Einzelbild herunterladen

b. Die von Leopold Simon eidlich abgegebene Darstellung wurde nicht allein von Uhl, sondern von dem weiteren Zeugen Widdersheim widerlegt.

4. Es ist unwahr, daß der Unterzeichnete selbst in der Hauptverhandlung betont habe, es mangele an Beweis gegen Katz.

Es wurde gegentheiltg ausgeführt, daß zwar kein directer Beweis, wohl aber dn zwingender Indizienbeweis erbracht sei.

Die näheren Umstände sind hierzu angezogen worden.

5. Es ist unwahr, daß dem staatsanwalkschaftlichen Antrag entgegen der Staats­kasse sämmtliche Kosten aufgebürdet worden seien; die Kosten der Vertheidtgung sind vielmehr von den Angeklagten zu tragen, wie im Urtheil ausdrücklich heroorgehoben ist.

Auf Berichtigung der übrigen aus dem Zusammenhang gerissenen und entstellten mir in den-Mund gelegten Aeußerungen verzichte ich, da eine Darlegung des wahren Sachverhalts zu weit führen würde.

Gießen, den 21. März 1888.

Der Großh. Erste Staatsanwalt

Jäckel.

Gießen, 22. März. Im Anschluß an unsere Vorberichte und die gestrige Auf­führung der L-chütz'schen Matthäuspassion empfehlen wir allen Denen, die ein tieferes Interesse für den Komponisten und sein Werk gewonnen haben, zwei ausgezeichnete Schristchen, die in jeder Buchhandlung zu beziehen sind: Friedr. Spitta:Die 4 Passionen des H. Schütz" undH. Schütz", eine Gedächtntßrede.

W e r M. LsiHLeS

A Mainz, 21. März. In heutiger Sitzung der hiesigen Stadtverordneten -gab Oberbürgermeister Dr. Oechsner von einem Schreiben des Hofmarschallamts in Berlin Kenntniß, in welchem in warmen Worten der Stadt Mainz für die aus Anlaß des Ablebens Kaiser Wilhelms übersandte Beileidsadresse der Dank abgestattct wird. In Anschluß hieran hielt der Oberbürgermeister eine Ansprache, worin er Kaiser Fried- \ rich als Friedens- und Fretheitsfürst feierte und unter allseitigem Beifall Namens der Stadt Mainz dem Wunsche Ausdruck verlieh, daß dem neuen Monarchen zum Wohle der Völker und Fürsten eine recht baldige Genesung und eine lange Negierungsdauer vergönnt sein möchte.

Literarische-.

Wihelm Kray: Selig entschlafen! Ein hockst weihevolles Gedenkblatt auf den Tod des Kaisers gibt soeben die Vcrlagsanstalt Bruckmann in München aus. Wilhelm Kray, der berühmte Maler des Transzendentalen, hat darin seine ganze Meisterschaft auf eine Sckaar anmuthooller Engel verwandt, welche mit ausgebreiteten Schwingen den theuren Verblichenen zum Himmel tragen. Der Hermelin und eine lange Sammetdecke umhüllen des Kaisers Gestalt. Die Hände gefaltet, im Antlitz den Ausdruck unendlicher Milde und tiefsten Seelenfriedens, liegt der Monarch in seinen Ruhekissen. Wie eine Verkörperung des festen Gottoertrauens, das ibn im Leben nie verlassen, tragen ihn Die göttlichen Sendboten empor, der himmlischen Heimath zu, aus der ein Sonnenstrahl verklärend auf die Gruppe niederfällt. Wir können das überaus weihevolle Kunstblatt auf's Wärmste empfehlen; es ist in fünf verschiedenen Größen zum Preise von 112 JL in jeder Kunst- und Buchhandlung erhältlich.

Landwirthschaftliche Nachrichten.

(Nachdruck verboten.)

sFrühe Bruten der Hühner.) Gar häufig findet man auf den Höfen sehr alte Hühner, von denen dann meist erzählt wird, was für gute Leger sie wären, freilich kommt dann gleich der Zusatz, daß das jetzt zwar nicht mehr so sei. Es ist ja nun allerdings ganz hübsch, wenn man einem oder mehreren alten Hühnern so zu sagen das Gnadenbrod gewährt, aber es muß davor gewarnt werden, zuviel alte Hühner zu halten. Wer einen Nutzen von seinem Hühnerhofe haben will, darf kein Huhn älter als drei Jahre werden lassen, denn dann läßt mit einem Male die Eierproduction dermaßen nach, daß die Kosten des Futters nicht mehr herauskommen. Im zweiten Jahre legt das Huhn die meisten Eier und in vielen Züchtereien werden deshalb die Hühner mit dem Ende der Legezeit des zweiten Jahres gemästet und geschlachtet. Man

muß also immer für einen jungen, genügenden Nachwuchs sorgen imd deshalb Bedacht darauf nehmen, möglichst frühe Bruten zu erzielen. Wer im April Bruten hat und die jungen Hühner gut pflegt, der kann mit dem Ende der Legezeit der zweijährigen Hühner von den jungen, im April ausgebrüteten Hühnern schon Eier haben. Um frühe Bruten zu erzielen ist es das beste, immer einige Eochinchinahennen zu halten, diese legen früh und ruhig.

~ sBepaudlung der Himbeersträucher.) Man findet in den Hausgärten wohl vielfach an irgend einer Stelle Himbeersträucher, aber meist in einem sehr verwahrlosten Zustand. Es heißt meist, den Himbeeren könne keine besondere Aufmerksamkeit zu- gewandt werden, weil sie doch nur wenig tragen. Das mag schon richtig sein, indeß ist der Grund der geringen Fruchtbarkeit der Himbeersträucher eben die Art und Weise der Behandlung. Alle Nutzpflanzen, sich selbst überlassen, entarten und ihr Anbau wird dann unlohnend. Wir machen deshalb darauf aufmerksam, daß jetzt auch die Himbeersträucher beschnitten und behandelt werden müssen, wenn man einen guten Ertrag wünscht. Der Schnitt der Himbeeren ist sehr einfach. Alle alten Fruchtzweige, die im vorigen Jahre getragen haben, werden ganz, also dicht über dem Wurzelstocke abgeschnitten. Dagegen werden die jungen vorjährigen Austriebe nur wenig bis auf die großen, gut entwickelten Augen zurückgeschnitten. Sehr vortheilhaft ist es, wenn die Triebe an ein Spalier oder an Stäbe gebunden werden können, das richtige Ver­schneiden ist indeß Hauptsache. Wer seine Himbeersträucher so behandelt, wird sich über schlechte Ernten nicht beklagen dürfen.

(Die Sandwicke.) Noch immer ist es nicht genügend bekannt, welch' eine vortreffliche Futterpflanze, die auch auf dem ärmsten Sandboden gedeiht, dem Land- wirthe in der Sandwicke zur Verfügung steht. Die L-andwicke (Vicia villosa) ist bekanntlich eine ziemlich hochwerdende, blaublühende Pflanze, die insofern von so großem Vortheil ist, als sie mit dem leichtesten Sandboden vorlieb nimmt, sowohl als Grünfutter wie als Stroh von dem Vieh, in letzterer Form besonders von den Schafen sehr gern genommen wird und einen bedeutenden Körnerertrag, 1317 Hundert Liter auf den Hectar, bringt. Die Korner sind ebenfalls ein gutes nahrhaftes Viehfutter. Wir machen jetzt auf diese nützliche, noch viel zu wenig verbreitete Futterpflanze auf­merksam, weil die Zeit der Aussaat naht und wir den Landwirthen, die leichten Sandboden besitzen, nur rathen können, mit dem Anbau der Sandwicke einen Versuch ju machen. Die Aussaat, zu der 150160 Pfund Samen auf den Hectar zu nehmen sind, ist Ende März ober Anfang April vorzunehmen. Die Ernte fällt dann in den August. Am besten gedeiht die Sandwicke auf leichtem Boden nach Kartoffeln.

Wer zu Heiserkeit neigt und doch bei rauhem Wetter auszugehen ge- nöthigt ist, versäume nicht, während der Bewegung im Freien eine der bewährten Sodener Mineral-Pastillen (in den Apotheken die Schachtel zu 85 erhältlich) langsam im Munde zergehen zu lassen. Katarrhalischen Affectionen wird dadurch vorgebeugt. Aus Tübingen wurde uns diesbezüglich geschrieben: Seit einigen Wochen leioe ich durch die unfreundliche Witterung an anhaltender Heiserkeit und konnte dadurch meinem Berufe nur ungenügend nachkommen. Durch kurzen Gebrauch der Sodener MinerabPastillen bin ich jetzt wieder völlig disponirt und kann ich dieselben wegen ihrer überrafchend guten Wirkung allen verehrlichen Collegen und Colleginnnen nur auf das Wärmste empfehlen. PH. Kigler, Mitglied des Stadt­theaters in Tübingen. 24

Handel und Verkehr.

Limburg, 21. Marz. Rother Weizen pro Malter JL 1520, weißer Weizen *A 15.10, Korn JL 10 30, Gerste JL 8 50, Hafer 6.80, Erbsen JL 00.00, Kartoffeln 0.00.

Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschsst.

_n Freitag Abend 550 Uhr, Samstag Vormittag 830 Uhr, Samstag Nachmittag 330 Uhr, Samstag Abend 7 Uhr.

Gottesdienst für die Oster feiertage.

Montag Abend 6°° Uhr, Dienstag Vormittag 801 Uhr, Dienstag Nachmittag 3" Uhr, Dienstag Abend 6" Uhr, Mittwoch Vormittag 300 Uhr, Mittwoch Nachmittag 330 Uhr, Mittwoch Abend 7Ö0 Uhr.

Bekanntmachung.

Die am 15. und 16. ds. Mts. in hiesigem Gemeindewald stattgehabte Bau-, Werk- und Nutzholzversteigerung istmit Ausnahme von allem Eickenholz" genehmigt.

Lich, den 20. März 1888.

Großh. Bürgermeisterei Lich.

Walz. 2412

Holzversteigerung.

Dienstag, den 27. d. M., o «ird in hiesigem Gemeindewald fol­gendes Nadelholz versteigert:

34 Stämme von 512 Meter Länge, 1531 Ctm. Durchm. mit 8,70 Fm,

. 67 Derbstangen mit 3 82 Fm.,

40 Reisstangen 0,69

23 Rm- Scheiter,

318 Knüppel (75 Rm. sind 3 Mr. lang),

97 Rm. Stöcke,

10610 Wellen.

Die Zusammenkunft ist Vormittags 9 Uhr bei der alten Sandkaute.

Großen-Linden, am 20. März 1888. Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden.

Leun. 2418

Darmstädter Pferdeloose,

Ziehung 18 April, empfiehlt [2405J Jnl. Wallach.

Täglich frische flüssige Kunfthefe, nicht bitter, zuverlässige anhaltende Trieb­kraft, deßhalb der Bierhefe vorzuziehen, empfiehlt Gg. Müller, Hefefabrik, große Mühlgasse 23. 2406

Allgemeiner Anzeiger.

Holzverfteigerung.

Donnerstag den 3., Freitag den 6 und Samstag den 7. April, jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, versteigern wir in der Forstwartei Maulbach:

I- Bau- und Nutzholz.

1. Stämme.

44 Eichen mit 12,37 fm, zumeist Wagnerholz; 174 Kiefern und Fichten mit 69,44 fm, darunter verschiedenes Schnittholz, der Rest Bauholz. 81 Buchen mit 62,52 fm, darunter einzelne Schnitt­hölzer, der Rest Schwellen- und Wagnerholz.

2. Derb- und Reisstangen.

1476 Fichten mit 62,62 fm.

II. Brennholz.

250 rm Buchen-, Birken- und Kiefern-Scheiter; 313 rm Buchen-, Birken- und Kiefern-Knüppel; 922 rm Buchen-, Birken- und Kiefern- Reisig; 33 rm Buchen- und Kiefern-Stöcke.

Die Zusammenkunft ist am Donnerstag im District Loch, auf der Straße Maulbach'Appenrod, am Freitag im District Hirtenröderschlag auf dem Vici­nalwege von Appenrod nach Ober-Gleen, und am Samstag im District Haag am Maulbacher Feld. Am Donnerstag wird etwas Nadelstammholz und das gesammte Buchenstammholz verkauft, ebenso das gesammte Brennholz; am Freitag kommen die Fichtenstangen und das Eichenstammholz zum Ausgebot; am Samstag der Rest des Nadelstammholzes.

Sämmtliches Holz lagert 35 km von der Oberh. Eisenbahnstation Ehringshausen entfernt.

Maulbach, am 22. März 1888.

Großherzogliche Oberförsterei Maulbach.

_______________Koch.________________________2414

Cementwaarenfabrik.

Unterzeichnete empfehlen sich dem geehrten Publikum in allen Gement- waaren, als: Krippen für Rindvieh und Pferde, Sckweinetröge, Goffenstsine, Treppenstufen, Podestplatten in allen Größen, Thür- Feusterguinten, Thorpfeiler, Mauerabdeckplatten, Sckorn» stein-Deckplatten, Brunnenrinqe, Flurplatten in verschiedenen Farben und Größen, Cernentröhren von 10 bis 60 cm Lichtweite; ferner sämmtliche Cernentbauarbeiten, als: Gewölbe, Flurböden, Trottoire, wasserdichte Keller, Springbrunnen u. s. w. billigst und Alles unter Garantie ausgeführt durch 2421

Bellersheim. Gebrüder SSöekel.

Gin Haus zu verkaufen.

Näheres Teufelslustgärtchen 11. [2420

Bogelhecke,

groß, fast neu, zu verkaufen.

Näheres in der Exped- d. Bl- (2410

Salz

von der Großherzogl. Saline Bad-Nauheim aus grabirter Soole dargestellt, ausge­zeichnet durch seine Sckarfe und Leicht- röslichkeit, Kochsalz, Viehsalz, Bade­salz, Eissalz, Mutterlauge, letztere in 5alincnfannen, alles bester Qualität,wie .iQqemein anerkannt, ist stets vorrätbig md zu den billigsten Preisen zu beziehen 'ei Herrn Kaufmann 3, <* D. Bapsti nit dem Markt in Gießen-

Grossh. Salinen- und Bergamt

Bad-Nauheim.

Chromwasser,

nach Vorschrift von Dr. GUntz. Director einer Privatklinik in Dresden. Dieses Mineral- \ wasser, wiederholt empfohlen

von mehreren Directoren von I Universitätskliniken, offerirt

den Herren Aerzten u. Apo­thekern der allein autorisirte Fabrikant O. Lisch«, Apo­theke zum rothen Kreuz und Mineralwasser - Fabrik zu

Plauen-Dresden, ä Fl. »0 Pf.

Siehe das Buch:Die Chromwasser­behandlung der Syphilis. Eine neue Me­thode von l>r. tiüutz in Dresden. II. Auf­lage. Amoldische Buchhandlung, Leipzig.

der Export-Cie für Deutschen. Cognac Köln a. Rh.., bei gleicher Güte bedeutend billiger als französiscoer.

Ueberall in Flaschen vorrätig.

Man verlange stets unsere Etiquettes. Directer Verkehr nur mit Wiederrerkiufere.