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Berlin, 23. April, 11 Uhr 20 Min. (Prioaldepesche). Ein Bulletin von heute morgen meldet: Der Kaiser hatte eine durch Husten unterbrochene, aber sonst leidliche Nacht. Das Fieber ist niedrig.
Telegraphische Depeschen.
Wolff's lelegr. Correspondenr» Bureau.
90*' W?pr11’ „Köln. Ztg." bemerkt in Berichtigung ihrer Mittheilung
vom 20. d., mit der gemeldeten Sendung von sechs Millionen Rubel Orient-Anleihe- scheme von Petersburg nach Berlin verhalte es sich näherer Erkundigung zufolge so, daß die e Scheine behufs Erlangung neuer Zinsscheine zu denselben vorher n^ch Ruß- land gesandt worden waren, weil sie keine Zinsschein-Anweisungen haben
m „daris, 22. April. Der Ministerpräsident Floquet empfing heute eine ihm von Deputirten des Seine-Departements vorgcstellte Studenicn-Abordnung, weiche ihm eine das Verhalten der Polizei in den letzten Tagen überreichte. Floquet ersuchte die Delegirten .hrc Genossen zu ermahnen, sich ruhig zu verhalten und erklärte, er sei entschlossen, die Ordnung aufrecht zu erhalten und Störungen derselben energisch zu unterdrücken. Wenn ein brutales Vorgehen der Polizei nachgewicsen werde, so werde er gegen die Schuldigen einschreiten. 1
. 22. April. Am gestrigen späteren Abend fanden weitere Manifestationen
der Studenten nicht statt. Nach 11 Uhr hatte das Quartier Latin wieder ,-in gewöhnliches Aussehen. An verschiedenen Punkten hielten sich zwar noch einige Gruppen auf, aus deren Mitte Rufe ertönten, doch nahm die Zahl der Manifestanten immer mehr ab.
n 22 April. Gestern Abend fanden auf den Boulevard einige De
monstrationsversuche statt, welche jedoch leicht verhindert wurden. Der Cabinetspräsident Floquet ließ sich um Mitternacht auf der Präfectur die Berichte über alle im Laufe folgten Zwischenfälle vorlegen. - Boulanger wohnte dem Ballfest der Gesellschaft „Femmee de monde* bei.
Stunde des Ablebens vorausg-sagt habe. Auch ist di- Angabe falsch, daß der Kaiser zur Bekämpfung des örtlichen Leidens Arsenik bekomme und gewisse Äußerungen verzweifelnder Entsagung, die man dem Kaiser zuschreibt, mögen wohlgemeint sein, entgingen aber der Phmrtafte ihrer Verbreiter. Der Kaiser ist bet vollständig klarem Bewußlscttt er hat gestern und selbst heute noch Unterschriften vollzogen und trägt sein schweres Geschick ohne Klagen wie ein Held. 0
... -Berlin, 21. April, 11-16 9?. Im Befinden des Kaisers ist im Laufe des Nach- 21* £n?r 2tBenrb,8 ci™ lachte Besserung eingetreten. Nach längerem Schlaf fühlte sich der Kaiser wohler, die Athmung ist leichter, das Fieber ging in den Abendstunden, wo es sonst zu steigen pflegt, erheblich zurück. Die Aerzte sehen der Nacht ohne Besorgnis entgegen.
h m Das Bulletin von 8>/r Uhr Abends lautet: Bei
dem Kaiser hat sich heute das Fieber etwas ermäßigt, das Allgemeinbefinden ist etwas besser. 1
„ „ Mackenzie, Wegner, Krause, Hovell, Lepden.
, „ derlin, 21. Aprtl. Das Befinden Seiner Majestät des Kaisers war Mittaas T Ar° Majestät die Kaiserin Augusta, die Meiningenschen und Jüdisch en Herrschaften verweilten seit 12«/, Uhr im Schloss- zu Charlottenburg. — Sc. Mazestat der Kaiser empfing heule Vormittag den General ». Winterfeld zum Bortrage. 0
— Die „Nordd. Alla. Ztg." hebt die seltene Standhaftigkeit des Kaisers her- vor und theilt die erschütternden Worte mit, welche der Kaiser kürzlich dem Kronprinzen auf em Blatt Pap er geschrieben habe: „Lerne leiden ohne zu klagen, das ist das Einzige, was ich Dich lehren kann.
e .r - .Die Stimmung ist in Charlottenburg in der Umgebung Sr. Majestät des Kaisers und bei den Aerzten heute eine recht ernste, auch Professor Leyden und Professor Senator standen bei ihrer Rückfahrt von Charlottenburg dem Publikum nicht Rede, sondern verwiesen auf das Bulletin.
»rrlltt, 22. April. Bulletin von Vormittags 9 Uhr. Der Kaiser batte eine ruhige Nacht, das Fieber ist wieder ermäßigt, das Allgemeinbefinden besser.
r, dtklirr, 22.^1, 11.58 V. Auf Grund der heutigen Morgenkonsultation erfahren wir, daß der Kaiser von Mitternacht an längere Zett geschlafen hat. Das Lieber ist gegen Morgen noch weiter zurückgegangen. Das Allgemeinbefinden ist gleich- falls bcsftr, Athemnoth besteht nicht mehr, dte Ernährung ist gut. Dte Nachricht ein7s hiesigen Blattes, daß Professor Bergmann dte Unterzeichnung eines der Bulletins abgelehnt habe, rst falsch.
22. V5 s' rr „Nordd. Allg. Ztg." meldet in einem Extra- blatt. Die Nacht war bei dem Kaiser zwar häufig durch Husten und Auswurf unterbrochen, indessen war doch zeitweilig ruhiger Schlaf, der dann auch gleichzeitig mit e^nem geringeren Fieber etwas stärkend auf den Zustand und die Stimmung des Patienten gewirkt yat. Wesentlich erhaltend wirkt die trotz geringen Appetits nicht ÄÄ reichhaltig- Aufnahme von Nahrung, deren hauptsächlichsten Bestandtheil Milch bildet, die aucy gerne genommen wird.
, 22. 5 5 92. Im Befinden des Kaisers ist eine
entschiedene Besserung emgetreten. Die Abnahme des Fiebers ist anhaltend, die Krisis gilt als überwunden.! '
^.^^derlitt, 22 April ^er Kronprinz und die Kronprinzessin, Prinz Heinrich, der Erbprinz und die Erbprinzessin von Meiningen mit ihrer Tochter Feodora besuchten heute Mittag das Kaiserpaar in Charlottenburg.
Vermischte-.
△ M a in z, 22. April Die Gegensätze zwischen Meister und Gesellen des Maurergewerkes verschärfen sich von Tag zu Tag und sind die Hoffnungen auf eine DeS nieder bedeutend geschwunden. In einer heute Nach- mittag stattgehabten von hier und den umliegenden Orten sehr zahlreich besuchten Ve7- ?nr ^cb!mCmrourbf vou verschiedenen Rednern betont, daß alle angeblichen Zugeständnisse der Meister und Bauunternehmer nur leere Redensarten seien, denen -0Wßünh^ Festhalten an den ersten Beschlüssen der Lohncommission lOstundtge Arbeitszeit bet einem Lohn von 40 Pfennig pro Stunde — dringend
.Erscheine urü) die von den Gehülfen gemachten Vermittelungsvorschläg/als C^t?n0an01 Jtu ^trachten seien. Die Versammlung, in der eine sehr ntöer= einen Sieg herrschte, entschied sich einstimmig in diesem Sinne.
Montag wird ein großer Zuzug auswärtiger Maurer befürchtet weshalb in der Versammlung die allgemeine Mahnung erging, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß dte auswärtigen Collegen hier nicht in Arbeit treten. 9
; 5x ^n dem hiesigen Bicycle-Club heute hier veranstaltete Radfahrer- sich eines sehr zahlreichen Zuspruchs auswärtiger Radfahrer. An den ?-fahren, die in der festlich geschmückten Stadthalle stattfanden, betheiligten sich auch 4 fremde Banner und fanden dte auf dem Zwei- und Dreirad elegant ausgefuhrten Evolutionen bei dem Publikum reiche Anerkennung Dem Preisfahrm ging eine Corsosahrt durch di- Hauptstraßen der Stadt voraus, di einen sehr freundlichen Eindruck machte. ' ulc
- Wegen wissentlich falscher Denunciation dictirte die hiesige Strafkammer gestern einem reichbegüterten Landwirth aus Ludwigshöhe die strenae ober o-r-M- Strafe von 5 Monaten G-sängntb. Derselbe hatte -in armes Mädchen mtt de? er ttn l°'S°n^weres V-rhältniß gehabt hatte bei der Staatsanwaltschaft ohne jeglichen Grund -erfcht-d-n-r Betrügereien bezichtigt. Der herzlose Geliebte glaubt- sich auf diese Art des armen Mädchens entledigen zu können. ' 1
Frankfurt a. TL, 22. April. Die Zeichnungen für das Kaiser- e l m-Denkmal nehmen einen so erfreulichen Fortgang - es sind schon über gegetdbnet worden — daß sich bas Comitö bereits mit der Platzsraae 6e- lchüf"gt. Hoffentlich gibt diese nicht zu Differenzen Anlaß. — An der Fertigstellung bn *11116 a 6 n 6 ofe8 roitb eben mit aller Anstrengung gearbeitet, damit
der in Aussicht genommene Eröffnungstermin — man nennt jetzt den 15 '’funt — cing-hal -n werden kann, lieber den Eindruck, den der gewaltige Bau aus der ^erne -nacht, sind di- Ansichten sehr getheilt, es dürste aber jene vorwiegm welche den Bau
Handel und Verkehr.
/ gedrückt bezeichnet. Dieser Eindruck verliert sich aber total, wenn man in h«a m nÄ e J J h '""m^butltch die mächtigen Hallen sieht- ich habe noch Niemand gehört, der beim Betreten des Bahnhofes nickt überragt -'ciemanden
Bau nicht imponirt habe. In den 3 Hallen s Jnel dem der
P-L ÄS S&gi
Käs, sä Äör Fran?furfv°llaüs wL'dig." E°ntr°lb°hnh°f if/ d-r großen und reich°-?St°adt -in in,Ilmbau b-^dttch-kLohnhaus e^^Bti jcht"sind^il
hervorgeholt die Anzahl d-r V-?wund°t-n ist no^nich^b-kann. " Xtäauta - , ty dunkle Geschichte.) Ein Schorn st einfeaeraebilse
n H^wburg einen in einer Wirthschaft in der Neustadt 6^pnD°r angestellten 9? eger wegen Diebstahls an. Derselbe soll in finsterer ?c^cr eing-drung-n fein und d-mf-lb-n einen schwarzen RoF-nt- Jndusti?-, bk @01bfM^VSe>to^ff*b)0r r?na?berum ’W Z-MZMOMWW
unb Hen£öerie
bare Mun^n^'V" ben ?u drängen. Schanda batte fidoch bereits urÄ daß
«eß ihn unBmüalto^n^a^M fr? Ie8n bcn! Unglücklichen einen Nothverbanb Heg lyn unverzüglich in das hiesige allgemeine Krankenhaus überführen. °
Landwirthschaftliche Nachrichten.
(Nachdruck verboten.)
«Woit d-r »mmizttn Stato6«tre ju $ranflurt a. M
Opernhaus.
G-wöhLchkPr-ise." ß^en«rin- ^sa: Fräulein B-tt-r als Gast.)
, Mittwochs den 25. April: Vorstellung bet ermäßigten Preisen. Der aebörnte Siegfried Hierauf: Stegfried's Tod. Außer Abonnement gehörnte G-wöhEe" Prttse. $tptU: ?ieu einf,ubirt: Sommernachtstraum.
Rach? Außer Monn-mmtz'' ®Otfte“un8 M ermäßigten Preisen. Krimhild's liche P«isE°0 28‘ Akd'a. (Aida: Fräulein Beiter als Gast.) Gewöhn-
Sonntag den 29. April: Der Troubadour. Gewöhnliche Preise schwere" G-wöhnlichkPrtt's-.^^ ®CftCn bt§ Ehor-P-nstonssonds. Der Ver-
-x . Schausplelhatt».
Große Pr-ffe " " ’ in d-r man sich langweilt.
Mittwoch den 25 April: Dukatenprtnz mit Mizekado. Große Preise. Donnerstag den 26. April geschlossen. 6 y?r°BC 4$re ’
Freitag den 27. April: Die Glocken von Corneville. Große Preise.
hÄSi?“ e‘" “•l.“
Sonntag den 29. April: Dukatenprtnz mit Mizekado. Große $reik
Kirchliche Anzeigen der evangei. Gemeinde.
d,s Montag, Abends 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinktnderschule, 2. Brief Lcr§ ^?dannes, von Vers 5 an, der Wandel in Wahrheit und Liebe: Pfarrer ur. ^caumann.


