Ausgabe 
23.10.1888 Erstes Blatt
 
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Nr. 2LrS

Durcaur Schul st raße 7.

188L.

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Deutschland.

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Der Streit der Aerzie weiland Kaiser Friedrich-, der durch die Macken-

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22; Oktober. In der am 19. d. Mts. abgchaltenen Plenarsitzung des ? d'r Vorsitzende Staatsminister Staatssecretär des Innern,

"chkr, runächst Mittheilung über die durch kaiserlichen Erlaß erfolgte Neubildung der Ausschuffe für das ^andheer und die Festungen und für das Seewesen. Sodann wurde über das den Vorständen der landwirthschastlichen Berussgenossenschaften, sowie tt?"1 Ll?rUn kCn ^?r ^btchs- und Staatsbetriebe -umStuccf der Wahl von nichtständigen Mitgliedern des Rcichsversicherungsamts bei Ausführung der land- und sorstwirthschaftlichen Unfallversicherung zu gewährende Sttmmenocrhältniß Beschluß

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I \u' rl"7....... liefen dem Oberconsistortum mit besonderen gut-

achtlichcn belichten zur selbständigen Entschließung vorzulegen. Art. 5. Tas Ober- rins tDr bXncn Entschließungen auch auf die in einer Gemeinde etwa vor­handene kirchliche Minderheit entsprechende Rücksicht zu nehmen.

1 MS« .WlmSufn5 ergreift nochmals Herr Präsident Goldmann das Wort, um Die Annahme des Gesetz-Entwurfes ohne Aenderung zu befürworten, da hierdurch das dem Volke gegebene Versprechen damit eingelöst werde.

c Staatsrath Hallwachs bestreitet, daß in dem Art. 123 der Kirchen-Verfassung ein Versprechen gegeben worden sei, das man jetzt einlösen müsse. Kein Jurist des Landes könne ein solches Versprechen nachweisen.

Eine ganze Reihe Redner plaidtren für Annahme der Vorlage.

Rach der hierauf erfolgten namentlichen Abstimmung über Art. 4-8 stimmten 35 für den Antrag des Ausschusses und 16 gegen denselben. Die übrigen Artikel wurden ebenfalls mit 38 gegen 13 Stimmen nach dem Antrag des Ausschusses an­genommen. Hiermit war die Regierungsvorlage verworfen.

Euerer Abstimmung über das ganze Gesetz wurde dasselbe in neuer Fassung mit db gegen 14 Stimmen angenommen. *

Präsident Goldmann nimmt zum Schluß der heutigen SitzungVeranlassuna seinen Dank auszudrucken für die Versicherungen der Sympathie, welche feiner Person hn Unfe der Debatten entgegengebracht wurde. Er habe das Gesetz nicht vom grünen Tisch aus gemacht, denn er habe 29 Jahre im Volke gelebt und hierbei Beobachtungen

U/b-rzeugung gebracht hätten, daß unser Volk vollständig raffet für ein Gesetz wie es im Entwurf Vorgelegen.

Nächste Sitzung Montag 10 Uhr.

In Oesterreich tft die Session der Einzellanbtage zu Ende gegangen und tritt M ihre Stelle die am Mittwoch beginnende Winteisesston dcs Neichs^att^eS Die Er- D»ng des österreichischen Parlamentes vollzieht sich unter dem frischen Eindrücke der fff hAYt A1|X 1 L * r. ( « . y» r t / , UFlö zweifellos werden die-

Iben auch In den bevorstehenden Verhandlungen des Relchsrathes nachkltngen soeciell ? ,rf e n6 d-n Budgetdebatten des Abgeordnetenhauses eine interessante ^Erörterung des vollzogenen Mintsterwechsels stqtistndcn. " tOnclun8

r,niii?erä frni6^*c Ministerpräsident besteht aus seinem Verfassungs- rrviItonsentwurte, trotz der Ansechtungen, welche der letztere schon ersahren hat d"RevisionScommisston", welcher Floquet beiwohnte, hielt a < * 1*1 U ?en entn,urf tn aUcn Theilen aufrecht und sprach er sich hierbei ^st Entschiedenheit dagegen aus, daß der mit der Versossungsrevision zu beauftragenden n8'°"° 6onBre6, die Befugnisse einer conftltuirenben Versammlung st» verleihen seien. Weiter betonte Floquet indessen die Nothwendigkeit, vor dem Bu ammentreten beä Con9ref( ein vorläufiges Einverständnis zwischen beiden Kammern l*l8en Revis,onspunkte herbeizusühreni wie dieses Kunststück gemacht I virden soll, hat Herr Floquet leider nicht verratheni Natürlich stimmen die Nadi-

calm dem RevisionSprojeete ihres Parteimitgliedes Floquet voll zu, wie aus einer Revi^ s erhellt, aber trotz dieser Unterstützung wird der Floquel'sche

Reoisionsentwurf oerwuthlich doch nur ein todtgeborenes Kind bleiben

r , . Se" v^igen Freitag weilt König Milan wieder in Belgrad und die ftücfe crHpnbCfn S6 h^Cn ®'0flrd,en ^ch feiner Residenz hat alle Gerüchte über Mintft^ or ®erblen verstummen lassen. Ostentativ versicherte auch König Mllan bei seiner Ankunft auf dem Bahnhofe den Ministerpräsidenten Cristic seines ferneren Wohlwollens; vom Publikum wurde der König sehr lebhaft begrüßt

Politische Rundschau.

Gießen, 22. October.

Am Sonntag Vormittag ist Kaiser Wilhelm wohlbehalten von seinen großen Herbstreisen wieder rm Marmorpalais bei Potsdam eingetroffen und gedenkt er Hier­selbst noch einige Zeit zu restdiren. Fast genau vier Wochen war der erlauchte Monarch von seiner Residenz abwesend, da die nun beendigte Reise-Tournee Kaiser Wilhelms mit dem Besuche des kaiserlichen Herrn in Delmold am 25. September ihre Einleitung so eng begrenzten Zeiträume ist der Kaiser der hochgefeierte Gast gewesen. Denn an den Besuch in der. kleinen norddeutschen Residenz knüpfte sich der Besuch am württembergischen Köntgshofe, hierauf war der Kaiser der Gast des Großherzogs von Baden auf Mainau -und dann derjenige des Prinz-Regenten von Bayern, woran sich der etnwöchentliche Besuch des kaiserlichen Herrn am österreichischen Hofe schloß und länger als eine Woche endlich hat er die Gastfreundschaft des italienischen Königshauses genossen. Die herrlichsten Bilder der mannigfachsten Art haben sich dem erlauchten Reisenden auf dieser einzig dastehenden Fahrt entrollt, die ihn vom Teutoburger Walde durch die gesegneten Gaue Württem- vergs nach den Gestaden des Bodensees und von hier nach den Metropolen Bayerns und Oesterreichs dann werter nach den Bergen der Steiermark und endlich über die ^Ipen nadjfcem sonnigen Italien, noch der ewigen Roma und schließlich bis zum narüe^mnT UhC8f begeistertsten Huldigungen sind dem jugendlichen Mo­

narchen wahrend ferner Reise von Anfang bis Ende dargebracht worden und die Herzen ganzer ^tattonen hat er sich wie im Sturme erobert. Ja, ein friedlicher

diese Kaiserfahrt gewesen und als schönste Errungenschaft der- selben hat Kaiser Wilhelm die neue kräftige Besiegelung des festen Bundes heimgebracht, der die Volker Deutschlands, der habsburgischen Monarchie und Italiens umschließt U"d in der frohen Hoffnung, daß dieser Bund noch auf lange Jahre hinaus den | Uneben Europas schirmen werde, heißt Deutschland seinen nun wieder heimgekehrten I Kaiser jubelnd willkommen! v

3 Baden-Baden fand am Sonntag die Beisetzungsfeier der Aetinain Von geborenen Prinzessin Marte von Baden, statt. Der Beisitzung

u °« b!?isu?sa^"m"ch b°dischkn H-rrfchaficn und von auswärtigen Fürstlichkeiten U. A. die sächsischen Majestäten bet.

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Edictallaöung.

'n hiesigem MMär-Gericht«l°cal anberaumten Sermtae^ »teberSfiben »ibriS et nach SiJvTSS »«/»'Vormittag» 10 Uhr. fluchNg erklärt und in eine Geldbuße von 150 bis 3000 Mark verurtheiit werden wird6 der Untersuchung in contumaciam für fahnen-

Freiburg i. B., den 16. October 1888. ' m». k nn

Königliches Gericht der 29. Division.

n°* Darmstadt, 20. Cctober. (Dritte evangelische Landes-Synode.1 Nack frfa^r?ant,IuiL0CnJrltt bic ®9nobe sofort in die Fortsetzung der Debatte

Über 0en Gesetz-Entwurf, die Besetzung der Pfarrstellen betr. 0

, ^vg- A!/Nenbach wendet sich gegen das Gesetz, indem er dasselbe für nn- L vicht vereinbar mit der Würde des Pfarrers daß er sick

b Erchen-Vorsteher bei einer Bewerbung beurteilen lassen müsse dieses etn^*"6!11» hi1nbrt/rniC^ri0Cnb* Schließlich würde man noch dahin kommen, den Pfarrer einfach zu dingen wie man den Knecht und die Magd dinat Ueberhoiint neh» hm betraAtf^rn w über die Leistungen der Pfarrer vollständig ab und er

den Pfarrer, welcher durch den Kirchenoorstand gewählt sei, als einen Beamtm <3$ t o? Abg. Walter und Genossen einen Antrag auf Schluß der

Redver-Ul das°W°'i v7/z'ch,e7 """" 13 @t<mmen ""Kommen und mutz,n.

^pecioldebatte der einzelnen Paragraphen des Gesetzes.

arnnher? "Ä ^nossen stellen hierbei den Antrag, daß bet den Para-

ftirnmunflXtfffnhp Pfarrstellen handeln, eine namentliche Ab-

imol111?1® k Ä l L d^sident Goldmann kann nicht die Bedenken theilen welche Debatte gegen das Gesetz angeführt wurden und welche sich hauptsächlich

um das Prasentationsrecht drehen. Im Gegentheil sei das Gesetz jetzt der Svnode vorgelegt, um ein s. Z. im Art. 123 der Kirchen-Verfassung gegebenes Versprechen ein- sinb-n" fU?lb im ?"^resse des Ausgleiches bestehender Klagen.' Er werde niemals zu finden fein, wertergehende Zusicherungen zu machen als sie das vorliegende Gesetz um ann^hm/Ct9MtCi bh a ^bschließer für bestandene Lücken und bitte daher

SLÄb "!, 1 A^tzes, welcher von der Ausschreibung der zu besetzenden

Pfarrstellen handelt, wird bis zur Beschlußsassung über § 4 und 5 zurückgestellt. Ar ' 4-8ben3tfianrenChLQlRnH'enthaltend, finden ohne Debatte Annahlne'

rj ,, uci uuvu) vre wcacren- I ? enthalten Die Bestimmungen über die Art der Besetzuna der ffihrr-

HnP^m@e0en Cbr- taU d Neue entfacht worden tft, nimmt für Herrn Dr. Mackenzie ^den in ihrer jetzigen Fassung einen Widerspruch ZU den Anträgen des

eine immer ungunftigere Wendung. Nachdem schon Professor Virchow vor einigen Kirchs wünscht nicht, daß, wie in der Vorlage ausgesprochen, dem

Tagen Erklärungen abgegeben hatte, welche die Haltung Mackenzie's während der r Gemeinde das ausschließliche Recht zustehe, vacante Pfarrstellen

LhrhPitPn bCim Pöltschen Arzte verschiedene geflissentliche Un- I lurd).bF ^anatsausschuß mit seiner Aeußerung über den kirchliche Zustand der

nemn* hpi ??b .^.^bnzie namentlich der überaus schwerwiegende Vorwurf über das Vorhandensein besonderer bei der Besetzung zu berücksichtigender

Semacht, bei seinen Manipulationen im Halse des Kaisers die rechte, gesunde Seite des »^häitniffe, sowie mrt seinen etwaigen die Personenfrage betreffenden

Kehlkopfes verletzt zu haben. Werter behauptet Tobold, daß der unglückliche Monarch I dem Suoer?nt!nd-n?!n 0ef)ort roerben. Die Anträge sind durch den Decanatsausschuß tochftwahrschemlrch noch eine Reihe von Jahren gelebt haben würde wenn nnn -Superintendenten und durch diesen dem Cberconftftnrhim mit h^irmbpr.... ^enjie bi^ DDn den deutschen Aerzten dringend gewünschte Laryngofissür (Kehlkopf­spaltung) nicht bmtertneben worden wäre; bei einem etwaigen Rückfälle wäre dann bJf H^usncchme des linken (kranken) Kehlkopfes als Rettung geblieben A^'punkte seien aber im November durch Mackenzie's Schuld vereitelt worden' Schließlich erklärt Tobold, Mackenzie hätte auf negativem Wege das Leben des Kaisers fnnCnM^Cnn Cr. mlt LCtnJr unheilvollen Zange und den vielen localen Manipulationen rerngeblieben wäre und den unvermeidlichen Zeitpunkt des Luftröhren^ ^Oewartct hatte, anstatt durch monatelanges Jnsultiren des Kehlkopfraumes

dm schnellem Ausgang herheizufuhrcn.