Der Kaiser wurde äußerst warm und herzlich begrüßt. Die Damen des Kaiserhauses und dies Hofes, welche den Kaiser an der Landungsbrücke erwarteten, trugen sämmtltch hellfarbige Toiletten, die Kaiserin weiß. Bei dem Familiendiner waren alle Damen in großer Toilette. Die Tafelmusik wurde von der Hofkapelle unter Leitung des Kapellmeisters Fliege auSgeführt. Nach dem Diner wurde der Kaffee auf dem Balkon eingenommen. Im Garten concertirte das Trompetercorps. Ein Toast wurde bet der Tafel nicht ausgebracht. Nach der Tafel machten die Kaiserin und der Kaiser Wilhelm eine Rundfahrt im Park
Oranienbaum, 20. Juli. Kaiser Wilhelm ist heute um 2 Uhr Nachmittags auf der Aacht Aleiandria hier angekommen, von den zahlreich versammelten Dillenbewohnern lebhaft begrüßt. Ein auf einem Pcivatdampfer posttrtes Musikcorps in- tonirte die Preußenhymne. Der Kaiser bestieg eine Equipage und begab sich ins Palais der Großfürstin Katharina Mtchailowna, später beabsichtigt er, die Großfürsten Nikolaus senior in Snamenski und Michael senior in Michatlowski zu besuchen.
Petersburg, 20. Juli. Kaiser Wilhelm beabsichtigt, am Montag der Feier des Namensfestes der Königin von Griechenland in Pawlowsk beizuwohnen; erst Dienstag ?rüh wird er Peterhof verlassen. 9
Hrederiksstadt (Norwegen, Stift Christiania), 20. Juli. In der vergangenen Nacht brach eine Feuersbrunst aus, welche hauptsächlich Holzvorrälhe und Holzwaaren vernichtete. Der Versicherungswerth beträgt 350,000 Kronen. Tas Bremer Schiff „Hewey", 1260 Tons, nach Australien bestimmt erlitt einen Brandschaden.
Sofia, 20. Juli. Der „Agence Havas" zufolge hat das Individuum, welches gestern auf den Polizeipräfekten mehrere Revoloerschüsie abgab, dies gethan, weil der Polizeipräfekt ihm eine Anstellung verweigert hatte.
Lokales.
Gießen, 21. Juli. Bei der heute Vormittag 11 Uhr in der großen Aula ab- aehaltenen Jahresfeier der Universität hielt, nach einleitender Instrumentalmusik und dem Gesang des Akademischen Gesangvereins (gemischter Chor), der derzeitige Rector, Herr Prof. Dr. Heß, die Festrede. Der Herr Festredner gedachte zunächst unserer in diesem Jahre Heimgegangenen Kaiser und gab der Dankbarkeit der Universität für die von Sr. König!. Hoheit dem Großherzog derselben auch im verstossenen Jahr zu Thcil gewordene Protection Ausdruck. Der Sitte gemäß ging der Herr Rector dann aiff das seinem Berufsstudium zunächst liegende Thema über.: „Waldschutz und Schutzwald." Der Herr Redner verbreitete sich bei Behandlung dieses Themas in dem ersten Theile in einer sehr verständlichen Weise über das Wissenswerthe aus dem Gebiete der Waldstatistik, des Waldschutzes und namentlich über die dem Walde durch Naturereignisse, Jnseetönfraß uhb Wildschaden entstehenden Gefahren und behandelte im zweiten Theile die Gefahren, die durch eine fortschreitende Entwaldung, unter besonderer Charakterisirung der Wildbäche und Ueberschwemmungen, entstehen. .. .
Nach einem kurzen Rückblick auf die Vorgänge innerhalb der Universität, in welchem namentlich auf die Verdienste der dahingeschiebenen Herren Professoren Dr. Balser und Dr. Ferd. August Müller hingewiesen worden^ in welchem ferner der übrigen nach Auswärts berufenen Herren der Ludovieiana ehrend gelacht und schließlich die den verschiedenen Herren Professoren und Leitern der einzelnen Dis- ciplinen zu Theil gewordenen Allerhöchsten Auszeichnungen und Charakterertheilungen erwähnt wurden, ging Herr Rector Prof. Dr. Heß zur Verkündigung des Resultats der im vergangenen Jahre von den verschiedenen Fakultäten gestellten Preisaufgaben über. Die von der theologischen Fakultät gestellte Aufgabe bat die Fakultät mit dem halben? .Preise gekrönt. Bearbeiter derselben war stad, theol. Gg. Wilh. Eger aus Darmstadt. ' Auf'M^von deV medicimschen sind puristischen Fakultät gestellten Preis-' fragen ist eine Bearbeitung nicht etngegangen, wogegen von den vier von der philosophischen Fakultät gestellten Preisfragen zwei Bearbeitung fanden, die auch unbedingt des Preises für würdig erachtet wurden. Eingereicht wurden die preisgekrönten Arbeiten von Wilh. Büchner, stud. phil. aus Breitenbach, und Peter Muth, stad. matb. aus Osthofen.
Nach der Verkündigung der für das laufende Jahr gestellten Preisfragen gab der Herr Rector der Beglückwünschung der Comtlitonen zu dem an den Arbeiten aufgewendeten Fleiß Ausdruck und empfahl Nachahmung ihres Strebens. Nach einem weiteren Gesang des Akademischen Gesangvereins und Instrumentalmusik schloß die Feier, an welcher die Vertreter der Studentenschaft, des Militärs, der Staats- und städtischen Behörden und eine größere Anzahl sonstiger geladener Gäste theilnahmen.
Gießen, 21. Juli.. Wie verlautet, hat, um mannigfachen bisher bet Benutzung der heiuscbeifl Landes flagge heroorgetretenen Verschiedenheiten für die Zukunft möglichst vbrzubeugen, Se. Köntgl. Hoheit der Großherzog durch das Ministerium den Behörden ein colorirtes Flagqenmuster zugehen lassen, nach welchem im Falle neu ein- tretenden Bedürfnisses für die öffentlichen Gebäude die Flaggen angeschafft werden sollen. Das Müster zeigt in wagerechter Richtung einen breiten weißen Streifen, in dessen Mitfe sich das hessische Wappen befindet. Für unbewohnte Gebäude, z. B. Ruinen, Thürme u. s. w. genügen einfache, roth-weiße Fahnen.
Gießen, 21. Juli. Der Großh. Prooinzialdirector der Provinz Oberhessen, Herr Dr. Boekmayn, hat sich zum Gebrauche einer Badekur auf 4 Wochen in das Bad Tarasp im Unter-Engadin begeben.
Gießen, 21. Juli. Ein uns gestern leider zu spät zugegangenes Telegramm meldet, dgtz Herr Prof. Bostroem zum Rector der Landesuniversität pro 1668/89 ernannt wurde.
— Die diesjährige Generalversammlung des Landesgewerbvereins findet am Montag den 6. August in Bingen statt. Mit der Versammlung ist eine Ausstellung von Zeichnungen und sonstigen Schülerarbeiten, aus den rheinhessischen Handwerker- und Kunftgewerbeschulen verbunden. Die Tagesordnung umfaßt folgende Gegenstände: 1) Ansprache des Präsidenten des Landesgewerbvereins: 2) Vortrag des Herrn Ehoquet von Bingen über die gewerbliche Entwickelung dieser Stadt; 3) Bericht der Handwerkerschul-Commission des Landesgewerbvereins; 4) Mittheilungen des Herrn Director Schurig von Offenbach über die Erfahrungen, welche bei den dort eingeführten freiwilligen Lehrlings-Prüfungen bis jetzt gemacht worden sind; Bestellung einer Commission zur Beautachtung der Frage, ob solche Prüfungen allgemein einzuführen; 5) Bestimmung des Orts für die nächste ordentliche Generalversammlung; 6) Neuwahl des Ausschusses des Landesgewerbvereins.
— Ein Curiosum dieses Jahres dürfte wohl, unter vielem anderen, ein im Garten des Herrn Möbelhändler Lotz stehender Aepfelbaum sein, der neben Früchten wieder anfängt, recht schöne Blüthen zu tragen.
Vermischt«».
Grüningen, 18. Juli. Am 15. und 16. d. M. beging der Gesangverein „Adam Jsheimische Stiftung" dahier, wie bereits in Ihrem Blatte angekündigt, sein 25jähriges Stiftungsfest. Wider alles Erwarten, aber zu unser aller Freude, wurde uns statt des seitherigen Regenwetters schöner Sonnenschein zu Theil. Das Fest verlief ohne jeden Mß- klang aufs schönste. Straßen und Häuser waren mit Fahnen, Bäumen und Guirlanden geschmückt., Von Sonntag Mittag 12^2 Uhr an wurden die auswärttgen Vereine, deren 18 er- -schienen waren, empfangen und unter den Klängen der Musik-Kapelle, geführt'vom Vorstand unb don Vorreitern, nach dem Festplatz geleitet. Von diesem durch die Straßen des Ortes und wceder zu demselben zurück bewegte sich bald daraus der stattliche Festzug; voran tue Vorreiter, dann die Schulkinder, die Musik, die Festdamen, die Vorstände der bürgerlichen und kirchlichen Gemeinde und alsdann die verschiedenen 18 Vereine. Auf dem Festplatz «ngekommen, begrüßte der Dirigent des hiesigen Vereins, Lehrer Eckel, die Gäste: worauf Herr Pfarrer Walz eine mit großer Aufmerksamkeit und mit großem Beifall ausgenommen« .Festrede hielt, in der er zunächst des Stifters des Gesangvereins gedachte, kurz die Geschichte des Vereins streifte und alsdann nachwies, wie es Aufgabe der ländlichen Gesangvereine -fei, bchte deutsche Volkslieder zu pflegen und so Leiter des VöttsKesangs- zu werden. Gin .warmer Appell an das patriotische Gefühl, verbunden mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog, bildete den Schluß der oft mit lauten Beifallsbezeugungen begleiteten Rede, welche verdient gedruckt und allen Gesangveremen, sowie weiteren Kreisen zugänglich gemacht zu werden. Alsdann übergab Fräulein Weidenhaus Namens der Jungfrauen der Gemeinde eine prachtvolle blaue Schleife für die Fahne des Gesangvereins. Herr Lehrer Seipp von Lirklar dankte herzlich für den warmen Empfang und das schöne Arrangement des Festes,
auch Herr Emme^l, Präsident des Gesangvereins von Bellersheim, trug zur Ehre unseres Gesangvereins ein patriotisches Gedicht vor. Nun folgten die Liedervorttäge der einzelnen Chöre, und dann konnte die Jugend, was sie sehnlichst erwartete, dem Tanzvergnügen huldigen, was bis, tief in die Nacht, nachdem schon die auswärtigen Vereine uns wieder verlassen hatten, dauerte. Die Festlichkeit des folgenden Tages bot hauptsächlich Konzert, Liedervorträge unseres Gesangvereins und Tanzbelustigung. — Wir blicken auf ein schönes, in jeder Beziehung gelungenes Fest zuruck, von dem wir alle wünschen, daß es dazu, beitragen möge, die Gesangeslust zu heben und Gesangeskunst zu fördern! Ä-k»;.
• △' Aad?!?,"beim, 19.Juli. Da« Jaheessest des Obcrhelsifchcn Vereins !r ?n^5,r e-<;! V 10 !L,nnir^c Kestern (zum ersten Mal außerhalb Gießens) hier ge- , x!‘ Therlnehmer schien im Allgemeinen nicht größer gewesen zu sein,
t Eßen auch; aber angeregter und anregender ist das gestrige Fest wobl gewesen, .lußer oen zahlreich von auswärts erschienenen Festgästen war auch Die Ortsgemeinde bläulicher Anzahl von Theilnehmern vertreten, mnnerstltm bekundeten die Orts- behowM, die Mitglieder des Ortsoorstandes, de? Kirchen- und Schulvorstandes durch ihr Erscheinen ihr znteresse an der Sache. Im FestgottesDienst predigte Herr Pfarrer Walz uber Äor. 13,7. Aus den Verhandlungen ist der Vortrag des „Herrn Pastor Veit aus Braunschweig über „Die Fürsorge für unsere weibliche Jugend^ besonders hervorzuheben, an welchen sich eine lebhafte Diseussion anschloß. — Der Köstlin'sche Jntrag.ÄUj ^c0^nbung einer hessischen Bibelgesellschaft gab die Ueberzeugung, daß auf dem GAe? der Bibelverbreitung noch viel zu thun ist. In der Rachversammlung hielten Ansprachen Gumnasiallehrer Stamm von Gießen, Geh. Kirchenrath Diegel von Friedberg und Pfarrer Deggau von Langsdorf.
—nn- Darmstadt, 20. Juli. In der gestern stattgehabten Stadtverordneten- A tzung wurde der neugewahlte Beigeordnete Herr Hickler vereidigt, nachdem Seine Köntgl. Hoheit der Großherzog die Bestätigung erthetlt hatte. Bemglich der auf der Tagesordnung stehenden Platzfrage wegen Erbauung eines Schlachthauses wurde auch heute ein Beschluß noch nicht gefaßt, trotzdem jetzt ein Gutachten des Bauratbs Osthoff wegen des bereits in Aussicht genommenen Platzes am Holzmagazin eingetroffen ist, da sich noch in der letzten Stunde ein weiterer Bauplatz gefunden hat, der allen Anforderungen entsprechen soll. Die Entscheidung muß jedoch in den nächsten 8 Tagen getroffen werden, da die Militärbehörde ebenfalls auf den Holzhofzllah teflectirt, um einen Kasernen bau darauf zu stellen.
. nn- ©eitern Slbenb wurde das Blvonak der Württemberger Artillerie-Brigade auf dem hiesigen Exercierplatz abgebrochen und rückte diese in das Lager nach Gries- heim ab, nachdem vorher sämmtliche Stallungen dort in ausgedehntestem Dtaßstabe desinsicirt worden sind.
△ Mainz, 20. Juli. Von einem Doppelselbstmord war heute in den ersten .Igenstnitden ein Flößer aus Kastel in dem hiesigen Floßhasen Zeuge. Zwei Personen, welche sich fest umschlungen hielten, stürzten sich unterhalb der Hafenmündung in den Main. Die beiden Körper tauchten thatsächlich noch mehrmals aus dem Wasser auf, ramen aber dann nicht mehr zum Vorschein. Der Flößer, welcher unweit der Stelle zu thun hatte, war Zeuge des Vorgangs, kam aber zu spät zum Einschreiten. Am Mer fand er einen Schirm und einen Herrenhut, sowie eine beschriebene Visitkarte, aus Mr zu ersehest war, daß 'die beiden Personen freiwillig den Tod gesucht haben. Der junge. Mann heißt August Mondrian und stammt aus St. Goarshausen, das Mädchen
unb Wü Vergold, Beide ipünschen, nach einer Aufzeichnung auf Der 4sttuentarte, in St. Goarshausen gemeinsam beerdigten'werden. Wie verlautet, das Paar um deßwillen den Tod gesucht, weil die Eltern dös jungen Mannes einer Ehe desselben mit dem Mädchen Hindernisse in den Weg legten.
*■' . ' 5r a 6 f f u r t, 20. 3uli. Vom 4.-—6. August findet in den-Räumen der
Restauration Stoltze dahier eine Bienenwirtschaitliche Ausstellung statt, ver- bunden mit Honigmarkt und Prämiirung. Die Anmeldungen für dieselben laufen zahlreich ein. Regierungsseitig wurden 3 Ehrenpreise gegeben. Veranstalter dieser Ausstellung ist der hiesige Bienenzucht-Club.
—heute hier stattgehabten Gerichtsverhandlung erfolgte eine Feststellung, die für die Leser Ihres Blattes von gleichem Interesse ist wie für hier. Es wurde nämlich constatirt, daß Bierseidel mit bayerischer Aichung hier nicht benutzt werden dürfen, weil Bayern feinen eigenen Aichstempel besitzt und nicht den Reichs? stempel benutzt. Es ist das eines der vielen Reservatrechte, die dem minder Gesetzeskundigen unangenehm werden können. Btergläser mit bayerischem Aichstempel — und Deren durste es auch in Gießen recht viele geben, es sei nur an die Krüge des ^Bürger* "chen Brauhauses erinnert — mögen Die Wirtbe daher meiden, sie werben*fonft nicht nur gezwungen, die Seidel umatchen zu lassen, sondern auch noch bestraft.
~ Als erster Schritt gegen das Ausarten der landw. Consumvereine erscheint folgende amtliche Bekanntmachung des Großh. Kr'eisamles Alsfeld an die Bürger- mefftereikn des Kreises: In Den meisten Consumvereinen des Kreises Alsfeld besteht die Einrichtung, daß die im Großen für die Genasfenschaft bezogenen geistigen Getränke, insbesondere Branntwein, durch die Lagerhalter der Vereine in besonders hierfür eingerichteten Lokalen zum unmittelbaren Genuß der Mitglieder verabreicht werden. ES sind auf diese Weise thatsächlich den Wirthschaften ähnliche EinNchtUngen heroorgerufen worden, welche der vorgängiaen behördlichen Erlaubniß nach § 33 der Gewerbeordnung Darum nicht bedürfen, weil sie nur für die Mitglieder der Genossenschaft bestimmt sind und daher des eigentlichen Charakters einer Schankwirthschaft entbehren. Welche Ge- fahren der Sittlichkeit und den Mäßigkeitsbestrebungen aus derartigen Einrichtungen erwachsen, namentlich in den kleineren Orten, in welchen oft die meisten selbständigen männlichen Einwohner der Genossenschaft angeboren, davon werden Sie sich übetzeügr haben. Die Klagen wenigstens über das Ucberhandnehmen des BranntweingenüsseS in den Lokalen der Lagerhalter der Consumvereine und die große Betheiligung än den Gelagen öfters bis über die Polizeistunde haben sich zu oerichieder.en Malen bestätigt. Da durch Einrichtungen der Art die vorgeschriebene Concessionspflicht für Schankwirth- schaften und insbesondere das Verzapfen von Branntwein umgangen und damit der Absicht des Gesetzgebers zuwidergehandelt wird und da in dem 8weck der Wirthschafts- genossenschaften keineswegs liegt, daß den Genossenschaftsmitgliedern die Gelegenheit zum unmittelbaren und gemetmamen Genuß der für gemeinschaftliche Rechnung im Großen bezogenen geistigen Getränke gegeben wird, so beabsichtigen wir mit Ermächtigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, für diejenigen Consumvereine des Kreises, in welchen Mißbräuche der geschilderten Art eingerissen sind, den Erlaß eines Polizeireglements anzuregen, in welchem den Lagerhaltern der Consumvereine auch an die Mitglieder des Vereins die Abgabe von geistigen Gettänken zum unmittel- bitten Genuß in den dazu bestimmten Lokalen bei Geldstrafe verboten wird. Sie wollen die betr Lagerhalter von diesem unseren Vorhaben in Kenntniß setzen untx nunmehr, sobald Mißbräuche der erwähnten Art zu Ihrer Kenntniß kommen, unS darüber sofortige Vorlage machen.
Hande! und Verkehr.
o Inli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, pt. Pfd.
x 0^0-0,90, Hühnereier, 1 St. 5—0 A 2 St. 11-0 H, Enteneier 5-6 H, Gänse- ekr O-OO Käse pr-St. 4-8^, Käsematte pr. ®t. 3 H, Erbsen pr. Liter 17 X Linsen pr. Liter 28 H, Tauben pr. Paar JL 0,60—0,70, Hühner pr. St. JL 0,90—110 Hahnen pr. St. JL 0,60-1,20, Enten pr. St. JL 1,70—2,00, Ochsenfleisch pr Pfd? 60-68 Kuh- und Rindfleisch 45-54 H, Schweinefleisch 50-60 ^/Hammelfleisch 54-64 Kalbfleisch 40-46 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 4,00—7,50, Zwiebeln per Centner JL 8,00—9,50, Milch pr. Liter 12—18 Weißkraut pr. St. 00—00 Kirschen pr- Pfd. 10—
Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen, r Aufgebote.
. 16. Johannes Ernst Falken Heimer von Freinsheim, Schreiner dahier^
mit Marie Cstbarine Schneider von Allendorf an der Lumda. 16. Pelrr Berg von Rodenbach, Kutscher dahier, mit Marie Elisabeth.Cbrift von Freienseen, wohnhaft dahier» 16. Jacob Jaudt, Pfarrverwalter zu Mrulbach, mit Johanna Luise Auguste KarobtnL Schwabe Hierselbst. 17. Heinrich. Friedrich Rühl, Großh. Ministertal-Calculator m Darmstadt, mit Eva Elisabeth Menges Hierselbst. 18. Ernst Halbritter, Buchhalter zu Ehrenfeld, mit Elisa Gerbode Hierselbst. 20. Johann Emil Franz Steinbach, Buchhalter dahier, mit Marie Minna Agnes Greser zu Berlin.


