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den Schnellzug herankommen

zu vermeiden, aber es war

Vermischtes.

Worms, 20. November. [3 u b i l ä u m § f c ft.] Am gestrigen Abend sand die jährlich wiederkehrende Feier für diejenigen Arbeiter des Hauses Cornelius Hkyl statt, welche :r. diesem Jahre ihre 25jährige Dienstzeit zurückgelegt haben. Im festlich geschmtickten Vereinshause der Fabriken versammelten sich, derW. Z." zufolge, die gesummte Principalität, die Vorstände der verschiedenen Fabrtkoereine, der Gesang- und J^strumentalveretne, sowie die Arbeitsgenossen der Geleierten aus den i" Betracht komwcnden Werkstätten, im Ganzen etwa 300 Personen. Freiherr v. Heyl drückte den Jubiläen den wärmsten Dank für die in so langer Arbeitszeit bewiesene Treue aus, indem er betonte, daß das moderne Worms nicht nur wegen der Bedeutung seiner Industrie, sondern wesentlich wegen des hierorts erreichten glücklichen Verhältnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeiter in Ansehen stehe, während die Chronisten früherer Jahrhunderte hauptsächlich auf den Retchlhum und die von der Natur gegebene Frucht­barkeit der Gegend hingewiesen hätten. Durch die deutsche Soctalpolitik wurden jetzt diejenigen Maßnahmen, welche zur Begründung dieses guten Verhältnisses besonders beigetragen hättenwie beispielsweise die Jnvalidenversorgung, durch gesetzliche Be­stimmungen eingeführt. Die deutsche Nation bekunde damit, daß es der einmüthige Wille der Mehrheit sei, dem fleißigen und pflichttreuen Arbeiter die Sorge abzunehmen, welche die größte sei, nämlich diejenige um die Unsicherheit der Existenz in den Tagen des Alters und der Arbeitsunfähigkeit. Nach herzlichen, durch den Jubilar Sturm gesprochenen Dankesworten folgten abwechselnd Lieder- und Jnstrumentalvorträge der gut geschulten Vereine, welche die fröhliche und festliche Stimmung bis in den späten Abend hinein in anregender Weise erhöhten.

Univerfitäts-Ehronik.

Gießen, 21. November. (Poliklinischer Assistent.] Nach einer an die Stände gelangten Regierungsvorlage hat sich für Die chirurgische Klinik der Universität, bei welcher dermalen zwei Assistenten angestellt sind, die Annahme eines weiteren poli­klinischen Assistenten als Bedüriniß herausgestellt. Die Zahl der stationären Kranken in der chirurgischen Klinik beträgt pro Tag 90 bis 100. Jeder der beiden Assistenten hat demnach täglich 40 bis 50 Kranke zu behandeln. Die Zahl der die poliklinische Sprechstunde besuchenden Kranken erreichte in diesem Jahre die Zahl von 2500, wovon die meisten hätten abgewiesen werden müssen, wenn nicht ein Privatdocent die Sprech­stunde unentgeltlich übernommen hätte, was diesem auf die Dauer nicht zuzumuthen ist. Es werden deßhalb ferner jährlich 1800 JL behufs Annahme eines weiteren poli­klinischen Assistenten für die laufende Periode begehrt.

Der erste Assistent der chirurgischen Klinik in Würzburg, vr. Middel- dorpf, hat aus Gesundheitsrücksichten seine Stelle niedergelegt. An dessen Stelle tritt der bisherige zweite Assistent Dr. M. Jungengel und zum zweiten Assistenten wurde Dr. Heigl ernannt.

Dr. Hansen, der bisherige Assistent der mit der Universität Erlangen ver­bundenen Untersuchungsanstalt für Nahrungs- und Genußmittel, hat sich am Poly­technikum in Darmstadt habilittrt.

Der Chemiker Professor Victor Meyer in Göttingen erhielt einen Ruf nach Heidelberg an Bunsen's Stelle.

' boI mehrere besetzte Waggons heruntergekollert wären

' J"!°s,en beider Zuge beschreiben die Empfindung beim Zusammenstoß dahin, daß Ne i lammtlich in die Hohe oder unter di- Bank geschleudert worden seien, daß dann ein i zweiter Stoß erfolgte und hierauf, wie zumeist in solchen Lagen, zunächst lautlos- Still" J elnr' .Erst als man sich vom ersten Schrecken erholt, wurden die Coup«s aufgalff en heraus, um zu Horen und zu sehen, was vorgegangen. Der unverletzt

r fl^Hebene Theil des Zuges Nr. 44 brachte die Reisenden nach Frankfurt. Mit den i Aufraumungsarbeiten ist anscheinend schon während der Nacht begonnen worden

früb ba8 re^tfifeitifle Geleise frei. Die Locomotive machte am 5 ^sten Schwierrgkeiten. Dieselbe ist übrigens erheblich beschädigt. Seit den frühesten Morgenstunden zogen ganze Schaaren Neugieriger hinaus zu der Unglücksstelle, vielleicht ' "^niger um zu sehen, denn um zu erfahren, ob Menschen verunglückt seien. Während der Nacht hatte sich nämlich Niemand gründlich orientiren können, man kann sich also f qnrftreSCn,r 6roß die Beunruhigung war. Ist nun auch gottlob ein Verlust an beklagen, fo~ ist dagegen der Verlust an Material ein ganz ! beträchtlicher. Die Hohe desselben laßt sich ziffermäßig nur schwer angeben, es sind i £berr drei Wagen und eine Locomotive zerstört resp. stark beschädigt, außerdem sind die Telegraphenleitung und das Geleise sehr mitgenommen. Untersuchung wurde sofort etngeleitet. Die Betriebsstörung wurde bald beseitigt; die Züge wurden vor der Hand über Sachsenhausen geleitet.

. - Der Selbstmörder Leux ist nicht der bekannte Bootsbauer, sondern der Schiffe

- un\.J?artbcy i^arl Leux. Ter völlig gleichlautende Name scheint die unliebsame Ver­wechslung heroorgerufen zu haben.

Gräfenhainichen, 20. November. Heber ein entsetzliches Unglück, welches sich am vergangenen Sonntag in Golpa ereignete, werden folgende Einzelheiten bekannt: Der Stetnbruchsarbeiter Huth daselbst sand am Sonntag Vormittag beim Aufräumen einer Bodenkammer seines Grundstücks einen blechernen Behälter, der wohl schon mehrere Jahre dort gelegen haben mochte, der sich aber mit bloßen Händen nicht offnen ließ Neugierig, was wohl die Büchse enthalten möchte, nahm der Mann dieselbe S-Lrna?r u Wohnstube, wo er dieselbe zunächst aufzuthauen versuchte. Doch die Buchse blteb verschlossen und da bte Neugierde des Mannes auf das Höchste gestiegen war, nahm er den Gegenstand mit nach dem Hofe, um dort die Ocffnung mit Hilfe emer Mistgabel vorzunehmen. Ihm nach folgten seine sechs Söhne im Alter von 18 , 2' 5 und 3 Jahren, welche sich um die dort niedergelegte Büchse schaarten'

Als der Vater nunmehr mit der Gabel in die Büchse stach, erfolgte eine entsetzlich^ Explosion, da der Inhalt aus Dynamit bestanden hatte. Alle 7 Personen wurden in vle Lust geschleudert, ein Kind flog bis hinüber in ein Nachbargeböft. Der Vater und fünf Kinder wurden entsetzlich verstümmelt und blieben auf der Stelle tobt, während der elfjährige Knabe mit Verletzungen des Gesichts und der Augen davonkam. Die Mutter befand sich glücklicherweise in der Stube und zwei weitere Kinder befanden sich nicht zu Hause. Die Detonation, welche die Explosion verursachte, war weithin ver­nehmbar; der Hofraum des Grundstücks bot das Bild eines Schlachtfeldes Theile menschlicher Körper lagen überall umher; mehrere Häuser sind arg beschädigt und ist im ganzen Dorfe fast feine Fensterscheibe unversehrt geblieben. Das Jammern der Angehörigen der Verstorbenen nahm kein Ende.

Ueber Creditverhältnisse hielt in der letzten Sitzung deS Vereins junger Kaufleute in Graudenz Herr £). Kuhn einen Vortrag, der auch für weitere Kreise Interesse bietet. Die großen Verluste, die Tag für Tag vom Handelsstande beklagt werden, sind, so führte Herr K. kurz aus, in den meisten Fällen darauf zurückzuführen, daß die Kaufleute Credit gegeben haben, ohne vorsichtig die Creditwürdlgkeit des Nach- suchenden geprüft zu haben. Der Hauptwerth wird meist auf Vermögen, Geschäfts­gang u. s. w. gelegt, man sollte aber ebensoviel Werth auf die moralische Seite, auf die Solidität des Charakters des Creditnehmers legen, denn diese biete die beste Gewähr. Ein Geschäft kann gut gehen und einen bedeutenden Gewinn abroerfen, der Inhaber fann reich geheiratet haben, aber daraus folgt noch nicht die Creditwürdigkeit desselben, denn der Inhaber kann ein Verschwender sein, leidenschaftlich spielen, übermäßig Auf­wand für die Familie treiben, so daß Geschäftsgewinn und Vermögen in Frage gestellt werden. Deshalb ist der Creditgeber, der den Hauptwerth auf die moralischen Eigen­schaften des Credttsuchers legt, der eigentliche Praktiker; denn der solide und ehren­hafte Charakter bietet auch bei kleinem Geschäft und geringem Vermögen in den meisten Fällen eine größere Sicherheit als der scheinbar größere Reichthum, dem die Solidität fehlt. Dies muß man auch im Auge behalten, wenn man kaufmännische Auskünfte gibt. Redner wies dann darauf hin, daß durch die Schleuderpreise die geschäftlichen Verhältnisse untergraben und der Credit geschädigt wird. Concurs und Verarmung auf der einen, bedeutender Geschäftsverlust auf der anderen Seite sind die Folgen dieser Schleuderei. Junge Anfänger namentlich, welche mit geringem Kapital arbeiten, Ver­salien häufig, um im Anfänge einen größeren Umsatz zu erzielen, in den Fehler der Schleuderet und geraten so bald in Concurs, well sie nicht genug verdienen. Kein Wunder ist es daher, wenn dann das Publikum an der Solidität des ganzen Handels­standes zweifelt. Besser tut ein Anfänger, wenn er weniger verkauft, aber dabei mehr verdient, die Käufer reell bedient und sich dadurch eine feste Kundschaft erwirbt. Ein großer Uebelftanb im Credltwesen ist es, daß solche Anfänger mit Creditanaeboten förmlich bestürmt werden und, dadurch verlockt, sich ein größeres Lager anschaffen als sie gebrauchen. Wenn dann Zahlung für die zu viel angeschafften Waaren verlangt wird, so fehlt das Geld und das Unheil ist da. Die größere Schuld liegt in diesem Falle auf Selten des Creditgebers. Das leichtfertige Credltgeben muß vor allen Dingen aus der Welt geschafft werden. (Der Geschäftsfreund.)

(Rache.] Der in einer Färberei zu St. beschäftigte Maschinenheizer K. war ;u dem Dienstmädchen seines Brodherrn, der Marie I., in heißer Liebe entbrannt und das hübsche, abreite Mädchen war dem fleißigen und ansehnlichen K. ebenfalls zugethan, so daß beide ernstlich daran dachten, sich zu verheiraihen. Doch das Schicksal drängte sich in Gestalt eines Dragoner Unteroffiziers zwischen die beiden liebenden Herzen. Es war am vergangenen Sonntag, als K. seiner Marie mittheilte, mit ihr am Nachmittage ausgehen zu wollen; aber mit auffallender Kühle erklärte ihm das Mädchen, daß sie heftigen Kopfschmerz habe und deshalb vorziehe, zu Hause zu bleiben. Als K. nun am Sonntag Abend in großer Mißstimmung früher als gewöhnlich aus seinem Vereinslokal helmkehrte, überschritt er eine Brücke und mußte dort zu seiner großen Ueberraschung gewahren, wie Marie zärtlich am Arme eines Dragoner-Unteroffiziers einherstolzirte. Ein teuflischer Plan reifte in K.'s Gebirn. Des Montags wird die Arbeit in der Färberei etwas zeitiger beendet und Marie nahm dann in einem der unbenutzten Färberbottiche ein Bad. Dies sollte nun am vergangenen Montag wieder geschehen und K. hatte solches erfahren. Marie, die Jungfer Köchin, batte das neu zugezogene Hausmädchen überredet, das Bad mit ihr zusammen zu nehmen, was auch geschah. Nach kurzer Zeit aber stürmten beide Mädchen jammernd und nur halb bekleidet in die Wohnung ihrer erstaunten Herrschaft; beide waren am ganzen Körper blau gefärbt und alles Waschen und Seifen half nichts, die Farbe war echt. K., welcher am andern Tage das Jammern der beiden Mädchen hörte, gestand seinem Arbeitgeber, daß er aus Rache Blauholz in den Bottich geworfen habe, damit Marie's Teint besser zu dem ver­haßten Dragoner passe. Da sich K. mit seiner blaugefärbten Ungetreuen wieder au8- föbnte, so wurde ihm von Seiten der Mädchen verziehen, auch verbleibt K. auf Bitten derselben in seiner Stellung. Es dürften wohl mehrere Wochen vergehen, ehe es den Mädchen gelingt, sich wieder weiß zu waschen.

einer Gesammtzuchthausstrafe von 6 Jahren, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrcchßl auf die Dauer von 5 Jahren und zur Tragung der Kosten verurtheilt.

Gießen, 22. November, lieber das Auftreten von Marie Soldat (welche kommenben Sonntag im zweiten Concert des Concertverelns Mitwirken wird) in London (Saison 1888) schreibt dieKölnische Zeitung" vom 9. März 1888 Folgendes:Im Donnerstag-Concert des Bach-Chors in St. James's Hall erregte die jugendliche Viollnsi elerin Fräulein Marte Soldat durch den Vortrag des Brahms'schen Violin- Eoncen ein solches Aufsehen, daß die Kritiker in einer Art von Widersinn des Erstaun s sich entschlossen haben, angesichts der mit spielender Leichtigkeit überwundenen ungeheuren Schwierigkeiten des Werkes ihr Endurtheil für ein zweites Auftreten vor- zubehallen. Daß eine blutjunge Dame im Stande ist, die Cadenz am Schluffe des ersten Satzes, welche an die Kunst des Spielers die größte Anforderung stellt, so voll­kommen zu meistern, stand bisher nicht im Möglichkeitsprogramm der Kritik. Der Eomponist Stanford hat das Verdienst, Fräulein Soldat für England entdeckt zu haben."

Gießen, 22. November. (Theater.] Heute Abend wird das mit so großem Beifall gegebene LustspielHerr und Frau Doctor" wiederholt. Da in der Haupt­rolle eine neue Besetzung stattfindet, so wird die Vorstellung dadurch interessanter und laden wir zu fleif; gern Besuche ein.

Auf die Freitag den 23. d. M. stattfindende Aufführung von G. von Moser'.s Der Bibliothekar", Lustspiel in 4 Acten, erlauben wir uns hiermit ganz besonders hinzuweisen, da oas betreffende Stück eines der wirksamsten und besten des genannten Dichters ist. Die Hauptrollen befinden sich in bewährten Händen, so die Edith, welche von Frau Dir. Reiners in gewohnter Weise muftergilttg dargestellt werden wird. Nennen wir noch neben Herrn Taußig, der den Macdonald spielt, Herrn Dir. Reiners in der komischen Rolle des Schneiders Gidson, Frau Hellmuth als Sarah, die Spiritistin, Herrn Pieper als Marsland und Herrn Sternau als Lothair, so können wir überzeugt fein, daß uns ein genußreicher Abend beoorsteht.

Frankfurt, 21. November, lieber das Eisenbahnunglück, welches gestern Abend bald nach 10 Uhr zwischen Station Louisa und der Staatseisenbohn- brücke oaffirte und von dem Sie schon in der gestrigen Nummer Ihres Blattes Notiz nahmm, kann ich Ihnen noch folgendes Nähere berichten. Der Personenzug Nr. 44, welcher 1015 im hiesigen Hauptbahnhof eintreffen soll, mußte vor.der Brücke weshalb ist noch nicht bekannt warten. Beamte des Zuges gaben an, der Zug habe länger als 10 Minuten vor der Brücke halten müssen und das stimmt auch mit dem Zusammen­prall der Zuge überein, denn 1025 soll der Baseler Schnellzug Nr. 6 in den Bahnhof einlaufen. Schier unbegreiflich ist es, wie dem Personenzug das Haltesignal gegeben werden konnte, obgleich man wußte, daß der Schnellzug auf demselben Geleise so bald Nachfolgen werde. Als der Führer des Zuges Nr. 44 ' ' ~

iah, gab er zwar sofort Dampf, um den Zusammenstoß 0 , ...

bereits zu spät. Der Personenzug hatte sich kaum in Bewegung gesetzt, da brauste der Baseler Schnellzug heran und fuhr mit voller Wucht in den ersteren hinein. Zweifellos ist das Unglück durch die Achtsamkeit des Führers des Personenzuges gemildert worden, immerhin aber ist das Unglück beträchtlich genug, namentlich wenn man bedenkt, daß es^so dicht vor dem Hauptbahnhof stattfinden konnte. Die Schnellzugsmaschine zer­trümmerte die beiden Endwaggons, Güterwagen des Personenzuges und warf sie die hohe Böschung hinab. Der eine dieser Wagen riß eine Telegraphenstange mit und zerstörte die Leitung. Der zweite Güterwagen ist geradezu zersplittert, von ihm sind nur noch der Boden und die Räder erhalten, alles Andere liegt zerfetzt umher. Außer diesen beiden Endwaggons, die glücklicherweise keine Menschen bargen, ist noch ein Wagen 3. Classe des Zuges Nr. 44 beschädigt. In diesem befanden sich Passagiere, aber auch sie sind unversehrt davongekommen. Menschenleben sind bei dem Unfall N^t zu Grunde gegangen, ja nicht einmal eine nennenswerthe Verletzung, sei es unter oen Zuginsassen, sei es unter dem Fahrpersonal, ist zu verzeichnen. Ein Postbeamter soll eine kleine Wunde am Kopfe daoongetragen haben. Andere haben geringfügige Hautabschürfungen erlitten, kurz der Unfall ist überaus glücklich verlaufen. Die Maschine des Schnellzuges hat sich durch die Wucht des Anpralls aus dem Geleise gehoben und versperrte dis gegen Mittag die Passage. Die Unglücksstelle habe ich mir selbst ange­sehen und kann aus eigener Anschauung sagen, daß es ein wahres Wunder genannt werben darf, daß Alles so glücklich abgelaufen ist. Die Stelle befindet sich nur 100 bis 150 Meter von der Brücke. Wäre auf dieser der Zusammenprall erfolgt, bann wären die Wagen voraussichtlich in den Main gestürzt, denn auch die Brücken- conftruction kann man einem solchen Anprall nicht für gewachsen halten, wenn man steht, wie die schweren Güterwaggons Zündhölzchen gleich zersplittert worden sind. Wie enorm die Dampfkraft einer Locomotive ist und wie furchtbar der Zusammenstoß zweier Züge sein muß, wenn sie nun gar gegen einander fahren, erkennt man erst dann, wenn man Eine solche Unglücksstätte gesehen hat. Wäre der Personenzug nicht in Bewegung gewesen, dann wäre meines Erachtens das Unglück auch an der jetzigen Stelle ein schreckliches geworden, denn die Böschung ist dort sehr doch und am Fuße derselben zieht sich ein Graben hin, der mit Wasser gefüllt ist. Man darf sich das

Literarische-.

Die neueste, vollständigste Gisenbahnkartevon Deutschland bekommt man umsonst, wenn man sichPayne'S Jllustrirten Famtlien-Kalender" für 1889 kauft, i^s tritt wohl an jeden von Zeit zu Zeit die Dtoibwenbigfeit heran, sich über diese ober jene Eisenbahnlinie zu unterrichten unb ba ist es offenbar geboten, bte neueste unb DoQftänbigfte Karte zur Hand zu haben. Wo aber wäre sie bequemer zur Hand, als im Kalender, den man ohnehin fortwährend braucht? DerPayne'fche JUustrirte Familien-Kalendei" selbst ist zu bekannt, als daß derselbe irgend einer Empfehlung be­dürfe. Seine Auflage, die in den letzten vier Jahren zwischen 350,000 und 392,000 schwankte, dürfte wohl am deutlichsten dafür sprechen, wie sich dieser Kalender ein­gebürgert hat. Man lasse sich aber nicht durch Empfehlungen anderer Kalender, die unter ähnlichem Titel billig verschleudert werden, irre führen, sondern bestehe darauf, Payne's Jllufttirten Familien-Kalender" mit 5 Beilagen: 1) Eisenbahnkarte, 2) Porte- monnaie-Kalender, 3) Damen-Almanach, 4) Wand-Kalender und 5) Oeldruckblld, Preis 50 Pfg., zu erhalten.