Grrreau: Schulstraße 7.
Nr. 196. Erstes Blatt.
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Kreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brtngerlobn.
bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
------------- Donnerstag den 23. August
» g* 1888*
Hießmer Anzeiger
Amts- nnd Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Betreffend: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig.freiwMgen Dienst auf Grund von Schulzeugnisse«.
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1. Dar Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungr-Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende imGroßherzoa. thum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauern- den Aufenthaltsort hat.
2. Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vottendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar der Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Melaende das 20. Lebcnsiahr vollendet. Der Nachweis der Berech- t'Oung rum einjährigen Dienst ist bei Verlust der An- rechts spätestens bir zum 1. April desselben Jahres zu
ÄS^ri9Cn actiöen Di-nstr-it ZU bekleiden, auszurüsten 61 ^^"^°"°'nh eitr,eugniß, welcher für Zöglinge von höheren h@*mharim' 5ReaIf^u[en' Progymnasien und höheren Bürger- L L-Hranstalt, für alle übrigen jungVn
auszustellen^ist^oh3et' Obri9fett ober ihre vorgesetzte Dienstbehörde 6. das Schttlzeugniß.
Sodann wird noch besonders bemerkt: <
ÄbnAin Attest die Erklärung des
Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwillige« wahrend des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen
3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist bierzu em Bogen in Actensormat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. * "
4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen:
a. GeburtSzeugniß;
b- ^.Einwilligungr-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit ».Fähigkeit, den Freiwilligen Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und
Deutschland.
„ Berlin. Die Untersuchungen über die Entstehung von Brandschäden und di- Ermittelung von Brandstistungen sind bekanntlich leider nur zu oft erfolalos und A„, klagen wegen Brandstiftung führen nur zu häufig zur Freisprechung Uu diesen Uebel- standen abzuhelscn, haben di- in Merseburg domicilirten öffenttt^chen>eu rvers ckernn/s soctetaten, wie di- „Nordd. Allg. Ztg." mtttheilt, mit Genehmigung desMintst-rs des Innern und unter Zustimmung der OberstaatSanwaltschast in 'Naumburg ein Abkommen getroffm, nach welchem den Socletäten auf deren Kosten zwei gewandt-Erimft nalbeamte zur Verfügung gestellt werden, um die erforderlichenErmfttclunaen »nr- zunehmen. Dies Verfahren hat überaus günstige Erfolge gehabt, denn seit zwei wahren wurden auf diese Weise in dem erwähnten Bezirkst «randsttstcr ermittelt und bestraft welche unter anderen Umstanden voraussichtlich unbestraft aeblteben mären >,»d «HÄ *knb ^/^ührt worden, welche ihrer Bestrafung nur durch den vorher dn- getretenen Tod entgingen. Diese Thätigkcit der beiden Criminalbeamten hat aber auch
Politische Rundschau.
Gießen, 22. August.
Verschiedene Anzeichen aus jüngster Zeit deuten daraus hin, daß die Hoffnungen alif eine dauernde Befesttgung des europäischen Friedens, welche an die Petersbnraer Ka sorbegegnung geknüpft wurden, denn doch etwas allzu optimistisch gewesen sind Dies^ Eindruck hat au, allen Seiten namentlich die abermalige scharfe Fehde zwischen chen Berliner Olstciös-ii und einem Theile der osficiösen wie panslavistischen Blätter Äiublands^gcmacht, welche der Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit dem Ezaren saft 2as bicfE Preßkämpse nicht allzuviel bedeuten -
laä Wort des Fürsten Bismarck von der „Druckerschwärze" ist ja bekannt - aber ein alter Spruch sagt, wo Rauch ist, da ist auch Feuer und auch unter dem Rauche der Polemik zwischen den Berliner Regierungsblättern einerseits, „Nord", „Mosk 8tg " u. s. w. anderseits flackert offenbar Feuer, das Feuer panslavistischer Hetzereien ' Das- « des „Nord" über die doch längst abgethanene nordschles-
wig sche Frage sogar offen hervorgebrochen und es kann da allerdings nicht mehr Ver- a..rh?rrif*nrkrewn'itroenn biefe "Anzapfung" seitens der „Nordd. Allg. Ztg." in Lerber, scharfer Weise geantwortet wurde. In unverkennbarem Zusammenhänge mit ne,uert‘tb ?Erf‘“r«En Wellenschläge der Berliner Regierungspresse steht aber die »ochbedeutungsvolle Re de Kaiser W i l h - l m s bei der Frankfurter D-nkmalssei-r ^hn^nnn» y t ° Überau§ encr9'M und klar betonte, lieber die ganze Armee «nd das ganze Volk opfern zu wollen, als nur einen Stein von dem zurückzuacben was einmal errungen sei. Dies Katserwo.t gilt schließlich für di- nördliche Gr-nz' l^ands Volk^mft I-inem Kallers ,M’e? ältliche Grenzlande und daß Deutsch-
”,b"' bi~ “»‘ÄS W?Ü8L S. «ÄÄ'ÄÄXSÄ >«-> »rt« ..iw«! ew "SÄÄSmÄSS d°s Johannit-rord-ns tu der Mark, in Pommern SachsenundW-nd^i't-rthums nmHroUhRC nQdl bEE Reorganisation des Johanniterwesens in Preußen auch der Mittest punkt des neuen Ordens. Derselbe hielt am 23. Juli 1853 sein erstes Eavitel Pr-5-n"ab ® Un‘Cr m Nku-rn-nnten Herrenmeister, dem Prinzen Karl von
Der regierende Graf Otto ,« Stotberg-Wernigerode, der frühere Hausminister, beging am Mittwoch das Fest seiner silbernen Hoch,«?. 6 bcr,5Eier roi,rcn der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin der ßer- jog und die Herzogin Albrecht von Mecklenburg-Schwerin, sowie sämmtliche Mitalie'd-r ^.R'E'ch-n und Stolb-rg'jchen Familie in Schloß Wernigerode vettammeft0 Der Ä-ndet iU 5 1 Hausminster v. Wedell-Piesdorf nach Wernigerode . , ®rnennun8 des Staatsseeretair« von Bötticher ,um Vicevräsidenten »«erbeb»» Staatsministeriums hat die mannichsachen Amtsgeschäfte desstlben nicht ^erheblich vermehrt Denn in seiner nunmehrigen Eigenschaft als Vicevräsdent i>7s Slaatsministerlums ist Herr v. Bötticher der Stellvertreter des Fürsten Bismarck in ! Preußen wie auch im Reiche - im Bundesrathc - während , '
Reichskanzler schon längere Zeit in der Leitung des 'preußischen'Hand-lsmintstcriums I
“,nb r,*t °ub-rdem den sehr umfangreichen Arbeiten seines eigentlichen Amtes als Staatssecretair des Innern widmen muß. Es heißt daher, Fürst Bismarck gedenke demnächst die Leitung des Handelsministeriums definitiv in andere Hände abzu- 1 |H l ,aIfß uuch Herr v. Bötticher von dieser dritten Stellvertretung des . Kanzlers entlastet werden konnte. B
, ™ Die mit vieler Bestimmtheit ausgetretene Nachricht, Herr v. Bennigsen werde ein Mandat zum preußischen Abgeordnetcnhause annehmen, entbehrt nach dem Hannov Courier , der als Preßorgan des genannten Parteiführers gilt, jeder Begründung
„ Generalfeldmarschall Graf Blumenthal befindet sich in seiner Eigenschaft Südde^uffchlan'd?^ 2lrmec''3nfpcc‘ion' auf clncr Truppenbesichtigungs-Reife durch
Der Boulangismus in Frankreich kann den 19. August in feinem Mabst falenber rot^ anftreicfcen, denn die an diesem Tage vollzogenen drei Ersatzwahlen zur franzofischen Deput rtenkammer bedeuten in ihren Ergebnissen einen zweifellosen Triumph b-r kchon todtgeiagt-n boulangfft.fchen Sache. Boulanger hatte bet allen drei Wahlen eanhidirt und wurde er in den Departements Somme und Charente-Jnsörieur^im ersten Anläufe gewählt wahrend er sich im Norddepartement, wo infolge des Auftretens von sechs Candidaten eine große Stimmenzersplitterung erfolgte, einer Stichwahl unt-rziehen muß. Aber auch hier ist der Sieg des Ex-Generals schon jetzt so aut ota gewiß und mit Stolz präsentiren nunmehr die Boulangisten ihren Herrn uud TOriftJr ? p?rCier Departements" und diese Thatsache wird natürlich 6mSou-
langerschwindel aus s neue in Flor bringen. Die Republikaner haben zwa7 nicht Un- ÄS bE.biE'en unerwarteten Erfolg des Zukunstsdietators dem Eintreten der
Sa ■Soulonger aufs Kerbholz setzen, aber an seinem Triumph wird hicr- Ä Ministerium Floguet mag sich daher nur gehörig im
Sattel festsetzen. Uebrigen-, war der Wahlkamps in allen drei Departements ein sehr firf, IRrtnInMnifto« ..«K V.UC...ru ., n ...... Z» zahlr-tcheN Orten geriethen
I1* Antiboulangisten tüchtig in die Haare, so daß z. B. in^lmiens
I Militär mit dem Bajonnet die Ruhe wieder Herstellen mußte.
in S ,bcnl ^:Ä"b^itszustande des greisen Königs Wilhelm von Holland w aUef£b n a9cEC? ^bstellt. Seit einigen Tagen ist der König, welcher sich in seiner Sommerresidenz Schloß Loo befindet, von einem katarrhalischen Leiden ^.worden, infolge dessen er das Bett hüten muß. Bei den 71 Jahren, die der holländische Herrscher zahlt, ist jedenfalls dessen abermalige Erkrankung ernst genug
3 J>’e Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeua-
die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschule und Reifezeugmffe für die Prima der Gymnasien und Realschule« L O^d-. sammtlich nach dem Schema 17 zur Ersab-Ord- «?Unmr(L^e-Ver Wehr-Ordnung vom 28. September 1875 — Reg -Bl. Nr. -o5 von 1875) ausgestellt sein muffen.
der angeführten Ersatz-Oed. verwiesen.
Großherzoglrche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige.
_____________Der Vorsitzende: Dr Seiler.


