Ausgabe 
19.8.1888 Drittes Blatt
 
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läge nach Angabe des Stadtbauamtes ausgeführt wird. Bekanntlich war die Ab­tretung von Gelände vor der neuen Kaserne an die Militärverwaltung zur Errichtung eines Militärturnplatzes in einer früheren Sitzung beschlossen worden; es wurde nun städtischersetts noch darauf gedrungen, daß die Militärverwaltung den längs des fiag- ltchen Platzes an der Staatsstraße liegenden, 1,50 Meter breiten Geländestretfen er­werbe, um das zur Einfriedigung des Platzes zu errichtende Spalter in gleicher Flucht mit den Vorgärten dec unteren Grünberger Straße sowohl wie zu derjenigen des neu zu erbauenden Schützenhauses zu bringen. Nach den hierüber gepflogenen Verhand­lungen hatte aber Gr. Kretsamt es abgelehnt, den erwähnten fiscalischen Geländsstreifiu abzutreten. Die dteserhalb weiter gepflogenen Verhandlungen hatten zur Folge, daß ein Vertreter Gr. Ministeriums den Vorschlag propontrte, der Stadt Gießen fragliches Gelände zu überlassen, wenn dieselbe hierfür einen an Flächeninhalt gleich großen Platz in der Nähe zum Lagern von Straßenbaumaterial austauscht. Die Baudeputation hat den Geländeaustausch beantragt: es soll sonach in der Nähe des neuen Schützenhauses ein entsprechender Platz zum Lagern von Baumaterial als Aequtvalent für den zur Herrichtung des Turnplatzes nöthtgen Geländestreifen abgegeben werden.

Den letzten zur öffentlichen Verhandlung stehenden Gegenstand bildete die Wode- straße. Dem Wunsche der Interessenten entsprechend, wurde früher, da eine definitive Erledigung der Sache nicht zu erreichen, beschlossen, sämmtltche Interessenten zu ver­nehmen. Wie schon mitgethetlt, soll die Wodestraße ausgebaut und der Schoorgraben am Ende derselben fahrbar überbrückt werden, wenn die Anlieger die auf JL 9770 veranschlagten Kosten mit «X 6770 tragen, wogegen die Stadt die Kosten der lieber: brückung mit v* 3000 übernehmen will. Die geladenen Interessenten haben sich am 25. Juli auf Gr. Bürgermeisterei eingefunbcn, sie acceptirten das Projekt des Ausbaues dec Straße und der Ueberbrückung und erklärten sich zu der erwähnten Beitragsleistung bereit, mit Ausnahme des Herrn Anton Petri, welcher sich in seinem Besitzthum durch die erforderlich werdende Höherlegung der Straße nach dem Schoorgraben hin beein­trächtigt erklärt und ihm dadurch bedeutende Kosten entstehen würden; für den Aus­bau der Straße ohne Ueberbrückung könne er sich eher erklären. Frau vr. Brüel Wwe erklärt sich als nicht interessirt an der Sache, während Herr Rechtsanwalt Eurtman weder ein Interesse an dem Ausbau der Straße noch an der Beibehaltung des Steges zu haben erklärt. Die Baudeputation hat beantragt, die Interessenten zu der Erklärung zu veranlassen, ob sie im Falle der Ausführung des zweiten Projektes (das erste Pro­jekt bezog sich nur auf den Ausbau der Straße, ohne Ueberbrückung des Stegs, Trottoir- legung 2c., wogegen das zweite Projekt auch auf Ueberbrückung des Schoorgradens | hinausging) auch die Kosten gemeinschaftlich übernehmen würden, welche Herrn Anton '

Petri durch den Ausbau der Straße entstehen, ober ob sie die Kosten für die Aus­führung des ersten Projektes tragen wollen. In der nun folgenden Debatte erklärt sich Herr Schopbach gegen den Ausbau der Wodestraße mit fahrbarer Ueberbrückung. Gerade im Interesse der Kleinkinderschule habe man s. Z. dieselbe auf das Wode'fche Besitzthum gebaut; führe man das zweite Projekt aus, so gehe jedenfalls der ganze Fuhrwerksoerkehr aus den Neuen Sauen nach der Anlage durch die Straße, dadurch würden aber die vielen kleinen Kinder gefährdet, er empfehle den Ausbau der Straße nach Art der Plockstraße und stelle den Antrag, von der Fahrbar- machung der Straße abzusehen. Unter Beibehaltung des nicht fahrbaren Stegs könne man ja, ohne Herrn Petri zu schädigen, eine flache Rampe anlegen. Herr Bürgermeister Bramm und Herr Haustein sprechen sich ebenfalls gegen die Herstellung der Straße für den vollen Durchgangsverkehr aus, desgl. Herr Batst welcher auch ohne Ausführung des weitgehendsten Projektes dafür ist, daß die Stad! einen Theil der Kosten mit übernimmt; er gebe es der Erwägung anheim, welche Summe die Stadt tragen wolle. Herr Hanstein beantragt einen Zuschuß von 2000 JC. Herr Belg. Gnauth ist gegen Bewilligung eines bestimmten Betrages; man könne die Interessenten der Wodestraße nicht günstiger stellen wie die Bewohner anderer Stadttheile, die stadtrsche Zuschüsse erhielten, wie sie eben das Localbaustatut vorschreibe Mit der Uebernahrne der Straße auf die Stadt fielen dieser die Kosten für Reinigung und Unterhaltung derselben, ebenso die Hälfte der Trottoirherstellungskosten zur Last, viel­leicht komme hierzu auch noch die Anlage eines mafsiven Stegs für den Fußgänger­verkehr; er sei dafür, daß die Interessenten die Kosten übernehmen, die ihnen nach der Localbauordnung zufielen. Herr Vogt erklärt, die von Herrn Baist geltend gemachten Billigkettsgründe nicht gelten lassen zu können, die Straße sei s. Z. angelegt worden, ohne daß die Stadt darum gefragt worden sei. Herr Scheel spricht sich für nochmalige Verweisung an die Commission und Vorlage von Koftenooranschlägen für den Ausbau der Straße nach dem ersten Project, mit Herstellung einer festen, aber nicht für den Fuhrwerksverkehr bestimmten Ueberbrückung aus. Es wird tm ©inne des Antrages des Herrn Scheel beschlossen.

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