Ausgabe 
22.1.1888 Drittes Blatt
 
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Ax. 19 Drittes Blatt. iLonntag den 22. Januar 1888.

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Preis vierteljährlich 2 Mack 20 Pf. mit Bringerloha.

Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Bnreanr Schulstraße 7.

Amtlicher Hheit.

Gießen, am 20. Januar 1888.

Betresfend: Das Reichsgesetz vom 14. Mai 1879 über den Verkehr mit Nahrungsmitteln und Gebrauchrgegenständen.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an di- Trotzh-rzoglich-n Bürgermeistereien deS «reise».

Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 5. d. Ml«. (Anzeigeblatt Nr. 7J noch nicht entsprochen haben, werden an alsbaldig- Erledigung

derselben erinnert.

Dr. Bookman n.

(Nr. 1763).

erstrecken. Vom 14. Januar 1888.

Gießen, am 20. Januar 1888.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Boekmann.

Nr. 1 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 17. d. M., enthält:

i. Bekanntmachung, betreffend die Unfallversicherung von Arbeitern und Betriebsbeamten, welche sich auf die Ausführung von Bauarbeiter:

Darmstadt, 19. Januar. Das Grobherzogliche Regierungsblatt (Bei- läge Nr. 1) enthält:

1. Bekanntmachung Großh. Ministerrums des Innern und der Justrz, dre Bestätigung von Stiftungen und Vermächtniffen betreffend.

2. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfniffe der israelitischen Reli' gions-Gemeinden des Kreises Erbach pro 1888.

3. Uebersicht der für das RichnunpSjohr 1888/89 von Großh. Ministe- rium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal - Bedürfniffen der israelitischen Reltgwns Gemeinden des Kreises Scholten.

4. Ordensverleihungen:

Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 15. Decbr. 1887 dem Schullehrer Ludwig Karl Göbel zu Dautenheim das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für langjährige treue Dienste", am 17. Decbr. dem Ministerialrath bei dem Ministerium der Fmanzen Christian Horst das Comthurkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Groß« müthigen, am 7. Januar dem evang. Pfarrer Hermann Algeier zu Dauernheim das Ritterkrruz 1. Klaffe M Verdienstordens Philipps des Großmülhioen, am 9. Januar dem Bürgermeister Johs. Weber II. zu Kirch.Göns das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für langjährige treue Dienste" zu verleihen.

5. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens.

6. Namensveränderungen.

7. Dienstnachrichten:

Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 14. Decbr. 1887 dem von der Hessischen Ludwigs. Eisenbahn- Gesellschaft zum Ingenieur ernannten Gustav v. Hößlin aus Augsburg die landesherrliche Be­stätigung zu ertheilen. .

Am 21. Decbr. wurde der von dem Fürsten zu Löwenstem-Wertherm- Rofenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach Schönberg auf die Lehrerstelle an der Gemeinoeschule zu Nieder-Kinzig prüfenttrte Schulamlsaspirant Ludwig Arnold aus Schaafheim für diese Stelle bestätigt; am 24. Decbr. wurde dem Schulamtsaspiranten Frarn Joseph Burtschell aus Budenheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Roden, an dems. Tage wurde dem Schullehrer Philipp Christian Best zu Bodemod die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Langd, am 29. Decbr. wurde dem Schulawtsaspiranten Konrad Dechert aus Ober.Beerbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eichloch, an dems. Tage wurde dem Schullehrer Heinrich Katzenbach zu Freienseen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wtesick, am 31. Decbr. wurde dem Schulamtsaspiranten Ludw. Wilh. Jung aus Vendersheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dolgesheim übertragen; am 4. Jan. wurde die provisorische Lehrerin an der Victoriaschule zu Darmstadt Josephine Watzinger zur Lehrerin an dieser Schule unter Belastung in der Kategorie der Volksschullehrerinnen; am 5. Januar wurde der Gesangenwärter Jakob Bell in Marienschloß zum Gesangenausseher bei dem Landeszuchthause Marienschloß ernannt; an dems. Tage wurde der Schulamtsosptrantin Elisabeth Kern aus Darmstadt eine Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Sprendlingen, am 6. Januar wurde dem Schullehrer Heinrich Hofferberth zu Braunshardt die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kreidach, an dems. Tage wurde dem Schullehrer Johs. Klein zu Reinheim die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Braunshardt übertragen, an dems. Tage wurde der Gesangenausseher Johann Friedr. Dern in Marienschloß zum Werk­meister am Gesängniß in Darmstadt ernannt.

8. Dienstentlaffung:

Am 24. Decbr. 1887 wurde die Lehrerin an der Gemeindeschule zu Mühlheim Wilhelmine Barnscheidt aus ihr Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Januar 1888 an, aus dem Schuldienste entlasten.

9. Ruhestandsversetzungen:

Se. König!. Hoheit der Grobherzog haben Allergnädigst geruht: Am 20. Novbr. 1887 die Hostheatcr- Garderobe - Verwalterin Margarethe Hieb aus ihr Nochsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treugeleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. October 1887 an, in den Ruhestand zu versetzen.

Am 15. Decbr. 1887 wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Dautenheim Ludwig Karl Göbel auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 2. Januar 1888 an, am 17. Decbr. wurde der Lokomotivführer bei der Main-Neckar-Bahn Heinr. Kap­peller in den Ruhestand versetzt.

10. Concurrenzeröffnungeu:

Erledigt sino: Zwei mit evangelischen Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Wieseck mit jährl. Gehalten von 1150 uno 1000 dL Eine mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Spachbrücken mit einem jährl. Gehalt von 900 di*. Die mit einem cvang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Raibrettenbach mit einem jährl Geball von 900 at Die mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kirch-Beersurth mit einem jährl. Gehalt von 900 at. Dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach steht dar Präsentation», recht zu derselben zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeichule zu Ober-Jngelheim mit einem nach dem Dienstalter sich bemeffenden jährl. Gehalt von 1000 bis 1200 dL Die mit einem kath. Lehrer zu besetzende 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mainflingen mit einem jährl. Gehalt von 900 at Eine Lehrerinnenstelle an der kath. Schule zu Seli­genstadt mit einem jährl. Gehalt von 1000 at. Die mit einem kath. Lehrer m besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rembrücken mit einem jährl. Gehalt von 900 at. Mit der Siede ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Boden- rod mit einem jährl. Gehalt von 900 at. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die Lehrerstelle an der kath. Schule zu Gimbsheim mit einem nach dem Dienstalter stch bemeffenden jährl. Gehalt von 1000 bi- 1300 dL Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.

Gestorben sind: Am 17. September 1887 der Bahnwährter i. P. Hein­rich Schwarz zu Egelsbach; am 25. November der Bauausseher i. P.

Wilhelm Kronenberg zu Londorf; am 26. November der Oberlehrer Friedlich Angst m Offen!ach ; am 3. December der Obersteuer>Director i. P. Dr. Adolf Hügel zu Darmstadt; am 17. December der Psandmeister Johr. Giünewald zu Lampertheim; am 18. December der Landgeftütrdiener i. P. Johs. Ludw. Koch zu Darmstadt; an dems. Tage der Schullehrer PH. Blum zu Heppenheim a. d. B.

Die zukünftige deutsche Wehrkraft und die Heeresstärken Krankreichs und Rußland».

In der neuesten Nummer derNation" findet stch aus der Feder des früheren Majors 6 Hinze eine interessante Berechnung der verfügbaren Mannschaften, die Deutschland nach vollständiger Durchführung des neuen Wehrgefetzes zur Verfügung stehen werden. Wir entnehmen diesem Artikel die folgenden Aufstellungen:

Die bis auj's Tausend abgerundeten Zahlen der Hauptkategorien stellen sich wie tntflt- ftür die krieasfertig ausgebildeten Mannschalten: 7 Jahrgange, 18881882, active Skmce 1,059,000 Mann: 5 Jahrgänge, 1881-1877, Lmidwehr 598,000 Mann; 7 Jahrgänge, 18871881, geübte Ersatzreseroe 1. Elaste 96,000 Mann, nach dem bestehenden Wehrvflichtgesetz in Summa 1,753,000 Mann, zu welchen beim Aufgebot des Landsturms noch 10 Jahrgänge, 1876-1867, mit ^8,000 Mann treten wurden. Es würde aber unter Mitwirkung des bestehenden Landsturmgesetzes nicht richtig sein, diese Zahl als verwendbar für jede kriegerische Thatigkett anzulehen und in Anrech. nuna »u bringen - hierfür sind nur verwendbar die oben aufgerechneten 1,758,000 Mann, zu denen erst unter der Wirkung des neuen Gesetzes mit gleicher Ouallstkalion lnnzu- lreten- 7 Jahrgänge, 18761870, Landwehr 2. Aufgebots, 723,000 Mann, 3 Jahr- aänae 1869-1867° Landsturm 2. Aufgebots, 270,000 Mann; dazu oben berechnete 1 753 000 Atann, in Summa 2,716,000 Mann, welche, nach Eintritt der vollen Wirkung hes (Hefekeci nur den Landsturm sich noch mit drei wetteren Jahrgangen desselben um 218,000 Mann, also auf' rund 2,960,000 Mann krtegsfertig Ausgebildeter, verrechnen. kriegsfertigen Wehrkraft steht nun aber eine noch größere Zahl

unausgebildeter Wehrfähiger, welche sich tin Herbste 1888 °us den verschiedenen Nekrutenkategorien mit folgenden Zahlen jufammenfeben fcmfte. 10 A°hrsange, 1888 f.ia 1Q7Q tvrfnhi .'iprnp 7^0 000 Mann 19 Jahrgange, 188818iü, ^anouurm einen 3 Jahrgänge^ 1869^1867 Landsturm 2. Aufgebots 252,000 Mann; 3 jüngste Jahrgänge, 18891891, Landsturm 1. Ausgebots 885 0M Mann; 25 Jahrgänge Unausgebildeter: Summa 3,255,009 Mann, zu denen spater