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Der Entwässerungsgraben an der Frankfurterstraße.

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LirerarischeS.

^itungDie Post" in Berlin urtheilt: Von der neuen, vierten Auf- age von Meyers Conversations-Lexikon (Verlag des Bibliographischen Instituts L/ipzl6) liegt uns der soeben erlchtenene 11. Band vor, bei dessen Durchsicht wir bte außerordentlich sorgfältige umsichtige und alle Fächer gleichmäßig beruckstcht gende Bearbeitung, die sichere und klare Darstellung im Text, die reiche und daber werfe Auswahl der in technischer Vollendung gebotenen Bildertaseln und Karten- beuagen und die ebenso solide wie elegante Ausstattung rühmend hervorheben müssen. Vortrefflich im Klemen wie im Großen, im Innern wie im Aeußern, verdient Meyer's ^Obr'ations-Lexikon mrt jebem neuen Banb mehr unb uiehr, an bte Spitze aller ähn­lichen Werke gestellt zu werben.

bilden. Der Mantel reicht bis auf die Füße herab und wird mit einer Knopf­reihe bis unten geichlosien. An den Ecken und in der Mitte der Querseite des Mantels sind große Messingofen eingeschlagen, durch die man dicke Schnüre zieht, an welche beim Ausschlagen der Ze te die Pflocke gezogen werden. Jedem Mantel sind drei solcher Pflock- b-igegeben ebenso drei runde glatte Stäbe, die an ihren Endseiten mir ver- schi-bb-r-n Melallhulsen umgeben sind. Sechs dieser Stäb- bilden di-Stangen, welche das Zeit ausetnanderhalt-n, so daß es aufrecht stehen bleibt. Pflöck- und Stäbe sind fr tirer Lange 1° eingerichtet, daß sie aus den Tornister passen. Der Stoff zu den Mänteln ist oon dem Haus- Kuhlmann, bezw. Vauch-r selbst angesertigt. Knöpfe und andere Zugehörigkeiten würben °°n einem Leipziger Hause geliefert. Es ist, wie man versichert, große Aussicht vorhanden, daß ein hiesiges Haus di- Li-s-rung von Bettzeug für Heer unb Marine auf ein Jahr zugeschlagen erhalte. Dieser Aufttag würde -in noch umsangreicherer sein und etwa sich auf eine Million im Ganzen belaufen Viele chr^Brobatrbeitcr und Angestellte finden durch dies- umsangreich-n Best-llungen hier

Metz, 16. August. Seit Anfang der siebenziger Jahre bat cs sich der hiesige Tubn°-r-in zur 'r-iw,ll.gen patt,ot.schen Pflicht gemacht, an den Jahrestagen der großen S» bet Metz die Graber der Gefallenen mit frischen Kränzen zu schmücken. Dieser Gebrauch nahm eine größere Ausdehnung an, als später sich auch der Krteger- verein an dem Lieb^sw-rk- be,heiligte und gleichzeitig letzterer durch Kran,- und Geld­spenden aus allen ^heilen Deutschlands Unteistützung sand. Aus diese Weise ist es möglich geworden daß in den letzten Jahren wohl kaum eines der in weitem Umfreife 3331116 3erftreuten Kriegergräber ungeschmückt blieb. Die gestern von den beiden Vereinen vorgenommene Schmückung wurde von der Witterung sehr begünstigt Nachmittags trafen sich d e zahlreichen Gruppen, in welche sich die Vereine ausgelost hatten, in der oft genanntenSchlucht von Gravelotte", wo unter zahlreicher Theil- Snf,nernbeh ferunh8 .DOr? u?b Umgegend eine G-dächtnißfeiet zum

Sänbenfen an die Gefallenen abgehalten wurde. Dieselbe machte in der von Blut getränkten Umgebung unb angesichts bes ausgebehnten Gräberfelbes auf alle Tbsil- nClmeh- ^C0te wohl ben meisten Anwesenden den Wunsch

uahe, bre Feier ähnlich wie in Saarbrücken unb anberen Schlachtorten, als einen all- lahrltch wreberkehrenden Gebrauch beibehalten zu sehen. Heute Vormittag wurde auch m dem benachbarten Mars-la-Tour französischerseits eine Gedenkfeier für die WiSenta h?Tn' Mtttelpunkt ein in der dortigen Kirche gesungenes blld^. An dewTrauergottesbiens betherligten sich zahlreiche aus den benachbarten franzosiichen Garnisonen herubergekommene Ofsiziere. Nach dem Gottesdienst begab dem vor dem Dorfe gelegenen großen Denkmal, das sich auf einer gegen 6000 Leichen .enthaltenen Gruft erhebt und zerstreute sich sodann auf dem dicht an das Dorf heranruchenden Schlachtfelde. Wie immer bildete das Hauptziel der Besucher die oftgenannte Schlucht in der das oon erdrückender Uebermacht fast aufgertebene zweite dee2. westfalischen Infanterie-Regiments Nr. 16 die von einer Granate abge- schosfene Fahnenspltze verlor, ein Vorgang, der bekanntlich zurEroberung einer preußischen Regimentsfahne aufgebauscht wurde. Von hier aus war der Besuch in Lm.Ja re, im Gegensatz zu früher, em sehr spärlicher, was wohl auf die Paß- schwiengketten zuruckzufuhren sein dürfte. * ö

Gießen, 21. August. (Männer-Turnverein Gießen.) Der am ver­gangenen Sonntag unternommene Ausflug per Extrazug nach Staufenberg erfreute sich einer außerordentlich starken Beiheiligung. Auf über 400 Personen, unter welchen sich auch die eingeladenen Turner von Wetzlar, Lollar und Marburg mit ihren An­gehörigen befanden, konnte man die Theilnehmer schätzen. Nachdem man am Be­stimmungsorte angelangt war, begrüßte der 1. Sprecher des Männer-Turnoercins, Herr Keller, die Anwesenden, hielt einen kurzen Rückblick auf die nun hinter uns liegende Nationaltrauer und schilderte in beredten Worten die Thatkraft und Energie unseres Kaisers Wilhelm II., dem jedes echte Turnerherz in Treue und Liebe entgegen- schlage. Er führte ferner aus, daß die Kraft und Gewandtheit, die durch das Turnen und die Leibesübungen dem Krieger zum eigenen Besten dienten, im Falle der Gefahr dem Vaterland zu dessen Schutz und Schirm geweiht seien und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Gut Heil auf Kaiser Wilhelm II. Unter den von'dem l.Turnwart Herrn Frech geleiteten Spielen und Tänzen flog die Zeit rasch dahin und als die Stunde heranrückte, in welcher die Wetzlarer Turner der Bahnverbindung halber an den Aufbruch denken mußten, dankte derselbe den Gästen für ihr zahlreiches Erscheinen, sir^och die Hosinung aus, daß ein Jeder mit der Erinnerung an einen schon verlebten Tag in bte Hetmath »uruckfahre und schloß mit einem dreifachen Gut Heil auf das Blühen und Gedeihen des Gaues Hessen und auf ein ferneres etnmüthiges Zusammen­halten der denselben angehörenden Turnvereine. Nachdem noch ein Theil der Burg bengalisch beleuchtet worden war, wurden die mitgebrachten Lampions angezündet und fort ging's im Marschtempo unter den Klängen der Musik nach der Station Lollar woselbst sich die Gäste von Marburg und Lollar verabschiedeten. Der schon bereit­stehende Extrazug führte die Mitglieder des Männer-Turnvereins wieder nach Gießen

Vermischtes.

Worms, 19. August. (Badeanstalt.) Die Wohlfahrtseinrichtungen für die Fabriken Cornelius Heyl sind durch die jüngst stattgehabte Eröffnung einer Bade­anstalt für die Arbeiter um eine weitere vermehrt worden. Die Badeanstalt ist den in vielen Städten. Kasernen u. s. w. bereits vorhandenen Unternehmungen dieser Art nachgebtldet und besteht vorzugsweise aus Brausebädern. Die Benutzung des Bades steht jedem Arbeiter unentgeltlich frei, ebenso wird die Badewäsche kostenfrei abgegeben An bestimmten Tagen ist die Badeanstalt für die Arbeiterinnen der Fabriken reservirt' Die Temperatur des Wassers wird je nach der äußeren Luft geregelt, um das Bad zu jeder Jahreszeit zu einer angenehmen Erfrischung zu gestalten. Die Badeanstalt erfreut sich bereits des regsten Zuspruchs, ein Beweis, daß die getroffene Einrichtung einem Bedurfnrß der Arbeiter entsprochen hat.

« =i Frankfurt, 20. August. Der heutige zweite Renntag des Rheinischen Rennvereins ist von herrlichem Wetter begünstigt. Trotzdem ist der Besuch schwächer als gestern, was man vielfach und vielleicht nicht ganz mit Unrecht darauf zurückzuführen sucht, daß beim gestrigen Rennen so außerordentlich wenig Pferde am Start erschienen. Bet den meisten gingen zwei oder drei Pferde über die Bahn Heute läßt es sich in dieser Hinsicht gleich zu Anfang schon weit besser an, denn beim

Louisa-Rennen (Staats-Preis: 2000 JL) lausen gleich sieben Pferde. Freilich hatten 19 gemeldet. Es siegte mit einer Länge Freiherrn v. Oppenheim's schwarz­brauner HengstBattenberg".

. U. Alexander-Rennen (Vereins-Preis: 3000 Von 33 gemeldeten Pferden erscheinen am Start nur drei, nämlich Herrn O. Oehlschläger's schwarzer HengstPadischah", der dunkelbraune HengstJnselberg" des Königl. Haupt-Gestüts Graditz und der FuchshengstHortart" vom selbigen Gestüt. Sieger: Herrn O Oebl- fchlägersPadtschah". '

T r i bün en - Ren n -n (Staatspreis: 2500 Jt). Es beteiligen sich bei biefem Rennen sieben Pferbe. Als Sieger passirt bas Ziel Herrn Lieutenant Prinz G. Radztwill's braune StuteVision".

IV. Gradttzer Handicap (Graditzer Gestüts-Preis: 2500 V4LY Vier Pferde treten in Concurrenz. Die braune StuteSperanza" des Herrn Lieutenant Prinz G. Radztwill siegte mit zwei Langen.

Beim Main-Rennen (Staatspreis: 2000 JL) starten abermals nur vter Pferde. Sieger: Konigl. Haupt-Gestüt Gradttz' FuchsstuteWallfahrt".

Interesselos verlief dagegen das VI. Rennen (Staatspreis III.Classe3000^L) da die braune StuteAltenburg" des König!. Haupt-Gestüts Graditz allein über die Bahn ging.

ro vH;Ik®ro?e frankfurter Steeple-Chafe. (Preis: 3000 .*). Dieses Rennen bilbete einen ebenso interessanten wie umrbigen Abschluß bes heutigen Renn- tageä unb überhaupt den Glanzpunkt ber diesjährigen Herbstrennen. Am Start erschienen drei Pferde Herrn Oehlschläger's SchtmmelstuteAdare" übernahm sofort die Führung und behielt sie auch fast wahrend des ganzen Rennens, in der letzten Runde schoß zedochSemerwat-r" heran und dicht am Ziele vor. Aber auch Adare" holte nun nochmals aus und so kam es, daß beide Pferde gleich,eltia durch's Siet gingen. Die Pferde nahmen drei vorzüglich die Hindern,ss- Das Rennen wmde für ein tobtcs erklärt Frhr. v. Broich weigerte sich, die Strecken nochmals zu reiten Mr. Tipper ging infolgedessen allein über bte Bahn und gewann dadurch den Preis Herr Oehlschlager hatte vor Beginn des Rennens erklären lassen, er wolle mit Mac 3nW gewinnen das Drittes rourbc Auf letzteres Pferd war viel undhoch K erlebt0161" Xo ifator herrschte reges Leben; manche Enttäuschung wurde

Der Prinz von Wales und der Herzog von Cambridge waren auf dem Renn- platz anwesend. 1

. . Witten, 18. August. Gegen den Bergmann Eduard Richter aus dem benach- barten Krukel wurden von der Strafkammer zu Dortmund 160 Jahre Zuchthaus als Einj-lstraf-n wegen Verubung von 160 Verbrechen gegen die SittlichLt beantragt bie feftjufetenbe ©efammtftrafe bestimmte das Gericht auf fünf Jahre siucht' begUangeneidn.bCtadi8e°n ®elbre<6tn wird wohl selten oon einer Per^n

... Die elsässischen Fabrikanten und Lieferanten können sich wahr­

lich isicht b-k agen, daß sie bet Submifsionen zurückgefetzt werben. Hat doch o schreibt

Haus Kuhlmann hier kürzlich eine Lieferung von

'000 wafferbichten Mänteln an bte Armee gemacht unb bas Haus Vaucker hier wohl ebenso viele. Der Mantel zu 9 gerechnet, bas macht eine Summe bei der etwas zu verbtenen ist. Diese Mäntel sinb äußerst praktisch unb auch für Touristen »ämsää »ft«

einem Haken wirb dann ber Mantel vorn am Halse, nachbem bie Schnur vorn gebunden I worben, nochmals geschlossen. Eine zweite, dickere Schnur schließt die Taille

die beiden oon ber Halsöffnung herabfallendenCcken cÄie^

Handel unb Verkehr.

m i Auf bem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, pr. Pfd.

^'05-1,10, Hühnereier, 1 L>t. 56 2 St- 0-U0 Enteneier 6-7 H» Gänse-

der 000 Käse pr. St. 48 Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr Liter 18 H Ansen pr. Liter 30 Tauben pr. Paar JL. 0,400,60, Hührer pr. s/ji 0 901 30' Hahnen pr. St. 0,60-1,20, Enten pr. St. 1,50-1,80, Ochsenfleisch pr Pfd. 5? 6? ^onb^efif<bo45Z5^ A', Schweinefleisch 50-60 A, Hammelfleisch

54 64 4, Kalbfleisch 4046 -4, Kartoffeln pr. 100 Kilo M. 5,007,00, Zwiebeln ' 0(1°VS°' Milch pr. Siter 12-18 Weißkraut pr. ©t^OO-OO, jni|iycn pr. Pso- uuuu

oc mnn»rManRR7Uör^ (Aiehmarkt). Angetrieben waren 382 Ochsen,

X?. Bullen, 567 Kühe, Stiere und Rrnder, 340 Kälber, 98 Hämmel 209 Schweine ? ^ich pro 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual JL 5962*

42^55#r99u[lcJIA1 Ouat ^9-40, 2. Qual JL 3638, Kühe, Stiere 2-Qual, 40-46, Kälber 1. Qual, pro Und

2eÄ 8Än5254 * 2* Qual. 42-45 H, Hämmel 1. Dual. 60-62

4. Qual. 4850 **

ni Qf7V1 -i ü2f°n ^«ust. (Getreidemarkt). Weizen hiesiger JL 17,5018,00, 18,7519,00, Roggen hiesiger JL lo,0015,50, fremder «M. 00,00-00,00, ^auerwaare 17,0020,00^ do. zu Mahlzwecken JL 11,50-00,00, Hafer hiesiger JL 14,0015,00, fremder JL 00,0000,00.

tu r bcr Köln - Gießener Eisenbahn), 20. August. Auf den heutiam

martUf^am ir^tember0*1. 3°°7 ^'"b°''b unb 645 Schweine. Der nächste

UniverfitätS-Chronik.

.^-Ottingen, 19. August. Dr. phil. E. Seemann von der Universitäts- Blbltothek ist zum Eustos an der konkglichen und Universitäts-Bibliothek zu Breslau ernannt worden und hat fein neues Amt bereits angetreten.

GieHe«, 21. August. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Dormer-tag den 23. August 1888, Nachmittags 4 Uhr.

1. Die Einthetlung der Dtenstbezirke der Feldschützen.

2. Gesuch des Reichsbankagenten C. W. Dietz um Befreiung von Entrichtung der Gewerbesteuer.

3. Die Verpachtung der Jagd in der Gemarkung Gießen.

4. Anschaffungen für bie höhere Mädchenschule.

5. Badeanstalt im Mädchenschulgebäude.

6. Baugesuch des Louis Lony.

7. Desgleichen der Louis Schwalb Wwe.

8. Gesuch des Martin Wacker um Erlaubniß zur Erbauung eines Gewächs­hauses am alten Steinbacherweg.

Ausbau der Ostanlage.

Gesuch des Braunfteinbergwerks um Verlegung eines Weges.

Gesuch des Karl Haas um käufliche Ueberlassung städtischen Geländes.

Herstellung ber Hammstraße.

Wärmegrade der Lahn und der Luft,

nach Reaumur gemessen zwischen 11 unb 12 Uhr.

m. t . Luft 11, Wasser 12 Gr.

Gießen, den 21. August 1888. Rübsamen.

Repertoir der vereinigten Stadtthcater zu Frankfurt a. W.

k Opernhaus.

Mittwoch den 22. August: Lohengrin. Außer Abonnement. Große Preise. SRACn 2« August: Festvorstellung zu Ehren des in. Internationalen Bmnenschifffahrts-Congreffes. Der Eid. Große Preise. Anfang 7 Uhr.

Abonnement9 Moße Pr,?^ um bh Gtbc in 80 Zaßc,L Außer

Samstag den 25. August: Walküre. Große Preise.

Sonntag den 26. August: Margarethe. Große Preise.

»e" 27. sÄugust: Neunte Vorstellung im Cyclus classischer Dramen.

Zum ersten Male: Die Hermanns­schlacht. Drama in 5 Auszügen von H. v. Kleist. Kleine Preise.

EchanspielhanO.

Große Iheife^ 22' 2tußu^t: ^rcunb Atzemer und sein Sohn.

Donnerstag den 23. August geschlossen.

Freitag den 24. August: Fattnitza. Große Preise.

9rAt(, b»en ^5- August: Achte Vorstellung im Cyclus classischer Dramen.

Achte Vorstellung im Sonder-Abonnement. Julius Cäfar. Kleine Preise.

Sonntag den 26. August: Ein Tropfen Gift. Große Pleise!^

Große $ bCn 282tu0uft äu Geburtstag. Iphigenie auf Tauris.