Abschlußzungen an Schlammsängen.

8. Pachtvertrag mit Konrad Ahbach wegen der Sandgrube im District Neuheege.

9. Kostendecreturen.

10. Gesuch des Gabelsberger Stenographenverein um Uebetlaffung eines Schul- faales für Unterrichtszwecke.

11. Erbauung eines Schlachthauses.

12. Verpachtung eines kleinen Wiesentheils hinter den Eichen.

13. Vertilgung der der Landwirthschaft schädlichen Vögel.

14. Erbauung eines Mädchenschulgebäudes.'

15. Das Feuerlöschwesen.

16. Gesuch des Vorstandes des Allgemeinen Vereins für Armen- und Kranken­pflege um Wasserabführung.

17. Ueberflutbungen des Neustädter Feldes.

18. Gesuch des Weißbindermeisters Johann Häuser um Erlaubniß zum Bauen am Leihgefternerweg.

19. Gesuch des Bäckermeisters Heinrich Faß um pachtweise Überlassung eines Holzlagerplatzes am Lutherberg.

Aus der nächsten Sonntag den 29. Juli stattfindenden Kaiser-Regatta zu Ems wird dieGießener Ruder-Gesellschaft" im (Beiffrennen für Juniors durch Herrn Krailing vertreten fei. Krailing geht unter Eoncurrenz desWetzlarer Ruder-Clubs" und desBonner Ruder-Vereins" als Favorit an den Start und bringt hoffentlich, nach feinen Siegen in Frankfurt und Mannheim, auch dieses Rennen als drittes in der Saison siegreich heim.

Gieße«, 23. Juli. In Bezug auf die in unserer letzten Nummer aus Frank­furt gebrachte Correspondenz betr. die im Gebrauch befindlichen geaichten bayerischen Bierkrüge, insbesondere des Münchener Bürgerlichen Braubaufes, wird uns von zu­ständiger Seite mitgetheilt, daß ein derartiges Verbot für Gießen nicht existirt.

Am Samstag Abend gerietben zwei hiesige Kutscher im Stall ihres Dienft- herrn in Streit, wobei der eine eine Mistgabel ergriff und damit seinem Gegner mehrere bedeutende Stichwunden am Kopf und sonstigen Körperteilen beibrachte, welche die alsbaldige Verbringung des Verletzten in die Klinik erforderten. Der Thäter wurde verhaftet.

IlniverfttäLs - tzhrorriL.

Wie nach derKreuzztg." verlautet, soll nun doch die Berufung des Professors Harnack aus Marburg an die Berliner Universität (für das Lehrfach der Kirchen­geschichte) bestimmt in Aussicht genommen fein.

Prof. Kahl in Erlangen hat die Berufung nach Bonn angenommen.______

Vermischte s.

« « Dn'JP ö r m ft a b t, 22. Juli. Nachdem es unserer Schutzmannschaft in der ver- flofienen Woche gelungen war, zwei berüchtigte Taschendiebe (Italiener) hier zu ver- basten, ist es einem derselben heute Nacht gelungen, aus dem Arresthaus zu entweichen. Derselbe hatte sich im Laufe des Tages wahrscheinlich seinen Weg auf das Dach des Arrefthauses gebahnt, wo ihn heute Nacht ein Aufseher bemerkte. Derselbe rief ihm, anstatt das neben befindliche Polizeirevier zu allarmiren, zu, er möchte herunterkommen Da der Ausbrecher dem Zuruf nicht Folge leistete, schoß der Aufseher nach ihm und war derselbe nach erfolgtem Schuß verschwunden. Durch diesen Schuß wurde nun die Schutzmannschaft allarmirt, fand aber den Ausreißer nicht mehr vor. Derselbe hatte den Weg wahrscheinlich auch über das Dach des Pfandhauses genommen und ge­langte von hier aus in den Herrengarten, wie die vorhandenen Blutspuren zeigen. Die gesummte Schutzmannschaft fahndet eifrigst nach dem Ausbrecher.

, , r22, Juli, liniere Polizei hat gestern einen zweiten Langner

abgefangen. Der Fang scheint in der That ein guter zu sein, denn es steht jetzt schon fest, daß der abgefaßte Verbrecher an dem Ihnen unlängst gemeldeten Silberdiebstabl in der Lersnerstraße beteiligt gewesen, lieber die Verhaftung des Menschen, von dem man noch nicht weiß, wie er heißt noch woher er kommt, wird amtlicherseits Folgendes gemeldet:Heute Vormittag wurde ein angeblich aus Köln gebürtiger 45jähriaer Maler angehalten, weil er sich im Besitze eines aus einem hier verübtem Einbrüche berührenden Tuchs befand. Bei seiner polizeilichen Vernehmung machte er Angaben deren Prüfung geboten erschien und wurde er selbst zunächst im Polizei-Präsidial- gebaube zurückbehalten, während ein Criminal-Cornrnissarius sich nach seiner Wohnung begab, um daselbst zu recherchiren. Noch ehe sich ein weiterer Verdacht gegen den Fest­genommenen ergeben hatte, verlangte derselbe nach dem Abort geführt zu werden und brachte er sich daselbst mit einem gewöhnlichen Taschenmesser zwei nicht ungefährliche Verletzungen bei Die Ausbeute der Nachforschung in der Wohnung des Jnhaftirten war eine überraschend reiche; es wurden zahlreiche Schlüssel, Dietriche, eine aus Eisen conftruirte Winde zum Auseinanderbiegen eiserner Tratten, ein geladener Revolver diverse Schmuckgegenstände, einiges Silber und zahlreiche Pfandscheine über versetzte Werthgegenstände vvrgefunden und beschlagnahmt. Seine angebliche Ehefrau wurde gleichfalls verhaftet. Die weitere Untersuchung dürfte interessante Aufschlüsse über die hier ausgefuhrten Einbrüche zu Tage fördern." Es kann kaum zweifelhaft sein daß man es hier mit einem gefährlichen Einbrecher zu thun hat, der nicht nur Langner in feiner Vorliebe für Gold- und Silbersachen, sondern auch darin gleicht, daß er sofort Versuche macht sich der irdischen Gerechtigkeit zu entziehen. Unsere Polizei ist ver- muthlich durch den Langner'schen Fall hinreichend gewarnt und sorgt in absolut sicherer Weise dafür, daßder Maler" nichtentwischt" oder feine Selbstmordgedanken aus­fuhren kann.

Die Gattin eines hiesigen Kaufmanns ist mit einem noch sehr jugendlichen Commis (18 Jahre alt) durchgegangen. Dietreue" Lebensgefährtin hat in einem zurückgelassenen Brief erklärt, ihr Mann gefalle ihr nicht mehr.

Die Hessische Ludwigsbahn läfet am 28. d. M. einen Extrazug nach München abgehen, der 8*3 Uhr Abds. den dies.Ostbahnhof verläßt und über Treuchtlingen und Ingolstadt am 29. Juli, 9« Uhr Morgens München erreicht. Zu diesem Rüge werden Retourbillets mit 12tägiger Gültigkeit zum einfachen Fahrpreis ausgegeben die außerdem zur Rückfahrt mit jedem fahrplanmäßigen Zuge, der die betreffende Wagen- klasse fuhrt, berechtigen. Die Preise ab Frankfurt betragen für 1. Claffe 37 60 2. Claffe 26.30 JL und für 3. Claffe 14 JL Billiger kann man wohl kaum die inter­nationale Kunstausstellung besuchen und der Centennarfeier anwohnen Ein anderer Extrazug geht am 5. August, Abends 63» Uhr von Sachsenhausen nack Berlin Derselbe passirt Bebra, Nordhausen, Güsten und Magdeburg. Es werden zu diesem Rüge außer in Sachsenhausen in Offenbach, Hanau, Elm und Fulda Billets mit ca 50pCt Er­mäßigung und 45tägiger Gültigkeit für alle 3 Wagenklaffen ausgegeben

Auf der Post dahier erlebte man geftern eine unliebsame Ueberrafcbuna Vor einigen Tagen war hier ein Packet nach Mainz aufgegeben worden. Der Adressat war trotz aller Anstrengungen nicht auffindbar und das Packet kam daher nach Frankfurt mit dem Vermerkunbestellbar" zurück. Wie es nun in Mainz mit dem Adressaten ergangen, erging es hier mit dem Absender. Letzterer war ebenfalls nicht zu entdecken und da das Packet einen unangenehmen Geruch auszuströmen begann, beschloß man dasselbe zu offnen. Der Schrecken der Postbeamten war nicht klein, als sie beim Heben des Deckels eine Kindesleiche männlichen Geschlechts fanden, die in Verwesung über­zugehen anfing. Das unheimliche Packet wurde der Polizeibehörde überliefert die bis jetzt noch keine Spur des Absenders zu entdecken vermochte. Das Kind soll etwa 3 Monate alt und gewaltsam getödtet worden fein

= Frankfurt, 22. Juli. Heut- batten wir seit langer Zeit den ersten schönen regcnsreien Tag. Wie sehr die Menichheit, infolge des anhaltend schlechten Wetters nach frischer Lu,t und Bewegung im Freien lechzt, konnte man heute so recht wabr- nehmen. Tausende und Abertausende zogen hinaus in Wald und Feld; die Garten­lokale waren allerwarls von fröhlichen Menschen dicht besetzt und die Inhaber von Sommerwirthschaften zeigten seit vielen Wochen zum ersten Male wieder ein heiteres Gesicht.

An der Fertigstellung des Cent r al bahn Hofs ist in den letzten Monaten mit Etter gearbeitet worden. Bis zum Eröffnungstermin (15. August) dürfte bis auf Kleinigkeiten alles vollendet fein. Vor dem Eingang sind jetzt schon hübsche gärtnerische Anlagen zu sehen, die Droschkenhallen sind fertig, die Perronhalle ist freundlich gestrichen und gemalt, die Säle stehen vollendet, die Uhren sind bereits in Betrieb gefetzt, im Vestibüle sieht man die Billetausgaben zur Benutzung bereit, die Beleuchtungs­anlage ist fertig, kurz, der Riesenbau hat in letzter Zeit gewaltige Fortschritte gemackt Wie großartig das Werk ist, kann nur Der richtig bemessen, ber dm Bau sieh? Daß er nach seiner Eröffnung das Ziel Tausender sein wird, unterliegt feinem Rroeifel .^Schnell ?Srafyo 3n wahrhaft tragischer Weise hat dieser Tage das Ver- hangniß einen böhmischen Wilderer unmittelbar nach einem blutigen Verbrechen ereilt Einige auf dem Heimweg befindliche Dorfmusikanten fanden im Revier der Oberförsterei Steinbach bet Annaberg einen Waldheger in feinem Blute. Der Beamte war mit einem Wildschützen zusammengetroffen und von diesem durch Brust und Hals geschossen Eilig berbeigeholte Forstleute entdeckten * in der Nähe des Thatortes die Schweißspur eines Wildes Dieser gingen sie nach und sie fanden im Dickicht den Wildschützen tobt neben einem feisten Rehbock liegend. Der Mann hatte den Waldheger niedergeschossen dann