größer, als nach der Ansicht der Aerzte die heutige Nacht darüber entscheidet, ob die Krisis für eine Längere Frist überwunden werden wird. (F. Z.)
Berlin, 21. April, 7 Uhr 15 Min. Morgens. (Privatdepesche.) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Kaiser hat gestern das Bett nicht verlassen, beschäftigte sich indeß mit Regierungsangelegenheiten. Schlaf hatte sich im Laufe des Tages nicht eingestellt; Speise nahm der Kaiser wie gewöhnlich in befriedigender Menge zu sich. Die Eiterabsonderung dauert fort.
«harlottenbrrrg, 21. April, 9 Uhr. (Privatdepesche.) Der Verlauf der Stacht war im Befinden des Kaisers ein unruhiger, nachdem Abends das Fieber sich erheblich gesteigert hatte.
Berlin, 21. April, 11 Uhr 25 Min. (Prioatdepesche). Ein Bulletin von Morgens 9 Uhr meldet: Der Kaiser hatte eine weniger gute Nacht. Das Fieber war etwas stärker als gestern Morgen, die Athmung ist ziemlich leicht. Das Allgemeinbefinden ist nicht so gut wie gestern.
Mackenzie, Wegner, Krause, Hovell, Leyden.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Correspondenz- Bureau.
Berlin, 20. April. Der Kronprinz empfing gestern den Commandanten des mecklenburgischen Dragoner-Regiments Nr. 17, Heinrich Prinz Reuß, nahm den Vortrag des Generalmajor Wittich entgegen und arbeitete später mit Wilmowskt. An dem Diner nahmen unter anderen Theil Prinz Heinrich, der Erbgroßherzog von Hessen der Botschafter Graf Münster. Fürst Bismarck machte heute dem Kronprinzen einen Besuch und verweilte dort eine Stunde.
— Sm Abgeordnetenhause wurden die auf der Tagesordnung stehenden kleineren Vorlagen, sowie das Gesetz betreffend die Herstellung neuer Eisenbahnlinien für Rechnung des Staates fast durchgängig nach der Regierungsvorlage genehmigt. Morgen Notb- ftandsvorlage, Volksschullastengesetz.
~ Der amerikanische Gesandte Pendleton, welcher eine dreitägige Reise nach Frankfurt a. M. machen wollte, ist unterwegs vom Schlage getroffen worden und lieat im Krankenhause zu Wiesbaden.
, 20. April. Das Armee- und Marineoerordnungsblatt veröffentlicht
einen Gnadenerlaß des Kaisers von gestern, worin er, um seinen Regierungsantritt auch hinsichtlich der Armee und Marine durch einen Gnadenakt auszuzeichnen allen Mtlitarpersonen und Marineangehörigen die noch nicht vollstreckten Strafen 'erläßt welche wegen der im bürgerlichen Strafgesetzbuch als Widerstand gegen die Staats! gemalt ober als Verletzung der öffentlichen Ordnung bezeichneten Vergehen oder wegen Beleidigung zu Freiheits- oder Geldstrafen verurtheilt worden sind. Der Straferlaß erstreckt sich ferner aus solche, gegen welche im Disciplinarwege Strafen verhängt oder welche durch Militärgerichte wegen anderer als obengenannter Strafthaten zu Freibeits- ftrafen nicht über 6 Wochen oder Geldstrafen nicht über 150 verurtheilt sind Endlich werden den Unteroffizieren ohne Portes und den Gemeinen, welche sich der unerlaubten Entfernung oder der ersten nicht complotmäfcigen Fahnenflucht im Frieden schuldig gemacht haben, die rechtskräftig erkannten Freiheits- und Ehrenstrafen, ausgenommen Degradation, erlassen. Den noch nicht zurückgekehrten Angeschuldigten dieser Kategorie, welche sich binnen einer Frist von sechs Monaten bei einem deutschen Truppentheile ooer bet ihrer Heimathsbehorde stellen und ihr Wohloerhalten während ihrer Abwesenheit nachweisen können, wird Begnadigung in Aussicht gestellt.
o EN, 20 April. Der „Köln. Ztg." wird aus Berlin gemeldet, daß seit einiger Seit ungewöhnlich große Massen von russischen Werthen aus Rußland nach Deutsch- land eingefuhrt wurden. Ganz kürzlich erst hätten Beamte der russischen Reichsbank mit 6 Millionen der ersten Orientanleihe auf dem Wege nach Berlin die Grenze über; fdjntten. Es sei höchst wahrscheinlich, daß nach dem Scheitern der jüngsten russischen An eiheoersuche viele aus Rußland in Berlin eintreffende Millionen oerfauft werden sollten, damit zur Zahlung der nächsten Zinsscheine die nötigen Geldbeträge flüssig gemacht wurden. ° 1 " ö
Pari«, 20 April 3» parlamentarischen Kreisen hält man für wahrscheinlich ile am Samstag sur die Verfassungsrcvision zu wählende Commission werde dem Princip zustimmen und der Kammer bald einen Bericht vorlegen
Vermischtes.
~ Ueber di- Ernährung des Kaisers schreibt etnn der „Neuen Reit" in Charlottenburg: Wenngleich der Kaiser auch feste Speisen zu sich nimmt, so wird im ^nbr-icht und ist cs besonders ein überaus nähr- rtofttfleä Getränk BcastTea (Fleisch-Thee), welches der Kaiser Morgens und Abends zu sich nimmt. Dieser Fleisch The- wird wie folgt hergestellt: Lier Pfund Rindtldilli werden in kleine Würfel geschnitten und mit 'nur L-nig Was « Lgosstn T Ganze wird in einer Flafche tm Wasserbad- gekocht, so daß ein überaus kräftiger Extrakt gewonnen wird letzterer wird dann noch mit Ei abgezog-n. Die Bouillon sieht so weiß und bündig aus wie Sahne, ist ursprünglich auch vielfach dafür gehalten worden. Aus Anordnung des Profezsors Leyden nimmt der Kaiser jetzt namentlich viel Milch zu sich, ein Nahrungsmittel, das allerdings auch schon früher ziemlich reichlich g-g-b-n wurde, ferner aus Fl-i sch und Gemüse bereitetes, besonders nähr- und schmal Haftes Püree und diverse kräftigende Weinsorten.
UniversttätS-Chronik.
- Prof. Dr. Sdralek, Rector der Akademie Münster, ist als Prof, der Kirchengeschichte an die katholisch-theologische Facultät der Universität Breslau berufen morben unb wird im Herbst sein neues Amt antreten. — Der von Nordhausen stammende Dr. xbll. Arthur Meyer, früher Inhaber eines dortigen Droguengeschäfts münflTr 6?rufennL»rnbC® U8Cn' 5Ptof' ber 6l,emie an di- Akad-mic nach
Handel und Verkehr.
btzril. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per $h,nk 092—0 95, Hühnereier pr. e>L 0 4, 2 Stück 9 4, Enteneier 5— a ros»«-
9-0°^ E or.©t 4-9 4, Käsematte per St. 3 4, Erbsen pe^Liter
<?l?r 31 ^'Tauben per Paar JL 0.60-U80, Hühner per Stück aLl-20' Hannen per Slück JL 1.40—2.00, Enten per Stücks 2 OO-Sso steifch per Pfund 58—ÜO 4, Kuh- und Rindfleisch 45—50 4 ©droeineftoirfP^i51$cn5 ÄÄ* ^Eeisch 40—46
0-00*4. PCT ^Cntner ** 14.00—15.00, Mflch per Liter 12—18 4. Weißkraut Stüdi
Auszug aus den Standcsamtsregistern des Standesamts Giek-n
Anfgedore. Dtu*
April: 18. Martin Rau, Schneidermeister, Wittwer dahier mit 9Innn , Opper, ledig, von Schönftadt, wohnhaft dahier. 19. Safob Rappel Von ^dnbauS Kaufmann dahier, mit Louise Marte Herbert dahier. V VV n 'ödn^a«fai, ihefcHittangciu
April: 18. Friedrich Wilhelm Sickert, gebürtig von Cröllwitz Glaser mit Henriette Georgine Balser von hier. 18. Heinrich August Earl®ßuS jiÄ 6iaftOBÖ6krd'r£ nCr ba6 tr' mtt ftat6armc Pdtlippin- Schomlnr von Kcssclbach^ wohw
Geborene.
April: 12. Dem Fuhrmann Wilhelm Wilke eine Tochter 9innn ir «s Schlosser Wilhelm Giesler eine Tochter, Friederike Emma 15
2°^r- 151 ^em Kaufmann Christian Reiber eine Achter^HemL EHjabetbe. 16. Dem Dimer an ber Veterinaranftalt Jakob Schmittaall ein?
Elise Katharine Wilhelmine Johanna. 16 Dem Metwer ^nbrrnnes jL™ »i C Schier, Auguste Etts-b-ch- Cchristine Phillppinc Jaco?ine ^KachaÄnc"."" 18 Dem^ Taa^bm' Heinrich ©paar eine Tochter, Marie Elisabethe. ^aglohner
Gestorbene.
Preis zu'All-ndors^°b.^L0-b- ^«0%»
Ehestau von Backstcinmach-i Johann Georg Schmidt zu Gstidera ^'14^^?^, Wilhelm Kauffmann, 2 Jahre alt, Sohn von Fabrikant Eua n Kan»^^ 16. Katharine Elisabeth- St-b-rt, g-b. Albert 24 Iah?- alt
Werner Siebert dahier. 18. Marie Raltenschnee, 27Jahre alt von LberWtdd^sbÄ Kreis Büdingen. 19. August Kämmerer, 14 Jahre alt d'ahst? 20 ^ l^- ^
Maler und Lackirer Ernst Aßmann dah7er?
'^^^iüszüg^üs^e^irchenbüchen^e^tad^ietzen^^^
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
& 4t. ^?r^e Ehristian Schieftel, Zugführer zu Kalk, ein Wittwer- unh
Schmandt??Gtchen. 8 ä”a0nuä' aßit,roc be8 -erstorbenen Wirths Johann Karl
Den 18. April. Friedrich Wilhelm Sickert, Glaser in Gießen, und L-nri-m Georgine Balser Tochter des verstorbenen Schuhmachers »tinddjSalfer in Gießm c Aprll. Heinrich August Karl Ludwig Valentin Roloff, Schreiner dabter'
Johannes"Schomder.^8 "^ 64om6cr' To<S)lex beS »erstorbenen Gastwirths in Kessetbach
Zur Haarpflege! ‘L* 3ate von unüb-rtroffenHttu^i^u läten-mpsohstn- 0"E° und begutachtete -°n ersten8«
Haarwasser v. Retter (Münch««)
welches statt Oel ob. Pomade, täglich gebraucht, das Staat bis In’« «... «lanz-üb, geschmeibig unb Scheitel haltend macht, bic Kopfhaut von Schuppe b^. und daburch b,e ThLtigkcit berfelden erhöht. Z h. um 40™ u 1.10 bd Mrttt _________________________ H Auhr, Sonnenstraße.
, . ^ür lieberschwemmten gingen ferner ein: I. H., Großm-Bufeck 2 jl Geheimerath Dr. Wasserschleben 20 JL, W. 1 JL, A. Z in L 5 JL (Scatabenh bd S»r°Y 1 M, gesammelt bei Friedel am 19. April 7.70 ^l, L L 2^l, L W Pl-tll 10 JL, Fr. Actuar Funk 2 JL, R. 10 JL, S. 10 JL, P. P. 10 jl lufammen «n to 2 mit den bereits früher qutttirten Beträgen nunmehr 3100 02 JL '
Weitere Gaben nimmt gerne entgegen
Die Expedition des Gießener Anzeigers.
SdmtfU.
r. Premierlieutenant Max Stumpfs ein Sohn, Horst Julius
Hermann Max, geboren den 20. November 1887. 9 vorn
(15,?pr?l Dem Kaufmann Karl Friedrich Roth ein Sohn Friedrick Wilhelm Peter Hemrich Louis, geboren den 7. März. 9 ' üneond)
ben 22?Mä^?"' ^-er Philipp Wißner eine Tochter, Marie Philippine, geboren Denselben. Dem König!. Preuß. Regierungsbaumeister Karl Paul Johannes Weilenburg em Sohn, Wilhelm August Gotthelf, geboren ben 28. November 1887 geboren b?n 19^ Mä?/."' 3CT Serbtnanb Schul Zwillingstöchter, Luise unb Lina,
SeetMfiit.
. ®,eh |5; ,^{1. Katharine Wilhelmine Munbt, geb. Haibach, Ehefrau des Hautboisten Friebrich Munbt, alt 28 Jahre, gestorben ben 13. April. $ m -p Denselben. Eva Preis, geb. Jung, Wittwe bes verstorbenen Maurers Heinrick Preis in Treis a. b. Lumba, alt 76 Jahre, gestorben ben 13. April Johann^Sd.^^
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Allgemeiner Anzeiger.
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J beehre mich hiermit ergebenst anzuzeigen. 1363 ♦
Docter, Seltersweg 57. ♦


